Beiträge von cephalotus

    Noch lokal begrenzte Ereignisse wie der syrische Bürgerkrieg, der seine Ursache in den Folgen der Überbevölkerung des Staatsgebiets hat, kann nichtmehr durch Migration in andere Weltgegenden gelöst werden. Eine Lösung die bisher seit ca. 1800 nur deswegen funktioniert hat, weil es damals noch reichlich bewohnbare Gebiete mit sehr geringer Bevölkerung (die man häufig gleich noch massenweise ermorden konnte) gab. Diese "Lösung" ist inzwischen obsolet geworden. Der weitere Anstieg der Weltbevölkerung dauert auf geringerem prozentualem Zuwachs, aber auf hoher Basis weiter an, obschon auch hier die "Grenzen des Wachstums" deutlich überzogen wurden - jedenfalls, wenn wirklich alle Menschen gleich sein sollen.

    Es läuft wohl im 21. Jahrhundert auf 10 Milliarden Menschen +/- hinaus.


    Da Genozid keine Option ist muss man die beiden Hauptprobleme lösen und das ist die energieversorgung für diese 10 Milliarden Leute (und 2 Milliarden + x PKW) und auch die Nahrungsmittel bereit stellen.


    Zu letzterem gibt es hier einen Lösungsansatz. Im Gegensatz zur Energiewende kann das heute schon jeder für sich ausprobieren und umsetzen:


    https://www.thelancet.com/commissions/EAT

    Ist "teuer" für die "Rettung des Planeten" nicht irrelevant, vor allem dann, wenn man die negativen Einflüsse der Erneuerbaren auf die Umwelt berücksichtigt: Vogel-/Insektenschreddern, Ressourcenverbrauch bei der Gewinnung von Rohstoffen (e.g. Lithium) etc?

    Wenn ich dann noch die ungelöste Thematik um den Begriff der "Dunkelflaute" berücksichtige, kann Atomkraft als unterstützende Energiequelle m.E. nicht einfach so wegdiskutiert werden - zumindest nicht mittelfristig.

    Im Gegensatz zu vielen hier bin ich AKW nicht grundsätzlich ablehnend eingestellt, wie man im entsprechenden Thread dazu nachlesen kann. Ich halte sie aber aus diversen Gründen für Mitteleuropa für ungeeignet.


    Neue Atomkraftwerke sind hierzulande auch ungeeignet die "Dunkelflaute" abzudecken.


    Darüber hinaus könnte ein neues AKW in Deutschland vielleicht 2035 in Betrieb gehen, was wollen wir dann noch damit?


    Die Ergänzung zu Solar- und Windkraftanlagen in Deutschland sind Gaskraftwerke.


    Heute ist das Methan noch Erdgas, künftig kann es eine Mischung sein.


    Ich hab auf die Schnelle keine konkrete Zahl, schätze aber den Heizwert der Biogasproduktion in Deutschland im letzten Jahr auf ca. 100TWh.

    http://www.fnr.de/fileadmin/al…daten_Bioenergie_2018.pdf

    Im Stoffstrom kommen auf 60% Methan noch grob 40% CO2, welches sich über Sabatier mit grünem Wasserstoff ebenfalls zu grünem Methan "aufwerten" ließe. Dann noch etwas Wasserstoff direkt in die Gasnetze und 200TWh grüne Gaserzeugung aus Deutschland erscheinen jetzt nicht mehr sonderlich spektakulär.


    in Gasturbinen, Gasmotoren und BSZ eingesetzt, lassen sich damit 60-70TWh Strom bedarfsgerecht und hoch flexibel produzieren. Das sollte für die Stromwende zu 100% EE schon reichen und reicht auf alle Fälle um die Dunkelflauten gut zu füllen.

    Das ganze könnten wir auch 2030 schon haben und teurer als ein paar relativ nutzlose AKW ist es auch nicht.


    Hier kann man sich mit diversen Szenarien spielen:


    http://www.energieversorgung-e…e/SzenarienGenerator.html


    weder braucht es sonderlich viele Speicher noch braucht es sonderlich viel Gas, um die Energiewende in Deutschland zu schaffen. Kernenergie und Kohle braucht es garnicht.


    MfG

    Moin!

    Ich darf dich auch um die Quellenangabe bitten.

    Was genau möchtest Du wissen?


    Hier mal ein Einstieg, ansonsten findet sich auf der Seite Lesestoff für problemlos einen ganzen Urlaub


    https://www.bundesnetzagentur.…_blob=publicationFile&v=5


    Wenn das nicht genügt kannst Du auch bei https://www.consentec.de/publikationen/studien schmöckern.

    Die sind auch kein niemand und haben z.B. die Netzausbauanalysen für 100% Elektromobilität im eon Netz durchgeführt



    Zitat

    Das bezweifle ich nicht. Wenn du dafür bezahlt wirst, kann das aber auch zu Lasten der Objektivität gehen.

    Ironischerweise kommt mein Geld von der wohl Braunkohle freundlichsten Regierung in diesem Land.


    Zitat

    Zum Thema Parteienpräferenz:


    Kannst du dir vorstellen, dass ich weder Grün, noch Links oder Rechts in der aktuellen Zusammensetzung präferiere?

    Kannst du dir vorstellen, dass ich echt Bock auf die Energiewende habe und mich daran massiv beteilige?

    Kannst du dir vorstellen, dass ein Großteil der aktuellen Grünen-Wähler tatsächlich glaubt, dass die "Rauchschwaden" aus dem Schornstein eines AKWs, das sie exemplarisch als Bild in der Tagesschau zum Thema Klimawandel vorgesetzt bekommen, negativ zum CO2-Ausstoss beiträgt?

    ich weiß nicht welche Partei Du präferierst, Du magst es offensichtlich auch nicht erzählen und ich halte es maximal für interessant, aber in der Sache für nicht relevant.


    Leider bist Du derjenige, der bisher auf Sachebene nur äußerst dünn aufgetreten ist, dafür aber sehr viel Aufwand betreibst, die Grünen sowie deren Wähler zu diffamieren.

    Ich versichere Dir, dass weit über 90% der Bevölkerung zu Energiewendethemen bei Details fachlich überfordert sind und das zieht sich durch alle Parteienpräferenzen.

    Wie es sich mit Beruf, Bildungsstand usw. der Wähler verhält wird ja öfters mal untersucht. einen Grund die Grünen als dumm darzustellen kann man daraus nicht ableiten, ganz im Gegenteil:

    https://www.diw.de/documents/p…_01.c.562050.de/17-29.pdf

    Die "Dümmsten" sind übrigens die Nichtwähler. :-)


    Es wäre also gut, wenn Du Dich dazu positionierst, was Du hier eigentlich diskutieren möchtest? Fachliche Aspekte der Energiewende oder persönliche Meinungen zu Wählergruppen. Für letzteres ist mir meine Zeit zu schade, dafür gibt es sicherlich auch geeignetere Plattformen.


    (PS: Bei den "Rauchschwaden" aus dem AKW Schornstein meinst Du vermutlich Dampfschwaden aus dem AKW Kühlturm? Ich frage nur mal vorsichtshalber nach, wie gesagt, weit über 90% der Leute sind mit Details halt überfordert und bisher bist Du mir hier auch noch nicht durch Fachwissen aufgefallen)

    Jaja, Schweizer Lach- und Sachgeschichten.


    Beim konkreten Produkt ist man dann ja schon ein bissl vorsichtiger im Vergleich zur Märchenseite:


    70% Wirkungsgrad (die extrem hohe Selbstentladung wird verschwiegen)

    Plötzlich doch nur noch 4500 Zyklen bei nur noch 80% DOD


    https://www.innovenergy.ch/saligo/


    Wenn man ein bisschen sucht findet man dann schon ansatzweise sowas wie ein Datenblatt und schwupss:


    https://www.srb-gmbh.de/produk…m-nickelchlorid-batterie/


    2000 Zyklen bei 80% DOD (Restkapazität unklar)

    nur noch 81Wh/kg

    60W Selbstentladung (nach etwas über 2 Tagen hätte sich der volle Akku zum Erhalt der Betriebstemperatur bereits selbstständig entladen und würde dann fest ud erstmal unbenutzbar. Die alten Zebra machten das auskühlen nur ein paar Mal mit, dann waren sie tot.)

    Was der Faradysche Wirkungsgrad bei einer Batterie sein soll ist mir noch nicht klar, ich vermute mal es ist der Coulombsche W. gemeint.


    Die nächste Stufe Stufe ist dann eine verbindliche Garantieerklärung zur Lebensdauerund ein unabhängiger Praxistest zum realen Wirkungsgrad.


    Auch der tatsächliche Preis wäre zumindest spannend.


    Fassen wir also zusammen was der neue "Schweizer Wunderakku" großartiges kann:


    Im PKW ist er sauschwer (gegenüber Traktionsakkus fehlt ja noch der Crashsichere Rahmen und das ganze Hochvoltgedöns) und wenn der randvoll geladene PKW drei Tage herum steht ist der Akku komplett leer und auskristallisiert. Um den erstmal auf Betriebstempratur zu bekommen, darf man 20 Stunden lang aufheizen und dann beginnt der Ladevorgang. Schnellladefähig sind die Zellen übrigens auch nicht.


    Als Solar Heimspeicher hat man vom hohen Temperaturfenster exakt garnix, man hat selbst bei dem Minispeicher bereits 60W Heizverlust. Macht 519kWh reinen Heizverlust. Bei einem 3,65kWh Speicher mit 250 Vollzyklen im Jahr und angeblichem 70% Wirkungsgrad würden 639kWh aus dem Akku entnommen werden können.

    Hinein laden müsste man 912kWh, dazu kommen 519kWh Heizverlust. Macht also selbst mit diesen Angaben vom Anbieter unter idealen Bedingungen einen Wirkungsgrad von 44%. Yaeh!

    Meine Wette für die Praxis lautet weniger als 40% Wirkungsgrad.


    Wenn ich mir das so überlege möchte ich so einen Speicher nicht mal geschenkt als Heimspeicher.

    MfG

    b) war das Thema meines vorangegangen Beitrags ein anderes: nämlich dass die Grünen weder mit Fachkenntnis noch mit Realismus brillieren, sondern vielmehr mit Populismus

    Ich bin vom Fach, zumindest werde ich genau dafür bezahlt mich mit der Energiewende zu beschäftigen.


    Ich kenne nicht jede Aussage jedes Politikers jeder Partei und sicherlich lassen sich bei den Grünen Aussagen finden, die bzgl Energiewende unrealitisch und falsch sind, manche vielleicht auch naiv Laienhaft falsch. Nicht jeder hat dort von Energie und Stromnetzen viel Ahnung, wird aber bisweilen dazu gefragt.


    Geschenkt.


    In der Sache haben Sie aktuell aber vollkommen recht. Die Energiewende ist möglich, bezahlbar, machbar und sinnvoll, sie wirrd aber von der bisherigen Regierung blockiert bzw teilweise schlichtweg sabotiert.


    Deutschland ist heute so "führend" in der Energiewende, wie wie "führend" bei Mobilfunknetzen sind.


    Hinten dran stehen immer noch 10t CO2 pro Nase und Jahr. Diese Zahl gilt es zu ändern und das macht man nicht mit Sabotage der EU Klimaschutzbemühungen und auch nicht mit dem Keinkleckerkram den sich die Klimaschutzkomission gerade zusammen phantasiert.


    In Deutschland gab es bisher drei Ereignisse, die an dieser o.g. Zahl etwas verändert haben.


    1. Die enEV und Vorgänger. Auslöser waren die Ölkrisen, nicht der Klimaschutz

    2. Der Zusammenbruch der Ostdeutschen Industrie ab 1990. Hier war Klimaschutz der Beifang. Das Basisjahr 1990 verwendet unsere Politik noch heute, wenn es darum geht, mal wieder vor dem Spiegel zu onanieren wie geil wir Deutschen doch beim Klimaschutz waren.

    3. Das EEG 2000. Das war seinerzeit ein hervorragendes Markteinführungsprogramm für PV und Wind. Besser als alles andere was es davor gab. Weltweit.

    Man hätte das EEG refomieren müssen, als es so ab 2008-2010 herum seinen Zweck erfüllt hatte. Das haben die CDU geführten Regierungen bis heute verschleppt.


    Die CDU/CSU/FDP hat nicht eine Maßnahme gebracht, die an den 10t etwas geändert hätte. Dafür haben Sie auf EU Ebene den Klimaschutz sowohl beim Handel mit Emissionszertifikaten als auch bei de EU Flottengrenzwerten sabotiert.


    das mag so im Detail vielen Wählern nicht klar sein, aber zumindest ein Teil scheint gar richtig zu ahnen, dass die Grünen in diesem Bereich definitiv recht haben und uns die CDU geführten Regierungen wie schon beim Mobilfunknetz, KI und auch anderen Technologien aktiv daran hindern, Wohlstand im 21. Jahrhundert zu erzeugen.


    wer heute im Jahr 2019 noch ernsthaft erzählt, die Kohlekraft wäre für Deutschland Industriepolitisch wichtig ist ein größerer Trottel als die Grünen es je sein könnten.


    In UK wurde der Kohleausstieg in grob 5 Jahren durchgezogen. Alles was nötig war war ein moderater CO2 Mindestpreis.


    https://www.theguardian.com/en…ains-record-coal-free-run


    Auch viele andere europäische Nationen kommen beim Kohleausstieg voran. Eine der wenigen unrühmlichen Ausnahmen ist Deutschland, der angebliche Vorreiter.


    In Fachkreisen muss man sich als Deutscher teilweise schon schämen. Die Schweden sind uns beim Klimaschutz meilenweit voraus. Hier hat die AfD in Ostdeutschland fast 30% Stimmen, eine Partei die den anthropogenen Klimawandel leugnet, weil sie glaubt, damit mehr Stimmen fischen zu können. Dass das evtl auch noch klappt ist schon ziemlich traurig.


    MfG

    Danke für die links.


    "...wir haben massiv Stromexporte. Wir exportieren ein Zehntel unseres Stroms ins Ausland, in andere Länder. Die osteuropäischen Staaten haben schon gesagt: ‚So geht das nicht weiter, ihr verstopft unsere Netze.‘ Deswegen haben wir gesagt, diese zehn Prozent Export die können wir an Kohle vom Netz nehmen. Und natürlich gibt es Schwankungen. Das ist vollkommen klar. An Tagen wie diesen, wo es grau ist, da haben wir natürlich viel weniger erneuerbare Energien. Deswegen haben wir Speicher. Deswegen fungiert das Netz als Speicher. Und das ist alles ausgerechnet. Ich habe irgendwie keine wirkliche Lust, mir gerade mit den politischen Akteuren, die das besser wissen, zu sagen, das kann nicht funktionieren. Die Bundesnetzagentur, das Bundeswirtschaftsministerium war mit dabei in den Sondierungsgesprächen, als Experten geladen, haben das durchgerechnet. Das ist machbar..."


    Wenn man Frau Baerbock aus der Aussage eines ellenlangen Interviews zu einem Dutzend Themen einen Strick drehen will muss man selber schon auf super dünnem Eis stehen. Ja, die Formulierung ist physikalisch nicht korrekt, aber das ist halt Umgangssprache.

    Mit dem Kern Ihrer Aussage hat sie absolut recht. Die Bundesnetzagentur hat durchgerechnet, dass ein Kohleausstieg funktioniert.

    Wenn es jemand weiß dann die.

    Inhaltlich gibt es daran überhaupt nichts zu rütteln.

    Auch werden wir (und tun es schon heute) Solar- und Windstrom "im Netz" speichern. In Form von damit verbundenen Speichersystemen.


    Dass Spitzenpolitiker nicht in Foren auftreten dürfte nachvollziehbar sein. Soviel Gift und Galle wie dort gespuckt wird (gegen Repräsentanten jedweder Partei) und so wie dort aus der scheinbar sicheren und dunklen Anonymität heraus angegriffen wird wird sich das kein normaler Mensch antun. Und auch wenn es für viele Leute heute unbegreiflich erscheint: Auch Politiker sind normale Leute.


    Mal davon abgesehen, dass es auch sinnlos und ineffizient ist.


    MfG

    Ich sehe derzeit kein "Lithium-Problem". Wenn man das Kobalt loswerden will kann man ja stationär auf LFP gehen.


    redoxFlow ist nicht neu, ich kenne zumindest zwei Projekte mit Vanadium basierten Akkus von Gildemeister und beide sind alles andere als überzeugend. Sehr mieser Wirkungsgrad, laut. Super teuer. Ein drittes sehe ich herum stehen, hab dazu aber keine Daten.


    Natrum Schwefel fand ich da vor 10 Jahren mal überzuegender auch wegen der Rohstoffe, aber das tritt alles auf der Stelle, whrend sich Lithium basierte Systeme rasant weiter entwickelt haben und heute sehr gute Leistugsdaten zum guten Preis bieten.


    Es hat schon seine Gründe, warum alle mir bekannten Megawattspeicher in Deutschland als Li-Ionen Speicher gebaut werden.


    Speicher nur zum Spaß?


    Exakt das passiert doch gerade jetzt x-tausendfach. Die ganzen PV Heimspeicher bringen für die Energiewende mehr negatives als positives und trotzdem werden die gebaut.


    Keiner sagt, dass man keine Speicher braucht in einem Netz mit viel Solar und Wind, aber man braucht keine Unmengen davon, das ist relativ überschaubar.

    Hier kannst du dir diverse Szenarien detailliert anschauen, leider nicht als csv exportierbar.


    Achte man auf die Batteriespeicher, Leistung und Energieinhalt. Du wirst feststellen dass das auch bei -95% THG sehr überschaubar bleibt. Die Flexibilität holt man sich anderweitig ins Netz.


    http://www.energieversorgung-e…e/SzenarienGenerator.html


    MfG


    Hallo PV75,


    erstmal finde ich es gut, dass Du Deine Filterblase verlassen hast und scheinbar Willens bist , mit der anderen Seite zu diskutieren.

    Das ist richtig und wichtig, Lagerkämpfe und Bürgerkriege sind immer blöd. Das passiert wenn man nicht mehr reden und zuhören will und stattdessen gedankliche oder reale Schützengräben aushebt.


    Ich glaube aber nicht, dass es sonderlich hilfreich ist, wenn wir uns hier populistische Parolen um die Ohren schlagen und den politischen Opponenten diskreditieren. Hat das PV Forum mit seinen eigenen Politik-Lieblingen natürlich auch schon gemacht, fachlich überzeugend ist das auch da nicht.


    Wir alle hier wissen hoffentlich wie Speicherung im Stromnetz gemeint ist, oder möchtest Du das ernsthaft hier diskutieren? (Wenn man Dritten, die sich hier nicht verteidigen können schon Zitate zuordnet wäre es auch gut, die Originalquelle zu benennen. Ansonsten kommt schnell der Verdacht auf, dass die Erfunden sind oder frei aus dem Zusammenhang gerissen)


    Nun zur fachlichen Seite


    Ein Auto ist nicht umweltfreundlich. Da stecken rund 2 Tonnen Material drin, die Dinger brauchen immense Mengen versiegelten Platz, verstopfen unsere Städte und sind durch den Reifenabrieb Hauptursache für Mikroplastik in unserer Umwelt (und demnächst in unserem Körper?).

    Der Produktion des Fahrzeugs kann man einen CO2 Fußabdruck von 10-15t zuordnen, beim ePKW wegen des Akkus derzeit etwas mehr als dem Verbrennungsmotorischen PKW.

    Wir wissen alle, wo wir bei den CO2 Emissionen pro Nase recht bald hinkommen müssen, in diese Welt passen solche Güter nicht wirklich....


    Egal welcher Antrieb, der PKW ist eine umweltschädliche Sache und wir werden auf der Welt künftig nicht 1 Milliarde davon haben sondern 2 Milliraden, denn auf der anderen Seite sind PKW für viele Menschen super praktisch und ein wichtiges Status- und Wohlstandssymbol. Kein Wunschdenken dieser Welt, egal ob grün oder blau, wird daran großartig etwas ändern.


    Nun stelle Dir die Welt im Jahr 2040 mit 2 Milliarden PKW vor, 2 Milliarden PKW, die jeder aus 2 Tonnen kostbarer Rohstoffe bestehen mit einem hohen ökologischen Fußabdruck.


    Im ersten Szenario sind dies 2 Milliarden PKW mit Verbrennungsmotoren. Diese werden wie bisher alle 10 Jahre ersetzt und sie verbrennen jedes Jahr pro PKW 1 Tonne Erdölprodukte.

    In dieser Welt werden jedes Jahr Fahrzeuge mit einer Masse von 400 Millionen Tonnen Rohstoffen neu gebaut und die Fahrzeuge auf der Straße verbrennen 2 Milliarden Tonnen Rohölprodukte jedes Jahr. Jahr für Jahr. Durch die hohe Erdölnachfrage müssen unkonventionelle Quellen erschlossen werden, also Tiefseeöle, Ölsande und Ölschiefer und vermutlich auch Kerogene unter den Urwäldern Mittelamerikas. Das dreckigste von dreckigen.

    2 Milliarden Tonnen jedes Jahr und das zeug verschwindet ja nicht sondern landet als Abgas in der Atmosphäre.


    In der anderen Welt haben wir 2 Milliarden ePKW. Wir bauen dann hoffentlich solche ePKW, deren Antriebsstrang nicht 200.000km hält wie der der Verbrenner, sondern 1 Million km. Für das simple Getriebe, den E-Motor und die Leistungselektronik ist das Kleinkram, was sind da schon 20.000 Betriebsstunden unter überwiegend Teillast? Nichts.

    Für die Traktionsbatterie mit 400km Reichweite sind das gerade mal 2.500 Vollzyklen. Schon heute können gute Zellen mehr als 5.000 Vollzyklen ab.

    In so einem Fahrzeug würde man also den Antriebsstrang viel länger nutzen und nur die Karosse, die Software und eben den neusten aktuellen Scheiß gelegentlich neu drauf setzen. Die Hochzeit dieser Komponenten ist ja bei der aktuellen Generation von MEB 1 bei VW schon längst implementiert und auch, dass eine Plattform sehr unterschiedliche Karossen tragen kann, vom Sportwagen über Kleinwagen über Crossover zum Kleinbus.

    Wenn man heute eine neue Küche kauft reißt man idR sein Haus auch nicht ab und kauft ein neues, sondern tauscht nur die Küche aus.

    Der Strom für diese ePKW muss 2040 natürlich aus CO2 armen Quellen kommen, das dürfte aber eine Selbstverständlichkeit sein.


    Wo siehst Du die Zukunft?


    Die für mich einzige denkbare Alternative wäre das Wasserstoff-Brennstoffzellen-Auto, aber das ist nichts weiter als ein ePKW mit kleinerem Akku, dafür mit Drucktanks und Brennstoffzelle.Das fällt ganz genausowenig vom Himmel. Dieses Auto braucht dann ca. 2,5x mehr Energie (Elektrizität) pro 100km, der Brennstoff wird das 4fache kosten pro 100km und auch das Auto selbst und die Infrastruktur wird teurer sein.


    Vorteile: Kürzere Tankzeiten und Entkopplung von Stromnachfrage und Stromangebot. Außerdem kann man Wasserstoff leichter importieren als dieselbe Energiemenge als Elektrizität (je nach Produktionsort)

    Mich überzeugt das nicht.


    MfG

    Ich denke auch, dass Lithium nur eine Übergangslösung sein kann.

    Wir brauchen ein Material, welches auf der Erde fast unbeschränkt vorkommt, leicht abbaubar und reziklierbar ist. Z.B. Salz.

    So hatte ich letzte Woche Bekanntschaft mit der Salzbatterie gemacht; Sie funktioniert, sogar im Elektroauto!

    Warum also die ruhmreiche deutsche Automobilindustrie noch einem toten Pferd aufsitzt, ist mir unerklärlich.

    einstein0

    Wir brauchen für Traktionsakkus vor allem ein Material, mit dem sich langlebige und effiziente Akkus mit hoher Leistungs- und Energiedichte bauen lassen.

    Ein Blick ins Periodensystem der Elemente offenbart recht schnell, dass da kein Weg an Lithium vorbei führt.

    Metallisches Lithium (z.B. in der LiS Zelle) wäre -theoretisch- noch besser als Li-Ionen , aber es bleibt u.a. das Problem der Dendriten.


    Stationär mag man irgendwann mal mit anderen Technologien spielen, ob die den Vorsprung von Lithium bei der Massenfertigung einholen können muss sich aber erst zeigen.

    Bei der Photovoltaik haben sich die Dünnschichttechnologien und die anderen als Alternative zu c-Si nicht durchsetzen können und die waren schon viel näher dran als es jede andere diskutierte Batterietechnologie im Vergleich zu Lithium-Ionen ist.


    MfG