Beiträge von WoodchuckChuck im Thema „Transformation des europäischen Stromnetzes für mehr Erneuerbare Energien (EE)“

    Zitat

    Laut McKinsey lässt sich damit Geld sparen, denn die Gaskraftwerke könnten da entstehen, wo auch die großen, industriellen Stromverbraucher sind. Es müssten also nicht so viele neue Stromleitungen gebaut werden. Außerdem wäre Deutschland weniger abhängig von Wind und Sonne und müsste seltener Strom aus den europäischen Nachbarländern importieren.

    Alles klar. 50GW Gaskraftwerke zubauen, damit wir dort importierten Wasserstoff (wo kommt der gleich nochmal her?) verstromen können, damit wir weniger abhängig von Sonne, Wind und europäischen Nachbarn sind. :/

    Die Bahn ist allerdings nicht privat.

    Aber der Staat lässt sie Verhungern was die Finanzen angeht. Der Bahn wurde Jahrzehntlang vom Finanzministerium gesagt sie möge doch erst einmal die (aus den Bombardierungen des 2. Weltkriegs) herrührenden Schulden bezahlen bevor sie investiert.

    Hier muss ich NomisGlas beipflichten. Die Bahn in den letzten Jahren mehrere Milliarden Euro in Firmenübernahmen gesteckt. Da bleibt dann kein Geld mehr für das Kerngeschäft. Dazu kommt, dass 90% der Investitionssumme in den Fernverkehr gesteckt wird, obwohl da nur circa 15% des Fahrgastaufkommens befördert werden.

    Gewisse Infrastruktur gehört einfach in die Hände des Staates.

    Von der Kontrolle her schon, aber nicht vom Betrieb her. Es gibt unendlich viele Beispiele bei denen der Staat gescheitert ist.

    Ich behaupte ja nicht , dass der Staat immer alles richtig macht. Essentielle Infrastruktur sollte aber nicht in den Händen von gewinnorientierten Unternehmen liegen. Denn man kann deinen "unendlichen" Beispielen auch unzählige Beispiele von von gescheiterten Privatisierungen und Marktversagen gegenüberstellen... und das nicht nur hierzulande.

    Was ist denn mit Privatisierung der Bahn, Krankenhäuser, Bildung, Wohnungsbaugenossenschaften, Teile des Straßennetzes, Rentenwesen, Bundespost, Bundesdruckerei, Telekom, Gesundheitswesen, Abfallwirtschaft, ...

    Es gibt etliche Beispiele für Rekommunalisierungen... bestimmt nicht weil Privatunternehmen immer alles besser können.

    Weil Du das Beispiel mit dem Wasser in Frankreich erwähnt hast: Das ist tatsächlich ein Beispiel das in D größtenteils "noch" sehr gut funktioniert, aber wohl deswegen weil hier ein weitgehend unabhängige lokale Kontrolle vorhanden ist, die noch einigermaßen funktioniert.

    Wieso noch? Auch dazu gibt es bereits Erfahrungen in Deutschland. So hat Potsdam bereits 2000 nach 3 Jahren die Teilprivatisierung ihrer Wasserwirtschaft wieder rückgängig gemacht. Innerhalb der 3 Jahre hat sich der Preis für Wasser dort verdoppelt und die Leute und ansässigen Unternehmen sind auf die Barrikaden gegangen.

    Vielleicht wäre es bei Pharmazeutika nicht verkehrt. Ich weiß nicht, warum wir mit staatlichen Geldern für gewinnorientierte Firmen Forschung finanzieren, nur damit die dann auch noch Geld mit den Kranken verdienen. Da werden dann bestimmte Medikamente nur in lukrativen Märkten eingeführt, Produktionskapazitäten nicht ausgebaut, weil man für knappe Medikament mehr Geld bekommt, Menschen mit bestimmten Krankheiten sterben, weil das Medikament Hunderttause kostet und die sich das nicht leisten können, ... Solche Nachrichten ploppen doch immer mal wieder hoch.

    Gewisse Infrastruktur gehört einfach in die Hände des Staates. Und dazu würde ich auch Strom zählen. Guck dir doch an, was mit der Wasserinfrastruktur in Frankreich nach Privatisierung passiert ist. Ich bin auch der Meinung, dass Forschungsergebnisse, die von der Gesellschaft finanziert wurden, dieser gehören sollten. Wieso gibt es Depublikationspflich bei den ÖRR wenn wir das bezahlt haben. Wieso kann ich von Steuergeldern bezahlte Forschungsergebnisse nicht kostenlos einsehen, sondern muss mir da Abos bei teuren Verlagen holen. Das könnte man noch ewig weiterführen...