Beiträge von InaktiverUser im Thema „Transformation des europäischen Stromnetzes für mehr Erneuerbare Energien (EE)“

    e-zepp: Ich stimme Dir zu, dass die Kreislaufwirtschaft die einzige nachhaltige Form des modernen Lebens ist. In die Höhle wollen wir nicht mehr ziehen.


    Zur chemischen Industrie kann ich Dir aus erster Hand sagen, dass die Firmen bereits heute sehr darauf achten, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. (Einzelne Trottel, die das Licht brennen lassen gibt es überall)

    Der Grund ist banal: Geld. Energie ist teuer in Deutschland und ohne günstige Energie keine wettbewerbsfähigen Produkte. Die hohen Lohnkosten im Land machen es nicht besser.


    Trotzdem ist da perspektivisch noch viel zu holen, z.B. durch Umstellung auf andere Rohstoffe. Das geht nur leider nicht von heute auf morgen, da die Mengen GIGANTISCH sind und insbesondere Konti-Anlagen sehr anfällig sein können auf Änderungen am Eingangsprodukt. Es spricht in meinen Augen auch nichts gegen die stoffliche Verwendung von Öl und Gas, solange wir kein CO2 verkappen und die Produkte nach der Verwendung zerlegen anstatt zu verfeuern.


    Immerhin: Die Standorte sind netztechnisch sehr gut erschlossen und stellen kein Problem beim Netzausbau dar.

    Wenn es Subventionen für den Privathaushalt geben soll, ist das für mich OK - aber die sollte in einer Art und Weise geschehen, die wirklich dienlich ist für eine sektorenübergreifende Energiewende.

    wie würdest Du die zunehmende Sektorkopplung (WP, BEV) ausgelöst durch die private PV bezeichnen, wenn nicht als dienlich für die Energiewende?


    Private Dachanlagen sind Kleinkram und beim Netzausbau zu vernachlässigen!

    Das ist doch Teil des Problems.

    Das ist kein Problem, sondern eine Subvention, damit Haushalte motiviert sind, bei der Energiewende aktiv mitzuhelfen.



    Prinzipiell muss der Businesscase für die meisten privaten so aussehen:

    PV rechnet sich über den Eigenverbrauch.

    Das macht nur die Anlagen klein und den Speicher obligatorisch. Nicht wünschenswert.


    50 Cent Einspeisevergütung

    stammen aus Zeiten mit gigantisch höheren spezifischen Kosten pro kWp.

    Durch diese Subventionierung wurde die heutige PV-Wirklichkeit ermöglicht. Denk nochmal nach, ob Subventionen nicht vielleicht doch eine gute Idee sind, wenn sie in die passende Richtung lenken....

    Du schreibst, dass wir Windkraftausbau und Netze brauchen, gehst aber auf die Netze nicht weiter ein. Warum?

    Weil derzeit die Erzeugungsleistung noch nicht ausreichend ist, die Netze immer in den Engpass zu treiben. Noch braucht es beide Maßnahmen und nicht nur den Netzausbau.

    Wenn wir Windräder abregeln oder günstigen Importstrom aus Skandinavien nicht nutzen, an anderer Stelle im Land aber fossile Kraftwerke benötigt werden, dann krankt es einzig am mangelnden Ausbau der Übertragungsnetze

    nur Zeitweise. Es ist mitnichten so, dass die Netze immer der Engpass sind. Es fehlt auch an Erzeugungsleistung.


    Das Problem liegt weniger im Verteilnetz, da helfen die von Dir genannten Maßnahmen durchaus. Wir reden hier im Zusammenhang mit Strompreiszonen aber vom Übertragungsnetz, das ist eine völlig andere Baustelle.

    auch auf den Etagen drüber greifen die Effekte der selben Mechanismen. Benötigt eine Region durch Entzerung weniger Spitzenleistung, kann mehr Energie über den Tag verteilt transportiert werden.


    Wenn Heimspeicher nur dazu dienen, Übertragungsnetze besser auszulasten, werden sie noch unwirtschaftlicher als bei einer tageszeitlichen Streckung der lokalen EE-Überschüsse.

    Geld ist virtuell und Wirtschaftlichkeit kann durch die Politik definiert werden. Erhalten Haushalte mit stark reduziertem Anschlusswert z.B. durch Speicher verringerte Netzentgelte (§14a!), kann es durchaus Anreize geben, den Strombedarf gleichmäßiger zu verteilen. Anstelle von zwei großen Peaks morgens und Abends, wird über den Tag verteilt bezogen.

    Die bisherigen Netzengpässe sind zeitgleich begrenzt und würden im zeitlichen Umfang abnehmen.

    Das Konzept kann auch auf Quartiers- und Großverbraucherebene skaliert werden. Es muss nicht der 3kWh-Speicher mit Schuko sein.


    Du meinst kein Mitspracherecht der Landesfürsten, nur ein sehr eingeschränktes Mitspracherecht der Landkreise und Kommunen? Und dieses Szenario erachtest Du als realistisch?

    Realistisch nein. Aber notwendig für den schnellen Ausbau. Es geht mir nicht in den Kopf, wie ein und derselbe Typ Mensch für Autobahnen und gegen Stromtrassen sein kann. Mit Geld bekommst Du diese Vögel aber nicht eingefangen, die haben Lobby und drücken die Forderungen politisch durch.

    Sollen wir wirklich warten, bis sich dieser Anteil vervielfacht? Du selbst willst doch den Ausbau der Windenergie im Norden forcieren, wo soll die Überschüsse denn hin, wenn die Leitungen fehlen?

    Wieso darauf warten? Abriegelung ist für eine erfolgreiche Energiewende zwingend erforderlich. Wir benötigen massive Überkapazitäten an EE-Leistung, um die fossile Reserve zu minimieren. Solange wir nicht an windarmen Tagen abriegeln an der Küste, stehen noch nicht ausreichend WKA zur Verfügung.


    Das allein wird aber das Problem der winterlichen EE-Versorgung ohne hinreichenden Ausbau der Windenergie und ohne hinreichenden Netzausbau nicht lösen.

    Richtig, wir brauchen WKA und Netze. Jede WKA mus "gefördert" und gebaut werden. Das erreichen wir nicht mit negativen Börsenpreisen.


    Das bestraft nur akute Spitzenverbräuche. Anhaltend hohe konstante Verbräuche sind in einer EE-Mangellage aber nicht weniger problematisch.

    Das ist nicht korrekt. Wenn der Hausanschluss statt wie bisher mit 30kW für z.B. 6kW ausgelegt wird, lassen sich vorhandene Trafos besser auslasten. Analog zur 70%-Regel oder Anlagen mit RSE kann die Leitung rechnerisch mehr tragen.


    Auch das kann die mangelnde EE-Versorgung im winterlichen Süden nicht bessern. Im Sommer können Speicher den PV-Strom wunderbar in die Nacht verschieben, im Winter hingegen braucht es Windenergie, saisonale Speicher werden noch lange Zeit unwirtschaftlich bleiben.

    Das ist nicht korrekt. Mit dem Speicher kann der Bezug des Haushaltes auch im Winter geglättet werden. Anstatt dass stumpf nach SLP bezogen wird, verteilt sich die Last gleichmäßiger auf den Tag. Inkl. Gleichzeitigkeitsfaktoren ergibt sich eine geringere Spitzenlast auf der Leitung und es können mehr kWh über die bestehende Infrastruktur übertragen werden. Siehe §14a.... Gleiches Prinzip.


    Netzausbau, den brauchen wir, und zwar schon gestern und nicht erst übermorgen. Wie können wir den beschleunigen?

    ein zentraler Netzbetreiber und dann mit politischem Willen auch mal jemandem auf die Füße zu treten!

    Das Mehr an Voll­last­stunden hilft nur nicht, wenn die Erzeugungs­leistung ständig abgeregelt werden muss

    bisher waren es AFAIR 4%? Weit entfernt von "ständig"


    Willst Du das vermeiden, musst Du die lokale Nachfrage stärken oder aber die Übertragungs­leistung ausbauen. Für beides sehe ich bei Dir keine Vorschläge.

    War im Post auch nicht das Thema, sondern die Korrektur Deiner Aussage, niedrige Börsenpreise würden den Ausbau nicht substantiell abwürgen. Die bereits mehrfach von mir genannten Vorschläge zur Beschleunigung des Ausbaus im Thread zeigt Dir die Sufu. Ich fasse es aber gerne nochmal zusammen für Dich

    • Netze unter einem Betreiber bündeln und Kosten gleichmäßig übers Land verteilen. Aktuelle Situation ist ungerecht.
    • mehr PPA
    • Weg mit Merit-Order. In einer Erzeugungslandschaft mit mehrfacher Spitzenleistung zerstört das System die scharfe Kalkulationsbasis. Besser pauschale Werte pro Nennleistung und flexibilisierte Verbraucher mit regelbarer maximaler Bezugsleistung


      • Hausanschlüsse mit ImSys und drosselbarem Bezug, technische Signale anstelle von Preisen,
      • große Anteile von Arbeitspreis in den Leistungspreis umgelegt,
      • steht in jedem Haushalt ein Speicher, kann damit die Last entsprechend verteilt oder verschoben werden
    • Netzausbau und Speichern an ehemaligen Kraftwerksstandorten
    • H2 [..]; Wir brauchen gigantische Mengen für die stoffliche Nutzung. Ob sich flexible Elektrolyseure oder Kombinationen aus Akku und Elektrolyse durchsetzen, wird sich zeigen. Hängt vom Verbraucher ab, weil weit transportieren ist nicht sinnvoll.

    Was soll ich näher dazu schreiben?

    etwas zum zitierten Inhalt wäre ganz sinnvoll.



    die Preis­differenz zum Süden erhöht die Nachfrage im Norden

    Das ist falsch. Im Winter bestimmt das Angebot die Nachfrage im Norden, begrenzt auf die maximale Netzkapazität. WKA sind immer die günstigste Stromquelle und haben mit Merit Order kein Problem, zumal Einspeisevorrang.


    und macht den weiteren Leitungs­ausbau wirtschaftlicher.

    Bitte um präzise Begründung.


    Das geht solange weiter, bis sich die Preise halbwegs aneinander ange­glichen haben.

    was nicht passieren wird.


    Ein Kollaps sieht m.E. anders aus.

    Und hier ist Dein Denkfehler. Investitionen in EE-Anlagen benötigen Kalkulationssicherheit. Ansonsten werden die Projekte nicht realisiert.

    Ein Bereich mit ständig negativen oder beinahe negativen Börsenpreisen zieht keinen Investor an. Leider hat das ein großes Problem: Die Anlage hätte im Norden mehr VLH erreichen können und wird im Süden vermutlich gar nicht erst gebaut.


    Ja, vorüber­gehend wird der weitere Zubau im Norden gebremst,

    Ne, das ist Altmaiern 2.0



    Ich weiß ja nicht, wo Du herkommst, dass Du Dir solche Sorgen um den Norden machst.

    falsche Annahme. Ich mache mir keine Sorgen um den Norden, sondern um die EE-Versorgung des Landes.

    Die bisherige Ungerechtigkeit der Netzgebühren ist von heute auf morgen zu lösen.



    Ich schreibe primär für die Mitleser, die an der Sachdiskussion interessiert sind

    find ich super! Vor allem wenn der Inhalt auch etwas mit dem Zitat zu tun hat und nicht auf einen völlig anderen Punkt zielt.

    Diese Form der "Schein-Antwort" kann ich auch bei Politikern nicht leiden. "Nimm Stellung oder lass es, aber Antworte nicht themenfremd"


    Rückzug

    davon sind wir weit entfernt!