Beiträge von jsdd

    Wie ist hier eigentlich der aktuelle Stand - kann man KFW40 Plus und EEG kombinieren oder nicht? Hat jemand schon konkrete Erfahrungen beim Neubau? KFW40 Plus verlangt PV-Anlage. Kann man dann trotzdem einspeisen oder wie funktioniert das?

    Das wäre, für den PV-Betreiber, sicherlich ideal. Nur wie ich gelesen hab, geht da nicht jedes Finanzamt mit. Der Sinn und Zweck des Teilwertansatzes wäre es, das Unternehmen so zu stellen, wie es gewesen wäre, wenn es nicht zur Privatentnahme gekommen wäre. Was hätte man stattdessen gemacht? Eingespeist zum gültigen EEG-Satz, logisch. Also habe ich oben das gerechnet, was m.E. von keinem Finanzamt anfechtbar ist. Der Ansatz mit den Herstellungskosten, tja. Wenn das Finanzamt es mitmacht, gut. Wenn nicht, nicht gut. Wenn man es macht und 3 Jahre später kommt die Steuerprüfung und es kommt nicht durch, dann zahlt man auch noch schön Zinsen auf die nicht gezahlten Steuern. Das ist m.E. sowieso überall ein großes Risiko. Genauso mit der Batterie. Wenn das Finanzamt nach 3 Jahren sagt, ne ist nicht. Die Batterie ist Privatvergnügen, dann erhöht sich nicht nur nachträglich der Gewinn durch geringere Abschreibung und damit erhöht sich auch die Steuer. Nein, diese Steuern von vor 3 Jahren werden von Finanzamt ja auch noch rechnerisch verzinst.


    EEG-Einspeiser mit EEG-Vergütung als Teilwert der Privatentnahme und Batterie in jedem Fall aus dem unternehmerischen Bereich herausnehmen (also USt zahlen, nicht zurückbekommen, keine Abschreibung) ist m.E. eher eine steuerrechtssichere Lösung (keine Gewähr darauf, das ist keine Steuerberatung sondern eine abstrakte Laienmeinung :) ).

    Moment mal, wenn ich eine PV-Anlage rein privat betreibe, damit kein Gewerbe betreibe, nicht einspeise, etc. dann ist das ja kein Unternehmen, sondern so etwas wie Solar-Taschenrechner oder eine Solar-Lampe für den Garten.


    Die Umsatzsteuer ergibt sich ja aus:
    http://dejure.org/gesetze/UStG/3.html
    Zitat: "die Entnahme eines Gegenstands durch einen Unternehmer aus seinem Unternehmen für Zwecke, die außerhalb des Unternehmens liegen"


    Bei einer privat betriebenen PV-Anlage gibt es kein Unternehmen, keine unentgeltliche Wertabgabe, also auch keine Umsatzsteuer.


    Der Gewinn der "PV-Firma" bleibt weitgehend gleich, bzw. bei meinem Beispiel sogar exakt gleich, ganz egal ob man verbraucht oder einspeist. Das ist richtig. Was ich aber vergleiche ist


    a) EEG-Einspeisung, damit ist die PV-Anlage eine gewerbliche Anlage mi Gewinnerzielungsabsicht; damit fällt Einkommensteuer an und der Eigenverbrauch muss ebenfalls als Gewinn zum Teilwert versteuert werden und der Eigenverbrauch muss nach UStG §3 1b) Satz 1 mit Umsatzsteuer besteuert werden. Diese USt ist natürlich an das Finanzamt und nicht an den EVU abzuführen.


    b) Eine private PV-Anlage, die keinen Strom verkauft, daher keine Gewinnerzielungsabsicht, daher kein Gewerbe und daher keine Einkommensteuer, keine Umsatzsteuer aber natürlich auch keine EEG-Vergütung

    Wenn ich eine gewerbliche Anlage habe und nicht einspeise sondern selbst verbrauche, gibt es 2 Steuern, die anfallen. Einkommensteuer und Umsatzsteuer.


    Die Einkommensteuer wird nach dem Teilwert berechnet. Gängiste Praxis ist m.E. hier die entgangene Einspeisevergütung. Ich müsste also im Moment (bei PV-Neubau heute) 0,124 EUR je kWh gewinnerhöhend ansetzen. Auf diese Gewinnerhöhung ist rechnerisch der Grenzsteuersatz anzuwenden, also etwa 44,31% ab einem Gesamteinkommen von ca. 50k EUR brutto je Person. Das macht 0,124 EUR * 0,4431 = 5,5 Cent Einkommensteuer.


    Zweitens die Einkommensteuer. Nach dem BMF-Schreiben ist hier der Tarif des Versorgers heranzuziehen. In meinem Fall 0,216 EUR je kWh plus 67,59 EUR Grundpreis. Bei 2.000 kWh Eigenverbrauch sind das 2.000x0,216+67,59 = 499,59 EUR. Darauf 19 Prozent ergeben 94,92 EUR Umsatzsteuer. Ich möchte wissen, was es pro kWh kostet, also 94,92 EUR/2.000 kWh = 4,75 Cent Steuer.


    Beides zusammengerechnet kostet mich die selbst bezogene kWh also ca 10,3 Cent an Steuern. Verzicht auf Vorsteuer/Umsatzsteuer in meinem Fall m.E. nicht möglich, da ich eh gewerblich tätig bin und oberhalb der Grenze liege.


    Wenn ich nach EEG einspeise, dann entgeht mir ein Gewinn von 12,4 Cent je kWh. Davon erhalte ich nach Steuern aber nur etwa 6,9 Cent. Ultimativ kostet mich als EEG-Einspeiser Eigenverbrauch im Moment also 12,4 Cent (= Einspeisevergütung = entgangener Netto-Gewinn aus EEG-Einspeisung + Mehrsteuer aus Eigenverbrauch) plus 4,8 Cent = 17,2 Cent. Strom kostet bei mir 25,7 Cent, also spare ich 8,5 Cent gegenüber Bezug.


    Wenn ich eine Nicht-EEG-Anlage habe, dann kann ich fiktiv 6,9 Cent entgangene Einspeisevergütung ansetzen. Ich spare also 25,7 Cent - 6,9 Cent = 18,8 Cent gegenüber Bezug.


    So, als nächstes die Kosten abziehen. Man angenommen die Herstellungskosten sind 10 Cent je kWh. Als EEG-Einspeiser trage ich diese nicht komplett, sondern setze diese steuermindernd an. Es fallen 10 Cent * (1 - 0,4431) = 5,6 Cent an. Als Nicht-EEG-Einspeiser (und damit Nicht-Gewerbetreibender) fallen 10 Cent komplett an.


    Für EEG-Einspeiser verringert sich der Vorteil von 8,5 Cent auf 2,9 Cent (Abzug von 5,6 Cent).
    Für Nicht-EEG-Einspeiser verringert sich der Vorteil von 18,8 Cent auf 8,8 Cent (Abzug von 10 Cent).


    Sooo, viele Rechnungen. Wo habe ich mich jetzt verrechnet?

    Mich würde mal interessieren, ob es zum Prinzip knapp dran an 10 kWp aber nicht ganz 10 kWp wegen EEG-Umlage auch eine Alternative gibt? Die KFW gibt am 01.04.2016 Kredite für ein sogenanntes KFW40 Plus Haus. Dieses beinhaltet eine Solaranlage von etwa mindestens 2 kWp und eine Batterie von etwa mindestens 4 kWh. Wie ich erfahren habe, bekommt man für eine so geförderte Anlage aber keine EEG-Umlage. Es geht also allein darum, seinen Netzbezug zu verringern.


    Erste Frage, da bin ich technisch nicht so bewandert, was würde so eine Anlage machen, wenn die Batterie voll ist, es keine ausreichenden Eigenverbraucher gibt, aber Einspeisung ja nicht erlaubt ist?


    Zweite Frage: Kann sich so eine Anlage, mit oder ohne Förderung, rechnen? Solarwatt My Reserve soll 5.500 EUR kosten, Tesla ja angeblich eher um die 3.000 EUR für die reine Batterie und 7 kWh.


    Was spart man sich bei so einer Anlage? Auf jeden Fall zweiten Zähler und Zählermiete. Ist eine Betreiber-Haftpflicht trotzdem notwendig? Ich gehe mal davon aus, dass dann auf Eigenverbrauch, da es ja eine rein nicht-kommerzielle Anlage ist, weder Einkommensteuer noch Umsatzsteuer anfällt? Muss man so ein Anlage dem Netzbetreiber oder dem Stromversorger melden?

    ENSO Strom: 25,70 ct/kWh
    ENSO Gas: 75,92 EUR/Jahr + 7,39 ct/kWh
    Das sind jeweils die Internet-Tarife, d.h. günstigster Tarif vom Grundversorger.


    Wie sieht es nun mit den Schornsteinfeger aus? Ich lese gerade auf einer Webseite: "Gasfeuerung mit Brennwerttechnik" -> keine Messung?


    Wenn ich die 7,39*8.000kWh rechne, sind das 591,20 EUR. Grundpreis 75,92 EUR darauf macht 667,12 EUR. Dafür bekomme ich auch 2.596 kWh Strom. Rechnerisch ist der Break-Even also bei einer JAZ von 3,08 (Verhältnis von 2.596 kWh Strom zu 8.000 kWh thermisch).


    Wenn man 30 Prozent Eigenstrom und 70 Prozent Bezugsstrom rechnet und den Eigenstrom mit 0,15 EUR abrechnet (entgangener Gewinn netto + Einkommensteuer auf Eigenverbrauch + Umsatzsteuer), dann ergibt sich ein Strom-Mischpreis von 18,04 ct/kWh. Hier wäre die EURO-äquivalente Menge an Strom 3.698 kWh und die Break-Even-JAZ 2,16.


    Gas-Anschluss kostet hier m.W. ca. 1.800 EUR und die Förderung einer Luft-Wärmepumpe beträgt 1.300 - 1.500 EUR. Eine Erdwärmepumpe kostet 4.000 EUR.


    Eine Luft-Wärmepumpe sollte eine JAZ von 3 schaffen, daher darf sie für den finanziellen Break-Even, auch ohne PV, etwa 3.100 - 3.300 EUR mehr kosten. Ob sich dann eine Erdwärme-Pumpe noch mehr lohnt als eine Luft-Wärmepumpe, wäre in einem zweiten Schritt zu prüfen.