Steuern und Finanzamt

DIES IST KEINE STEUERBERATUNG!

Ausfüllhilfe Anlage EÜR, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und "Information des Bayerischen Landesamts für Steuern zu den einkommensteuerlichen und umsatzsteuerlichen Fragen des Betriebs einer Photovoltaikanlage mit Beispielen"

siehe Hilfe zu ESt und USt bie Photovoltaikanlagen, BAYERISCHES LANDESAMT FÜR STEUERN - sehr informativ.


Das Ergebnis aus Anlage EÜR wird (als Summe) in eine ansonsten recht leere Anlage G eingetragen.

Buchungssätze PV-Anlage SKR04

für Buchhalter (muss dir nichts sagen!)

Kleinunternehmerregelung (KUR) oder Regelbesteuerung mit Mehrwertsteuer-Erstattung (Vorsteuer-Abzug)?

Kurz: 60 Monate Regelbesteuerung, Vorsteuer erstatten lassen, währenddessen MwSt. auf Eigenverbrauch bezahlen und nach Ablauf des 5. oder 6. Jahres zur KUR optieren.


Eine schöne Grafik zu Umsatz- und Ertragsteuer liefert solaranlagen-portal.de/images/solaranlagen-portal/kosten/PV-Steuern-Finanzamt.pdf

Achtung, die Seite enthält auch viele Informationen die zum Kauf eines defizitären Speichersystems verleiten könnten.


Übersteigt die Mehrwertsteuer des Anlagenpreises die in den ersten fünf Jahren anfallende unentgeltliche Wertabgabe so rentiert es sich der Verzicht auf die KUR. Das ist bereits bei Anlagen ab ca. 1,5 kWp der Fall.

(Sehr grobe Formel: VSt-Erstattung < unentgeltliche Wertabgabe der ersten ca. 5 Jahre.)


Während für mindestens ca. 5 Jahre auf die KUR verzichtet wird ist auf privat genutzten Strom Mehrwertsteuer zu zahlen, siehe "unentgeltliche Wertabgabe".

Im Gegenzug ist der Vorsteuer-Abzug (erfolgt via UStVA) möglich.
Nach ca. 5 Jahren wird meist zur KUR optiert.


:!: Zahlung der Anlage und Vorsteuerabzug sollten ins selbe Jahr fallen - sonst hat die Verschiebung (meist underwünschte) ertragsteuerliche Auswirkungen.


Details: Kleinternehmer-Regelung (KUR) ja oder nein?

Liebhaberei - besser vermeiden

L. ist eine Bewertung des Finanzamtes für den Betrieb der Anlage wenn es keine Gewinnerzielungsabsicht feststellen kann.

Mit Vorsteuerabzug / Umsatzsteuer hat die Einstufung als Liebhaberei nichts zu tun. Es geht dabei nur um die ertragsteuerliche Seite (Einkommensteuer).


  • Vorteil: Die Einkünfte der Solaranlage müssen in der Steuererklärung nicht angegeben werden, es muss keine Einnahme-Überschuss-Rechnung gemacht werden, es fällt keine Einkommensteuer auf die PV an, kein Papierkram. Siehe dazu den Beitrag des Steuerprofis kpr : ESt-Verluste nicht anerkannt = Liebhaberei? sowie seinen Folgebeitrag dort.
  • Nachteil: Es können im Gegenzug natürlich auch keine Abschreibungen getätigt werden. Die Einstufung als Liebhaberei ist nur bei sehr teuer gebauten Anlagen oder sehr schlechten Ertragsprognosen zu erwarten, also genau das, was man in der Regel vermeiden will.

Sachentnahme

Gleicht private Entnahmen aus "Unternehmen PV-Betrieb" aus. Verbrauch von PV-Strom ist damit ergebnisneutral.

Eine beliebte und logische Bemessungsgrundlage ist die Netto-Einspeisevergütung.


Beispiel 15 kWp-Anlage mit Inbetriebnahme Juli 2019, Vergütung im Schnitt 10,54 Cent je kWh, 1200 kWh selbst genutzt

0,1054 * 1200 kWh = 126,48 EUR netto.

Unentgeltliche Wertabgabe

fällt bei KUR nicht an. Solange auf die KUR verzichtet wird fällt Mehrwertsteuer auf privaten Strom an.

Von staatlicher Seite ist als Bemessungsgrundlage der private Strombezugspreis zuzüglich eventueller Grundpreise vorgegeben.

Bei fixem Grundpreis ist es logisch, den Netto-Bezugspreis anzusetzen, da die MwSt. bereits über den privaten Grundpreis voll abgeführt wird.


Beispiel anhand von Ökostrom der Elektrizitätswerke Schönau mit 27,65 Cent brutto je kWh (Stand 2019) und 1200 kWh selbst genutztem Strom:

0,2765 € / 1,19 * 0,19 * 1200 => 52,98 €

(Hier fallen 0,0441 EUR je kWh an.)

Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA)

In den ersten beiden Wirtschaftsjahren monatlich, anschließend vierteljährlich oder gar nicht mehr.


:arrow: Dauerfristverlängerung beantragen und spätestens am 10. eines Monats den vergangenen und den vorvergangenen Monat mit einem Login erledigen.


:arrow: Start der unternehmerischen Tätigkeit (das kann evtl. schon die Absicht, eine PV-Anlage zu bauen sein) auf Dezember des Vorjahres legen, dann entfallen 11 USt-VA. Start kann beispielsweise der Beginn der Planung sein.


Für die Erstattung der Vorsteuer der Anlage möchte das FA meist eine Kopie der Rechnung der PV-Anlage haben. Ich habe sie damals mit Angabe von Steuernummer und Adresse gemailt. Um die Erstattung zu beschleunigen sollte die Kopie schon recht bald ans FA gehen. (Ich vermute, dass erst ab VSt von einigen hundert Euro ein Beleg gewünscht wird. Balkonanlagen und Anlagen mit 1 kWp können abwarten ob ein Beleg angefordert wird.)

Umsatzsteuer-Erklärung (UStE)

jährlich für das vergangene Wirtschaftsjahr (meist das Kalenderjahr)

Vorauszahlungssoll


Elster-Tipp außerhalb der PV für einfache EStE - aus eigener Erfahrung :

In Elster.de kann man sich einen "Abrufcode" per Post senden lassen für vorausgefüllte Einkommensteuererklärung. Sehr praktisch. Suchen und abtippen von KV-, Lohnsteuer, Renten-, VL-Bescheinigungen usw. entfallen dadurch. So sind die meisten Steuererklärungen ein Witz.

Unsere Vorfahren hätten sich über so einfache Steuererklärung gefreut :)