Beiträge von Larry03 im Thema „Planung PV Anlage für EFH Neubau“

    Autsch, alleine das Wort in Verbindung mit WP zeugt nicht gerade von viel Grundkenntnis.

    Was stimmt jetzt am Wort Pufferspeicher nicht? Wieso unterstellst du mir, keine Ahnung von WP zu haben?

    Ansonsten ist die Einheit der Heizlastberechnung Watt. Wenn du bei -10 °C AT in der Berechung auf 5 kW kommst, dann brauchst du in einer entsprechend kalten Nacht jede Stunde 5kWh, um den Wärmeverlust des Hauses auszugleichen und es auf gleicher Temperatur zu halten. Wenn du in der Nacht nicht heizen willst, dann musste du eben tagsüber zusätzlich zu den bei dann vielleicht 0 °C AT benötigten 30 kWh zur Temperaturerhaltung 50 kWh in deine Bauteile drücken.

    Bei -10°C funktioniert das mit dem Speichern über die Nacht sowieso nicht mehr. 50kWh entsprechen 1000l Pufferspeicher den man um 43K aufheizt, bei 35°C VL also auf 78°C. Oder man hat 3000l Speicher, den man um 15K aufheizt

    Wie ist das Verhältnis von Speichergröße und Temperatur, um 50kWh Wärme zu speichern? Ich gehe mal von 35°C Vorlauftemperatur aus:

    1000l --> 43K Temperaturerhöhung --> 78°C Temperatur im Speicher

    3000l --> 15K Temperaturerhöhung --> 50°C Temperatur im Speicher

    5000l --> 9K Temperaturerhöhung --> 44°C Temperatur im Speicher


    Viel besser klappt das mit dem Speichern der 50kWh, wenn man möglicht viel Masse im Haus aktiviert (Estrich, BKA, Wände)

    45m³ Beton, Stein, Estrich, Putz --> 2K Temperaturerhöhung --> VL auf 37°C erhöht.


    78°C schafft kaum eine WP bzw. nähert sich der COP dann 1 an.

    Mit Pufferspeicher wird der COP sehr viel schlechter, ab einer gewissen Temperatur im Speicher lohn es sich einfach nicht mehr, dafür PV-Strom zu nehmen, weil die kWh Wärme aus dem Netz günstiger ist.


    Für 5m³ Pufferspeicher braucht man auch extrem viel Platz, im Neubau ist das zu teuer, im Bestand kann man dafür vielleicht den alten Öltankraum nehmen.


    Wie machst du denn nun dein Warmwasser?

    Die WP heizt mittags über ein Umschaltventil 300l Heizwasserspeicher auf 42°C auf. Da kann man dann über eine Friwa ca. 200l Warmwasser entnehmen.

    Eine solide Heitlastberechnung gibts in Excel, weil mehr als die U-Werte der einzelnen Bauteil-Flächen braucht es dazu nicht, der Rest sind ein paar Zellenverknüpfungen. Darin haben auch die solaren Gewinne nichts zu suchen, weil es gibt ja gerade im "Kernwinter" auch mal gern trübe Tage oder trübe Wochen, wo weder auf der PVA viel ankommt noch solare Gewinne die Heizlast mindern.

    Ja, wenn man das so rechnet, ist das Ergebnis erstmal richtig, Warmwasser kommt aber noch dazu. Wenn es aber trüb ist, dann ist es nie richtig kalt. Temperaturen in der Nähe der Auslegungstemperatur sind immer das Ergebnis eines klaren Himmels, weil bei Bewölkung nicht so viel Infrarotstrahlung ins Weltall entweicht. Und dann gibt es auch noch interne Gewinne, die in der HLB nicht berücksichtigt werden.

    Die berechnete max. Heizlast wird nur dann benötigt, wenn auf jeden Fall auch solare Gewinne zu erwarten sind.


    Eine nach Heizlast ausgelegte WP ist deshalb schon überdimensioniert.


    Der Invest für eine größere WP ist deutlich höher - WP ist teurer, eventuell teurere Quelle, Pufferspeicher erforderlich, ...


    Wie machst du dein Brauchwasser? Wir haben in einem 3 P - Haushalt mit zugegebenermaßen verschwenderischen Regenduschen ziemlich konstant 20-25 kWh Wärmebedarf nur fürs Brauchwasser. Da hätte eine 3 kW WP ja schon mal 7-8 h zu tun.

    Ohne Regendusche braucht man halt keine 200l Warmwasser pro Person.

    Das möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen. Gerade wenn man in Kombination mit einer PVA tagsüber Wärme bunkern möchte, ist es sinnvoller die WP etwas größer auszulegen.

    Im Kernwinter ist die Einstrahlung fast immer so niedrig, dass man mit der durchschnittlich großen PV immer weniger Strom erzeugt als die WP verbraucht. In der Übergangszeit ist der Wärmebedarf nicht mehr so groß, da kann man auch mit nicht überdimensionierter WP ohne Probleme den kompletten Wärmebedarf in der hellen Tageshälfte decken.


    Berechneter Wärmebedarf meines Hauses: 6kW, tatsächlich habe ich die WP auf ca. 4kW begrenzt (höhere Effizienz). Das ist zur Zeit immer noch mehr als ausreichend, um in ca. 10h den Tageswärmebedarf zu erzeugen. Diesen Winter hatte ich die Begrenzung auf 3kW eingestellt und es war nicht einen Tag zu kalt.

    Die berechnete Heizlast berücksichtigt keine solaren Gewinne und ist daher größer als die tatsächlich erforderliche Leistung der WP. Gerade wenn es sehr kalt ist, scheint eigentlich immer die Sonne und das reduziert die Heizlast.