Beiträge von Solar-User

    Hallo Leute,


    seit 2014 läuft meine Halb-Insel Anlage jetzt praktisch ohne Störungen. Deshalb habe ich seit 2015 die Einstellwerte des Multiplus nicht geändert. Seit kurzem haben wir zusätzliche stärkere Verbraucher im Haus, deshalb fliegt der Inverter hin und wieder wegen Überlast bzw. Unterspannung der Akkus raus. Leider kann ich keine Verbindung über das MK2 herstellen. Der Computer erkennt das Interface, die aktuellen Treiber für Windows 7 sind korrekt installiert. Aber der Multiplus antwortet nicht. Wer hat eine Idee, was da los ist??

    Danke Euer Solar-User


    PS: Wo muss ich das MK2 anschließen?? Am VE-Net- Anschluss oder am VE-Bus-Anschluss?? Ich weiß es es echt nicht mehr

    Hallo Nils,


    Hier ein paar Antworten bzw. Kommentare:


    Irgendwie ist mir das mit der Redundanz nicht klar, wozu soll das gut sein?? Die 400 Ah Zellen bestehen doch aus 4 seriellen Einzelzellen und dann aus mehreren parallel geschalteten 4er Serien-Blöcken. Da ist die Redundanz doch schon eingebaut. Nimm 4 Akku-Einheiten von jeweils 200 Ah und schalte die parallel auf Stromschienen. Wenn dann eine Einheit aussteigt, so what?? Abklemmen und weitersegeln mit den verbleibenden 600 Ah. Wie soll das mit getrennten Akkublöcken im dahinter hängenden 12V Bordnetz gehen?? 2 getrennte Netze für Steuerbord und Backbord??? Dann funktioniert aber die Redundanz nicht mehr bzw., es müssen Umschalter her.


    Nun zum 230 V Netz:

    Hier hat jemand vorgeschlagen, einen Multiplus 5000 zu nehmen. Der zieht unter Volllast ca. 400 A, brauchst Du das wirklich? Mit 2 Victron Multiplus 3000 kann ich mich noch für den Fall anfreunden, dass einer ausfällt, was bei Victron sehr unwahrscheinlich ist. Wenn du beide parallel unter Volllast betreiben willst, bist du sogar bei 500 A. Wenn du den zweiten Inverte nur als Reserve willst, ist es aber einfacher und billiger, schön wasserdicht verpackt einen Billig-Inverter für 200 USD einzupacken, den Du dann erst einbaust, wenn er benötigt wird. Willst Du auch zwei getrennte 230V Netze installieren???


    Betrieb bei Ausfall der Speicher: Je nachdem, was ausfällt, gibt es verschiedene Antworten.

    Fall A:

    Wenn die Verbindung zum Akku komplett unterbrochen wird, geht garnichts mehr. Die MPPT Regler müssen bei der Inbetriebnahme immer erst an einem Akku hängen, bevor der Solarstrom angeschlossen wird. Dasselbe gilt für den Inverter. Ob Die Geräte duchbrennen, muss irgendwo in den Handbüchern stehen, sie sollten für solche Fälle eigentlich eine Sicherung eingebaut haben.

    Fall B:
    Die Akkus sind noch verbnden, aber tot. Solange am Ausgang des Solarladers bzw. Inverters noch eine ausreichende Last hängt, kann der Betrieb aufrecht gehalten werden, bei Bleiakkus geht das auf jeden Fall. Welchen Widerstand defekte LI-Akkus haben, weiß ich nicht. Da du aber mehrere parallel geschaltet hast, kann dieser Worst Case eigentlich nicht auftreten. Wodurch sollten alle Akkus auf einmal den Heldentofd sterben??


    Leistungsregelung der Solarlader:
    Die Victron MPPT Regler regeln in Abhängigkeit von der Last den Ausgangsstrom. Mein Schiff liegt seit Dezember in der Marina. Die Solaranlage ist nicht abgeschaltet, d.h. die Akkus werden tagsüber mit ein paar mA Ladestrom am Leben gehalten, das ist alles, was die Regler durchlassen. Bei zu hoher Eingangsleistung von der Solarseite wird alles oberhalb der Nennleistung einfach weg geregelt, bzw. gesperrt. Anfangs hatte ich einen 30 A Regler mit 600W Solarzellen. Der max. Ladestrom war 30A, nach Einbau eines 50 A Reglers kaomme ich auf 45 A.


    Parallel oder Serienschaltung:
    Der Schattenwurf kann bei einem Segelschiff alle beliebigen Konstellationen annehmen, da sich das Schiff selbst unvorhersehbar bewegt und die Abschattung durch die Segel auch praktisch alle im Beitrag von Schlossschenke beschriebenen Varianten aufweisen könnte. Bei starker Bewölkung und in den Dämmerungen sinkt die Spannung der Solarzellen aber gewaltig ab. Deshalb habe ich je 3 Zellen in Serie geschaltet. Im Leerlauf bringen die über 80V, passend zu den MPPT Reglern 50/100. Die Ströme sind dann bis zu 20/25 Ampere je Kabel. Die Spannungsverluste in 12V Gleichstromleitungen sind horrende, also Achtung bei Parallelschaltungen.


    Landstromanschluss:

    Bedenke, der 230V Multiplus benötigt auch 230V am Eingang. das gibt es aber kaum irgendwo an Deiner Segelroute, praktisch nur auf den zu Europa gehörigen Inseln. Übrigens Küchengeräte, Werkzeuge usw. für 230V gibt es auch nur dort. Ich empfehle deshalb, wenn Du unbedingt Landstrom willst, den Kauf dieses Gerätes hier. https://www.victronenergy.com/…s/phoenix-charger-12v-24v


    Starterbatterien:

    Bei derartig großen Li-Akkus brauchst Du eigentlich keine Starterbatterien. Besorge Dir eine AGM Bleistarterbatterie und ein kleines PKW Ladegerät. Lade einmal Monat auf. Falls das Li-Ionen System ausfällt, kannst Du die Motoren per Starthilfekabel zum Laufen bringen. Bei Festverkabelung stellt sich nämlich die Frage der Ladekennlinien deiner Ladegeräte.

    Schaut mal hier rein. https://jajapami.blog/die-jajapami/

    Der Kat verfügt über ein 48V System mit Solarzellen und Generator. Daraus wird über die Multiplus Inverter permanent ein 230 V Netz betrieben, alle Küchengeräte sind mehr oder weniger Haushaltsware. Dazu gibt es ein Netz für die 12V Navigation und Kommunikation. da ist eine mächtige Menge Elektrik und Kabel verbaut. Das Ganze passt nur deswegen ins Schiff, weil der Kat von vornherein so geplant wurde.


    Solar-User

    Während einer Weltumsegelung auf der Barfussroute liegt die Temperatur praktisch immer bei 30 Grad und mehr, nachts eventuell mal bei 25 Grad, das sit dann aber ein extremer Kälteeinbruch.

    "Bei der Lebensdauer sollte man übrigens berücksichtigen, dass die Lebensdauer eines Bleiakkus nun mal abhängig ist von der absoluten Gesamtstrommenge, die da rein und raus geht und nur bedingt von den Jahren der Nutzung."


    Das stimmt so nicht. In Gegenden mit hohen Temperaturen halbiert sich die Lebensdauer des Akkus, wenn die Durchschnittstemperatur 10°C über der Auslegungstemperatur von 20°C liegt.

    Da ist es zudem nicht förderlich für die Lebensdauer, wenn die Akkus in engen Kisten ohne Lüftung eingesperrt werden.

    Bei der Lebensdauer sollte man übrigens berücksichtigen, dass die Lebensdauer eines Bleiakkus nun mal abhängig ist von der absoluten Gesamtstrommenge, die da rein und raus geht und nur bedingt von den Jahren der Nutzung. Der Betrieb auf einem autarken, dauerbewohnten Schiff ist nicht zu vergleichen mit der Segelei hier in Europa, wo Privatyachten 10 Monate im Jahr in der Marina liegen. Und die Charterschiffe gehen zu 90% nachts in einen Hafen, wo sie dann am Landstrom hängen und die Akkus nachts nicht ent- sondern aufgeladen werden. Bei Weltumseglern werden die Akkus praktisch täglich entladen.


    Das Thema des Threads ist: Katamaran fit machen für Weltumsegelung, dazu gehört auch die KISS-Weisheit: Keep it Simple and Sexy. Unter diesem Aspekt scheint mir der Einsatz von gemischten Akkutypen viel zu kompliziert zu werden. All diese Systeme müssen auch überall auf der Welt repariert bzw. ersetzt werden können. Merke, Weltumsegler sind Leute, die ihre Yachten in den schönsten Buchten der Welt reparieren und nicht in der Elbmündung. Ich möchte nicht auf der Osterinsel mit defektem Akku oder Regler festsitzen. Eine neue oder gebrauchte Bleibatterie bekomme ich aber auch dort. Am technisch einfachsten ist es wohl, man nimmt nur Akkus desselben Typs, entweder (AGM oder Flüssigsäure) oder nur Li-Akkus, auch zum Starten. Für die ohnehin teuren Li-Akkus braucht man dann aber noch die sauteuren Stirling Laderegler, die kosten um die 500 EUR pro Motor. Ob ein Windgenerator LI-Akkus laden kann, weiß ich nicht. Für Netzstrom dann auch noch einen Lader, der das kann. Für die Zusatzkosten an Geld bekommt man locker mehrere Sätze Satz Bleiakkus.


    In dem Zusammenhang ein paar Worte zu dem angesprochenen Thema Redundanz und Sicherheit. Die gesamte Diskussion dreht sich um ein Luxusproblem. 230V werden nur benötigt für die Komfortausstattung und sind zum Segeln selbst völlig unnötig. An 12 V werden nur ein paar Wattt für Navigation, Funkgerät und Lichterführung benötigt. Solange ein Solarpanel und ein Laderegler oder ein Dieselmotor noch läuft und es noch eine einzige Batterie tut, kommt man sicher in den nächsten Hafen.

    Interessanterweise habe ich unterwegs nur einen einzigen Segler getroffen, der LI-Akkus an Bord hatte, das war ein Katamaran, der für die Schrauben keine Dieselmotoren sondern Elektromotoren für 48V hatte, mit Riesensolarpanels und einem 10KW Generator. Alle anderen Schiffe hatten diverse Typen von AGM bzw. Säurebatterien installiert, das was man so unterwegs bekommen kann. Meistens waren die Abmessungen und die Verfügbarkeit der Batterien wichtiger als der Hersteller oder die meist eh nicht festzustellende Qualität. Wenn der Schiffskonstrukteur einmal ein Fach für die von ihm gewählten Batterien definiert hat, passen halt nur wenige Exemplare da später rein. Die großen Bordbatterien sind nicht standardisiert wie die Auto-Starterbatterien.


    Natürlich weiß ich, dass Li-Akkus ein gewaltiger Fortschritt sind. Ich gehe aber davon aus, dass das Thema Li-Ionen Akkus für Yachten noch ein paar Jahre braucht. Irgendwann werden die Motorenhersteller auch Lichtmaschinen anbieten, die wahlweise jeden Akkutyp laden können. Eventuell werden zukünftige Yachten auch grundsätzlich mit Elektromotoren fahren und für Notfälle bzw. schlechtes Wetter über einen Generator verfügen. Auch die zunehmenden Anforderungen an das Abgas werden die Yachthersteller in diese Richtung zwingen. Aber das wird noch dauern, erst muss klar sein, wohin die Reise bei den Autos geht. Übrigens ich habe keine Aktien von Bosch, Deta, Varta oder Hoppecke.


    Euer Solar-User

    Hallo Leute,


    eventuell reden wir hier bei dem BMS über verschiedene Dinge. Jede Yacht, die ich bisher besucht habe, verfügt über ein Victron oder Mastervolt oder ähnliches Batterie-Monitoring-System. Dort kann man ablesen, wie der aktiuelle Ladezustand gerade ist und wieviele Ampere gerade in die Akkus reinfließen bzw. entnommen werden. Die Werte werden per Mess-Shunt ermittelt. Das System kann nicht unterscheiden, woher der Ladestrom gerade kommt, aus einem oder zwei Lichtmaschinen, aus einem oder mehreren Solarladern (davon habe ich auch zwei an Bord, die parallel arbeiten), oder aus einem Windgenerator oder sogar Landstrom oder von allem ein wenig. Die meisten Yachten haben mehrere 12V Akkus parallelgeschaltet oder sogar 6V Akkus in Serie und dann parallel. Es wird also immer nur die Summe angezeigt.

    Diese Art von BMS hat mit der Ladung als solche nichts zu tun, es kann bestenfalls einen externen Generator starten oder stoppen. So ein System habe ich auch bei mir zu Hause in der Anlage installiert, das liefert aber keinerlei Aussage über den Zustand der einzelnen 2V -Zellen und kann auch deren Ladung nicht beeinflussen.


    Die Laderegelung erfolgt über die jeweiligen Laderegler, auf der Yacht z.B. über die Victron 100/50 und die Lichtmaschinenregler. Die Ladeparameter kann man bei den modernen Solarladereglern auf die jeweilig verwendeten Akkus instellen, was bei den Lichtmaschinenreglern nicht geht. Bei den Victron Reglern gibt es bereits eine vorprogrammierte Kennlinie für Li-Ionen-Akkus. Wie geht das jetzt, wenn ich Li-Ionen Akkus als Hausbatterien habe, parallel dazu aber noch einen klassischen Bleistarter-Akku? Entweder werden die Li-Akkus oder der Bleiakku nicht richtig geladen. Wie löst man das Problem?? Soweit ich das verstanden habe, benötigt deshalb jeder Li-Ionen Akku sein eigenes Lademanagement, damit er an einer Lichtmaschine geladen werden kann?? Damit hätten wir dann eigentlich 2 BMS installiert, das erstere sollte man zur Unterscheidung Batterieüberwachungssystem nennen. Für Outdoor Wohmobile werden LI-Akkus angeboten, die direkt an eine normale Autolichtmaschine angeklemmt werden können, die haben die dafür nötige Ladetechnik im Akku integriert.


    Vielleicht bin ich da auch nicht auf dem aktuellen Wissensstand. Li-Akkus habe ich mir letzten Sommer zwar anbieten lassen, die waren aber fast dreimal so teuer für dieselbe nutzbare Leistung wie die Bleiakkus., deshalb habe ich mich damit nicht weiter beschäftigt.


    Euer Solar-User


    PS: Ich habe nochmal in meinen Unterlagen nachgeshen. Die AGM Akkus habe ich im August 2016 eingebaut und im Juli 2020 ersetzt, die haben also 4 Jahre gehalten.

    Hallo Leute,


    Vorbemerkung zu diesem Text:

    Dieses Forum hier lebt davon, das technisch Machbare auszuloten und überall das Optimum rauszuholen und das ist auch gut so. Das erkenne ich wohl an Euren Fragen bzw. Kommentaren. Dafür vielen Dank. Es geht bei so einer Weltumsegelung aber nicht um die ausoptimierte autarke Stromversorgung als solche, sondern darum, ein Schiff elektrisch so auszustatten, dass es bei dem gewünschten Komfort weitestgehend autark ist und ein komfortables Segeln und Leben an Bord ermöglicht. Deshalb erscheinen meine Erfahrungen vielleicht etwas salopp und hemdsärmelig, aber es hat bisher funktioniert.


    Wenn der Strom an Bord mal nicht reicht, wird halt ein Motor angeworfen. Zur Info, ein Schiffsdiesel im Katamaran benötigt bei Marschfahrt 1,5 bis 2 l Diesel. Beide Maschinen zusammen dann 2-3 Liter bei fast doppelter Geschwindigkeit. Bei einem Tankvolumen von 600 Litern reicht das eine ganze Weile.


    ich werde jetzt mal versuchen, auf Eure Anregungen einzugehen.


    12V vs 24 V
    Praktisch die gesamte am Markt erhältliche elektrische Ausrüstung für Navigation, Funk, Musik, Beleuchtung usw. ist überall auf der Welt für 12V erhältlich. Zwar gibt es das meiste auch für 24V, ist aber in irgendwelchen weit entfernten Regionen, wie Karibikinseln, Ecuador, Fidschi, Madagaskar usw. nicht direkt lieferbar und muss per teurem Kurierdienst eingeflogen werden, Dann hängt es evtl. wochenlang im Zoll und am Ende wird obendrauf der halbe Preis als Einfuhrzoll fällig. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.


    Auswahl der Verbraucher

    Mit Ausnahme des Watermakers ist der Verbrauch der Geräte ziemlich egal, Mittlerweile sind alle Komponenten sehr verbrauchsarm. Für Beleuchtung kommen natürlich nur LED in Frage.


    Lebensdauer der Akkus

    Nach 3 Jahren Intensivbetrieb mit teilweise sehr hohen Strömen waren sie hin. Manchmal wird täglich mehrfach die Ankerwinsch genutzt, dann kommen morgens Kaffemaschine und Toaster zum Einsatz. Zwischendrin muss der Wassererhitzer für Tee herhalten. Die Waschmaschine läuft 2 mal die Woche. Abends läuft schon mal der 30" Fernseher. Deshalb halte ich 3 Jahre für nicht gerade toll, aber akzeptabel. Auf anderen Yachten gibt es teilweise kürzere, teilweise längere Überlebenszeiten. Mit den billigsten sind handelsübliche Marine-Akkus gemeint, auf denen nicht Victron oder Varta oder sowas drauf steht


    Windgenerator

    Das Thema wird seit Jahren in der Seglerszene erbittert diskutiert. Auf Katamaranen sind die eher selten, da genügend Fläche für Solarpanels vorhanden ist. Der Vorteil ist, dass sie auch nachts und bei Bewölkung Strom liefern. Allerdings muss es ganz schön kacheln, damit echte Leistung kommt. die geht quadratisch mit der Windgeschwindigkeit. Beim Segeln kommt meist der Wind von hinten, da bringen die Dinger wenig. Und in einer stillen Bucht ist entweder kein Wind oder die Dinger machen enormen Krach, sodaß oft sogar Nachbarschiffe gestört werden. Das sollte sich jeder genau anschauen, für den Preis liefern sie meiner Meinung nach zu wenig.


    Dauerbetrieb Inverter

    Der Victron Inverter mit 3 KVA verbraucht im Leerlauf ca. 2 A, das ist alles. Und der Dauerbetrieb nachts wird nur benötigt bei Nachtfahrten, insofern relativiert sich der Begriff "Dauer" etwas. Mit so einem kleinen 100 W Inverter habe ich das auch probiert, der benötigt wegen seines schlechten Wirkungsgrades fast genau so viel. Der eigentliche Strom kommt ohnehin aus derselben Hauptbatteriebank. Mein PC ist ein echter Laptop mit 15" Bildschirm, Dockingstation, kein Netbook oder sowas. Bei Nachtfahrt werden permanent ungefähr 20-30 A gezogen, das macht pro Nacht 200-250 Ah.


    Landstrom

    Wie gesagt, habe ich kein Ladegerät an Bord. Im Winter in den USA habe ich elektrische Heizlüfter direkt an der Landsteckdose betrieben. Bei einer Kapazität von 800 bis 1000 Ah sind die Akkus tatsächlich immer voll genug. Außerdem kommt hinzu, dass Weltumsegler normalerweise nie in einer Marina liegen, also eh keinen Landanschluss haben. Wenn jemand sowas will, dann besorge er sich den Universallader von Victron, der kann alle weltweit vorhandenen Gleich- und Wechselspannungen automatisch erkennen und lädt dann die Batterien auf.


    Parallele Installationen/Redundanz

    Sollte die Hauptakkubank aus irgendeinem Grund ausfallen, können die Motoren jederzeit mithilfe der separaten Starterbatterie zum Laufen gebracht werden. Sollte die auch leer sein, muss man eine Flasche Rum leeren und bis zum nächsten Tag warten. Dann laden die Solarzellen die Starterbatterie wieder auf. Grundsätzlich segelt so ein Katamaran aber auch ganz ohne Strom, dann muss man allerdings mit Hand steuern und alle paar Stunden das Handy einschalten zur Positionsbestimmung. Bei aktuell 8 Stück einzelnen 6V Zellen in der Hauptakkubank sollten auch bei Ausfall immer ein paar davon funktionsfähig verschaltet werden können.


    Sparmentalität

    Pezibär, Hast Du eine Ahnung, wieviel Geld da in das Schiff geflossen ist!!!!! Im Ernst, Ich habe nach einem Jahr aufgehört mitzuzählen, sonst hätte ich Depressionen bekommen oder mich am Mast aufgehängt. Was ist denn an Victron billig?? Die sind weltweiter Marktführer bei Marine-Installationen. Die eingebauten Schütze, Hauptschalter, Sicherungsautomaten usw. sind von Klöckner-Möller. Die Solarzellen sind natürlich Chinaware, wie alle anderen auch. Für Marineanwendungen gibt es spezielle Panels, die kosten 300-1000 € für 100W. Wenn bei mir ein Panel defekt ist, was bisher nicht passiert ist, kaufe ich für 90 $ ein neues. Gerade bei Elektrik und Innenausstattung kann man viel Geld sparen, wenn man die Sachen nicht bei sogenannten Marineausrüstern kauft, Sobald irgendwo Yacht draufsteht, verdoppelt sich der Preis. In Panama haben wir einen neuen 4-flammigen Gasherd gebraucht, eine Yachtausführung kostet zwischen 300 und 600€. Die normale Haushaltsmulde aus Edelstahl nur 100 $.


    Ich hoffe, einiges konnte ich beantworten


    Euer Solar-User

    Also Leute,


    dann will ich mal ein paar Infos aus der Praxis rausrücken. Mein Katamaran DEAN 440 ist 13,5 m lang und 7,35 m breit. Den habe ich im Jahre 2016 in Virginia/USA gekauft und bin dann ab Mai 2017 nach Kanada hochgesegelt, Im Winter 2017/18 wider nach Süden in die Karibik. Dort war ich fast 2 Jahre, im Oktober 2019 ging es dann duch den Panamakanal und im Frühjahr 2020 nach Polynesien.


    In jedem Rumpf ist ein Dieselmotor mit jeweils 40 PS, jeder mit einer normalen Lichtmaschine 55 A. An Bord ist eine 12V Batteriebank von 800 Ah, die Akkus befinden sich dort, wo der Hersteller sie eingeplant hat, unter der Sitzbank im Salon. Zusätzlich gibt es noch eine 65 Ah Starterbatterie. Ein Drehschalter ermöglicht Umschalten von Starterbatterie auf Hausbatterien. Das ist die Serienausstattung.


    Nach dem Kauf in den USA habe ich das Schiff renoviert und aufgerüstet. Als erstes mussten neue Akkus her, 4 x 200 Ah AGM über Amazon, die billigsten, die ich kriegen konnte. Wichtiger als Hersteller und Kapazität war die Größe, die Dinger müssen ja schließlich ins Batteriefach passen. Ein Akku hat 230 € gekostet.


    Dasselbe bzgl. der Größe gilt für die Solarpanels, die müssen ja auch aufs Schiff passen. Also gab es 6 Stück 100 W Paneele, die schön nebeneinander mit den üblichen Aluwinkeln aufs Cockpit-Dach geschraubt wurden. Die Panels gab es auch bei Amazon für 90 USD pro Stück. Jeweils 3 Stück links und rechts vom Großbaum habe ich in Serie geschaltet, die beiden parallelen Kabel verbunden und auf einen Victron Ladereger mit 50 A geführt. Der Ausgang des Reglers geht auf einen 3 KVA Victron Phoenix-Inverter, der hat 900 € gekostet. Ein Multiplus ist nicht nötig, da Landstrom nicht zum Einsatz kommt. Damit ist die Installatiion schon fast fertig. Dazu kommt noch die Verbindung vom Phoenix auf die vorhandene 230V Verteilung, die werksseitig an dem vorhandenen Landanschluss dranhing. Ein Batteriemonitor von Mastervolt war bereits an Bord. Damit sind Kosten entstanden in Höhe von zusammen 2830 €, sagen wir 3000 €.

    4 x 230 € Batterien

    6 x 90 € Solarpanels

    250 € Laderegler
    900 € Inverter

    200 € Montagematerial

    200 € Hauptschalter und FI


    Dann habe ich die elektrischen Verbraucher so nach und nach besorgt, in den USA gibt es ja nur 110V Geräte, also musste ich die Sachen aus Europa oder auf den französischen Inseln besorgen. An Bord sind für 230 V:


    Waschmaschine, PAD-Kaffemaschine, Heißwasserkocher, Toaster, Notfallkochplatte, (bei Defekt der Propan-Gasanlage), Staubsauger, Bohrmaschinen, Flex, Vibrationssäge, Laptops.


    Mit 12V läuft die gesamte normale Bordelektrik: Navigation, Beleuchtung, Ankerwinsch, Watermaker, elektrische Toiletten, 2 Kühlschränke mit Gefrierfächern, Bilgenpumpen usw.


    Wie hat das ganze jetzt funktioniert?? Im Großen und Ganzen sehr gut. Echten Strommangel gab es eigentlich nie. Bei lang andauernder Bewölkung wurde es unterwegs manchmal etwas knapp, dann musste der eine oder andere Motor mal laufen. Wenn man in den 12 stündigen Tropennächten unterwegs ist, ziehen die ganzen 12V Verbraucher doch ganz schön Saft. Beim Segeln laufen immer Navigation, Autopilot, Tracking-Computer, AIS Sender, Funkgerät, Lichterführung Innenbeleuchtung und vor allem die Kühlschränke. Die sind die schlimmsten Stromfresser, auch wenn sie nur 4A ziehen, das macht bei 16 Betriebsstunden pro Tag immerhin 64 Ah je Schrank. Der Inverter läuft auch kontinuierlich mit wegen des Laptops.


    Im Sommer 2020 waren die Akkus dann hinüber und ich musste neue besorgen, was auf Tahiti nicht so ganz billig ist. Aktuell sind 880 Ah Bleisäureakkus installiert, Li-Ionen sind dort preismäßig völlig jenseits von gut und böse. AGM in der erforderlichen Dimension gab es dort nicht.


    Auch wenn meine Beschreibung vielleicht etwas locker dahergeschrieben erscheint, ist doch alles sorgfältig geplant, installiert und betrieben worden. Ich bin kein Hasardeur und Bastler, sondern Ingenieur, der (hoffentlich) weiß was er tut. Wichtig ist mir die Tatsache, dass es keiner super-speziellen Hightech bedarf, um die Schiffselektrik mit Solarstrom zu versorgen. Die Energiesicherheit ist durch 2 Dieselmotoren immer gewährleistet, deshalb muss man nicht für teures Geld die letzten 3 Prozent an Wirkungsgrad herausquetschen.


    Ich bin gepannt auf Eure Fragen und Kommentare


    Euer Solar-User