Tausch des Ertragszählers

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Re: Tausch des Ertragszählers

Beitragvon ComMetering » 20.03.2018, 11:35

hgause hat geschrieben:Ich habe gestern mit einem MA von Westnetz telefoniert und der sagte mir, dass es in 2016 eine Änderung gegeben hat, dass kein eigener Erzeugungszähler mehr neu gesetzt werden darf. Allerdings finde ich das nirgends im EEG


Das steht so auch nicht im EEG, stimmt aber (faktisch) trotzdem. Ferraris Zähler werden nicht mehr verbaut und einen digitalen Zähler kannst Du (faktisch) nicht selber betreiben. Siehe Link zum Solarförderverein oben. Die ganz verkürzte Argumentation: Beim Ferrariszähler braucht es keinen Sachverstand um zu sehen, dass er funktioniert beim digitalen Zähler schon und diesen Sachverstand hat ein einfacher Betreiber nicht.

Du kannst mit dem Erzeugungszähler natürlich zu einem wMSB wechseln, aber den wird Dir keiner für 11 Euro anbieten. die wMSB positionieren sich aus meiner Sicht bei den Smart Metern (iMSys) und nicht im Bereich der digitalen Zähler (mME). Wenn Deine Anlage aber >7 kWp ist, dann wird der gMSB in den nächsten paar Jahren auf Dich zukommen und zusätzlich zum Erzeugungszähler auch den 2-Richtungszähler tauschen und ein Smart Meter Gateway und einen zweiten neuen Zähler einbauen und dann wird es teurer. Ab diesem Zeitpunkt macht es dann auf jeden Fall Sinn sich nach alternativen Messstellenbetreibern umzuschauen... Inweifern das schon heute Sinn macht, muss jeder für sich abwägen.
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Re: Tausch des Ertragszählers

Beitragvon hgause » 20.03.2018, 11:54

ComMetering hat geschrieben:Ferraris Zähler werden nicht mehr verbaut und einen digitalen Zähler kannst Du (faktisch) nicht selber betreiben.

Tja, aber die letzten 8 Jahre ging das ja auch...

ComMetering hat geschrieben:Wenn Deine Anlage aber >7 kWp ist...

7,7 kWp,demnächst vielleicht 8,5 kWp :D

Wie wäre denn die Vorgehensweise, wenn ich dieses Jahr zu Euch wechseln würde und welche Kosten kommen da auf mich zu?

ComMetering hat geschrieben:... und zusätzlich zum Erzeugungszähler auch den 2-Richtungszähler tauschen und ein Smart Meter Gateway und einen zweiten neuen Zähler einbauen und dann wird es teurer.

Der Zweirichtungszähler vom VNB wurde ja auch in 2010 installiert, dann müsste der doch dieses Jahr auch fällig sein, oder? Das sehe ich aber nicht als meine Pflicht an und warte da auf eine Info vom VNB, oder sehe ich das falsch?
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Re: Tausch des Ertragszählers

Beitragvon ComMetering » 20.03.2018, 12:15

Tja, aber die letzten 8 Jahre ging das ja auch..


ich denke da hattest Du in den letzten acht Jahren eher Glück... weil gegangen ist es auch schon damals nicht. Was ich mir vorstellen könnte: 2010 war ungefähr die Übergangszeit von den Ferraris auf die digitalen und vielleicht waren hier die Prozesse nicht etabliert... Alles Spekulation.

Der Zweirichtungszähler vom VNB wurde ja auch in 2010 installiert, dann müsste der doch dieses Jahr auch fällig sein, oder? Das sehe ich aber nicht als meine Pflicht an und warte da auf eine Info vom VNB, oder sehe ich das falsch?


Ist nicht Deine Pflicht... Da wird der VNB in seiner Rolle als gMSB auf Dich zukommen. Wenn die iMSys zeitnah verfügbar sind, dann könnte es auch sein, dass Du direkt ein iMSys bekommst, aber ist natürlich schwer zu sagen wie der gMSB den Rollout plant.
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Re: Tausch des Ertragszählers

Beitragvon hgause » 13.04.2018, 11:29

MHL99974 hat geschrieben:Ich denke das kann stimmen. Meiner (Echelon) kostete pro Jahr 11,40 und die Eichfrist war 2017 abgelaufen und wurde dann im Herbst getauscht (Eichfrist 2025) :wink:

Wurdest Du vom VNB angeschrieben oder hast Du auf Eigeninitiative gehandelt? Was passiert, wenn die Eichfrist abgelaufen ist und ich den Zähler nicht gewechselt habe? Darf der VNB dann irgendeinen Ertrag annehmen? Im Prinzip kann ich ja auch die Erträge über die WR ablesen, die sind die letzten Jahre sogar 1,3% konstant höher :mrgreen:
Gibt es da irgendwo rechtliche Grundlagen? Kann der VNB sogar die Zahlung des EV verweigern, weil meine Anlage, bzw. der Zähler nicht mehr den Vorschriften entspricht?
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Re: Tausch des Ertragszählers

Beitragvon alterego » 13.04.2018, 13:30

Überall im deutschen Recht wo es etwas für Abrechungszwecke zu messen gibt, wird auf das Eichrecht (im weiteren Sinne) verwiesen. Für den Strom wurde das MsbG geschaffen, vorher war das über diverse Vorschriften verteilt und das EEG schreibt auch direkt vor, daß dessen Vorschriften anzuwenden sind (aktuell in §10a und nochmal in Zusammenhang mit der EEG-Umlage). Ein Verstoß dagegen hat aber keinen Einfluß auf die Zahlung, notfalls wird halt geschätzt.

Kern im Eichrecht ist schon immer, daß für Abrechungszwecke grundsätzlich geeicht gemessen werden muß.

In den Vorschriften steht auch immer, wer die zu kontrollieren und Verstöße zu ahnden hat (meist sind es die Ordnungsämter, ich habe aber noch nicht nachgesehen, ob das nach MsbG immer noch so ist).
Kurz - wer sich standhaft weigert (kein mensch sagt etwas, wenn man die Eichfrist voll ausnutzt und erst wenige Monate später ersetzt, sonst "verliert" man ja jedes mal ein Jahr) sich an die Vorschriften zu halten wird über kurz oder lang Besuch vom Amt bekommen, weil der VNB/gMSB das angezeigt hat. Neben den Verwaltungsgebühren wird dann in der Regel ein Bußgeld fällig, das mindestens so hoch ist wie die "gesparten" Aufwendungen (gerne bei der ersten Auffälligkeit das doppelte, wenn es öfter vorkommt deutlich mehr).
Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.
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Re: Tausch des Ertragszählers

Beitragvon MHL99974 » 13.04.2018, 23:38

hgause hat geschrieben:Wurdest Du vom VNB angeschrieben


Ja, ich brauchte mich nicht melden, alle meine Zähler im Haus (PV+Strom+Wasser) werden turnusmäßig getauscht.
Bin hier in meinem "Kiez" der einzige mit Solar auf dem Dach und werde wohl auch noch 2025 meinen letzten Zählertausch erleben. Soweit ich den Monteur verstanden habe wäre es für den VNB zu aufwändig den Datenaustausch über das Stromnetz für eine Anlage zu gewährleisten. Mir kann es recht sein :wink:
Sonnige Grüße
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