Beiträge von cephalotus

    Offenbar habe ich meine Argumentation nicht klar genug darlegen können, daher ein zweiter Versuch.


    Wie sehen in Deutschland, welche enormen gesellschaftlichen Diskussionen, Ängste und tatsächliche Sisruptionen aus dem Ende der heimischen Steinkohleförderung resultierten und welche uns derzeit bei der Barunkohle umtreiben.


    Dabei sind wir ein reiches Land nach 10 Jahren Wirtschaftsboom und die Braunkohle ist bei uns ein wirtscahftlicher Fliegenschiss. Wenn man will (und danach schaut's ja aus), kann man das Problem bei uns ganz einfach mit ein paar Milliarden zuscheissen.


    Und jetzt stell Dir mal vor, die Menschheit nimmt das tatsächlich ernst mit dem Klimaschutz und im jahr 2050 verbrennen wir reichen Industrienationen keine nenneswerten mengen mehr an fossilen Brennstoffen.

    Man kann ausgehen, dass es bis dahin den meisten Leuten dämmrn wird, was der Menschheit mit einer +3K Welt droht (Optimisten!), geschwiege denn bei einer +4K Welt.


    Ich gehe davon aus, dass CO2 Ausstoß über kurz oder lang als krigerische Akt verstanden wird, sobald die Hauptplayer dieser Welt das selbst vermeiden können.

    Der Untergang von Städten durch den steigenden Meeresspiegel ist die Vernichtung einer Stadt, die in der Langfristigkeit über das hinaus geht, was seinerzeit die Bombardierung von Hamburg war oder auch die von Hiroshima. Beide Städte waren kurze Zeit später wieder in gutem Zustand, eine vom Meeresspiegel geflutete Stadt wird es nicht sein.


    Nehmen wir also an, all unsere grünen Träume werden war und wir haben eine regenartive Energieversorgung in Deutschland, Europa, USA, China....


    Was macht das mit einem Land wir Russland oder Saudi Arabbien.


    Dort geht es nicht um ein paar tausend Arbeitsplätze im Energiesektor wie bei uns mit der Braunkohle, dort macht das Fördern von fossilen Energieträgern den Unterschied aus zwischen Wohlstand und Elend und welche Industrie soll dort die Förderung fossiler Energieträger nicht nur ersetzen, sondern auch noch Wirtschaftswachstum leisten, und das in nur 30 Jahren?


    Die Leute in Saudi Arabien und Russland diese Problem nicht diskutieren liegt daran, dass sie nicht an Klimaschutz glauben, nicht im geringsten. Niemand glaubt daran.

    Wie kann ein Unternehmen wie Saudi Amraco das wertvollste Unternehmen der Welt sein, wenn sein Geschäft doch keinerlei Zukunft hat?


    Irgendwas geht sich da nicht aus und ich sehe niemanden, der das Problem mal beim Namen benennt, geschweige denn eine Lösung anzubieten hat.


    So eine Lösung kann aber sein, dass Russland oder Saudi Arabien künftig grüne Energieträger herstellen und verkaufen, einfacher geht's mit Wasserstoff, aber auch synthetische Kraftstoffe wären zumindest denkbar.


    Dann muss man diesen Leuten aber auch einen Absatzmarkt bieten und eine glaubwürdige Perspektive, also künftige Geldströme, die in hunderten Milliarden Dollar/Jahr zu messen sind.


    So wie damals mit dem Solarstrom. Erst als klar war, dass man damit 20 Jahre lang 50ct/kWh garantiert bekommt haben die Investitionen begonnen und wir sind heute dort wo wir sind. Hätte man das nicht gemacht würde wir heute noch im Megawattbereich herum krebsen.

    Und wir haben 20 Jahre dafür gebraucht und sind noch keineswegs am Ziel.


    Die grundlegenden Weichen für Wasserstoff aus Russland im GW Bereich muss man HEUTE setzen, nicht im 15 Jahren.


    Wer sich hinstellt und es blöd findet, Wasserstoff aus Russland zu kaufen behindert diese Entwicklung. Russland hat gar keine Alternative dazu, weiterhin Öl und Gas zu fördern und zu verkaufen und eines Tages in die Ecke gedrängt werden die Russen möglicherweise der Ansicht sein, dass sie in ihrem riesen Land mit globaler Erwärmung besser klar kommen als andere, während andere das dann als Kriegsakt sehen.


    Und dann?


    MfG

    Natürlich ist es sinnvoll H2 zu importieren, ich glaube nicht, dass wir überhaupt die reale Option haben, das nicht zu tun.


    Wie denkt ihr Euch denn Klimaschutz in Staaten wie Russland, Saudia Arabien, Katar oder Venezuela?


    Niemandem ist geholfen, wenn die Staaten in 2050 das Zeug immer noch wie blöde fördern und verbrennen, weil die Länder sonst Pleite gehen.


    Im Gegenzug dazu ist bei uns die nötige Menge an Windkraft und PV zwar technisch baubar, gesellschaftlich aber nicht. Man kann das doch aktuell live sehen, dass die Wutbürger die Oberhand haben und Klimaschutz in Deutschland hoch wirkungsvoll ver- und behindern. Ihr glaubt doch nicht im ernst, dass sich das wieder grundlegend ändert?


    Stromleitungen will auch keiner, aber gegen Gasterminals und die bereits existierenden Gaspipelines halten sich die Proteste in überschaubarem Rahmen

    Nebenbei:

    ca. 600 H2-BSZ-Kfz in D verteilen sich auf ca. 70 öffentliche H2-Tankstellen. Wir haben das dichteste H2-TS-Netz der Welt! Trotzdem will Hr. Scheuer jährlich >50H2-TS zubauen! Die Kosten (1,8Mio.€ ... 12Mio.€) werden zu fast 50% vom Steuerzahler getragen!


    Ich könnte ko ....en. <X

    Wenn man ein H2 Tankstellennetz für H2 LKW aufbauen würde hätte das durchaus meine Zustimmung. Für O-Leitungen EU weit kann man sich ja scheinbar auch nicht erwärmen.


    Natürlich bräuchte es dann auch ein paar H2 LKW, die auch damit fahren.


    Interessant an bisherigen PKW H2 Tankstellen ist übrigens, dass die Tankzeiten von 5 Minuten oft auch nur theoretisch sind und zwar dann, wenn vorher 1h lang keiner getankt hatte und wenn einem nach dem Tankvorgang der Anschlußstutzen nicht vereist und erst wieder auftauen muss.


    Wenn viele Fahrzeuge tanken wollen sinkt der Druck erheblich und dann sind schon mal Tankzeiten von 30 Minuten üblich, so angeblich in Kalifornien.


    Der Hauptvorteil von H2 gegenüber den BEV ist eher auf Systemeben zu sehen, dass man da ein Speicherelement mit sehr hoher Kapazität im System hat. Gesamtwirtschaftlich betrachtet könnte das ein mächtiger Vorteil sein.


    Der zweite Vorteil ist die Importmöglichkeit. Machen wir uns nix vor, ich sehe nicht wie sich die deutschen Wutbürger für 500TWh onshore Wind in Deutschland erwärmen sollen.


    MfG

    Nachts fällt eher selten Solarstrom an.

    Genau das bildet doch der Marktwert Solar ab.


    Das ist der Börsenwert, gewichtet nach der jeweilig eingespeisten Solarstrommenge, daher ist natürlich die Mittagszeit auch überproportional stark vertreten und die Nachtpreise eben garnicht.

    Ich sprach von Börsenpreisen um die Mittagszeit und du kommst mit gemittelten Kursen. Wenn schon, dann bitte über den Zeitraum von 10:00 bis 14:00 mitteln.

    Wenn ich eine PV Anlage ohne EEG betreibe interessiert mich, was ich im Monats- oder Jahresverlauf an Erlösen für meinen Solarstrom bekommen kann. Genau das zeigt meine Grafik mit den gewichteten Mittelwerten.


    Das ist die letzten drei Jahre angestiegen von ca. 2,95ct/kWh in 2016 auf 3,57ct/kWh in 2017 und 4,52ct/kWh in 2018.


    Ob der Trend anhält wird sich zeigen. Der generelle Anstieg der Strompreise spricht dafür, der Zubau zusätzlicher PV Anlagen spräche dagegen. Die Auswirkungen von mehr Solarstrom sieht man ja jetzt schon sehr gut an den Schwankungen im Jahresverlauf.

    Im Januar 2019 war Solarstrom 5,91ct/kWh wert (trotz reichlich Wind), im Juni 2019 nur noch 2,91ct/kWh. Wenn Dutzende GW an Solarstrom im Netz sind fällt eben meistens der Preis. Das wird natürlich nicht besser, wenn man PV stark zubaut, wenn man sich den 100GW PV Leistung nähert (und da wollen wir hin) reicht die Sonne alleine aus, um die Nachfrage bei schönem Sommerwetter bereits komplett zu decken, dann kann man sich den Börsenpreis dazu ja denken.


    Sollte sich der Marktwert längerfristig um oder über 5ct/kWh etablieren werden wir vermutlich auch einen großen Zubau an PV Freiflächenanlagen ohne EEG sehe. Ich hoffe, dass es so kommt, drauf wetten würde ich erstmal nicht.

    Speicher an der PV Anlage helfen da leider so gut wie nix, weil die nur 1-3ct/kWh umgesetzter Energiemenge kosten dürften und das erscheint mir nicht machbar.


    Wenn Dich nur interessiert, was man zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr bekommen kann (was machst Du mit dem anderen Solarstrom?) musst Du Dir das eben selber errechnen, mir fehlen dazu die verfügbaren Daten.


    MfG

    Ach ja, es soll deutlich mehr Öl, Gas oder Kohle vebrannt werden aber man bekennt sich zu dem Klimaschutzzielen.


    Das ist ganz große Magie.


    Im Grunde muss man den Leuten dankbar sein, dass das alle solche Trottel sind. Man stelle sich mal vor, die Araber würden mit dem nahezu unendlichen Geld aus der Ölförderung tatsächlich was sinnvolles anfangen und langfristig strategisch denken. Wir Europäer wären demgegenüber vollkommen machtlos.


    Sollen die ruhig glauben, dass die Party ewig weiter geht.


    2020 stirbt die Kohleindustrie

    2030 die Ölindustrie

    und in 2040 ist es ein Kriegsgrund, wenn ein Land nooch große Mengen CO2 in die Luft pusten will.

    im Sommer 2018 sah das Anders aus, da waren Börsenpreise von 7-8ct/kWh in der Mittagszeit normal (außer am Wochenende)

    Ich hab mal eine Grafik mit den Marktwerten für Solarstrom in Deutschland gebastelt


    Auf den ersten Blick erscheint das durchaus attraktiv mit steigenden Preisen, aber man hat eben zwei Entwicklungen, die sich überlagern.


    + Vermutlich generell steigende Börsenpreise

    - Selbstkanibalisierung durch weiteren PV Zubau in Zeiten hoher Einstrahlung. Bisher sehen wir die 0ct/kWh bei Soalrstrom erst dann, wenn gleichzeitig noch der Wind weht, so Richtung 100GW braucht es dann dafür aber keinen Wind mehr, dann hat man das jeden Sommertag nur durch die PV alleine.


    Attraktiv sind vor allem Solaranlagen, die häufig dann Strom liefern, wenn es die Konkurrenten nicht tun. Also irgendwo in Süddeutschland, wenn dort bei Föhnwind die Sonne scheint während das restliche Deutschland unterm Hochnebel hockt.


    Das ist aber so hoch komplex, das kann man nicht prognostizieren.


    Ne Insolvenzanmeldung gehört bei den US-Kohlefirmen inzwischen zum guten Ton...

    Ich kenne mich im US Insolvenzrecht nicht aus.


    Ist das eine Möglichkeit, sich vor Krankenversicherungskosten und Pensionszahlungen der (ehemaligen) Mitarbeiter zu drücken? wie war das seinerzeit bei GM?


    Wenn ja wäre das natürlich eine riesen Schweinerei.

    Mit stabilen 7ct/kWh werden no-EEG PV-Freiflächenanlagen der große Hit. Da werden wir schnell wieder in die Regionen von > 10GW/a Zubau kommen.

    Wir werden also wieder einen funktionierenden Merit-Order Markt bekommen.


    7ct/kWh im Schnitt bedeuten nicht, dass das auch der Marktwert für Solarstrom ist. Wir sind da mittlerweile in einem Leistungsbereich wo man klar sieht, dass der Solarstrom in den Sommermonaten deutlich weniger wert wird, das wird sich natürlich noch erheblich verstärken, wenn wir bei PV dann mal Richtung 100GW gehen würden...


    Man muss also über kurz oder lang davon ausgehen, dass in Zeiten hoher Solarstromproduktion der Wert eben dafür Richtung 0ct/kWh marschiert, das muss dann zu anderen Zeiten ausgeglichen werden.


    MfG