Erfahrungen Solarstromspeicher und PV-Akkus

Stromspeicher sind meist defizitär. Aus dem Akku kostet eine kWh Strom ca. 40 - 50 Cent (Stand Mitte 2019. 2021 hat sich daran kaum was geändert.). Hochwertiger Ökostrom inkl. Förderbeitrag aus dem Netz für ca. 28 Cent je kWh ist wesentlich günstiger.


"das war eine meiner dümmsten entscheidungen mir speicher anzuschaffen [...] allein für die anschaffungskosten hätte ich lässig zehn jahre lang entspannt strom vom netz beziehen können... plus die einspeiseverluste durch aufladen und erhaltungsladen des speichers... speicher kostet einfach noch viel zuviel [...] buche das einfach für mich unter lehrgeld ab weil ich zuwenig auf dieses forum gehört hatte damals... :x" (Zitat  Stephan Piel)


Nur wenige Systeme/Kombinationen können das Haus vom Stromnetz trennen (Inselbetrieb). Viele Systeme sind bei Stromausfall nutzlos!

"ein tatsächlicher Nutzen besteht nicht, oder kannst du einen Unterchied zwischen dem eigenen und dem fremden Strom erkennen?" (Zitat jodl)


Spaßfaktor?

"Hätte nicht gedacht, dass ich trotz noch nicht auf die PV optimierter WP (Wasser und Heizung) und OHNE SPEICHER im März auf 54% Autarkie komme. Vielen Dank." (Zitat rooftop). Mit länger werdenden Tagen steigt die Autarkiequote. Kürzere Nächte = weniger Netzbezug. Viele Anbieter von Solarstrombatterien setzen die Autarkiequote ohne PV-Speicher viel zu niedrig an.



Falls eine wissenschaftliche Studie weiterhilft: Zitate aus pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/HTW_2019_Sinnvolle_Dimensionierung.pdf

"Hierbei wurde am Beispiel von drei exemplarischen Haushalten gezeigt, dass die Auslegung auf den Stromverbrauch (Eigenverbrauch und Autarkiegrad) nicht mit der wirtschaftlichen Optimierung gleichzusetzen ist. Es konnte mittels Simulation nachgewiesen werden, dass die größten Einsparungen mit den größten PV-Anlagenleistungen erzielt werden können."

Zum Speicher:

"An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass es bisher nur geringe Felderfahrungen mit der Lebensdauer von Speichern oder den Wartungskosten gibt. Es erscheint jedoch unwahrscheinlich, dass ein Batteriespeicher ohne zusätzliche Kosten zu betreiben ist. Somit lässt sich festhalten, dass der Speicherkauf unter den getroffenen Annahmen und Rahmenbedingungen heute praktisch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht begründet werden kann." (Danke Luke79)


Kosten Solarstrom speichern

eine simple überschlägige Rechnung, die die meisten Verkäufer zur Explosion bringen wird:

Degradation der Akkus, Strompreis-Steigerung würden die Rechnung unnötig aufblähen.

1. Teilschritt: Nutzung des Speichers (Stromkosten fehlen)

Kosten des Speichers / (Kapazität * Zyklen pro Jahr * Laufzeit) = Kosten der Nutzung für eine kWh aus dem Speicher.

Beispiel:

4800€ / (7,5kWh * 220 Zyklen pro Jahr * 10 Jahre) = 29,1 Ct./kWh kostet die allen die NUTZUNG des subventionierten Speichers für eine kWh.

7,5 kWh sind viel Energie - wer diese nicht verschwendet wird im Sommer weit weniger am Tag brauchen, d.h. der Speicher wird nicht leer und das Ergbnis verschlechtert sich.

2. Teilschritt: entgehende Einspeisevergütung, Wirkungsgradverlust

entgegen der Hochglanz-Angaben vieler Anbieter fallen um die 20% Systemverlust für das Umwandeln beim Beladen und Entladen an.

Für Strom vom Dach, der nicht verkauft wird, entgeht die Einspeisevergütung.

Ausgehend von 8 Cent je kWh * 1,25 (weil 1,25 * 0,8 = 1) => 10 Cent entgehende Einspeisevergütung je genutzer kWh aus dem "Batteriespeicher".

=> Speicher VERBRAUCHEN Strom, sie gewinnen keinen. Statt mit Strom vom Dach den Systemverbrauch zu stützen könnte er bei Einspeisung dreckigen Kohle- und Uran-Strom verdrängen.

3. Ergebnis: Stromkosten aus Solarstom-Akku

29,1 + 10 => 39,1. Die Kilowattstunde Strom aus dem Speicher ist teurer als günstiger Ökostrom.

4. Formel Berechnung Solarstrom-Akku

Sachliche Speicher-Darlegungen

Inselanlagen, Offgrid, Laderegler, MPPT oder PWM

Erfahrungsbericht nach einem Jahr Akku

Warum Speicher NICHT unabhängig macht

  • Neuling - PV-Anlage mit Verschattung durch Edelstahlkamin
  • Notstrom in der Praxis: Erfahrungsbericht E3/DC bei Stromausfall
  • Widerlegung des Arguments der Selbstversorgung ("eigenen Strom verbrauchen")
    Eigener Strom kann ins Netz gehen während zur selben Zeit Netzstrom bezogen wird(!)
    Speichersysteme für den Privatbereich sind (zurecht) meist einphasig gebaut/angeschlossen. Die meisten Haushalte sind dreiphasig angeschlossen.
    Bei Verbrauch auf Leiter 3 wird dein gespeicherter PV-Strom (auf L2, da der Speicher dort angeschlossen ist) INS NETZ geschickt um den Bezug bilanziell auszugleichen (saldierende Messeinrichtung).
    Nur Verbrauch auf L2 ist eigener Strom - solange die begrenzte Spitzenleistung, die oft mit einem reduzierten Wirkungsgrad einhergeht, nicht überschritten wird.
    Nicht schlimm, technisch in Ordnung.
  • Abhängigkeit von einem Haufen Technik
    SoC, Tiefenentladung, Mindestspannung, Akkupflege, SoH, Laderegler, (bei Blei-Akkus Säure, Füllstand, Belüftung), Wirkungsgrad, Software-Updates sind ein paar wenige, beliebige Themen, die im Speicherbereich auftreten. Ist das deine Leidenschaft?
    Was nicht da ist kann nicht kaputt gehen.
  • "Es muß einem nur klar sein, daß man mit einem Speicher im häuslichen Bereich nichts an Geld sparen kann.
    Darum erachte ich ausnahmslos jeden Kollegen, der einem Kunden ein Speichersystem mit dem Argument andreht, er würde dadurch sparen, als unseriös." (Zitat Andre78)
  • "Danke! Ohne euch hätte ich längst einen Speicher bestellt und wahrscheinlich viel zu teure Module..." (Zitat  leopatrus)
  • "Danke für Eure Meinung zum Speicher - er ist damit vom Tisch." (Zitat Gastein)

"Förder"programme NEIN! WARNUNG!

Bundesländer fördern die *Vernichtung* von Strom: Anlagen müssen auf 50% bzw. 60% der installierten Leistung abgeregelt (gedrosselt!) werden. Das ist als müsstest du ungefähr ein Drittel bis ein Viertel aller Module im Keller montieren.

Vermeintlich hohe Zuschüsse werden aus unser aller Steuergeldern finanziert, halten aber keiner neutralen Berechnung stand. Förderprogramme nutzen falsch Beratene (meines Erachtens Betrogene).


"Man wird durch das Gefasel der ganzen Vertrags-Berater so weich gespült in der Birne, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. o.O" (Zitat  j.foe)

"Danke nochmals ausdrücklich Pflanze, du hast mir die Augen geöffnet." (Zitat sun-power-plant)

"Danke 'Pflanze' ich bin geheilt worden. Der Speicher wird wegfallen. :D" (Zitat  KarinaS)


Speicher und Wärmepumpe

"Mit einer Wärmepumpe bleibt von Oktober bis März nur selten etwas zum Speichern über und den Rest der Zeit sind die Nächte zu kurz. Das Brauchwasser kann die Wärmepumpe in der Zeit optimal zur Mittagszeit bereiten". (Zitat  mdonau)
Tagsüber etwas mehr heizen, nachts weniger. Wenige °C Unterschied sind durch die Trägheit des Hauses kaum wahrnehmbar, führen aber zu weniger Netzbezug.

Besonders bei Wärme-Pumpe (sei es bevorzugte LWWP oder weniger effiziente und weniger komfortable LWWP) ist von Stromspeicher-Systemen ABZURATEN!


Hybrid-Wechselrichter auf Vorrat für optionale Akku-Nachrüstung in 10 Jahren

Z.B. Kostal-Plenticore.

Speicher-Option offen halten ist ein Anfänger-Fehler. Wer garantiert, dass es in 5-10 Jahren einerseits passende Akkus gibt und andererseits das System noch auf Stand der Technik ist sowie mit Software versorgt wird? Würdest du heute ein Handy oder einen Computer auf Vorrat kaufen um es in 5-10 erstmals zu verwenden? Ab dann für 20 Jahre bis die geringe Stromkosten-Ersparnis das teure System amoritisiert hat - falls es nicht vorher längst kaputt gegangen ist?

Wer andere Erfahrungen gemacht hat darf es mir gerne mitteilen.

KfW40+

Bei diesem Programm gibt es einen Zuschuss in Höhe von derzeit 5.000 EUR brutto. Dafür wird eine geringe installierte Leistung und eine Mindestgröße für den Akku vorgegeben.


Die wenigen von der KfW vorgegebenen kWp sind auf 60%, der darüber hinausgehende Teil der PV-Anlage ist auf 70% (bzw. 100% bei RSE) abzuregeln. Hieraus ergibt sich in der Praxis ein gewichteter Wert von häufig ca. 67-68%, je nach Anlagengröße.


Der Akku sollte so klein wie nötig gewählt werden da zusätzliche Speicherkapazität meist defizitär ist.

Mindestanforderung an den jährlich zu erzeugenden Stromertrag:

500 kWh/a je Wohneinheit zuzüglich 10 kWh/a je Quadratmeter Gebäudenutzfläche AN


Mindestanforderung an die nutzbare Speicherkapazität:

500 Wh je Wohneinheit zuzüglich 10 Wh je Quadratmeter Gebäudenutzfläche AN

E3/DC CanBus, externer Leistungsmesser

Solange es um 40-50 Cent kostet, eine kWh ein- und wieder auszuspeichern, brauchen wir nicht weiter darüber zu diskutieren, wie Stromspeicher zu einer Strompreissenkung beitragen.


Und im Unterschied zu Speichern ist das Stromnetz bereits vorhanden, während für Lithium-basierte chemische Speicher Unmengen Ressourcen verschleudert und Umweltschäden in Kauf genommen werden. Solange die Alternativen verfügbar sind - einspeisen und durch andere verbrauchen lassen sowie P2X und ähnliche, die zwar einen noch schlechteren Wirkungsgrad haben als Batterien, dafür aber nahezu unbegrenzte Speicherkapazität, können wir das Argument "Speicher tragen zum Umweltschutz bei" auch ganz schnell wieder vergessen.

Fronius

Fronius Gen 24 GEN24

"ein feature was ich beim gen24 vermisse, die mittagsspitze sinnvoll zu kappen statt morgens den speicher voll" (Zitat MrFreezer) und Mittags in die Abregelung zu laufen. Ansätze für Prognosebasiertes Laden bei Fronius Gen 24 danke@churchi

KInderkrankheiten und Erfahrung mit Fronius Generation 24 sowie Förderung durch EWS (zwei Beiträge weiter)

Solaredge

"prognosebasierte Ladung bzw programmierbare Ladezeiten kann Solaredge nicht"

Rechentricks und ROI

"um den Speicher schönzurechnen. Ladeverluste unterschlagen, Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch unterschlagen, Stromkostensteigerung absurd hoch, Speicherdegradation unterschlagen (die Kapazität sinkt mit der Zeit), und schließlich: Vergleich mit nur-PV unterlassen, denn dieser würde wie üblich zeigen, dass die PV-Anlage den Speicher quersubventioniert. Sprich, ohne Speicher sähen die Zahlen noch rosiger aus. Erst recht, wenn (sofern Platz vorhanden ist) das Dach auch voll belegt wird." (Zitat  Bastel)


Wirtschaftlichkeitsberechnung PV-Speicher


In vielen "Berechnungen" zur Wirtschaftlichkeit von PV-Akku-Systemen (Schönrechnungen) fehlen "die Speicher-Degradation, die dafür sorgt, dass dein idealisierter jährlicher Vorteil in Wirklichkeit von Jahr zu Jahr schmilzt. Es fehlen die durch erhöhten Eigenverbrauch ebenfalls erhöhten Steuern. Die Speicherverluste verschlechtern das Ergebnis weiter" (Zitat  Bastel).


Speicher sind Nebelkerzen - der verlinkte Beitrag und die meisten der ca. 5-6 folgenden Beiträge sind lesenswert.