Beiträge von Rutruthe

    Das passiert so meiner Einschätzung nach nicht. Der Netzbetreiber legt fest (anhand von Schätzungen durch eigene* Ablesungen und der vom Kunden gemeldeten Zählerstände), welcher Zählerstand beim jeweiligen Anbieterwechsel (Billiganbieter 1 -> Ersatzversorgung und dann Ersatzversorgung -> Billiganbieter 2) vorlag. Dabei würde natürlich sofort auffliegen, wenn der Zähler angeblich rückwärts gelaufen wäre und der Kunde müsste damit leben, dass anhand der vertrauenswürdigen Messwerte, die nicht von ihm selbst stammen, geschätzt wird. Vielleicht gibts auch eine Anzeige, wenn man vorsätzlichen Betrug vermutet?


    * Falls der Netzbetreiber nicht Messstellenbetreiber (das kann nämlich nochmal eine weitere Firma sein) ist, meldet der Messstellenbetreiber die Zählerstände vermutlich an den Netzbetreiber, der dann damit arbeitet


    Dann teilt der Netzbetreiber dies dem Grundversorger, der für die Ersatzversorgung zuständig ist, mit. ("Du hast vom 27. Januar bis 31. Januar Kunde X in der Ersatzversorgung gehabt, weil Billiganbieter 1 pleite war, Zählerstand war zu Beginn X und zum Ende X+Y.") Der Grundversorger freut sich, die Rechnung für die 4 Tage wird erstellt und man wartet auf das Geld, außerdem wird der Grundversorger wohl dem Netzbetreiber dann nachweisen müssen, dass er irgend einen Stromerzeuger für die entsprechende zusätzlich gemeldete Energiemenge an diesen vier Tagen bezahlt. Oder so ähnlich. Ist dann einfach nur noch eine Verrechnungsfrage über die Bilanzkreise.


    Grundsätzlich halte ich die Idee, eine geringe "Bearbeitungspauschale" für die Ersatzversorgung zu etablieren (und dafür vielleicht den Ersatzversorgungs-Tarif etwas günstiger zu machen) für denkbar. Das müssen sicher keine 50 Euro sein. Damit würden die nötigen Kosten für Porto und sonstige Verwaltung gedeckt. Ansonsten ist Ersatzversorgung aber doch eigentlich ein nettes kleines Zubrot für den Grundversorger. Er bekommt quasi (mindestens kurzfristig – wenn die dann nichts unternehmen aber auch langfristig) Kunden ganz ohne eigenes Zutun in einem saftig teuren Tarif (erst Ersatzversorgung, nach einiger Zeit wechselt man aber automatisch in die Grundversorgung, falls man nicht zu einem anderen Anbieter wechselt).

    OT


    Wie man immer noch glauben kann daß diese Frau irgendwelche Physikalischen Zusammenhänge erklären könnte ist mir ebenso ein Rätsel, wie man immer noch glauben kann, daß der Physik Dr. nicht von der SED verliehen wurde kann mein Bildungsfernes Hirn einfach nicht verstehen. :/ :rolleyes:


    Diese Person wurde als Maulwurf zum untergraben und zerstören der deutschen Wirtschaft ausgebildet. :cursing:

    Ich bin sicherlich kein großer Merkel-Fan, aber diese Aussagen driften dann doch sehr ins Postfaktische ab. Unmut kann ich verstehen, aber die Frau ist eben in der CDU, da kann man keine Politik wie von den Grünen erwarten und sie entscheidet auch nicht alleine. Für mich kein Grund, an ihrer Ausbildung oder ihrem ernsthaften Willen, sich für unser Land einzusetzen, zu zweifeln. Dass nicht jeder die gleiche Vorstellung davon hat, was ein Land voranbringt, ist klar.


    Zur CO2-Steuer: Ich finde eine ähnliche Idee sehr attraktiv, da ich Marktwirtschaft für einen recht gut funktionierenden Algorithmus halte, dessen größtes Problem eigentlich nur ist, dass er Menschen wie Waren behandelt. Solange man die Menschenwürde auf anderem Wege sicherstellt (soweit nötig also eine ausreichend hohe Summe Geld / fremdfinanzierte Dienstleistungen denen bereitstellt, die sonst unwürdig leben würden) bin ich immer für "marktwirtschaftliche Instrumente", ganz wie die FDP. Und dass man für Dinge bezahlt, die man benutzt oder beschädigt (Klima!), gehört auch zum Kapitalismus. Konkret bin ich also für ein massiv ausgeweitetes CO2-Handelssystem. Idealerweise sollte jeglicher Ausstoß von CO2 erfasst sein, wenn das C aus zuvor fossilen Rohstoffen stammt (also nicht bei synthetisiertem Gas etc.). Dann muss man sich im Gegensatz zur Steuer nicht überlegen, was ein angemessener Betrag wäre. Man legt hingegen einfach die Menge an CO2 fest, die noch ausgestoßen werden darf, und dann streiten sich die potentiellen Verbrenner darum, wem das Verbrennen am meisten wert ist. (Die Einnahmen können dann zu Steuersenkungen genutzt werden, ob jetzt Lohn-, Mehrwert- oder sonstige Steuer sei mal dahingestellt.)


    So etwas ähnliches (?) fordert auch der Lindner immer, wenn er in den Talkshows sitzt – um dann im Anschluss gleich darüber herzuziehen, dass die "Verbotspartei" vom "Robert" ja eigentlich möchte, dass Benzin fünf Euro kostet. Ich weiß nicht, ob er sich bewusst ist, dass er mit den heute noch sehr läppischen CO2-Preisen nach dem EU-Handelssystem eine Dieselpreiserhöhung um mehr als 6 Cent pro Liter fordert (Benzin etwas mehr als 5 Cent). Und wenn erstmal alle CO2-Ausstoßvorgänge davon abgedeckt werden und die Zertifikatemenge sinkt (denn wir wollen ja den Ausstoß reduzieren, führt also kein Weg daran vorbei) wird man sich wünschen, dass CO2-Zertifikate für einen Liter Diesel nur 6 Cent kosten.


    Problem an so einem Steuer- oder Handelssystem wäre natürlich, dass "illegale unerfasste Verbrennung" entstehen wird und CO2-intensive Produktion ins Ausland abwandern kann/wird und wir dann deren Produkte importieren, wodurch am CO2-Ausstoß nichts geändert würde. Man braucht dann also entweder Zölle abhängig vom CO2-Ausstoß bei der Produktion (DAS wird ein riesiger Verwaltungsaufwand, falls es überhaupt möglich wäre) oder gleich massive Zollschranken für Produkte aus Ländern, die sich nicht korrekt am Handelssystem beteiligen. Zu überprüfen, ob in einem Teilnehmerland auch alle Verbrennungen korrekt erfasst werden, oder ob man der heimischen Industrie durch "Auge zudrücken" einen Vorteil verschafft, wird dann auch schwer.

    Korinthengagger, Knauserer, Ruachler dort auch unterschrieben hatten.
    Nun ziehen die eine lange Nase.

    Also ich nicht. Der sich nun ankündigende Verlust lässt sich gut verschmerzen, immerhin habe ich in den vergangenen Jahren durch das Knausertum ja auch ganz gut gespart. Eigentlich im vergangenen Jahr ganz besonders, weil die Preise der BEV nochmal einen Tacken günstiger waren als sonst, aber so kam es ja nun doch nicht – jetzt sind sie halt durch die ausfallende Gutschrift doch einen Tacken teurer als die Anbieter in den Knauserjahren zuvor, aber immerhin günstiger als viele andere Versorger. Hätte der Laden etwas länger durchgehalten wäre es sogar gutgegangen, die Kündigung war ja schon Wochen vor der Insolvenz bestätigt, wobei wohl schon seit einigen Monaten Gutschriften nur noch zögerlich ausgezahlt wurden. ;-)

    Bevor ich mein Geld e.off in den Rachen schmeiße, gehe ich lieber jedes Jahr mit einem anderen Stromanbietern in die Insolvenz und streite um mein Guthaben bzw. muss rechnen, was der Abschlag sein darf.

    Mein neuer Anbieter ist tatsächlich e.on. Die waren unter den bei mir gegebenen Umständen preislich sehr gut mit dabei. 8 Euro pro Monat + 23,5 Cent pro kWh, für die Gegend im Moment durchaus attraktiv. Abschläge sind jetzt dann geringer als bei BEV (weil e.on fairerweise auf 12 statt 11 Monate rechnet und die Prognose auf dem letzten, verbrauchsarmen Jahr basiert), allerdings wird es natürlich in einem Jahr eine gewisse Nachzahlung geben, weil die Prognose vielleicht etwas sehr optimistisch ist. Nur dann sind wir wieder flüssiger als heute, da freut man sich über niedrigere Abschläge. :-)

    Angemessene Preise beziehen sich IMMER auf das Gesamtpaket!

    Bei jedem Geschäft ist immer auch ein Risiko enthalten. Mal ist es größer, mal ist es kleiner.

    Es dürfte durchaus der Fall sein, dass man bei teureren Stromanbietern ein geringeres Risiko hat, dass solche Probleme auftreten wie hier. Man hat auch weniger Arbeit und Stress mit der Thematik.

    Trotzdem kann es aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein, einen günstigen Anbieter mit höherem Risiko zu wählen. Selbst wenn ich absolut in die Röhre schauen sollte und keinen Cent von BEV wiedersehe, hätte ich gegenüber meinem Grundversorgungstarif signifikant Geld gespart. Obwohl BEV jetzt pleite ist und ich zu hohe Abschläge bezahlt habe. Und obwohl ich auch Glück hätte haben können, dann hätte ich sogar noch mehr gespart – so wie in den letzten Jahren auch schon.


    Für mich bleibt also festzuhalten, dass sich das "Sparen" trotz allem gelohnt hat.


    Mit der möglichen Rückbuchung des Januarabschlags habe ich es nicht eilig. Ich bin im Haushalt nicht der einzige Stromverbraucher und -bezahler (obwohl ich der einzige Vertragspartner von BEV bin), wir besprechen das dann am Wochenende. Es muss ja nur die Frist von 6 oder 8 Wochen gewahrt werden. Das Geld kann dort soweit ich weiß nicht "ausgehen", solange das Kreditinstitut von BEV nicht selbst in die Pleite rutscht – was sicherlich auch wieder irgendwie abgesichert wäre (vielleicht durch mein Kreditinstitut). Ein wenig ärgerlich ist, dass mir erst jetzt aufgefallen ist, dass eigentlich kein Dezember-Abschlag vereinbart war. Den hätte ich gleich zurückverlangen und dann ggf. zurückbuchen lassen sollen.

    Die Gutschrift zur Jahresabrechnung 01.01.2018 bis 31.12.2018 wurde am 11. Januar erstellt.

    Ich warte auf eine niedrige zweistellige Summe.

    Das finde ich spannend. Ich habe eine sehr ähnliche Situation wie du, habe auch per check24 kündigen und wechseln lassen, sogar schon vor Wochen, und ich habe den Wechsel zum 1. Februar und die Kündigung durch BEV schon lange bestätigt bekommen (immerhin!), wechsele also sogar schon morgen wieder von der Ersatzversorgung zu einem richtigen Anbieter. Trotzdem habe ich noch keine Abrechnung für die Zeit Januar 2018 bis Dezember 2018 erhalten.

    Zitat

    Ich an Deiner Stelle würde das SEPA Lastschriftmandat sofort kündigen und selbst überweisen.

    Da heute eigentlich der letzte vereinbarte Belieferungstag war, sehe ich das nicht als notwendig. Alle Abschläge wurden beglichen, ja der für Dezember sogar unnötigerweise (da bei genauem Studium der AGB und etwas Taschenrechnernutzung nur 11 vereinbart waren), dem ich leider nicht rechtzeitig widersprochen habe. Wenn jetzt irgendwer irgendwas abbucht hat er dazu keinerlei Befugnis und das wird natürlich zurückgeholt, kann jetzt auch nicht mehr zur Insolvenzmasse gehören. Überweisen werde ich natürlich auch nichts. ;)

    Zitat

    Parallel dazu selbst ausrechnen, welches Guthaben man aus Überzahlung, Bonus, usw. zu erwarten hat. Die letzten Monate würde ich dann einfach keine Abschläge mehr überweisen.

    Glücklicherweise kein Bonus, nur mein Verbrauch war dieses Jahr sehr niedrig, sparsam wie ich bin, und daher hätte ich – in Kombination mit der unrechtmäßig eingezogenen Dezember-Abschlagszahlung – eine ordentliche Gutschrift zu erwarten (gestern schon berechnet). Wird nun wohl nicht mehr honoriert. Ärgerlich, dass ich keine Abschläge zurückhalten kann, weil der Vertrag heute endet (und weil BEV sowieso die Belieferung komplett für alle eingestellt hat). Ich überlege mir die nächsten Tage, ob ich den Januar-Abschlag zurückhole.

    Hängt rein rechtlichlich natürlich davon ab, ob der Einzug vor oder nach dem Insolvenzdatum lag... wars vorher, steht dir halt streng genommen bei zuviel bezahlem nur die Quote zu (wenn die irgendwann mal feststeht... Bei so nem Laden geht die aber eh gegen Null). Nach dem Datum hätte ich aber gleich gar keine Bedenken.

    Das ist es eben: Der Januar-Abschlag wurde vor ca. 4 Wochen abgebucht, also deutlich vor Insolvenzdatum. Obwohl BEV mir eigentlich laut meiner eigenen Berechnung mehr schuldet als diesen Abschlag, wird das durch die Quote auf 0 oder ein paar Euros zusammenschrumpfen. Wenn ich den Januar-Abschlag jetzt zurückgehen lasse und der Insolvenzverwalter seinen Job ernst nimmt, wird er mit angemessenen Mitteln versuchen, dieses Geld (plus Rücklastschriftgebühr, Mahngebühr, evtl. weitere Kosten) einzutreiben. Möglicherweise mit Gefahr für meine SCHUFA. Im Gegenzug erhalte ich dann ein paar Euro durch die Quote, was wohl weniger als die Rücklastschriftgebühr ist. Oder er denkt sich "ach, das ist aussichtslos, das Geld ist weg" oder schon vor Eröffnung des Verfahrens denkt sich der vorläufige Insolvenzverwalter "in dem Laden ist so wenig Vermögen da, der kann sich nichtmal ein Insolvenzverfahren leisten, also machen wir dicht und fertig" und ich komme damit davon, während die Bank, die der BEV das Lastschriftverfahren ermöglicht hat, dann wohl an meine Stelle als Gläubiger treten würde (denn von deren Vermögen gehen die Rücklastschriften wohl unweigerlich ab, wenn ich das richtig verstehe, es entsteht durch die zahlreichen Rücklastschriften dann ein stetig wachsender Kredit der Bank an die BEV, die den Kredit dann entweder doch noch irgendwie begleicht, falls noch Vermögen da ist, oder halt auch nicht).

    Falsch sie waren nicht die Günstigsten - sie waren mit die Billigsten!


    ...und jetzt wird der nächste Billige gesucht- mir wäre es zuviel Stress...

    Wäre mir eigentlich auch zu viel Stress und ich wäre stattdessen Kunde bei Greenpeace Energy, allerdings muss ich seit Anfang letzten Jahres und noch bis Ende dieses Jahres jeden Euro 2x umdrehen (in guten Monaten kann ich meinen Mietanteil sogar noch selbst bezahlen und muss mich nur für die anderen Dinge bei meinem sozialen Umfeld durchschnorren), so dass 10 Euro mehr im Monat schon einen Unterschied machen, weil es die Erschnorrungs-Summe entsprechend reduziert. Und es sind tendenziell sogar mehr als 10 Euro im Monat Unterschied zwischen "Billigheimer" und "guter Anbieter". Das Geld, das die BEV mir jetzt schuldet, hätte ich natürlich gut brauchen können – andererseits ist die Tatsache, dass die BEV mir letztes Jahr einen schon spürbar zu (!) billigen Stromtarif angeboten hat sicherlich auch einer der Gründe dafür, warum sie jetzt pleite sind.


    Es war ein Glücksspiel, und ich habe nicht den Hauptgewinn gewonnen, aber es gab auch zahlreiche normale Anbieter, die deutlich teurer gewesen wären als es nun das Jahr mit BEV war, selbst mit der Insolvenz. Insofern also auch keine komplette Niete. Besser gefahren wäre ich natürlich in der Rückschau mit dem zweitbilligsten Anbieter – aber der hätte ja auch pleite gehen können, das weiß man vorher nicht. ;-)


    Das nur zur Begründung meiner Anbieterwahl, nicht als Bitte um Mitleid – denn tatsächlich bin ich aufgrund meines sozialen Umfelds in einer extremst privilegierten Lage, was man schon daran merkt, dass ich trotz sehr mieser Einkommenssituation, mit psychischen Problemen und ohne Geld vom Amt oder flüssigem Vermögen noch nicht auf der Straße sitze.


    Und ja, ich hab vor ein paar Wochen den nächsten Billigen gesucht. Weil ich diesmal eine niedrigere Prognose durchbringen konnte und der Anbieter (diesmal sogar mit gutem Namen) die Abschläge seriös berechnet, sinkt die monatliche Abschlagszahlung sogar trotz eigentlich steigender Arbeits- und Monatspreise um etwa 10%. Die beinahe garantierte Nachzahlung kommt dann erst, wenn die Geldsorgen in diesem Haushalt (soweit nichts dazwischenkommt) nicht mehr bestehen. Danach dann vielleicht Greenpeace Energy und kein Wechselstress mehr.