Beiträge von JanR

    Hallo,

    Daher werden zu den Zeiten zu denen PV-Energie in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, sozusagen die „Schleusen auf gemacht“ und so viel wie möglich/nötig Wärme für WW und Heizung erzeugt.

    Was glaubst du, wie oft das an den Tagen, an denen du wirklich viel Wärme brauchst, passiert? Das ist maximal in der Übergangszeit der Fall, aber wenn du dafür optimierst (Puffer!), dann hast du im Kernwinter mit Bezahlstrom (wenn zu wenig Sonne) ein sehr ineffizientes System. Das lohnt nicht!


    FBH, minimale Temperaturen, kein Puffer, keine hydraulische Weiche, keine Einzelraumregelung, modulierende WP.


    Um auf 60C zu kommen, muss auch ein modulierendes Gerät schon ordentlich hochdrehen.


    Um es mal anders zu sagen: Meine Nibe F1155-6 läuft jetzt im Übergang mit 20 Hz (ca. 200W für den Kompressor) mit einer AZ von ca 6-7 vor sich hin und liefert ca. 24-26C VL für die FBH. Falls sie dabei taktet, dann haben die Takte Längen von 8-16 Stunden wegen der großen Masse an Estrich und dessen thermischer Trägheit. Würde ich sie statt dessen auf 60C hochjagen, wäre ich in der AZ vermutlich bei 2-3, wenn überhaupt so gut (habe das nie versucht). Ich verbrate also mehr als das doppelte an elektrischer Energie und belastet die Maschine. Selbst wenn man das mit Solarstrom täte, ist es sinnvoller, ihn einzuspeisen und zu mehr als dem doppelten Preis zurückzukaufen, denn davon braucht man dann weniger als die Hälfte.


    Viele Grüße,


    Jan

    Hallo,


    Zumindest die Stringspannung des Ost-West-Strings liegt jetzt mit den 2 Extra-Modulen immer über 160V und nicht mehr unterhalb des MPP-Minimums.


    Ja... weil es KALT ist! Lass im Sommer da mal die Sonne draufknallen und schau, wo die Spannungen bei 70 Grad Modultemperatur liegen. Ich habe die Konfig nicht mehr ganz im Kopf - waren das 5 oder 6 Stück?


    Bei 5 landest du im Hochsommer bei 135V, mit 6 Stück bei 162. Ein kleines bisschen Schatten und alles ist vorbei.


    Wir haben uns darauf geeinigt die Anlage erstmal ein paar Wochen laufen zu lassen


    Cleverer Solarteur... natürlich wird der Ministring in der kalten Jahreszeit halbwegs laufen... und wenn es warm wird, sind die paar Wochen vorbei.


    Wenn du keine Verschattung einzelner Module hast bringen die Tigos nichts bei dir.


    Wenn du Verschattungen einzelner Module hast, bringen die Tigos auch nichts (bzw. rentieren sich erst nach mehr als 20 Jahren). Sie sind (beschränkt - siehe Broadcasttechniker ) nur sinnvoll, wenn es unterschiedliche Ausrichtungen gibt. Mehr Details dazu siehe den Link in meiner Signatur.


    Viele Grüße,


    Jan

    Hallo,

    Was spricht denn gegen die Variante mit den 3 Wechselrichtern, nur damit ich das verstehe

    Dass es drei WR sind :-)


    Mehr Ausfallrisiko, mehr Komplexität, mehr Platzbedarf...


    ich würde mich aber dann von einer 14,57 kw anlage auf eine 13er zurückreduzieren


    Nicht wirklich. Deine WR-Dimensionierung wäre geringer, aber dank Norddach dürfte das mehr als irrelevant sein. Du hast dann 14,57 KWp an 13 KVA (11,7 KW mit berücksichtigter Blindleistung). Macht ca. 80%... das dürfte quasi keine Verluste bringen, es sei denn, die Sonne steht gleichzeitig in Nord und Süd.


    Anders gesagt... du hättest dann 11470 Wp an einem 10 KVA-WR. Ich habe derzeit 12600 Wp an einem 10er WR und auch das läuft gut und quasi verlustfrei. Es kommt so gut wie nie vor, dass die Leistung des WR die Begrenzung ist. Fast immer schlägt die 70%-Begrenzung vorher zu.


    Deine Anlage war ja original schon etwas älter und vermutlich wurde das Netzanschlussbegehren VOR April gestellt. Damit gilt zudem noch die alte 4105, von daher also CosPhi 0,95 und nicht 0,9, wie es die neue Norm fordern würde. Das wären dann bei 13 KVA sogar 12,35 KW.


    Viele Grüße,


    Jan

    Hallo,


    da Specki666 mich gebeten hat, hier auch was zu sagen: Ich stimme dem hier voll und ganz zu:


    Entweder

    - baut man PV-Anlagen (Edit: auf Privathäusern) mit einem oder mehreren String-WRs mit vernünftigen Schattenmanagement (SMA, Fronius, eventuell Kostal)

    Oder

    - mit Solaredge und dann an jedem Modul eben einen Optimierer (ein zusammengehöriges System, das auch harmoniert)


    ...wobei ich die SE-Lösung nur dann nehmen würde, wenn es so viele verschiedene Ausrichtungen und Neigungen gibt, dass man da keine vernünftigen langen Strings draus bauen kann.


    Im Fall von Specki666 also: möglichst lange Strings, möglichst nicht parallel, mit Schattenmanagement, KEINE Optimierer.


    Schattenmanagement klappt prima:


    MPPT1: 3229 W 639 V 5050 mA

    MPPT2: 2490 W 609 V 4090 mA


    String 1 hat 20 Module, String 2 hat 22 und ist flacher geneigt (25 Grad vs. 46 Grad), was man auch gut am niedrigeren Strom sieht. An der Spannung von MPPT2 sieht man, dass hier ein paar Moduldrittel weggeschaltet sind. Ich bin gerade nicht zu Hause, sonst gäbe es da auch noch ein Bild dazu, das den Schatten zeigt, aber die Spannungen zeigen ganz gut, dass String 2 aktuell mit ca. 19 Modulen (+- ein Drittel Modul) läuft.


    Viele Grüße,


    Jan

    Hallo,


    es könnte plausibel sein...


    Mal eine neue Idee für dich: Bei 14 Grad Abweichung scheint es ja etwa 2% Unterschied im Gesamtertrag zu geben. Wie wäre es denn, das durch den Einsatz etwas stärkerer Module (gleicher Hersteller, gleiche Serie, andere Leistung) zu kompensieren? Also z.B. 8x320 + 3x330 oder so. Probier das mal in PVSol aus... das könnte der günstigste Weg sein, den Ertragsverlust zu kompensieren.


    Viele Grüße,


    Jan

    Hallo,


    klingt realistisch. Die Tigos werden sicher nicht so gut laufen wie prognostiziert (siehe Erfahrungen von @Broadcastechniker), aber da die SE quasi gleichauf liegen, könnte das hinkommen. Auch mit dem billigeren SE-WR wird das vermutlich nicht profitabel. Da ist der Mismatch wohl die sinnvollste Alternative, zumal die drei fehlausgerichteten Module deutlich mehr bringen, als sie den Rest runterziehen.


    Um zu schauen, ob und wie PVSol die WR-Kennlinien beachtet, kannst du ja mal statt des 3er Primo einen 3er Symo nehmen. Dessen Bemessungsspannung ist niedriger als die des Primo, also müsste er etwas besser laufen.


    Viele Grüße,


    Jan

    Hallo,


    Das Schattenmanagement wird durch die abweichende Neigung NICHT aktiviert.


    In dem nachgefragten Fall sicherlich nicht, dazu ist der Unterschied der Modulanzahl zu gering. Im allgemeinen Fall kann es aber sehr wohl passieren, dass das Schattenmanagement auch in dem Fall eingreift.


    Beispiel: 19 Module mit 30V 8A und eines mit abweichender Neigung mit 30V 7A (bei irgendeiner Beleuchtungssituation). Hier gibt es zwei lokale Maxima: 600V 7A -> 4200W und 570V 8A -> 4560W. Das globale Maximum ist der zweite Betriebspunkt und hier ist das anders geneigte Modul (mit 1/8 weniger Strom) dann ausgeblendet.


    Im nachgefragten Fall könnte sowas nur dann passieren, wenn die 8 Module deutlich (!) mehr Licht als die drei Module bekommen, was ja eher ausgeschlossen scheint.


    "MPP dazwischen" bedeutet im Mischbetrieb, dass beide Neigungen nicht ganz genau im MPP betrieben werden. Die ertragsmäßig schwächere Neigung gibt dabei den Strom vor, so dass im Endeffekt die schwächere Neigung etwas unterhalb ihrer MPP-Spannung (-> etwas mehr Strom) und die stärkere Neigung etwas oberhalb ihrer MPP-Spannung (weil der Strom niedriger ist als der mögliche MPP-Strom) betrieben wird.


    Trotzdem macht es manchmal Sinn Module mit geringfügig unterschiedlicher Neigung unter Inkaufnahme von Verlusten in einen String zu legen


    Die spannende Frage ist damit, ob 14 Grad Abweichung noch geringfügig sind. Auf das PVSol-Ergebnis bin ich gespannt.


    Viele Grüße,


    Jan