alte Wärmepumpe ansteuern um Eigenverbrauch zu erhöhen / neue Wärmepumpen mit Schaltausgang ohne Smartgrid schalten

Alte Wärmepumpen sind zumeist ohne smarte Ansteuerungsmöglichkeiten. Das heißt sie haben eine feste, nicht regelbare hohe Stromaufnahme.

Auch manch neue Wärmepumpe hat keine Steuerung für ein SmartGrid und lässt sich ebenso nicht ansteuern.

In diesen Fällen ist eine direkte Ansteuerung mit einer PV-Steuerung (z.B. SMA Homemanager) nicht möglich.

=> Bereits in der Planung prüfen, ob die angedachte WP intelligent steuerbar ist und modulierend betrieben werden kann.


Der beste und effizienteste Speicher ist eine gut angesteuerte und eingestellte WP. Je nach Wärmequelle kann die tags meist höhere Umweltwärme mit PV-Strom zum Wärmen genutzt werden. Der Umweg über einen Stromspeicher ist nicht zu empfehlen.


Zur Wärmepumpenansteuerung allgemein:

Wenn eine WP nicht direkt angesteuert werden kann und in die Steuerung auch nicht eingegriffen werden soll (Garantie, gefährliche Spannung etc.), werden einfach die Temperaturfühlerkreisläufe der Wärmepumpe künstlich verändert. Diese melden dann veränderte Temperaturen an die WP und die WP reagiert entsprechend.

Zumeist sind in den Fühlerkreisläufen NTC Widerstände vom Typ (ähnlich wie) 5kOhm verbaut. Zumindest auf WP von IVT, den meisten von Bosch und Junkers etc. trifft dies zu.

Die konkreten Widerstandsangaben beziehen sich auf diese Modelle und müssten bei anderen Modellen entsprechend geändert werden. Das Prinzip gilt aber für alle WP, sofern ein NTC als Temperatursensor verbaut ist.

Zur Ansteuerung dieser Wärmepumpen reicht

  • entweder ein potentialfreier Kontakt an einem WR (Öffnerkontakt nötig)
  • oder eine durch die PV-Steuerung geschaltete Funksteckdose (z.B. beim SMA Homemanager möglich).

In die Funksteckdose kommt ein altes Handyladegerät und dieses wird dann an ein Relais angelötet (gut geht: Zettler Electronics AZ822-2C-6DSE Printrelais 6 V/DC 2A 2 Wechsler). Dies bringt am Relais zwei potentialfreie Wechselkontakte.


Zur Warmwassersteuerung:

Ziel: Warmwasser soll nur bei PV Strom bereitet werden.

Parallel zum verbauten Temperaturfühler für das Warmwasser wird ein Festwiderstand + ein Drehwiderstand (die in Reihe) angeschlossen und am Relais am Öffner angeschlossen (alternativ anderer potentialfreier Öffner z.B. am WR).

Damit lässt sich nun die Warmwassertemperatur bei fehlendem PV Ertrag (Relais schaltet nicht) künstlich erniedrigen, da der Sensor an der WP eine höhere als die echte Warmwassertemperatur meldet (der Umfang kann am Drehwiderstand bestimmt werden um z.B: im Winter eine Mindesttemperatur zu gewährleisten, etwa 10°C bis 25°C Erniedrigung bei mir, Warmwassertemperatur regulär 50°C).

Hat man ausreichend PV Strom, so schaltet die Schaltsteckdose (z.B. über den Homemanager angesteuert) und damit öffnet das Relais und die WP heizt das Warmwasser auf die am Gerät eingestellte Temperatur auf.

Steckt man das Handyladegerät direkt in die Steckdose bekommt man immer die an der WP eingestellt Warmwassertemperatur.







Zur Heizungssteuerung:

Alte Wärmepumpen bieten oft nur eine einfache Nachtabsenkung an. Damit lässt sich der PV-Strom nicht sinnvoll nutzen.

Daher habe ich eine zweite Tagerhöhung gebaut, die durch eine Zeitschaltuhr, bei mir zwischen 10:00 und 15:00 die Temperatur der Heizung erhöht.

Dafür wird die vom Raumtemperaturfühler zurückgemeldete Temperatur künstlich etwas erniedrigt (um 0 bis 2°C) und so der Vorlauf der WP bei mir um bis zu etwa 10°C erhöht.

Die Ansteuerung dieser Schaltung über die automatische PV -Steuerung habe ich wieder durch eine Zeitsteuerung ersetzt, da die PV-Steuerung sehr zum häufigen An- und Ausschalten neigt und die WP daher zu stark ins Takten kommt (verlängert man die Schaltzeiten, so bleibt die Steuerung oft ganz aus). Geheizt werden muss ja im Winter unabhängig von der Einstrahlung.




Aktuell 2021 steuere ich das Warmwasser wie oben beschrieben und es geht sehr gut, über den zusätzlichen Drehschalter kann man bei wenig PV die Warmwassertemp. erhöhen. Ein Druck auf die Funksteckdose macht bei mir dann auch immer für 30min Warmwasser (als minimale Einschaltzeit für die WP bzw. die Funksteckdose im SHm eingestellt).

Heizung ist bei mir in drei Schritten. Nachts Absenkung, Tags normal. Zusätzlich über Funksteckdose zweite Erhöhung über Veränderung der Fühlerrückmeldung (siehe oben) im Kernwinter etwa 10:00 bis 15:00, sonst auch etwas länger. Hier habe ich eine Edimax Funksteckdose genommen, da man da schnell die Zeiten einfach in der App verändern kann.

Je nach Ort und Funkempfang der Funksteckdosen kann man zwischen der EDIMAX (WLAn) oder der FritzDECT (DECT) wählen, die EDIMAX hat aber ein sehr hohes nerviges Fiepen!


Nochmal zum Umbau.

An der WP geht man nur an die stromlosen Fühlerstromkreise, da kann man eigentlich nichts kaputt machen. Nur als erstes die Heizstäbe deaktivieren, denn die könnten sonst schnell mal angehen, wenn man über veränderte Rückmeldung der Messfühler einen hohen Bedarf signalisiert.

Schalten der Relais nur über Niedervolt! Dann kann auch da nichts passieren. Im Schaltstromkreis natürlich stromlos! Da wird nur der Widerstand und eventuell ein Poti (veränderbarer Widerstand) in den Messstromkreis der WP-Fülhler eingeschaltet.


Trotzdem natürlich Alles auf eigene Gefahr!

Kommentare 7

  • Das ist genau das was ich gesucht habe. Leider arbeitet meine Stiebel WPF10 mit PTC Fühlern. Gibt es da auch eine Lösung?

    • ob PTC oder NTC ist im Prinzip egal.

      Auch beim NTC kommt es ja auf die Werte /NTC-Charachteristik an.

      Bei mir war glücklicherweise bei der Bedieungsanleitung eine Tabelle mit den Widerstandswerten für die versch. Temperaturen dabei dabei.


      Im Prinzip muss das leider jeder an sein Gerät anpassen, viele werden glücklicherweise den gleichen Sensor wie ich haben, daher geht das dann einfach.


      PTC statt NTC benötigt leider etwas mehr Umdenken, technisch geht das natürlich genauso. Nur muss hier der Widerstand eben immer statt größer dann kleiner werden und umgekehrt. Man kann aber sonst auch einfach mit Potis und Festwiderständen mal testen. IN Frage kommen eben immer Reihen- und Parallelschaltungen zum Sensor, die man über das Relais zuschaltet oder eben deaktiviert.

    • Vielen Dank für die Antwort. So eine Tabelle mit den Widerständen ist bei mir auch dabei. Auch kann man eine analoge Fernsteuerung anschließen... wenn der SHM da ran könnte wäre es Top. Das Teil kann ja alles was man bräuchte +-5Grad, Absenkbetrieb... laut Stiebel gibt es leider keine Möglichkeit irgendwas bei meiner WP von 2006 mit dem SHM zu verbinden...


    • Dann im Prinzip die gleiche Basis.

      Funksteckdose mit SHm geschaltet (je nach Empfang am Ort WLAN Edimax oder AVM DECT) und dort altes HAndyladeteil rein. DAmit dann Relais (Typ oben genannt) Wechsler rein.

      Der Rest ist dann etwas gebastel wie oben mit Analogelektronik, ist aber ja alles quasi spannungsfrei und daher ungefährlich.

      Vielleicht geht da auch die analoge Fernsteuerung dran.

  • Super Idee!

  • Hallo

    Soweit ich weiß hat jede WP einen Freigabe Eingang vom EVU.

    Darüber kann man eine WP wunderbar steuern.

    Gruß NetFritz

    • Über den Freigabe Eingang vom EVU können die meisten WP leider nicht sinnvoll gesteuert werden. Zumindest trifft das bei mir zu.

      Ich kann über den Eingang lediglich definieren, welcher Wärmeerzeuger deaktiviert wird.

      Also z.B. Zusatzheizung aus, oder alle Wärmerzeuger aus.

      Ich will aber ja gezielt bei PV Ertrag die WP einstellbar und temperaturabhängig steuern können.