Bi-direktionale Wechselrichter

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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon einstein0 » 09.10.2018, 15:48

Wie in meinem Thread; schweiz-f61/stoxnet-meine-notstromversorgung-im-mfh-t108527-s90.html bereits erwähnt,
war ich mit der trägen Ausregelung des SDM630<>Infini unzufrieden. Der Infini hatte dazu einige Minuten gebraucht.
Anders der Bi-direktionale SolarInvert, welchen ich nun testweise in Betrieb habe.
Dieser ist ausgesprochen schnell und in der Lage in Sekundenbruchteilen auszuregeln.
Dies kann mein USI auch detektieren, weil es seine Werte mit jeder Sinuswelle überschreibt.
Zwar läuft der WR nur mit max. 1200 Watt auf einer einzelnen Phase mit, aber eine brauchbare Kompensation
dieser Leistung in Echtzeit habe ich noch nicht geschafft. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll?
Doch offenbar scheinen auch andere Speichersysteme an dieser Diskrepanz zu leiden, weil es theoretisch gar nicht möglich ist, mit der bestehenden Technik eine zuverlässige schnelle und präzise Ausregelung zu bewerkstelligen.
Nun wäre es relativ einfach, in meiner SPS einen PID-Funktions-Baustein einzuschlaufen, doch "Näherungsfaktor," "Nachstellzeit" und andere regeltypische Unvermögen halten mich davon ab, eine willkürliche Regelgenauigkeit
über den Daumen zu programmieren.
Vielmehr suche ich nach einer einfacheren Möglichkeit, die Diskrepanzen von Strom und Zeit komfortabel auszubügeln.
Ohne Eingriff in die Installation, könnte ich z.B. alle paar Sek. eine Ist-Messung abspeichern und den WR danach füttern.
Doch das wäre dann nur noch Quasi-Echtzeit. :(
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon Broadcasttechniker » 09.10.2018, 15:56

Alle paar Sekunden
Die Totzeit ist der Anfang vom Ende einer guten Regelung.
Entweder wird die Regelung ultralangsam oder sie fängt heftigst an zu schwingen.
In einem 50 HZ System würde ich die echte Momentan-Leistung über ca.10 Vollwellen mitteln und mit diesem Wert arbeiten.
Da wären wir bei einer 0,2 Sekunden Verzögreung, damit kann man leben.
Mitteln heißt aber nicht alle 0,2 Sekunden einen Messwert zu ziehen, außer, dieser ist schon das Ergebnis einer Mittlung.
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon einstein0 » 09.10.2018, 16:18

Broadcasttechniker hat geschrieben:Alle paar Sekunden
Die Totzeit ist der Anfang vom Ende einer guten Regelung.
Entweder wird die Regelung ultralangsam oder sie fängt heftigst an zu schwingen.
In einem 50 HZ System würde ich die echte Momentan-Leistung über ca.10 Vollwellen mitteln und mit diesem Wert arbeiten.
Da wären wir bei einer 0,2 Sekunden Verzögreung, damit kann man leben.
Mitteln heißt aber nicht alle 0,2 Sekunden einen Messwert zu ziehen, außer, dieser ist schon das Ergebnis einer Mittlung.

Naja, wenn schon, dann muss man die Kirche auch im Dorf lassen.
Wenn andere Wechselrichter Minuten brauchen, um Kilowattweise auszuregeln...
Aber ich muss mal sehen, wieweit meine SPS in der Lage ist, Millisekunden zu verarbeiten... :oops:
Danke für deine Inputs!
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon einstein0 » 12.10.2018, 13:40

Mit der Inbetriebnahme des SolarInvert1200 hatte ich mir zuerst einmal ein Riesenei gelegt, indem ich das Diagram
auf Seite 5 falsch interpretierte -und demzufolge auch im Steuerprogramm Import mit Export vertauschte.
Gemerkt hatte ich es erst, als im Haupttableau der Leitungsschutzschalter ansprach, weil neben den 2,8 kW des Infini auch noch > 1 kW des SI einfloss.
Also, für alle zum Mitschreiben:
Spannungen über 5 V bestimmen die Ladeleistung, Spannungen unter 5 V die Entladeleistung.
Inzwischen habe ich den relevanten Funktionsbaustein der SPS umgeschrieben -und der Testspeicher funktioniert.
Wie erwartet, reagiert der Bi-Wechselrichter ausgesprochen schnell. Das Ein-Ausschalten eines 2,4 kW Heizlüfters beantwortet das Bi-Wattmeter mit der Anzeige des Minuszeichens -für Export.
Doch da liegt ein weiteres Problem, welches ich noch zu lösen habe; Es sind die beiden Limiten des Wechselrichters,
weil Ströme > 5 A sowohl als Bezug, wie auch Einspeisung praktisch im Sekundentakt erreicht werden können.
Momentan werden nurgerade 80 Watt in die Batteriebank exportiert, weil sie voll ist, -oder nennt man das Import?... :oops:
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon iot » 12.10.2018, 19:57

einstein0 hat geschrieben:...
Momentan werden nurgerade 80 Watt in die Batteriebank exportiert, weil sie voll ist, -oder nennt man das Import?... :oops:
einstein0

weder noch.
Das nennt man Laden :lol: .
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon einstein0 » 13.10.2018, 18:12

iot hat geschrieben:
einstein0 hat geschrieben:...
Momentan werden nurgerade 80 Watt in die Batteriebank exportiert, weil sie voll ist, -oder nennt man das Import?... :oops:
einstein0

weder noch.
Das nennt man Laden :lol: .
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Tja, Laden und Entladen klingt irgendwie so steinzeitlich.
Hier haben wir es jedoch mit modernen Bi-direktionalen Wechselrichtern zu tun, welche einfach irgendwelchen Strom
zwischen dem Netz und einer Batteriebank hin- und herschieben können. Ein paar Watt versickert in den Mosfets,
oder Leiterplatten, aber den grössten Verlust fahren die Akkus ein...
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon iot » 13.10.2018, 19:12

Eine bisschen konservative Wortwahl hat noch nie geschadet. Gerade im Speicherbereich ist Laden/Entladen gesetzt.

Klar geht etwas Energie im Akku in Wärme über, aber zunächst wäre mal eine Messreihe mit AC_in / DC_out und umgedreht hilfreich, um mal eine "Hausnummer" zu kennen.

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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon budokan72 » 16.10.2018, 14:42

Auswahl_002.jpg
Auswahl_002.jpg (10.71 KiB) 792-mal betrachtet
:mrgreen:

Die Batterieverluste sind Abhängig von der Zellchemie. Blei bei 70% Eta, Lithium >95% Eta.

Gute Wandler (DC->AC;AC->DC) liegen meistens >90%. Die Wärme entsteht in der Regel nicht auf der Leiterplatte sondern in den MOSFETs oder IGBTs.
Deshalb haben die meisten Batteriesysteme einen Gesamtwirkungsgrad bei 75%-80%.
Sonnige Grüße

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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon einstein0 » 16.10.2018, 20:10

budokan72 hat geschrieben:Deshalb haben die meisten Batteriesysteme einen Gesamtwirkungsgrad bei 75%-80%.

Ja, so sehe ich das auch, -auch in der Investition! Deshalb finde ich Batteriespeicher sowas von unsinnig! :roll:
Darüber hinaus müssten sie natürlich dreiphasig und mindestens so leistungsfähig wie die PV-Anlage ausgelegt werden.
Damit würde sich ferner auch ihre Inselfähigkeit aufdrängen, alles andere ist Spielzeug... :oops:
Also, mindestens 3 x 10 kW und entsprechende Bank; -Eigenverbrauchssteuerung < 10 kWp lohnt sich eh nicht.
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Re: Bi-direktionale Wechselrichter

Beitragvon Retrerni » 17.10.2018, 20:08

einstein0 hat geschrieben:
budokan72 hat geschrieben:Deshalb haben die meisten Batteriesysteme einen Gesamtwirkungsgrad bei 75%-80%.

Ja, so sehe ich das auch, -auch in der Investition! Deshalb finde ich Batteriespeicher sowas von unsinnig! :roll:

Wenn Du Systeme mit >75% schon als unsinnig bezweichnest, was sagst Du dann erst zu Systemen mit <50% (wie Power2Gas, Verbrennungskraftmaschinen, Brennstoffzellen, H2-Elektrolyse, ...)

Ciao

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