Beiträge von cephalotus

    Immerhin lösten wir in der Schweiz die laufende "Atomkatastrophe" seinerzeit besser als die Österreicher ihre Investitionsruine von Zwentendorf. Unser letztes Kernkraftwerk wurde bereits nach der Projektphase durch das Volk beerdigt.

    einstein0

    Und die Österreicher waren schlauer als wir Deutschen.


    Bei kalkar haben wirs noch ähnlich gemacht und flüssiges natrium herum zirkulieren lassen, aber in Hamm waren wir maximal schlau und haben das Ding auch mal kurz hochgefahren, damit es ja schön radioaktiv wird, bevor wir's dann still legten.


    Wenn wir etwas machen dann auch richtig. Blöder geht nur noch mit einem Super-GAU.

    ...Okay, die Schweiz kann sich sogar leisten, Kernkraft zu nutzen, also neue KKW zu errichten ! In einer Welt, wo einige sich allem entziehen (Steuern) und einige ungehindert, ihre Mitmenschen ausrauben können, braucht es immer einige Ort der Glückseligkeit!...

    Schon wieder muss ich Dir zustimmen.


    Kernreaktoren machen in Ländern Sinn, die vier Eigenschaften haben müssen:


    1. Das Land muss sehr groß sein, so dass man problemlos und schnell viele Leute umsiedeln kann

    2. Das Land muss in der Lage sein, 1 Billion USD Schulden machen zu können, um damit die Kosten einen sGAU zu finanzieren (nicht jedesmal hat man soviel Dusel wie die Japaner in Fukushima, dass einem der Wind das Zeug aufs Meer bläst)

    3. Das Land muss über eine Struktur verfügen, die es ermöglicht, eigene Leute in den Strahlentod zu schicken. Entweder aufgrund des Berufsethos und Pflichtgefühls, oder weil man dahinter einen mit dem Gewehr stellt (oder hinter die Frau und Kinder)

    4. Da das als Hobby recht teuer ist ist es sehr sinnvoll, wenn man Atombomben baut oder anstrebt, denn damit lässt sich viel quer finanzieren.


    Wenn man sich jetzt auf der Welt so umschaut fallen einem ein paar Länder auf, die durchaus in Frage kämen, USA, Russland, China und Indien. Ich würde auch Saudi Arabien dazu zählen. Frankreich oder Schweden sind schon sehr grenzwertig, vielleicht noch eher Kanada oder Australien.


    Die Schweiz hingegen fällt garantiert nicht darunter. In der Schweiz Kernkraftwerke zu betreiben ist an Dämlichkeit kaum zu überbieten. Schneide mal einen Kreis mit Radius 30km aus Euren Land raus und kalkuliere den Schaden und dann überlge, wo die Leute alle hin sollen.

    Ich vermute, dass man seinerzeit halt auch spekulierte, ein paar Bömbchen zu bauen und da wollte man auch im Klub mit dabei sein.


    Dasselbe gilt für den Visegard Staaten. Nur ein Super-GAU und die Staaten sind pleite. Da hat sich die Technologie aber so richtig gelohnt.

    Es erklärt sich eben nicht, das Polen meint, man brauche mehr Geld, um die Umbau auf EE zu stemmen, wo ganz klar ist, dass ein fossiler Ersatz, der maroden Kraftwerke Polen niemals stemmen könnte und Polens Kohlförderung schon jetzt hoffnungslos zu teuer ist. Polen kauft Steinkohle vom Erzfeind, weil die Politik in Polen so logisch, konstant und konservativ ist?


    Mit Polen könnte man ein Vorbild schaffen. Mit EU Mittel und Krediten der EIB den Umbau weit vor 2040 realisieren. Das Jahr 2070 ist totaler Quatsch, sollte Polen im Jahre 2040 noch immer an der Steinkohle hängen, wird Polen noch mehr in Schieflache geraten (Bilanzen).


    Interpretiere ich das falsch? Bitte um eine fundierte Diskussion. Danke


    Deutschland wird im Klimaschutz versagen, genauso wie Deutschland bei der Mobilitätswende versagte und auch beim Kohleausstieg


    Meine ganze Hoffnungs etze ich ausschließlich auf die EU, bisher ist die EU beim Klimaschutz draamtisch wirksamer als Deutschland.


    der Rückgang der Kohleverstromung kommt vom Zertifikatepreis (EU), die neue e-Mob welle kommt nur von den flottengrenzwerten (EU) und selbst das Klimapaket in Deutschland kommt nur aus Angst vor Milliardenstrafzahlungen an die EU.


    das einzige was wir jemals konnten war ein bissl Dämmung und das EEG und beides hatte Klimaschutz nur als Sceinziel, in Wirklichkeit ging es um Industriepolitik (die man leider auch vergeigt hat)


    Nur und ausschlißelich die EU kann überhaupt noch etwas beim klimaschutzbeewegen. China und Indien gehen lieber unter als sich zu zucken und bei den USA hat man die Abhängigkeit vor der Wahl und außerdem den Amerikan way of life.

    Machen wir uns nichts vor, jeder Landespolitiker der Klimaschutz umsetzt wird abgewählt.

    Das EU Parlament dient für vieles als Sündenbock, aber in der Hinsicht ist es etwas freier im Agieren, weil es die Wutbürger zum Glück garnicht kapieren, dass der Ursprung der Gesetze über ide sie sich aufregen in der EU gelegt wurden.


    Zu Polen.


    das ist doch ein ganz wunderbarer Trick um die wutbürger dort auszudrücken :-)


    zum Glück denkt keiner nach.


    Das Instrument zur CO2 Reduktion in der EU istd er CO2 Zertifaktehandel.


    jetzt stelle man sich mal vor, in 2050 wären alle EU Länder CO2 neutral, nur Polen will Kohle verfeuern.


    Wie hoch denkt ihr, wird in 2050 der CO2 Zertifikatepreis sein 8hochgenug um in allen Ländern auch das letzte Potenzial zu erschließen) und wie realitisch ist es, dass Polen die Zertifikate für meinetwegen 300 Euro pro Tonne kauft um damit Kohlestrom für 30ct/kWh zu produzieren?


    Polen wird selbstverständlich im Gleichschritt mit allen anderen marschieren, wenn die EU ernst macht. Alles andere können die sich garnicht leisten.


    Auch die polnische Kohle wird bereits bei dauerhaft 50€/t sterben, egal was die Politiker sich dort vor Ort ausdenken.


    Es hat ganze 6 Jahre mit ca. 30€/t gedauert um die Kohlenutzung in UK, dem Mutterland der Kohlenutzung, auf 2% der Stromerzeugung aus dem Markt zu drücken.


    Fazit: Die EU ist unsere einzige Chnace überhaupt.


    Die EU soll meiner Ansicht nach beim Klimaschutz voran gehen, vor allem dort wo sie auch einen unmittelbaren eigenen Nutzen hat (Reduktion der Importe, bessere Luft, Exporttechnologien, billigere Preise, etc....)


    Dann muss man schauen ob die anderen mitmachen, vor allem auch China, USA, Indien....


    Wenn nicht braucht es einen plan B. Dann muss man wohl eine Billionn in die Hand nehmen für ein Klimaanpassungsprojekt (Dämme, Wälder, landwirtschaft, Kühlung von Städten und ein Umsiedlungssystem) und natürlich auch für das Militär.

    Es wird dann eine sehr hohe Gefahr für einen dritten Weltkrieg geben, dazu muss man Agressoren abschrecken können. Außerdem drohteine gigantische Flüchtlingswelle. Ich will keine welt mit einer 20m Mauer mit Stacheldraht und Maschinengewehrstellungen und Kampfdrohnen an Europas Grenzen, aber das wird in dieser Welt die einzige Chance sein, dass wir überleben.


    Wir reden hier nicht von einer fernen Zukunft, die Entscheidung wird man in 10 Jahren treffen müssen und den Beginn der "heißen Phase" würde ich so in 20-30 Jahren erwarten und in der Lebenszeit der heute demonstrierendne Kinder wird es in dieser welt dann immer und immer schlimmer werden, das ist dann auch nicht mehr heilbar.


    Ich gehe davon aus, dass der Großteil Afrika und Teile Indiens und Chinas ab 2050 herum schlichtweg zu einer Hölle werden. das ist der Lebensraum von Milliarden. Im Falle Chinas leider einer Milliarde mit einem sehr potenten Militär auf der Suche nach Lebensraum. Das wird eine riesige Bedrohung.


    Glaubt ihr nicht? Eure größte Sorge für die Zukunft ist stattdessen, auf der Urlaubsfahrt nach Italien mit dem ePKW unerträgliche 30 Minuten laden zu müssen?


    Na dann wartet mal ab.


    MfG

    Ich stimme dem natürlich nicht zu.


    Deutschland kann sich technisch problemlos mit Solar+Wind versorgen, praktisch wird man wohl einen kleinen Teil auch aus Wasserkraft und Biomasse machen und etwas importieren.


    Windräder sind nun mal sichtbar, wenn die Mehrheit die tatsächlich nicht will müssen wir unsere Energie künftig weiterhin importieren, dafür müssen wir dann anderen Ländern sehr viel Geld für CO2 neutrale Energieträger bezahlen.


    Mit 1 Mio e-PKW kommt das Stromnetz aber sowas von easy peasy aus.

    Für 50 Millionen ePKW liegen die Ausbaukosten bis dahin dann bei 200-400€ pro e-PKW. Das sag nicht ich sondern eon. Auch das ist Kleinkram.


    Ja, die Erde hatte schon immer Klimawandel.


    Von den fünf großen Massensterben auf diesem Planeten war einer durch einen Asteroiden ausgelöst 8vor 65 Mio Jahren) und vier durch Klimawandel.

    Das mit Abstand größte Massensterben war deutlich schlimmer als der Dinosauerierkiller von vor 65 Mio Jahren, der mal eben die damaligen Landmasse des gesamten Planeten in Brand gesetzt hat (nicht durch den Impact an sich sondern durch den Wiedereintritt des Staubs in die Atmosphäre).


    Das größte Massenstreben des Planeten fand vor 252 Millionen Jahren an der Perm-Trias Grenze statt, es ging sehr schnell, daher kann man das auch genau datieren.


    Ursache für das unvorstellbare Massensterben (97% der Arten in der Weltmeeren. Der Arten, nicht der Individuen, das ist was völlig anderes!) waren nach heutigen Stand die Supervulkane der sibirischen Trapp. Die haben 2000 Jahre lang soviel CO2 in die Luft gespuckt, dass es im eigentlich kalten Perm um 5K wärmer wurde.

    Das ist das was Homo sapiens in 200 Jahren schaffen kann.


    Die +5K haben dann ausgereicht, das Erdklima kippen zu lassen, die Meere wurden Sauerstofffrei und haben sich und die Atmosphäre mit Schwefelwasserstoff vergiftet, Methan gaste aus, das bekannte Endzeitspiel. Am Ende war es dann erstmal 18K heißer und ein neues Erdzeitalter begann.


    Wollen wir das? wenn der Diesel 5ct teurer wird holen wir die gelben Weste raus und sind bis aufs Blut erbost, wenn es darum geht, die Menschen bzw die Schöpfung weitgehend auszuradieren tut man das mit nem Achselzucken ab.


    In meinen Augen stimmt das was nicht. Ich bevorzuge es, wenn das Klima erstmal noch eine ganze Weil stabil bleibt.


    MfG

    Na klar, die Photosynthese ist halt furchtbar ineffizient, selbst bei C4 Pflanzen wie dem Mais. dazu dann noch die Gasmotoren mit ihren 40% Wirkungsgrad.


    100 ha Mais kann man mit 1ha Photovoltaik ersetzen (wenn man nur kWh Strom zählt), dann bleiben 99ha übrig um was anderes zu machen.


    Wie PV Berlin richtig erwähnte ist das mit dem Primärenergiebedarf eh Quatsch, 1kWh strom aus Barunkohle oder aus Kernnergie zählt als 3kWh Primärenergie, 1kWh Strom aus Photovoltaik zählt als 1kWh Primärenergie. So rechnen sich die Atomlobbyisten bis hin zum Daniel Wetzel auf der WELT die Rolle von Kohle und Kernenergie immer schön und die ernuerabren klein.


    Im Verkehrssektor brauchen wir künftig mit Batterieelektrischen PKW nur 1/3 bis 1/4 des Primärenergiebedarfs (weil die Aufbereitung von Diesel und Benzin entfällt und der geradezu furchtbare Wirkungsgrad der Verbrennungsmotoren im Teillastbereich).

    Im Gebäudebereich bietet die Wärmepumpe ebenfalls eine Wirkungsgradverbesserung um Faktor 3-4 herum, kombiniert mit besserer Dämmung sollte der Primärenergiebedarf in diesem Sektor künftig auf 1/5 bis 1/6 des heutigen sinken.


    Dafür haben wir mehr Verluste durch abzuregelnden nicht sinnvoll verwertbaren Überschussstrom, Speicherverluste und Verluste bei der Herstellung von Gasen und Treibstoffen, wobei wir einem Teil davon wohl am besten auslagern.


    Die meisten guten Studien kommen in den -95% CO2 Szenarien für Deutschland 2050 auf einen Stromverbrauch von ca. 1000TWh. Dabei wir ein Teils des Wasserstoffs und der Treibstoffe in Deutschland produziert und ein Teil importiert. Das ist auch sinnvoll.


    Nicht sinnvoll wäre, die 1000TWh durch große Anteile Photovoltaik erzeugen zu wollen. PV hat nun mal den Gegenläufigen Jahreszeitenzyklus und keine Speichersystem dieser Welt ist sinnvoll mit nur einem Zyklus pro Jahr zu betreiben.

    Außerdem hätten man dann Leistungsschwwankungen von 0GW bis 1000GW auszugleichen.


    Eine sinnvolle Größenordnung für PV im Strommix in Deutschland sind grob 200TWh Ertrag im Jahr. Dafür muss man vielleicht 220-250GW installieren (und 20-50TWh nicht nutzbar wegwerfen. Das ist aber nicht tragisch, damit steigt der Strompreis für Solar halt von 4ct/kWh auf 5ct/kWh an, was solls?)


    Um z.B. 100GW auf Freiflächen zu installieren bräuchte man bei 1MW/ha dann eben 100.000ha Freifläche. Nicht besonders schön, aber machbar.

    Wiese darunter, Hecke drum herum, in die Ecke einen Teich/Tümpel, so bereichert das auch die Ökosysteme in unseren (teilweise) Agrarwüsten.


    Strom aus Biomasse macht heute 40TWh aus. Wenn ich vereinfacht sage das wäre alles aus Biogas mit 40% Wirkungsgrad macht das einen methanmenge von ca 100TWh im Jahr. Biogas ist typischerweise 60% CH4 und 40% CO2. Aus einen Liter CO2 lässt sich über Sabbatier mit Wasserstoff 1 Liter Methan erzeugen.

    Damit könnte man den Methanstrom theoretisch auf 160TWh pro Jahr erhöhen.


    In Gasturbinen mit 40% Wirkungsgrad verstromt hätte man schon mal 65TWh CO2 neutralen Strom aus Gaskraftwerken für die Dunkelflauten, das ist immerhin schon mal 6,5% des Bedarfs.

    Bei einem klugen Mix aus PV und Wind sollten je nach Speicherkosten und Netzausbau und Smart demand so 10-15% Gas peaker ausreichen, um die Residuallast abzufahren. Die Methanspeicher dafür haben wir schon längst.


    Oder man nimmt das grüne Methan und das grüne CO2 aus dem Biogas um damit zusammen mit Wasserstoff synthetische Flüssigtreibstoffe zu erzeugen für Flugzeuge, Schiffe, Militärfahrzeuge, etc....


    Der große Vorteil dabei ist, dass man eine grüne Kohlenstoffquelle hat, das ist nämlich eins der Hauptprobleme in der "dekarbonisierten" Energieversorgung.


    Kohlendioxid technisch aus der Luft abzuscheiden kostet nämlich fette 600€/t CO2 und viel Energie.


    Ich denke (derzeit), dass Biogas eine Rolle im Energiesystem haben soll, aber dafür bräuchte es eine Energiestrategie in Deutschland und die haben wir immer noch nicht. wenn ich mir die aktuellen Diskussion in Berlin zur Wasserstoffstrategie anschaue dann fragt man sich, ob man selber keine Ahnung hat oder die.


    "Die" wehren sich mit Händen und Füßen gegen ein Einspeisegesetz und Einspeisung ins Gasnetz (das war ja schon bei Solar und Wind und Biogas seinerzeit eine total erfolglose Geschichte, nicht wahr?), sondern wollen unbedingt eine separate Wasserstoffinfrastruktur aufbauen und wer die ersten Jahre eigentlich den sauteuren grünen Wasserstoff dann eigentlich kaufen soll, der mal eben das 10-fache von Erdgas kostet, das interessiert einfach keinen.


    Das wäre so gewesen als hätte man der Photovoltaik im Jahr 2020 gesagt, sie soll erstmal ein bundesweites eigenes Stromnetz nur für Solarstrom aufbauen und dann könne man ja schon schauen, wem man den Strom für 50ct/kWh Gestehungskosten (+den ganzen Overhead) verkaufen kann.


    Ich vermute das sind teilweise dieselben Leute die was davon erzählen, dass die Brennstoffzelle heute eine Konkurrenz zur Batterie im ePKW sei. Offensichtlich glauben die das sogar selber.


    MfG

    Na darf man ja gespannt sein, wenn die Batteriefertigungen nun in solchen Größenordnungen nach Deutschland kommen, was das mit dem Stromverbrauch Deutschlands macht.


    Laut den Ökobilanzexperten und selbst den eher wohlwollenden der Agora braucht man zur Produktion von 1kWh Battereispeicher ca. 50-100kWh Elektrizität.


    Würde das z.B. für CATL auch gelten mit der angeblichen Ausbaustufe 100GWh/a wäre das mal eben der halbe aktuelle Strombedarf Thüringens.


    Mir ist aber nicht bekannt, dass man für diese Fertigungsanlagen jetzt plötzlich mehrere neue Kraftwerke einplant.


    Mein Fazit: Die aktuellen Ökobilanzen sind wohl falsch und zu negativ.


    Angeblich hat der hohe Anteil EE Stromanteil in Brandenburg auch eine positive Rolle gespielt. Ich kann's mir kaum vorstellen und gehe davon aus, dass auch Tesla wie die anderen nur in Norwegen billigst grün gewaschenen "Ökostrom" nutzen wird. Aber schön wäre es natürlich.


    Sollte die Fabrik kommen hoffe ich natürlich, dass das Dach voll mit PV sein wird.

    cephalotus :thumbup:, sehr gute Gedanken, insbesondere die Schlussfolgerung, dass CO2-Emission in absehbarer Zeit quasi zwingend als kriegerischer Akt berachtet werden wird. Man kann nicht früh genug anfangen, sich darüber Sorgen zu machen. Ich habe den Eindruck, die Saudis bereiten sich darauf besser vor als die Russen, vielleicht ist das aber auch einfach Selbstschutz folgend aus dem niedrigeren Breitengrad.

    Was sollte die Russen aber daran hindern, uns statt H2 einfach Strom zu verkaufen? Das Land ist groß genug um entkorrelierte WKA und PV aufzubauen und kann China mit Westeuropa verbinden. Was die liefern wird schon davon abhängen, was wir nachfragen. Vor allem könnte man damit vor 2038 beginnen, denn dass Russland Kohlenstoff vergräbt, noch während er hier ausgegraben wird, ist natürlich eine absurde Vorstellung.

    Man kann nur immer wieder betonen, dass 2038 viel zu spät ist!

    Zwei Hauptgründe:


    1. Eine Wasserstoffpipeline kann deutlich mehr Leistung transportieren als eine HGÜ Leitung (wenn auch nur 1/3 einer Methanpipeline)

    2. Wir werden weitaus mehr für 1kWh grünen Wasserstoff bezahlen als für 1kWh grünen Wind- oder Solarstrom, schlichtweg weil die 1kWh Wasserstoff für und weitaus wertvoller sein wird.

    Wir haben über 200TWh/a an Gasspeichern, wenn Du eine Notfallreserve haben willst erscheint es mir weitaus klüger, hier Regeln für den minimalen Füllstand und die Abgabe in einer Krise zu etablieren als die paar Braunkohlekraftwerke.


    Umgekehrt haben unsere Braunkohlekraftwerke heute eine klare weltweite Signalwirkung, denn sie sind mit die größten vorstellbaren Umweltschweinereien in Bezug auf Klimaschutz, die man sich vorstellen kann. Es gibt nicht viel, was weniger Wohlstand erzeugt bei mehr Schaden als unsere Braunkohlekraftwerke.


    Solange die deutsche Braunkohlekraftwerke betreiben werden wird es niemals internationalen Klimaschutz geben. Niemand auf dieser Welt wird völlig zurecht auf seine Öl- oder Gasförderung verzichten, solange Deutschland Braunkohle ausgräbt und verbrennt. Jede kWh die heute mit Braunkohle erzeugt wird verhindert künftig 2,5kWh die mit Erdgas erzeugt werden oder 20kWh die mit einem Solar-Wind-Gas-Mix erzeugt würden.

    Jede kWh die Du heute aus Braunkohle nutzt kostet uns 20kWh Strom in 25 Jahren.


    Auch alle Maßnahmen zu grünem Wasserstoff und synthetischen Treibstoffe wird es niemals großtechnisch geben, solange wir Braunkohle verbrennen, weil es schlichtweg absurd ist.

    Um künftig eine t CO2 aus der Luft abzuscheiden benötigt man 400-600€. Da hat man erst das CO2, nicht den Kraftstoff, die Vermeidungskosten liegen also Richtung 1000€/t.

    Im Vergleich dazu, einfach Braunkohle heute nicht zu verbrennen landen wir bei 1€/kWh Braunkohlestrom. (Braunkohle ist ein ganz wunderbarer Kohlenstoffspeicher, das hat über Jahrmillionen zuverlässig funktioniert)


    Wie Du siehst sind all diese Visionen von der Energiewende und einem dekorbonsierten Deutschland rein garnix wert. Niemand bei gutem Verstand kann gleichzeitig erzählen, dass wir künftig CO2 aus der Atmosphäre entnehmen (um damit grünes Kerosin und grünen Schiffsdiesel zu machen) und gleichzeitig erzählen, man solle ruhig noch ein paar Jahre weiter Kohle verbrennen, außer dort wo ansonsten sofort die Lichter ausgingen.


    Es geht nicht darum, den Saudis und den Russen zu helfen, es geht darum, das unser Planet bewohnbar wird und wir mit einer mittleren Katastrophe davon kommen (+3K für die unverbesserlichen Optimisten wie mich) statt in den Untergang zu gehen.

    Wer so tut als würde er Klimaschutz wollen, der muss mir hier und jetzt erzählen können, was mit russischen Öl und Gas oder saudischem Öl in 10 und in 20 Jahren sein wird. Nicht im Jahr 2100, sondern in nur 10 oder 20 Jahren, denn bis dahin muss deren Förderung bereits zurück gehen (und zwar umso schneller, je mehr Kohle wir verbrennen).

    Glaubst Du, die Russen lassen ihr Erdgas freiwillig im Boden, solange wir hier Braunkohle verfeuern? Völlig zurecht tippen die sich auf die Stirn.


    Das russischen Angebot für grünen Wasserstoff ist keine Phantasie. Allerdings schwebt den Russen nicht vor, das mittels Elektrolyseure zu erzeugen, sondern über Kohlenstoffabscheidung aus Methan (den Kohlenstoff vergräbt ma dann).

    Das ist grundsätzlich eine interessante Option, allerdings wäre es ein Schildbürgerstreich, wenn wir hier Kohle aus der Erde buddeln und verbrenne und die Russen scheiden Kohle aus dem Methan ab und verbuddeln das dann.


    Alle diese Systemansätze im Klimaschutz, die jetzt bei uns langsam technologisch interessant sind und die wir zum erreichen einer mittleren Katastrophe schnellstmöglich brauchen wie eben grünen Wasserstoff und synthetische Treibstoffe und grüne Kohlenstoffkreisläufe sind fast alle grober Unfug, solange man hier Braunkohle in die Luft pustet.


    Solange die Kohlekraftwerke hier laufen haben wir die neuen Techniken halt auf Modell- und Demonstratorebene, also Photovoltaik Stand 1995. das ist aber nicht das, was wir in 2038 brauchen.


    Das gilt in ähnlichen Maße für USA und China auch, aber die sind bei der systemweiten Einbindung von EE NOCH nicht so weit wie wir. Falls wir da einen Vorsprung behalten wollen muss sich das System ändern und zwar jetzt.


    Für Unternehmen die Dampf vom Braunkohlekraftwerk nutzen muss man halt mal anschauen, was die heute für die Wärme bezahlen. Wenn es 0,5ct/kWh sind weiß man ja, wo der Hund begraben liegt.

    Das ist dann "DDR-Effizienz". Hat sowas eine Zukunft? Natürlich nein.


    Wenn es normale Wärmepreise sind gibt es auch Alternativen.


    ---


    Das heißt nicht, dass man übermorgen jedes Kohlekraftwrek abschalten muss, koste es was es wolle, aber ich fordere einen glaubwürdigen und schnellen Pfad, der sich an Notwendigkeiten orientiert.

    UK hat gezeigt, dass man in 6 Jahren quasi aus der Kohleverstromung aussteigen kann. Wenn ein paar von den Dngern dann noch in den Dunkelflauten laufen zru Netzstabilisierung ist das eine Weile auch okay.


    Aber wir brauchen hier noch über den Sinn und Unsinn von Inlandsflügen diskutieren, wenn alle Inlandsflüge in Deutschland in einem Jahr zusammen soviel CO2 ausstoßen wie Neurath in nur einem Monat in die Luft spuckt.


    MfG


    PS: Ich will keinen Krieg, aber sei mal ein großer Optimist und stelle Dir vor, in 2050 hätten wir die Energiewende tatsächlich geschafft und die EU und China und die USA und eine +3K Welt wäre zu halten. Natürlich würde die Welt 2050 schon anders aussehen als heute mit einigen katastrophalen Ereignissen, die eben der unaufhaltsame Wandel mit sich bringen wird.

    Und jetzt stell Dir vor, in dieser Welt fördern die Saudis und die Russen immer noch täglich mehrere Millionen an Barrel Öl um den Kram selber zu verfeuern aber auch um ich nach Afrika, Indien & Co zu verkaufen.

    Die Welt würde also trotz aller Anstrengungen weiter Richtung +5K gehen und als wir das das letzte Mal an der Perm-Trias Grenze hatten folgte daraus das größte Artenstreben in der Geschichte das Planeten.


    Ich denke, so ein Szenario wird Krieg bedeuten.


    Umgekehrt kann man Russland, Saudi Arabien & Co aber schwerlich zwingen, ihr komplettes Wirtschaftssystem ohne Alternative aufzugeben (schon garnicht heute aus der Warte eines Landes, das noch Jahre lang Braunkohle fördern und verbrennen will)


    Fazit: Niemand weiß, ob die Welt die Energiewende mitmacht und hinbekommt, wenn wir sie (vor)machen, aber jedem sollte ganz klar bewusst sein, dass es garantiert keine globale Energiewende geben kann und wird, solange bei uns Braunkohlekraftwerke einfach weiter laufen.


    MfG

    Offenbar habe ich meine Argumentation nicht klar genug darlegen können, daher ein zweiter Versuch.


    Wie sehen in Deutschland, welche enormen gesellschaftlichen Diskussionen, Ängste und tatsächliche Sisruptionen aus dem Ende der heimischen Steinkohleförderung resultierten und welche uns derzeit bei der Barunkohle umtreiben.


    Dabei sind wir ein reiches Land nach 10 Jahren Wirtschaftsboom und die Braunkohle ist bei uns ein wirtscahftlicher Fliegenschiss. Wenn man will (und danach schaut's ja aus), kann man das Problem bei uns ganz einfach mit ein paar Milliarden zuscheissen.


    Und jetzt stell Dir mal vor, die Menschheit nimmt das tatsächlich ernst mit dem Klimaschutz und im jahr 2050 verbrennen wir reichen Industrienationen keine nenneswerten mengen mehr an fossilen Brennstoffen.

    Man kann ausgehen, dass es bis dahin den meisten Leuten dämmrn wird, was der Menschheit mit einer +3K Welt droht (Optimisten!), geschwiege denn bei einer +4K Welt.


    Ich gehe davon aus, dass CO2 Ausstoß über kurz oder lang als krigerische Akt verstanden wird, sobald die Hauptplayer dieser Welt das selbst vermeiden können.

    Der Untergang von Städten durch den steigenden Meeresspiegel ist die Vernichtung einer Stadt, die in der Langfristigkeit über das hinaus geht, was seinerzeit die Bombardierung von Hamburg war oder auch die von Hiroshima. Beide Städte waren kurze Zeit später wieder in gutem Zustand, eine vom Meeresspiegel geflutete Stadt wird es nicht sein.


    Nehmen wir also an, all unsere grünen Träume werden war und wir haben eine regenartive Energieversorgung in Deutschland, Europa, USA, China....


    Was macht das mit einem Land wir Russland oder Saudi Arabbien.


    Dort geht es nicht um ein paar tausend Arbeitsplätze im Energiesektor wie bei uns mit der Braunkohle, dort macht das Fördern von fossilen Energieträgern den Unterschied aus zwischen Wohlstand und Elend und welche Industrie soll dort die Förderung fossiler Energieträger nicht nur ersetzen, sondern auch noch Wirtschaftswachstum leisten, und das in nur 30 Jahren?


    Die Leute in Saudi Arabien und Russland diese Problem nicht diskutieren liegt daran, dass sie nicht an Klimaschutz glauben, nicht im geringsten. Niemand glaubt daran.

    Wie kann ein Unternehmen wie Saudi Amraco das wertvollste Unternehmen der Welt sein, wenn sein Geschäft doch keinerlei Zukunft hat?


    Irgendwas geht sich da nicht aus und ich sehe niemanden, der das Problem mal beim Namen benennt, geschweige denn eine Lösung anzubieten hat.


    So eine Lösung kann aber sein, dass Russland oder Saudi Arabien künftig grüne Energieträger herstellen und verkaufen, einfacher geht's mit Wasserstoff, aber auch synthetische Kraftstoffe wären zumindest denkbar.


    Dann muss man diesen Leuten aber auch einen Absatzmarkt bieten und eine glaubwürdige Perspektive, also künftige Geldströme, die in hunderten Milliarden Dollar/Jahr zu messen sind.


    So wie damals mit dem Solarstrom. Erst als klar war, dass man damit 20 Jahre lang 50ct/kWh garantiert bekommt haben die Investitionen begonnen und wir sind heute dort wo wir sind. Hätte man das nicht gemacht würde wir heute noch im Megawattbereich herum krebsen.

    Und wir haben 20 Jahre dafür gebraucht und sind noch keineswegs am Ziel.


    Die grundlegenden Weichen für Wasserstoff aus Russland im GW Bereich muss man HEUTE setzen, nicht im 15 Jahren.


    Wer sich hinstellt und es blöd findet, Wasserstoff aus Russland zu kaufen behindert diese Entwicklung. Russland hat gar keine Alternative dazu, weiterhin Öl und Gas zu fördern und zu verkaufen und eines Tages in die Ecke gedrängt werden die Russen möglicherweise der Ansicht sein, dass sie in ihrem riesen Land mit globaler Erwärmung besser klar kommen als andere, während andere das dann als Kriegsakt sehen.


    Und dann?


    MfG

    Natürlich ist es sinnvoll H2 zu importieren, ich glaube nicht, dass wir überhaupt die reale Option haben, das nicht zu tun.


    Wie denkt ihr Euch denn Klimaschutz in Staaten wie Russland, Saudia Arabien, Katar oder Venezuela?


    Niemandem ist geholfen, wenn die Staaten in 2050 das Zeug immer noch wie blöde fördern und verbrennen, weil die Länder sonst Pleite gehen.


    Im Gegenzug dazu ist bei uns die nötige Menge an Windkraft und PV zwar technisch baubar, gesellschaftlich aber nicht. Man kann das doch aktuell live sehen, dass die Wutbürger die Oberhand haben und Klimaschutz in Deutschland hoch wirkungsvoll ver- und behindern. Ihr glaubt doch nicht im ernst, dass sich das wieder grundlegend ändert?


    Stromleitungen will auch keiner, aber gegen Gasterminals und die bereits existierenden Gaspipelines halten sich die Proteste in überschaubarem Rahmen