Brandversicherung Photovoltaik

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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon mkvm » 18.01.2011, 20:13

Umkehrschluss: Bisher fragt kein Verischerer im Antrag einer Gebäude- oder Wohngebäudeversicherung, ob eine PV-Anlage auf dem Dach des zu versichernden Gebäude installiert ist, oder ob der Eigentümer in naher Zukunft vorhat eine solche zu installieren......! Zudem ist bislang kein einziger Fall bekannt geworden, bei dem der Versicherer nach Kenntnisgabe einer vorhandenen PV-Anlage eine Beitragszuschlag oder eine Leistungsreduzierung erwogen hätte.
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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon mwanton » 19.01.2011, 11:47

mkvm hat geschrieben:Im Grunde stellt eine PV-Anlage auf einem Hausdach keine Gefahrerhöhung dar. Insofern kann sich daraus auch keine Obliegenheitsverletzung ergeben.


Diese Sichtweise scheint auch in Kreisen der Versicherungsmakler nicht überall geteilt zu werden. Bei www.ebroker24.com wird genau das Gegenteil dargelegt, nämlich dass eine PV Anlage auf einem Gebäude eine Gefahrenerhöhung darstellt, die nach §§ 23 - 26 Versicherungsvertragsgesetz (VVG 2008) dem Gebäudeversicherer mitzuteilen ist.

Dort lassen sich auch entsprechende Textvorlagen herunterladen um dem Gebäudeversicherer die Errichtung einer PV Anlage anzuzeigen.

Eine analoge Geschichte ist in diesem Sinne die Meldung eines Gerüstes an die Hausratversicherung da sich durch ein Gerüst eine Erhöhung des Einbruchsrisikos ergibt.

Von daher ist mir der Umkehrschluss von @MKVM etwas dünn.
Gruß mwanton
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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon mkvm » 19.01.2011, 18:04

Eine Anzeige über das "Vorhandensein" einer PV-Anlage schadet ja nicht. Die Aussage/Frage war aber, ob die Gebäudefeuerversicherung nicht zahlt, wenn nicht mitgeteilt wurde dass eine PV-Anlage installiert ist.
Hierauf bezieht sich mein Beitrag, den ich inhaltlich gerne wiederhole: Eine Obliegenheitsverletzung liegt nicht vor, wenn dem Feuerversicherer (ggf. auch Sturmversicherer) nicht mitgeteilt wird, dass eine PV-Anlage auf dem Gebäude installiert ist. Dass Kollege hier Mustervorlagen zur "Anzeige" dieses Sachverhaltes vorhalten, ist doch kein Indiz dafür, dass die Notwendigkeit besteht!
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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon Bento » 19.01.2011, 20:50

Hallo,

da gibt es einerseits die Aussage von mkvm:
mkvm hat geschrieben:Eine Obliegenheitsverletzung liegt nicht vor, wenn dem Feuerversicherer (ggf. auch Sturmversicherer) nicht mitgeteilt wird, dass eine PV-Anlage auf dem Gebäude installiert ist.

und andererseits die Aussage von eBroker 24 auf deren Internetseite:
Sofern Ihre Photovoltaik-Anlage auf Ihrem Gebäude installiert wurde und für dieses eine Gebäude-Versicherung besteht, muss die Gefahrerhöhung nach den §§ 23 - 26 Versicherungsvertragsgesetz (VVG 2008) dem entsprechenden Versicherer mitgeteilt werden.


Da muss ich mwanton zustimmen, wenn er sagt, dass es offenbar in Fachkreisen unterschiedliche Auffassungen dazu gibt, ob eine PV-Anlage eine Gefahrerhöhung für ein Gebäude darstellt oder nicht.
Viele Grüße
Bento

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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon mkvm » 20.01.2011, 10:11

Man kann natürlich auch eine neue Aussenlampe am Gebäude dem Gebäudeversicherer anzeigen - SICHER IST SICHER! :shock:
Eine Gefahrerhöhung im Versicherugnsrecht liegt dann vor, wenn durch dieses Faktum die Entscheidung des Versicherers über die Zeichnung des Risikos beeinflusst wird. Ein Anhaltspunkt dazu sind die Fragstellungen in einem Versicherungsantrag - hier taucht bislang nicht die Frage auf, "Ist eine PV-Anlage am Gebäude installiert?", bzw. die Konsequenz "Wenn eine PV-Anlage installiert ist, ergibt sich ein Beitragszuschlag/Leistungsausschluss/Annahmeverweigerung/....."!
Wenn man hier konsequent wäre, müsste man dann auch dem Inventarversicherer (Hausrat, Geschäftsinventar, u.s.w.) über die "Gefahrerhöhung PV-Anlage" informieren!?!

Die Meldung der vorhandenen PV-Anlage und gleichzeitige Klarstellung, dass diese ggf. über einen eigenen Versicherungsvertrag versichert gilt, vermeidet zum einen eine Doppelversicherung (PV-anlage wird mit der Installation ggf. Gebäudebestandteil) und zum anderen gleichzeitig eine Unterversicherung des Gebäudes auf dem die Anlage installiert ist!

Zu guterletzt: Eine Leistungsfreiheit des Versicherers kann nur dann ganz oder teilweise erfolgen, wenn die vorliegende Gefahrerhöhung causal mit dem Schadeneintritt oder Schadenumfang zu tun hat! Bei den uns bekanntgewordenen Brandschäden der letzten Jahre ging die Ursache bisher nie von der PV-Anlage aus!
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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon rosa » 20.01.2011, 11:35

Hallo Zusammen,

die Diskussion führt mir hier etwas zu weit. Wann wer, welchem Versicherer etwas melden MUSS, ist innerhalb der Gebäudeversicherung leider nicht eindeutig geregelt. Zudem liegen je nach Gebäudenutzung u. Vertragsalter unterschiedlichste Bedingungswerke vor. In allen ist lediglich die Rede von Anzeigepflichten bei Gefahrerhöhungen und von Gefahrerhöhungen im Allgemeinen. Eine spezielle Gefahrerhöhung durch Photovoltaikanlagen ist dementsprechend nicht deklariert. Ob und wann eine Gefahrerhöhung durch Installation einer Photovoltaikanlage zustandekommt, wird erst bei einem größeren Schadensereignis, welches mit der PV Anlage zusammenhängt, festzustellen sein - nämlich dann, wenn der Gebäudeversicherer sich tatsächlich auf Gefahrerhöhungen und Anzeigepflichtverletzungen im Rahmen des Schadens beruft. Ob der Versicherer nun Recht bekommt und die Regulierung verweigern oder einschränken kann, werden im Zweifel die Gerichte entscheiden. Allein die Tatsache, dass ein Versicherer die Möglichkeit erhält, evtl. eine Anzeigepflichtverletzung aufgrund einer Gefahrerhöhung durchzuziehen, begründundet die schriftliche Mitteilung an den Gebäudeversicherer das eine PV-Anlagen-Installation erfolgt/e.

Hier ein Beispiel aus den VGB 2010:
§ 9 Gefahrerhöhung
1. Begriff der Gefahrerhöhung
a) Eine Gefahrerhöhung liegt vor, wenn nach Abgabe der Vertragserklärung des
Versicherungsnehmers die tatsächlich vorhandenen Umstände so verändert
werden, dass der Eintritt des Versicherungsfalles oder eine Vergrößerung des
Schadens oder die ungerechtfertigte Inanspruchnahme des Versicherers
wahrscheinlicher wird.
b) Eine Gefahrerhöhung kann insbesondere – aber nicht nur – vorliegen, wenn
sich ein gefahrerheblicher Umstand ändert, nach dem der Versicherer vor Vertragsschluss
gefragt hat.
c) Eine Gefahrerhöhung nach a) liegt nicht vor, wenn sich die Gefahr nur unerheblich
erhöht hat oder nach den Umständen als mitversichert gelten soll.
2. Pflichten des Versicherungsnehmers
a) Nach Abgabe seiner Vertragserklärung darf der Versicherungsnehmer ohne
vorherige Zustimmung des Versicherers keine Gefahrerhöhung vornehmen
oder deren Vornahme durch einen Dritten gestatten.
b) Erkennt der Versicherungsnehmer nachträglich, dass er ohne vorherige Zustimmung
des Versicherers eine Gefahrerhöhung vorgenommen oder gestattet
hat, so muss er diese dem Versicherer unverzüglich anzeigen
c) Eine Gefahrerhöhung, die nach Abgabe seiner Vertragserklärung unabhängig
von seinem Willen eintritt, muss der Versicherungsnehmer dem Versicherer
unverzüglich anzeigen, nachdem er von ihr Kenntnis erlangt hat.


Gruß
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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon Lakritzium » 17.08.2012, 10:57

Guten Tag,

für eine Anlage 9,66kwp auf einem "Hochhaus" besteht eine Elektronikversicherung und eine Haftpflichtversicherung (Condor).

Ferner hat der Hauseigentümer eine "Wohngebäude VGB 2008 Optimal" bei der Versicherungskammer Bayern.
Darin ist nach Klausel 0027 im "Gebäude-Optimal-Paket" eine PV-Anlage bis 10 kwp mitversichert (in welcher Weise steht nicht drin). Im selben Vertrag gibt es weitere "erweiterte Leistungserweiterungen" wonach nach Klausel 0031 erneut eine Versicherung für Anlagen bis 10 kwp besteht.

Somit ist die Anlage zwei mal in der Wohngebäude und einmal in der Elektronikversicherung versichert, was eine dreifach Versicherung zur Folge hat ?
Wie soll ich mich da verhalten ?

Nun habe ich dem Wohngebäudeversicherer angezeigt, das eine PV-Anlage auf dem Dach installiert wurde. Als Reaktion kam die Nachfrage nach der Größe und dem Wert der Anlage, da es sich hierbei um eine Wertsteigerung handelt!
Daraus folgend erwarte ich einen höheren Beitrag in der Wohngebäudeversicherung.
Ist das so legitim ?

Danke

A. Ritter
Gruß
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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon rosa » 22.08.2012, 09:43

Hallo a.ritter,

für mich liest es sich so, dass der Hauseigentümer nicht der Eigentümer/Betreiber der Photovoltaikanlage ist. Aufgrund der Unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse, kann die Photovoltaikanlage nicht in die Gebäudeversicherung eingebracht werden. Es liegt dementsprechend auch keine Doppelversicherung vor.

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Re: Brandversicherung Photovoltaik

Beitragvon Poul » 28.10.2016, 07:43

Hi,
also das würde ich extrem merkwürdig finden, da du in der normalen Hausratsversicherung - so nehme ich an - auch Feuerschäden inkludiert hast!? Wenn du dann noch beim selben Versicherer die Anlage versichert hast, würde ja der eine Vertrag den anderen quasi aufheben... :?:
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