Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

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Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon MichaM » 20.04.2017, 21:35

Hallo Leute,

ich habe eine kleine Solaranlage in Kolumbien, 1120 Wp davon etwa 800 Wp an einem Einspeise-Inverter. Mein Problem ist, dass mir nun innerhalb eines Jahres mehrere Inverter kaputt gegangen sind, also einfach aufgehört haben zu funktionieren. Das war zwar noch über die Garantie abgedeckt, aber ich frage mich jetzt natürlich, ob ich etwas falsch mache beim Anschließen. Ich dachte bisher, dass das Ausgangskabel, welches über die Steckdose ans Netz angeschlossen wird, ja geerdet sein muss, jedenfalls ist das Erdungskabel drin. Zwei der drei kaputten Inverter haben nach einem Gewitter aufgehört zu arbeiten, das kann aber Zufall sein - oder auch nicht. Wir haben hier ziemlich heftige Gewitter und das ziemlich oft. Ich muss dazu sagen, dass ich leider kein Experte in Sachen Solar bin, und es dort, wo ich wohne auch niemand anderen gibt, der davon mehr verstünde, als ich.

Ich schließe die Kabel, die aus den Solar-Paneelen kommen direkt an die Pole des Inverters an, und den Inverter direkt ans Stromnetz über eine normale Steckkdose.

Vielleicht sind die Inverter aber auch einfach Schrott, der gerade so die Garantiezeit überlebt. Es handelt sich um diese Geräte:

Dieser hat nur einen Monat gehalten:
http://articulo.mercadolibre.com.co/MCO ... c-mi12-_JM

Dieser war nach einer Woche kaputt:
http://articulo.mercadolibre.com.co/MCO ... w-110v-_JM

Und dieser hat es immerhin 10 Monate geschafft.
http://articulo.mercadolibre.com.co/MCO ... a-pura-_JM

Bin für jeden Hinweis dankbar, denn so will ich auf keinen Fall weitermachen. Vielen Dank schonmal.
MichaM
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon qualiman » 21.04.2017, 00:29

1. Nenne uns doch mal den Modultyp und dessen Hersteller. Falls es ein Exote ist, dann die wichtigsten elektrischen Daten davon.
2. Dann wollen wir verstehen, wie die Module zusammen geschaltet sind (Reihenschaltung/Parallelschaltung)
3. Wie lang sind denn die Leitungen zwischen Modulen und Inverter? Welchen Querschnitt haben diese?
4. Wie ist die Leitungsführung? Mehr eine große Schleife oder laufen Plus- und Minusleitung nebeneinander?
5. Was ist hier die Besonderheit, dass nur 800Wp von den 1120Wp an den Inverter gehen?
6. Wie hoch, könnten die "Überspannungen" ohne Gewitter Netzseitig sein?
7. Sieht so aus, dass ein allseitiger (Phase gegen Erde, Nullleiter gegen Erde und Phase gegen Nullleiter) Überspannungsschutz nötig ist.

Ja, die Inverter waren auch nicht von hoher Qualität.

Auch Fotos helfen oft (Modulfeld, Freilandleitungen, ...).
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon MichaM » 21.04.2017, 04:16

Hallo qualiman, danke für Deine Antwort.

qualiman hat geschrieben:1. Nenne uns doch mal den Modultyp und dessen Hersteller. Falls es ein Exote ist, dann die wichtigsten elektrischen Daten davon.


Chinaware, der einzige Hinweis ist der Sticker:

WP_20170412_003.jpg


qualiman hat geschrieben:2. Dann wollen wir verstehen, wie die Module zusammen geschaltet sind (Reihenschaltung/Parallelschaltung)


Es sind immer zwei Module in Serie, um auf über 20 Volt zu kommen, sonst funktioniert der Konverter nicht. Bei zwei in serie bin ich auf 40 Volt gekommen und das hat ja (zunächst) immer gut funktioniert.

qualiman hat geschrieben:3. Wie lang sind denn die Leitungen zwischen Modulen und Inverter? Welchen Querschnitt haben diese?


Länge etwa 8 m und Kabeldurchmesser 3,5 mm

qualiman hat geschrieben:4. Wie ist die Leitungsführung? Mehr eine große Schleife oder laufen Plus- und Minusleitung nebeneinander?


Die laufen direkt nebeneinander.

qualiman hat geschrieben:5. Was ist hier die Besonderheit, dass nur 800Wp von den 1120Wp an den Inverter gehen?


Ich habe 2 der 8 Panelle an einer kleinen Insel, mit der die Überwachungskameras und das Modem laufen, damit diese im Falle eines der häufigen Stromausfälle weiter funktionieren.

qualiman hat geschrieben:6. Wie hoch, könnten die "Überspannungen" ohne Gewitter Netzseitig sein?


Das kann ich leider nicht beantworten, aber das Stromnetz ist schon sehr instabil, es kommt im Schnitt einmal wöchentlich zum Stromausfall, aber ich weiß nicht, wie man die netzseitigen Überspannungen feststellen kann, von daher kann ich das nicht beantworten.

qualiman hat geschrieben:7. Sieht so aus, dass ein allseitiger (Phase gegen Erde, Nullleiter gegen Erde und Phase gegen Nullleiter) Überspannungsschutz nötig ist.


Ist das eine Frage oder schon ein Lösungsvorschlag? Wie erreiche ich diesen Schutz? Vergiss nicht, ich bin ja Laie :oops:

qualiman hat geschrieben:Ja, die Inverter waren auch nicht von hoher Qualität.

Auch Fotos helfen oft (Modulfeld, Freilandleitungen, ...).


Du meinst Fotos von der Anlage? Werde ich versuchen am Wochenende hochzuladen, derzeit habe ich keine griffbereit.

Ich frage mich gerade, wie ich feststellen kann, ob überhaupt die Steckdose geerdet ist. Es sind dort nur zwei Kabel zu sehen. Könnte das schon das Problem sein?
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon Ralf Hofmann » 21.04.2017, 06:53

Hi,

MichaM hat geschrieben:Chinaware, der einzige Hinweis ist der Sticker:

WP_20170412_003.jpg

haben diese Module 36 Zellen? Wie kalt wird es bei Euch unter ungünstigen Bedingungen?


MichaM hat geschrieben:Es sind immer zwei Module in Serie, um auf über 20 Volt zu kommen, sonst funktioniert der Konverter nicht. Bei zwei in serie bin ich auf 40 Volt gekommen und das hat ja (zunächst) immer gut funktioniert.

Im Leerlauf und bei Kälte kommst Du vermutlich sogar über 50 Volt . . . :roll:
Vermutlich ist das der Grund für den Tod des ersten WR.
MfG
Ralf Hofmann
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon MichaM » 21.04.2017, 14:27

Hallo,

Ja, 36 Zellen.

Die Temperatur geht hier nacht auf 15 °C herunter tiefer aber nicht. Das gilt das ganze Jahr, wegen der Äquatornähe gibt es keine Jahreszeiten. Tagsüber sind es 20-28 °C also sommerlich.

Ich habe hier auch ein Foto der Module, allerdings älter, da war ich bei den ersten Tests, deshalb ist der Konverter auch bei den Modulen und die Kabel hängen noch lose herunter. Jetzt ist er natürlich im darunterliegenden Zimmer an der Wand installiert.

DSCN1381.JPG
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon Retrerni » 21.04.2017, 19:25

Hallo MichaM,

so einfach kann man Dir hier leider nicht helfen, Du müsstest uns hier bitter erst noch mit weiteren Informationen füttern.
Im Dokument http://www.moeller.net/binary/ver_techpapers/ver965de.pdf unter Bild 2 findest Du die verschiedenen Netzformen der USA, von denen sich wohl das kolumbianische Stromnetz ableitet. Du müsstest uns jetzt zwingend erst einmal erklären (oder vermessen), welche der 10 Varianten bei Dir im Haus zutrifft.
Edit: https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nder%C3%BCbersicht_Steckertypen,_Netzspannungen_und_-frequenzen ist leider nicht detailiert genug...
Erst danach können wir über einen Überspannungsschutz für Deinen WR und die Verbraucher im Haus diskutieren. Zudem entscheidet sich darüber auch, welcher Einspeise-WR überhaupt zum Einsatz kommen darf. Desweiteren wären Hinweise, wie Dein Stromversorgungunternehmen "ausgefallene" Leitungen in Betrieb nimmt, mehr als hilfreich. Denn es soll ja Netzbetreiber geben, die die Leitung erst mal mit der doppelten Nennspannung "freibrennen", was WR chinesischen Ursprungs wohl eher selten überleben dürften.
Hattest Du die Gelegenheit, mal das Innenleben der defekten WR zu sehen, um mal einen Eindruck zu bekommen, an welcher Stelle die kaputt gingen?
Wo ist denn bisher was bei Dir geerdet, speziell wenn nur zwei Adern an der Steckdose ankommen?

Ciao

Retrerni
Zuletzt geändert von Retrerni am 21.04.2017, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon MichaM » 21.04.2017, 19:42

Hallo Retrerni leider reichen meine Kenntnisse nicht aus, anhand des Dokuments einen der 10 Fälle zu isolieren. In diesem Thread ab der Seitenmitte gibt es verschiedene Fotos des Zählers und der Hausanschlusses, 110 V 60 Hz:

allgemeine-anlagenplanung-f69/photovoltaik-anlage-in-kolumbien-planung-t110994-s110.html

Ich weiß nicht, was Euch das sagt, oder ob es hilft. Ich habe hier im Metro-Markt einen Überspannungsschutz für die Steckdose gesehen und gehe mal davon aus, dass der für das heimische Netz geeignet ist, sonst würden die den ja nicht hier verkaufen. Kostet um die 30 EUR. Wäre es eine gute Idee, den mal zwischen Konverter und Hausnetz einzubauen?
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon Retrerni » 21.04.2017, 20:27

Hm, gut, demnach scheinen drei Kabel vom Stromversorger zu kommen, wobei eines die Phase, eines der Neutralleiter und das letzte der Erdleiter ist. Mit etwas Glück ist Deine PE-N-Brücke das bunte Kabelknäul vom Bild WP_20160311_004.jpg. Es würde dann auch keiner der 10 Varianten exakt entsprechen, da eine Mischung aus 1 & 2.

Wann ging denn der KaiDeng Energy WVC1200 kaputt? Hat man da u.U. mal (da nicht fest installiert) L und N vertauscht, weil falsch herum eingesteckt?
Bei den anderen scheint ja nichts diesbezüglich angegeben zu sein (was aber nichts bedeutet). Evtl. ist letzterer aber einen thermischen Tod gestorben, da er ja für "600" W ausgelegt ist (faktisch also eher 300 W) und Du ihn aber mit 800 Wp beaufschlagt hast...
Evtl. ist nicht nur ein Überspannungsschutz sondern auch ein externer Filter lebensdauerverlängernd.

Wie wurden die WR denn schlussendlich aufgestellt/betrieben? Montiert in welcher Lage (z.B. Wand hochkant) und auf einer großen, wärmeabführenden Unterlage (z.B. Stahlplatte)?

Ciao

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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon qualiman » 21.04.2017, 20:53

Mit Deinen Antworten zu meinen Fragen komme ich zu der Vermutung, dass alle 3 Inverter durch eine zu hohe Modulspannung "geschossen" wurden.

- Der Erste eingangs gelistete Inverter hält zwar angeblich bis zu 50V aus, aber das mag nicht verlässlich sein, wenn man das Herkunftsland sieht.
- Der Zweite hält nur 30V, weshalb er auch nur eine Woche überlebte.
- Der Dritte hält nur 32V aus, welche er immerhin 10 Monaten überlebte

Vielleicht gehen die Temperatur doch mal auf 10°C herunter, so dass eine Leerlaufspannung con ca. 46V (43,2V + ca. 3V) erreicht wird.

Probiere es mal mit einen Inverter der sicher 60V am Eingang aushält.

Eine induzierte Überspannung durch umliegende Blitzeinschläge ist bei dieser Modulanordung und Leitungsverlegung gering. Hochwertige Markengeräte haben hier noch Schutzelemente im WR verbaut.
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Re: Einspeise-Inverter und Erdung / Blitzschutz

Beitragvon Retrerni » 21.04.2017, 21:36

Der dritte hält doch angeblich auch 50 V aus ("Voltaje de entrada: 22-50 VDC"), wobei die Angaben über den MPP-Bereich ("Tensión MPPT 15-22 V" und "Solar Panel: 18V / 36cells") eher erahnen lassen, dass man hier wohl eher alle Module parallel anschließen soll (gingen aber auch nur 4...)... Aber da passt ja nicht mal der Eingangsspannungsbereich zum MPP-Bereich...

Ciao

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