Modulreinigung Wissenswertes

Reinigung von Solarmodulen

Wann und ob eine Reinigung von Solaranlagen sinnvoll ist, kann nicht pauschal beantwortet werden; schließlich ist jede Solaranlage ein Unikat. Ein paar der folgenden Punkte können dabei helfen zu entscheiden, ob eine professionelle Reinigung der eigenen Anlage sinnvoll ist und worauf bei dieser zu achten ist.


Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Zustand der Module sollte ab dem 4. Jahr regelmäßig überprüft werden, um den richtigen Zeitpunkt einer Reinigung zu finden
  • Es gibt eine Vielzahl unterschiedlich starker Verschmutzungsfaktoren
  • Verschmutzungen können mit der Zeit Module beschädigen und die Betriebssicherheit gefährden
  • Eine Reinigung bietet unterschiedliche Vorteile:
    • Ertragssteigerung
    • Schutz vor Modulschäden
    • Werterhalt


Verschmutzungen

Es gibt eine Vielzahl potentieller Verschmutzungsquellen und -formen, die alleine oder kombiniert in unterschiedlicher Stärke vorliegen können. Die nachfolgende Liste zeigt einen Auszug möglicher Verschmutzungsquellen, die sich negativ auf eine PV-Anlage auswirken können:

  • Algen
  • Ammoniak (primär aus der Tierhaltung)
  • Flechten
  • Luftverschmutzung (Schnellstraßen, Bahntrassen, Landwirtschaft und aus der Industrie)
  • Moose
  • Pilze
  • Pollen
  • Vogelkot

Während Blütenpollen bei regelmäßigen Regengüssen in der Regel von den Modulen geschwemmt werden können, sieht dies bei anderen Verschmutzungstypen und speziell bei Kombinationen oftmals anders aus. Während Ammoniak dafür bekannt ist wie eine Art Kleber zu wirken, an dem andere Verschmutzungen haften, bringen z.B. Moose die Herausforderungen mit sich, dass diese den Modulrahmen angreifen können.


Die Verschmutzung von Solarmodulen tritt je nach Standort unterschiedlich schnell auf. Manche stark belastete Standorte rechtfertigen eine Reinigung bereits nach zwei Jahren. An anderen Orten kann selbst nach 10 Jahren die Solaranlage problemfrei laufen. Die Fachunternehmen raten daher ab dem vierten Jahr den Zustand der Module regelmäßig zu überprüfen.


Kosten

Die Kosten für eine Reinigung hängen von den folgenden Faktoren ab:

  • Reinigungsverfahren:
    Es gibt eine Fülle von verschieden Reinigungsverfahren. Grob unterscheiden lässt sich zu Beginn in die manuelle und maschinelle Reinigung. Desweiteren können starre oder rotierende Bürsten verwendet werden. Letztere erhöhen die Reinigungsgeschwindigkeit und spiegeln sich in geringeren Kosten wieder.
    Egal für welches Reinigungsverfahren man sich entscheidet, sollte darauf geachtet werden, dass die Module mit genügend Wasser angefeuchtet und die Bürsten mit angemessenem Druck eingesetzt werden. Geschieht dies nicht entstehen leicht feine Kratzer, die zu einer schnellen Nachverschmutzung führen.
  • Modultyp:
    Bei der Reinigung von PV-Modulen wird gewöhnlich zwischen kristallinen Modulen (poly/mono) und Dünnschichtmodulen unterschieden. Letztere haben eine wesentlich größere Fläche pro kWp, die einen Mehraufwand verursacht.
  • Anlagentyp:
    Aufgeständerte Module verursachen für gewöhnlich einen Preisaufschlag.
  • Zugänglichkeit:
    Aufdachanlagen, die besonders hoch oder schwer zugänglich sind, verlangen oftmals zusätzliches Equipment wie einen Hubsteiger, der extra transportiert werden muss.
    Im Idealfall bietet der Reinigungsanbieter an die Anlage in eine geplante Tour mit einzubinden, um die Kosten der Anfahrt so gering wie möglich zu halten.
  • Anfahrtskosten:
    Im Idealfall bietet der Reinigungsanbieter an die Anlage in eine geplante Tour mit einzubinden, um die Kosten der Anfahrt so gering wie möglich zu halten.
  • Verschmutzungstypen und -stärke:
    Je ausgeprägter eine Verschmutzung vorliegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese einen höheren Aufwand bei ihrer Entfernung verursacht. Dieser Mehraufwand spiegelt sich in höheren Reinigungskosten wieder.


Vorteile und Nutzen einer Reinigung

  • Mehrertrag:
    Der “Mehrertrag” wird von den diversen Reinigungsunternehmen oftmals als Hauptargument erwähnt, um eine Reinigung zu rechtfertigen. Hierbei wird bei einigen Reinigungsunternehmen angegeben, dass der Mehrertrag bei “bis zu 30%” liegen kann. Während dies in Extremsituationen vermutlich stimmt, sollten in der Regel von einem geringeren Mehrertrag ausgegangen werden, der ein gutes Stück darunter liegt. Wie eingangs erwähnt ist dies sehr individuell von jeder Anlage und der vorliegenden Verschmutzung abhängig.
  • Schutz vor Modulschäden:
    Wesentlich weniger Beachtung wird dem Thema “Schutz vor Modulschäden” geschenkt, welches aber seine Daseinsberechtigung hat und wichtig ist. Verschmutzungen wie Moose oder Flechten können mit der Zeit verschiedene Schäden verursachen. Neben einer Delamination von Modulen, dem Aufdrücken von Modulrahmen führen sie auch zu Glaskorrosionen. Bei einer rechtzeitigen Reinigung kann diesen Schäden entgegengewirkt werden.
  • Sichtprüfung:
    Anlagenbesitzer profitieren von einer kostenlosen Sichtprüfung, die in der Regel vom reinigenden Fachbetrieb durchgeführt wird. Bei dieser können etwaige Mängel, wie etwa Hotspots oder lose Kabel, dem Betreiber mitgeteilt werden.
  • Werterhalt:
    Ähnlich wie bei dem Kauf eines Autos stellt eine Solaranlage ein Investitionsobjekt dar, welches für seine langfristige Nutzung gepflegt werden muss. Während viele Autofahrer in Waschanlage fahren und kleine Lackschäden versiegeln lassen, empfiehlt sich für viele Solaranlagen auch bei diesen bedarfsgerecht eine Reinigung durchzuführen. Hierbei sollten kleinere Verschmutzungen rechtzeitig entfernt werden, bevor diese mit der Zeit zum Totalausfall eines Moduls führen und die Betriebssicherheit der PV-Anlage gefährden. Der Tausch eines beschädigten Moduls kann dabei schnell die Reinigungskosten übersteigen.


Das passende Reinigungsunternehmen finden

Der Markt der Reinigungsunternehmen ist in Deutschland aktuell (Stand Juni 2020) noch stark fragmentiert. Somit gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Anbieter oftmals als eine Herausforderung, da unklar ist welche Anbieter wo überhaupt präsent sind. Auch der Informationsgehalt der verschiedenen Webseiten kann stark variieren, sodass sich die Angebote untereinander schwer vergleichen lassen und nicht klar ist worauf man bei der Buchung achten sollte.




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