Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

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Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon Bento » 14.09.2018, 17:25

Hallo,

ich habe ein kleines Problem:
Vor einigen Jahren habe ich eine 30 kWp-PV-Anlage auf einem Schulgebäude gebraucht gekauft. IBN 2010, Volleinspeisung.

Nun hat sich dummerweise herausgestellt, dass die Anlage zur damaligen IBN zwar mit dem Messsystem Volleinspeisung gemeldet wurde, aber in Wirklichkeit in das Schulnetz einspeist. Eigentlich hätte sie also als "kaufmännisch bilanzielle Weitergabe" gemeldet werden müssen. Dies hatte in den vergangenen Jahren für mich keine Konsequenzen, weil ja nach Erzeugungszähler abgerechnet wurde. Da mein PV-Strom jedoch dadurch von der Schule verbraucht wurde, hätte das bei ihr abrechnungstechnisch berücksichtigt werden müssen.

Mein Problem ist jetzt Folgendes:
Momentan hat die Schule einen Standard-Lastprofil-Zweirichtungszähler und ich einen Standard-Lastprofil-Einrichtungszähler. M.E. könnte man damit den Bezug der Schule schön rechnerisch ermitteln.

Mein VNB Westnetz fordert nun jedoch den Austausch beider Zähler gegen entsprechende RLM-Zähler lt. deren Messkonzept 5:
Unbenannt.PNG

Wenn ich die Schule nicht überreden kann, die eigenen Zählermehrkosten zu tragen, dann kommen über 600,- € Mehrkosten pro Monat für die Zählergebühren auf mich zu :shock: , ansonsten immer noch über 300,- €/Monat.

Wenn die Schule bereits eine RLM-Zählung hätte, könnte ich es ja verstehen, dass ich ebenfalls einen RLM-Zähler bräuchte. Muss das aber bei der vorliegenden Konstellation auch so sein?
Demnach wäre es heutzutage finanziell tödlich eine Anlage bis 60 kWp per käufmännisch bilanzieller Weitergabe in ein Hausnetz einzuspeisen, welches mit SLP-Zähler gezählt wird.

Leider kommt eine Einspeisung am Hausanschluss im Nachhinein auch nicht mehr infrage, da der Weg quer über den Schulhof gehen müsste und damit unwirtschaftlich wäre.
Viele Grüße
Bento

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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon i-moove » 14.09.2018, 17:52

Ist die Schule groß und hat einen Verbrauch von > 100.000kWh/Jahr? Dann könnte es durchaus sein, dass Du an RLM nicht vorbei kommst.
https://www.eha.net/blog/details/rlm-zaehler-slp-zaehler.html

Wenn nicht, könnte doch auch MK3 gehen?
Viel Erfolg!

PS: Das wäre dann Mieterstrom oder nicht?
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon alterego » 14.09.2018, 18:16

Mieterstrom nach dem Mieterstromgesetz gibt es nur für Anlagen nach inkrafttreten des Gesetzes (grob vor einem Jahr).

Die Einspeisung folgt dem Bezug, was die Messung angeht, wenn die Schule jetzt RLM braucht, kommst du da nicht drum rum :( Sonst kann man bilanzielle Weiterleitung selbstverständlich auch mit SLP-Zählern machen. Was steht denn dazu im Vertrag? Also grob umschrieben Kosten, die auf dich zukommen, weil sich beim Verpächter was ändert.
Ein Umbau auf "normale" Volleinspeisung ist nicht möglich? Also Kabel zum Netzverknüpfungspunkt legen.
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon Bento » 14.09.2018, 18:35

i-moove hat geschrieben:Ist die Schule groß und hat einen Verbrauch von > 100.000kWh/Jahr? Dann könnte es durchaus sein, dass Du an RLM nicht vorbei kommst.

Die Schule hat einen SLP-Zähler (wurde gerade erst getausch) und braucht für sich auch keinen RLM-Zähler. Dieser müsste nur kommen, wenn ich lt. Forderung des VNB RLM-Zähler für die kaufmännisch bilanzielle Weiterleitung einbauen lassen muss.

i-moove hat geschrieben:Wenn nicht, könnte doch auch MK3 gehen?

Damit wäre mir geholfen, denn dann könnten die SLP-Zähler bleiben. :) (gemessen wird ja das Gleiche)
Leider macht Westnetz das nicht mit.
Begründung:
- Abrechnung erfolgt bei RLM automatisiert, bei SLP händisch (und das könne man nicht leisten).
- Zähler müssen immer glz. abgelesen werden
- Bezugsstrom könnte - abhängig vo Lieferanten - auch unterjährig abgerechnet werden. Dann müsste aber auch der Erzeugungszähler abgelesen werden. (vermutlich das Problem, wer bei SLP, d.h. Abschlägen und Schlussrechnung, den Zeitpunkt der Abrechnung festlegt: EVU oder VNB)

alterego hat geschrieben:Die Einspeisung folgt dem Bezug, was die Messung angeht, wenn die Schule jetzt RLM braucht, kommst du da nicht drum rum

Braucht sie nicht. Wenn dann nur wegen mir.

alterego hat geschrieben:Was steht denn dazu im Vertrag? Also grob umschrieben Kosten, die auf dich zukommen, weil sich beim Verpächter was ändert.

Dazu steht nichts.
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon alterego » 15.09.2018, 07:47

Demnach planen die bis auf weiters keien Rollout von intelligenten Meßsystemen, die könnten das "geforderte" auch nur viel billiger.
Wechsle den MSB ;) Geht leider nur zusammen mit der Schule, hoffentlich haben die da keinen Sonderrahmenvertrag, der das unmöglich macht.
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon i-moove » 15.09.2018, 09:24

Ich würde auch den MSB wechseln und mit unter 100.000kWh auf MK3 gehen. Steht ja so bei denen in der PDF.

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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon Bento » 15.09.2018, 11:38

alterego hat geschrieben:Demnach planen die bis auf weiters keien Rollout von intelligenten Meßsystemen, die könnten das "geforderte" auch nur viel billiger.
Wechsle den MSB ;) Geht leider nur zusammen mit der Schule, hoffentlich haben die da keinen Sonderrahmenvertrag, der das unmöglich macht.

Westnetz hatte mir gegenüber sogar angemerkt, dass es mit iMSys-Zähler günstiger werden würde als mit RLM-Zähler, aber eben auch, dass noch keine Systeme zertifiziert seien und daher ein genauer Zeitpunkt für den Tausch noch nicht klar sei.
Daher sind wir da nicht weiter gekommen.

Ich glaube, ich frage tatsächlich mal im Cometering-Thread nach.
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon Bento » 15.09.2018, 11:46

i-moove hat geschrieben:Ich würde auch den MSB wechseln und mit unter 100.000kWh auf MK3 gehen. Steht ja so bei denen in der PDF.

Mal schauen, ob ComMetering das so darstellen kann. Westnetz kann oder will es leider nicht. Dafür haben die extra MK5 erfunden und dort steht, dass RLM-Zählern verbaut werden müssen.

Allerdings ist das momentan eine dumme Situation, die schnellstmöglich geändert werden muss und wenn ich bei ComMetering 3 Monate warten müsste......... :(
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon alterego » 15.09.2018, 14:16

Bento hat geschrieben:Begründung:
- Abrechnung erfolgt bei RLM automatisiert, bei SLP händisch (und das könne man nicht leisten).

Einer der größten VNB und die haben keine virtuellen Zählpunkte in ihrem System :roll:
- Zähler müssen immer glz. abgelesen werden


Kannst ihnen ja anbieten beides (vorübergehend) zu übernehmen, bis Klarheit geschaffen ist, wie es weitergeht. Wenn das schon acht Jahre geht, sehe ich nicht, warum man da jetzt was überstürzen sollte.

OT: haben die Wandlermessung?
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Re: Zähler bei kaufmännisch bilanzieller Weiterleitung

Beitragvon Bento » 15.09.2018, 14:51

alterego hat geschrieben:
Bento hat geschrieben:Begründung:
- Abrechnung erfolgt bei RLM automatisiert, bei SLP händisch (und das könne man nicht leisten).

Einer der größten VNB und die haben keine virtuellen Zählpunkte in ihrem System :roll:

Doch, haben die definitiv.
Dass aus deren Sicht eine Abrechnung mit RLM-Zählern bequemer ist, kann ich mir vorstellen. Aber deswegen sind ja SLP-Zähler nicht gleich verboten. :roll:

alterego hat geschrieben:
- Zähler müssen immer glz. abgelesen werden

Kannst ihnen ja anbieten beides (vorübergehend) zu übernehmen, bis Klarheit geschaffen ist, wie es weitergeht........

Habe ich schon angeboten; wäre ein Leichtes für mich.
Dann kam das nächste Argument, warum es nicht geht.

alterego hat geschrieben:OT: haben die Wandlermessung?

Keine Ahnung!
Meine Vermutung wäre: ja.
Bei einer Schule mit Sporthalle werden die doch bestimmt 60 kW Anschlussleistung haben!?
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