Beiträge von WoodchuckChuck im Thema „around the world - Energiewende weltweit“

    Das ist etwas romantisiert ;)


    Die andere Seite der Medaille: China hat massiv Dumping betrieben, Technologien unerlaubt kopiert und bei den Themen Umwelt, Arbeitsbedingungen auch mal mehr als 1 Auge zugedrückt.


    Edit: Was ein Modul unter hiesigen Bedingungen kostet, sieht man ja aktuell bei MB.

    Wieso romantisiert? Ich habe nüchtern die Zahlen betrachtet und keine Äußerungen zum politischen und gesellschaftlichen System dort gemacht, eher zu unserem.

    Mir ist klar, dass da nicht alles in Ordnung ist. Aber wir selbst haben unseren Fortschritt und Wohlstand geschichtlich gesehen auch mit schlechten Arbeitsbedingungen, Umweltverschmutzung und Ausbeutung erkauft. Aus so einer Position heraus mit dem Finger auf Andere zeigen, ist imho nicht zielführend.

    Mir gefällt auch nicht, dass die Chinesen bei dieser Technologie jetzt alle anderen im Sack haben. Aber trotzdem muss man halt auch anerkennen können, dass die Chinesen mit der rasanten Skalierung dieser Technologie weltweit dabei helfen, Emissionen zu vermeiden, während hierzulande politische Spielchen zulasten der Gesellschaft gespielt werden.

    Ist schon beeindruckend, was China da auf die Beine gestellt hat. Die hatten halt die Zeichen der Zeit erkannt und von oben die Weichen gestellt. 575GW exportiert zwischen 2012 und 2022. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

    Während hier der Altmaier wegen Lobbyinteressen diese Zukunftsindustrie eingestampft hat, haben die einfach mal ihr Hinterland elektrifiziert und sind zum weltweiten Top Player aufgestiegen.

    Während man sich hier immer noch in jeder Diskussionsrunde den Spruch "aber nachts scheint keine Sonne" anhören muss, bauen die Chinesen zurzeit im Monat soviel zu, wie wir in hoffentlich in einem Jahr und exportieren nebenbei noch ein vielfaches davon in alle Welt.

    Während hier die Leute immer mit dem Finger auf China zeigen und erklären, dass China ja so und so viel GW Kohlekraftwerke zubaut, retten die uns mit der Menge an Modulen, die die rausblasen, vielleicht doch noch den Arsch.

    Die Frage ist dann aber, ob es andersrum auch so ausgegangen wäre. Die Technik war damals neu und in den Kinderschuhen, es gab auch reichlich Vorbehalte in der Bevölkerung, ob die Teile überhaupt was bringen, ungefährlich sind und halten. Da bringen dir günstige Module nichts, wenn die keiner kauft. Insofern glaube ich, dass es nicht ganz dumm war. Man hätte vielleicht ab einem bestimmten Punkt umschwenken müssen, ja. Aber das war ja politisch eh nicht gewollt.

    Tja, wer hätte schon gedacht, dass es sich irgendwann rächt, dass man mit den Globalisierungsversprechen und der Geiz-ist-Geil-Mentalität auf allen möglichen Gebieten in riesige Abhängigkeiten begibt. Mir ist noch der eine Vortrag von Mearsheimer im Ohr. Da hieß es, der eigentliche Gegner aus geopolitischer Sicht ist China, weil die uns mittlerweile in vielen Bereichen im Sack haben und das ja irgendwann mal ausnutzen können und werden. Und dann scrollen Jahre später solche Artikel an einem vorbei.

    Thema wieder eröffnet.


    Noch ein persönliches Anliegen:
    Der Thread hier war meines Wissens bereits mehrfach temporär geschlossen. Politische Themen (und hier geht es ja um Energiepolitik) werden häufig kontrovers diskutiert. Dadurch entsteht natürlich auch ein erhöhter Moderationsaufwand. Nicht vergessen: die Mods hier machen das freiwillig in ihrer Freizeit. Bitte bedenkt dies beim posten. Also bleibt fair, bleibt on topic. Danke!

    Ich möchte an der Stelle auch nochmal auf die Nettiquette des Forums verweisen:

    Netiquette für das Forum www.photovoltaikforum.com

    KamikazeFox

    Mir ist schon klar, dass es nicht um entweder-oder geht.


    Ich bin aber schon der Meinung, dass das hier was von Schnapsidee hat. Wie zum Beispiel die Solarradwege bzw. -straßen.


    Aus meiner Sicht können wir es uns nicht leisten, übermäßig viel Geld und Ressourcen in ineffiziente Projekte zu stecken. Klar ist Forschung sinnvoll. Aber ich denke nicht, dass hier eine praktikable Lösung rauskommen wird. Man hat hier stark fragmentierte Flächen (siehe Bild im Artikel, es werden nur Schwellen belegt), benötigt Module im Sondermaß, hat kilometerlange Leitungswege, ungünstige Einfallswinkel,...).


    Das sind alles Faktoren, die den Preis steigern und die Effizienz sinken lassen. Und da fange ich noch gar nicht an mit Verschleiß, Vibrationen, Wartung an Gleisanlagen...


    Es gibt imho wesentlich größere Potentiale an anderen Stellen, die soll und muss man auch erstmal nutzen. Und deswegen ist der Verweis auf Agri-PV aus meiner Sicht auch nicht am Thema vorbei. Da können sie meinetwegen sehr gern Steuer- und Investitionsgelder drauf schmeißen, es ist mittlerweile den meisten klar, dass da viel Musik drin ist.

    Zitat

    Leistung könnte 5 Atomkraftwerke ersetzen

    Das Streckennetz der DB beträgt etwa 61.000 Kilometer. Das britische Energie-Unternehmen Bankset verspricht sich von seiner Konstruktion durchschnittlich 0,1 Megawatt Strom pro Kilometer.

    An sich vielleicht eine interessante Idee, wie man die bereits genutzte Fläche nutzen kann.


    Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass das irgendwie was bringen soll, jede Bahnschwelle mit einem Mini-Modul zu belegen. Flach auf dem Boden ist der Einfallwinkel bescheiden, dann hat man häufiger Beschattung durch Vegetation an den Strecken und dann frage ich mich, wieviel Kilometer Kabel man verlegen möchte (und wo die herkommen sollen), um da eine nennenswerte Anlage zusammenzukriegen.


    Vielleicht bin ich da zu fantasielos. Ich denke aber, in Agri-PV steckt wesentlich mehr Potential.