Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Hausanschluß, Einspeisezähler, TAB, Anschlussbedingungen, Netzbetreiber, etc.

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Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon comlar » 06.12.2017, 14:45

Hallo,

ich bin neu hier im Forum. Seit Mitte Oktober haben wir eine PV-Anlage installiert (Daten siehe Signatur). Die PV-Anlage ist registriert und es besteht eine Einspeisevertrag mit dem EVU seit November. Zahlungen sind bisher nicht erfolgt, da erst im November ein Zweirichtungszähler installiert wurde.

Dazu habe ich noch eine Frage, die mir erst nach der Installation eingefallen ist:

Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich monatlich einspeise? Erfolgt da monatlich eine Ablesung (halte ich für unwahrscheinlich)? Muss man das irgendwohin melden? Die übliche jährliche Stromablesung seitens des EVU dürfte vermutlich nicht Grundlage zur Berechnung der monatlichen Vergütung sein? Oder etwa doch?

Vielen Dank bereits vorab für die Beantwortung meiner Frage!
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon Assel+ » 06.12.2017, 15:05

@comlar,

der Ablauf ist wie bei Strombezug. es wird ein voraussichtlicher Jahresverbrauch bzw. Jahreserzeugung angenommen. Darauf wird die monatliche Abschlagszahlung vereinbart. Zum Jahreswechsel gibt es die Jahresablesung und eine daraus resultierende Endabrechnung. Die EVUs lassen sich doch nichts Neues einfallen - warum auch. bis zum ersten vollen Abrechnungsjahr wird es etwas holpriger. Anschließend läuft es rund.

Gruß Assel+
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon jo911 » 06.12.2017, 15:08

Erstmal: es ist wohl eher dein Netzbetreiber, nicht das EVU bei dem du einspeisst und von dem du Abschlagszahlungen(nicht: Vergütung) auf deine Stromlieferung bekommst. Wenn du die Abrechnerei dem Netzbetreiber überlässt, wird er die Abschlagszahlung beruhend auf eine geschätzte Jahresproduktion festlegen. Mein Netzbetreiber(hier auch Messstellendienstleister) fordert von mir eine Ablesung der Zähler zum 31.12. jeden Jahres an. Danach erfolgt dann die Endabrechnung und anschließend werden die Differenzen ausgeglichen. Diese ist tatsächlich die Grundlage der monatlichen Abschlagszahlung. Du könntest natürlich das auch ablehnen und dem Netzbetreiber monatlich eine Rechnung über den gelieferten Strom schreiben.

Allerdings habe ich keinen Einspeisevertrag, da der Netzbetreiber ja zur Abnahme verpflichtet ist. Die Konditionen stehen ja im EEG. Ich hoffe, dein Netzbetreiber hat dich mit dem Einspeisevertrag nicht übervorteilt und es steht da was ganz anderes drinnen.
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon frankenbub09 » 06.12.2017, 15:16

Willkommen hier im Forum,

die heutigen Zähler werden nicht mehr abgelesen sondern über das Stromnetz ausgelesen,
Seit ich den 2-Richtungs-Zähler drinn habe der sowohl den Verbrauch als auch die Einspeisung registriert wurde bei mir das automatisch ausgelesen. Sowohl für die Stromrechung als auch für die Einspeisevergütung.

comlar hat geschrieben:Hallo,

ich bin neu hier im Forum. Seit Mitte Oktober haben wir eine PV-Anlage installiert (Daten siehe Signatur). Die PV-Anlage ist registriert und es besteht eine Einspeisevertrag mit dem EVU seit November. Zahlungen sind bisher nicht erfolgt, da erst im November ein Zweirichtungszähler installiert wurde.

Dazu habe ich noch eine Frage, die mir erst nach der Installation eingefallen ist:

Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich monatlich einspeise? Erfolgt da monatlich eine Ablesung (halte ich für unwahrscheinlich)? Muss man das irgendwohin melden? Die übliche jährliche Stromablesung seitens des EVU dürfte vermutlich nicht Grundlage zur Berechnung der monatlichen Vergütung sein? Oder etwa doch?

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2.) 6 x NeMo 2.0 60M-300W, mono, DN 26 Grad, Süd, WR Galvo 1,5; 1-phasig
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon patba » 06.12.2017, 15:50

frankenbub09 hat geschrieben:die heutigen Zähler werden nicht mehr abgelesen sondern über das Stromnetz ausgelesen,
Seit ich den 2-Richtungs-Zähler drinn habe der sowohl den Verbrauch als auch die Einspeisung registriert wurde bei mir das automatisch ausgelesen. Sowohl für die Stromrechung als auch für die Einspeisevergütung.


Das würde ich so nicht verallgemeinern.
Unser Haus incl. 2-Richtungs-Zähler ist erst 4 Jahre alt. Ich werde von meinem Stromversorger/PV-Strom-Abnehmer jährlich per email an die Meldung der Zählerstände erinnert, die Meldung geschieht dann durch mich per Web-Interface (oder bei Bedarf klassisch per Postkarte o.ä.)
Ansonsten ist es genau so wie meine Vorredner schon geschrieben haben: Monatliche geschätzte Pauschale, und jährliche Endabrechnung anhand der Zählerstände.

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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon Energiesparer51 » 06.12.2017, 16:23

Im Allgemeinen reicht natürlich das manuelle oder Fernablesen aus. Formal reicht das jedoch nicht. Das EEG enthält nämlich die Verpflichtung:
§ 71 Anlagenbetreiber
Anlagenbetreiber müssen dem Netzbetreiber
1. bis zum 28. Februar eines Jahres alle für die Endabrechnung des jeweils vorangegangenen
Kalenderjahres erforderlichen Daten anlagenscharf zur Verfügung stellen,


Es ist also eigentlich Aufgabe des Anlagenbetreibers die Daten zu liefern (und aus den Zählerständen die Mengen zu ermitteln). Ich schreibe daher jährlich eine E-Mail, dass ich davon ausgehe mit Meldung der Zählerstände meine Pflichten erfüllt zu haben. Anderfalls sollen sie sich bei mir melden.
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon frankenbub09 » 06.12.2017, 16:28

Energiesparer51 hat geschrieben:Im Allgemeinen reicht natürlich das manuelle oder Fernablesen aus. Formal reicht das jedoch nicht. Das EEG enthält nämlich die Verpflichtung:
§ 71 Anlagenbetreiber
Anlagenbetreiber müssen dem Netzbetreiber
1. bis zum 28. Februar eines Jahres alle für die Endabrechnung des jeweils vorangegangenen
Kalenderjahres erforderlichen Daten anlagenscharf zur Verfügung stellen,


Es ist also eigentlich Aufgabe des Anlagenbetreibers die Daten zu liefern (und aus den Zählerständen die Mengen zu ermitteln). Ich schreibe daher jährlich eine E-Mail, dass ich davon ausgehe mit Meldung der Zählerstände meine Pflichten erfüllt zu haben. Anderfalls sollen sie sich bei mir melden.


Das ist bestimmt noch eine Zeile aus 1418 vor dem Kartoffelkrieg, als es die fernauslesbaren noch nicht gab. :mrgreen: und wurde halt nich überarbeitet.
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon comlar » 06.12.2017, 16:38

Assel+ hat geschrieben:@comlar,

der Ablauf ist wie bei Strombezug. es wird ein voraussichtlicher Jahresverbrauch bzw. Jahreserzeugung angenommen. Darauf wird die monatliche Abschlagszahlung vereinbart.

Vielen Dank für die Antwort. So hatte ich mir das auch vorgestellt.

frankenbub09 hat geschrieben:(...) die heutigen Zähler werden nicht mehr abgelesen sondern über das Stromnetz ausgelesen,
Seit ich den 2-Richtungs-Zähler drinn habe der sowohl den Verbrauch als auch die Einspeisung registriert wurde bei mir das automatisch ausgelesen. Sowohl für die Stromrechung als auch für die Einspeisevergütung.

Wir hatten vorher bereits einen digitalen Zähler (etwa 4 Jahre alt) - auch der musste immer händisch abgelesen und die Zählerstände dann per Onlineformular bzw. mittels Postkarte übermittelt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich daran etwas ändert mit dem neuen Zähler. Ansonsten hätte sich mir gar nicht erst die Frage aufgedrängt, wie der Ablauf hinsichtlich der Vergütung sein könnte.
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon Energiesparer51 » 06.12.2017, 16:42

Größere Anlagen werden seit Jahrzehnten fernausgelesen und die Pflicht steht so im EEG 2017 (aber auch schon im EEG 2009)!
Beim Verstoß besteht kein Anspruch auf Abschläge:

§ 26 Abschläge und Fälligkeit
(1) Auf die zu erwartenden Zahlungen nach § 19 Absatz 1 sind monatlich jeweils
zum 15. Kalendertag für den Vormonat Abschläge in angemessenem Umfang zu
leisten.
(2) 1Der Anspruch nach § 19 Absatz 1 wird fällig, sobald und soweit der Anlagenbetreiber
seine Pflichten zur Übermittlung von Daten nach § 71 erfüllt hat. 2Satz 1
ist für den Anspruch auf monatliche Abschläge nach Absatz 1 erst ab März des auf
die Inbetriebnahme der Anlage folgenden Jahres anzuwenden.
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Re: Woher weiß das EVU, wieviel Strom ich eingespeist habe?

Beitragvon Elektron » 06.12.2017, 16:45

comlar hat geschrieben:Wir hatten vorher bereits einen digitalen Zähler (etwa 4 Jahre alt) - auch der musste immer händisch abgelesen und die Zählerstände dann per Onlineformular bzw. mittels Postkarte übermittelt werden.


Genau so ist es!
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