Beiträge von blues im Thema „Kaskadenmessung“

    Vielen Dank für die Verweise auf die EEG/KWKG-CS Voten und Empfehlungen. Mal sehen, was sich darin finden lässt - auf den ersten Blick ist das nicht unbedingt dein Sachverhalt, weil dort ein DC-Speicher eingesetzt wird. Ich dachte bisher, du hättest "nur" zwei PV-Anlagen (speicherlos). Ist das richtig?


    In deinen früheren Beiträgen war die Rede davon, dass die EWE die Erzeugungszählung mit dem Baujahr 2009 begründet. Hast du dazu noch weitere Details/Ausführungen?

    Jetzt meine Frage: Wer ist dafür zuständig? Der Elektriker der Installationsfirma oder ausschließlich der Netzbetreiber?

    Wenn letzteres: Muss der Elektriker trotzdem schon irgend etwas beachten? Wie und wann kann/muss ich dem Netzbetreiber das mitteilen?

    Der Netzbetreiber hat das veränderte Messschema zu akzeptieren bzw. zu genehmigen. Der Messstellenbetreiber stellt anschließend die Zähler zur Verfügung, während dein Elektriker die Verdrahtung im Zählerschrank ändern bzw. anpassen muss.


    In der Praxis solltest du mit deinem Wunsch der Zählerkaskade an deinen (eingetragenen) Elektriker herantreten. Dieser wird hoffentlich alles weitere mit VNB und MSB klären und - nach Zustimmung - dann auch deinen Schrank umbauen.


    Theoretisch kannst du als Betreiber auch selbst mit dem VNB über das Messkonzept diskutieren, aber da du den Elektriker für den Umbau eh benötigst, sehe ich keinen Sinn darin. VNBs diskutieren nämlich meist ungern mit Kunden …



    Die EWE stellt sich bei mir leider immer noch quer und will das Messkonzept so nicht aktzeptieren (obwohl sie es ja bei mir verbaut haben...)

    Mit welcher Begründung lehnt die EWE netz denn ab? Ich würde an deiner Stelle aufführen, welche „Stromarten“ gemessen werden müssen (Einspeisung 2009, Einspeisung 2022, Eigenverbrauch 2009 und Netzbezug) und entsprechende Berechnung - s. mein letzter Beitrag - aufführen. Ohne konkreten Grund der Ablehnung würde ich a) nicht aufgeben und b) erst recht keine „schweren Geschütze“ auffahren.

    Ich wiederhole mich gern: Dein Entwurf ist m.E. unüblich und (m.E.) nur zulässig, weil du die Altanlage „in der Kaskade“ hast. Bist du sicher, dass der Mitarbeiter der EWE netz das wirklich realisiert hat? Ich hatte das übersehen …


    So ein Verfahren kann in der Tat Jahre dauern - insbesondere, wenn das ein „Nischenthema“ ist und/oder du auf „aktive Gegenwehr“ triffst. Gerade im Hinblick auf die derzeit zahlreichen „Baustellen“ der Energiewende würde ich mit einer hohen Auslastung und folglich mehreren Jahren Verfahrensdauer rechnen. Wissen tut man es aber (immer) erst hinterher …


    Zum Ausgang:

    „Vor Gericht und auf hoher See …“ - das ist dein Risiko. Keiner hier kann dir „garantieren“, wie die EEG-CS entscheidet (auch wenn ich die Argumentation der EWE bisher nicht verstehe).


    Die EEG-Vergütung kann während der Verfahrenszeit tatsächlich „fehlen“. Üblicherweise verfällt dieser Anspruch aber nicht, sondern wird - vorausgesetzt du gewinnst - am Ende „nachträglich erstattet“. Sollte die EWE tatsächlich Recht haben und die Messung so nicht zulässig sein, ist die Vergütung futsch und ggf. auch der Anspruch der Neuanlage, weil diese (nach dem NAB) nie frist- & formgerecht in Betrieb genommen wurde.


    Kurzum: Meine klare Empfehlung wäre die CS nur mit einem entsprechenden Fachanwalt im Hintergrund anzurufen.

    weil die Werte dieser Zähler ja alle Einspeisungen, Bezüge und Eigenverbräuche abbilden

    Mea cupla ... ich revidiere, was ich geschrieben habe. Ich hatte übersehen, dass du die "Altanlage" (vergüteter EV) "vorn" bzw. "in der Kaskade" angeordnet hast und nicht "nach der Kaskade". Üblich ist es anders herum, um die (fürstliche) Vergütung des EV möglichst stark auszunutzen.


    Du kannst mit dem in Beitrag #694 skizzierten Messkonzept alle Anforderungen erfüllen:

    Netzbezug = Z1(B)

    Einspeisung (nach EEG 2022 vergütet) = Z2(L)

    Einspeisung (nach EEG 2009 vergütet) = Z1(L) - Z2(L) [Gesamteinspeisung - Neuanlage]

    vergüteter EV = Z2(B) - Z1(B) [Kombi "Netzbezug/EV(2009)" - Netzbezug]


    Genau genommen kommt es zu einem Messfehler, weil der Nachtverbrauch des WRs der Altanlage falsch erfasst wird. Entsprechende Fehlmessung erfolgt aber zu deinen Lasten, weil sie die Menge des vergüteten Eigenverbrauchs "EV(2009)" in Form eines zu hohen Abzugs für den Netzbezug "Z1(B)" reduziert.

    Analoges gilt für den Alt-WR im Standby, während die Neu-Anlage noch produziert. Auch hier wird zu deinem wirtschaftlichen Nachteil die höhere Altvergütung "kannibalisiert".

    Ich sehe keinen Grund, aufgrund dieses Kraftwerk-Eigenverbrauchs das Messkonzept abzulehnen.


    Es ist allerdings sicherzustellen, dass "in der Kaskade" tatsächlich nur der WR der Altanlage angeschlossen ist. Die Forderung nach einer Verplombung ist in WP-Kaskaden zulässig (wenn auch in der Praxis selten) und dürfte somit auch hier zulässig sein. Ich gehe aber davon aus, dass dich das nicht stören wird...

    Tja, was nun?

    Entweder ich baue einen zusätzlichen Zähler ein, der die Erzeugung der alten Anlage misst, oder ich rechne anteilig ab. Die alte Anlage hat 12,65 kw (süd), die neue 17,02 (Ost-West). Ich glaube das wäre Nachteilig für mich.

    Alternativ müsste ich mir wohl einen Anwalt nehmen oder mich an die Clearingstelle wenden um meinen Wunsch durchzusetzen....

    Bekommt die alte Anlage nun den Eigenverbrauch vergütet, oder nicht? Die neue ist bekommt keine Eigenverbrauchsvergütung, oder?


    Meines Erachtens ist die EWE im Recht - beide Vorschläge

    a) 2x 2RZ für Kaskade + 1x 1RZ als Erzeuger (EV vergütet) oder

    b) 1x 2RZ Einspeisung/Bezug + 1x Erzeuger

    sind tauglich.


    Die Menge des Eigenverbrauchs ist - sofern dieser vergütet wird - offiziell bzw. "Energieabrechnungs"-tauglich zu erfassen. Dafür braucht es einen offiziellen Zähler - eine Erfassung (wie für die Steuer) über die internen Wechselrichter-Werte, private Zähler, o.ä. ist nicht zulässig. Die einzige Chance, die ich sehe, ist, mit der EWE zu diskutieren, ob Sie als Erzeugerzähler für den Altanlagen-Wechselrichter einen Hutschienen-Zähler (mindestens MID - eigentlich braucht es einen geeichten vom MSB) akzeptieren.

    Auch darauf hast du formal kein Anrecht, aber vielleicht lässt sich die EWE netz darauf ein ...