Beiträge von jdhenning

    Zitat von Den brysomme Mannen

    Die werden auch in Zukunft mit Blei fahren; weil Gabelstapler das Gewicht der Bleiklötze braucht. :wink: Mfg


    Ich bin schwer erschüttert, was du den Ingenieuren weltweit zutraust. Womit du Recht hast ist, dass Blei ein hohes spezifisches Gewicht hat (ungef. 11,5 gr/cm³) und Lithium ein Leichtgewicht ist mit knapp über 0,5 gr/cm³. Nur ist die Batterie ja nicht die einzige Komponente, die Gewicht bringen kann. Eisen hat ein spezifisches Gewicht von fast 8 gr/cm³ und ließe sich auch als Gegengewicht verwenden.


    Ich glaube, die Ingenieure werden sehr erfinderisch sein, was die Formgebung des Gegengewichts angeht und zwar aus dem einfachen Grund, dass der Rohstoff Blei rund 2.500 USD pro Tonne kostet und Stahl nur etwa 600 US-Dollar. Zur Not wird der dicke Stahlsarkophag als Durchdringungsschutz für die Li-Akkus verkauft und die Stapler können trotz erhöhter Sicherheit günstiger angeboten werden [/Ironie].


    Da ich davon ausgehe, dass die Kostenverantwortlichen in der Industrie sehr gut rechnen können, schließe ich aus, dass Li-Akkus aktuell so viel günstiger sein könnten, dass sich das Risiko eines Technologiewechsels lohnt. Das mag sich irgendwann ändern und es muss daher auch Vorreiter bei neuen Technologien geben. Hier haben wir als PV-Anhänger aktuell das Glück, dass sich kürzlich die Automobilindustrie weltweit zu einem Großversuch bereit erklärt hat. Wir müssen nur abwarten!

    Moin Claus, natürlich armer TS, nur ist sein Entschluss, auch noch eine PV-Anlage zu errichten, etwas kurzfristig; also habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was er ohne grob etwas verkehrt zu machen, jetzt schon mal machen könnte. Panele und Laderegler, so man denn überhaupt die bekommt, die man haben will, dürften im Senegal deutlich überteuert sein (im Vergleich zu D); also hier kaufen und ab in den Container. Alles andere dort besorgen.


    Ich habe etliche Jahre im Ausland gelebt und weiß daher, dass die Fehlerbehebung dort ganz anders läuft. In D greift man zum Telefon und spätestens nach zwei Tagen ist ein Techniker da, der alles repariert. In der senegalesischen Pampa kannst du telefonieren bis du schwarz wirst, aber niemanden auftreiben können, der sich mit PV auskennt. Entweder du hast gelernt, wie so eine Anlage funktioniert und wie man die wichtigsten Dinge prüfen kann und wie man aus den Resten möglichst schnell eine Notanlage zimmert. Wenn man nicht weiß, wie das geht, dann bleibt einem nur noch, ein PKW-großes Loch zu graben und die PV darin zu beerdigen. Das muss ja nicht sein und bringt der PV wieder einen schlechten Ruf!


    So ist auch dein Vorschlag, der TS könne ja deine Anlage kopieren, nicht sehr zielführend, denn es ist ja noch nicht einmal bekannt, was er für ein Verbrauchsprofil haben wird. Das könnte also passen, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Vermutlich geht ein Großteil der Energie in die Pumpe, die den Vorratsbehälter auffüllt; dafür braucht man bestenfalls eine Pufferbatterie. Solange die ganzen ´Kleinigkeiten´ nicht geklärt sind, kann man überhaupt keine sinnvollen Vorschläge machen.


    Das gleiche gilt für einen Notstromer. Wenn häufiger Arbeiten anstehen, bei denen man richtig Leistung (also >100W und <2.000W) benötigt, dann ist der sowieso da. Ansonsten ist es wohl wichtiger sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Lichtmaschine vom Auto entsprechend nutzen kann oder wie man umgekehrt die Autobatterie von der PV aus laden kann.


    Zitat von stromdachs

    Warum werden "Anlagen von der Stange" mit Li-Akkus vertrieben? Denk mal darüber nach....


    Hab´ ich! An den Anlagen mit Li-Akku verdient sich der Verkäufer nämlich dumm und dusselig! Die eigentliche Frage an dieser Stelle ist doch eher, wieso diese Verkäufer auch noch Unterstützung von Leuten bekommen, die es besser wissen (müssten). Blätter ganz einfach mal in der Spezifikation von PzS-Batterien (andere, außer Fahrzeug-Batterien, wird der TS im Senegal sowieso nicht bekommen). Dort findet man die Angabe, dass die Lebensdauer bestimmt wurde für eine Batterietemperatur von 30°C; das liegt daran, dass diese Batterien normalerweise etwa in Stapler eingebaut werden und man dort, wegen der Verlustwärme, so eine Temperatur unterstellen kann. Die rechnerische Lebensdauer entspricht also exakt den Zuständen im Senegal.


    Schönen Abend noch.
    Jürgen

    Zitat von joule

    In allen Fällen geht es.... um den Batterietyp, der sich in der Praxis als besonders wirtschaftlich herausgestellt hat.[/b]


    Das ist des Pudels Kern! Von der reinen Belastung her sind die Unterschiede der Einsatzbereiche nahezu vernachlässsigbar. Einen deutlichen Unterschied hat man bei Laden und genau hier werden auch die ganzen Fehler gemacht. Wenn in einen Li-Akku ein BMS eingebaut wird, mit Balancern und allem Pipapo, dann hält man das für normal und schreibt den Erfolg der Li-Technologie zu. Batteriebänke auf Bleibasis für den industriellen Einsatz haben so etwas nicht, weil sowieso die Batterie bei Schichtende an den Lader kommt, man dort also kein BMS benötigt.


    Wenn jemand aus Imagegründen Li-Akkus einsetzt, dann soll er das ruhig machen. Kostengründe können es nicht sein, denn in den Werkhallen fahren noch immer keine Stapler mit Li-Akkus herum. Solange das nicht der Fall ist, kann man sicher davon ausgehen, die die Over-All-Kosten von Bleiklötzen deutlich geringer sind, inklusive der Wartungskosten. Eine Bleibatteriebank mit BMS braucht man auch nicht zu pampern, es sei denn, man definiert das alle drei Monate fällige Kontrollieren des Flüssigkeitsstandes als pampern (Wasser nachfüllen ist wahrscheinlich nur einmal im Jahr nötig).


    Insgesamt gesehen stellt sich der Einsatz von Batterien in einer PV in Deutschland wirtschaftlich nicht da, also stellt sich auch nicht die Frage, welche Technologie man einsetzen sollte. Wenn man eine Anlage ´von der Stange´ kauft, dann wäre jeder Speicher, den man selber besorgen kann, wirtschaftlich deutlich sinvoller; dies im Sinne von "Verbrennt nicht ganz so viel Geld!"

    Bei Fahrtenseglern wird die gesamte Schiffstechnik aufgeteilt in sicherheitsrelevant und sonstiges. Alles, was sicherheitsrelevant ist, sollte möglichst einfach sein und sich mit ´Bordmitteln´ reparieren lassen. Das heißt in deinem Fall, etwa bei den Batterien, dass du einen Ersatz in der Umgebung (und seien es ein paar hundert Kilometer) finden können musst. Deshalb sind für dich etwa Li-Akkus ein No-Go, denn schon der kleinste Fehler hat die Wirkung, dass gar nichts mehr geht. Aus dem gleichen Grund solltest du dich von der Idee von automatischem Funktionieren verabschieden, es sei denn, du weißt, wie man mit minimalem Aufwand auf eine manuele/halbautomatische Stufe zurück fallen kann.


    Nehmen wir als Beispiel den Laderegler, den ein Gewitter gekillt hat (gar nicht so selten). Zwei Tage später ist die Batterie leer und nichts geht mehr, bis Ersatz da ist und vorher muss man auch noch in der Lage gewesen sein festzustellen, dass der LR hinüber ist. Da auch DHL nicht innerhalb von zwei Tagen in den Senegal liefert, steht man vor der Frage: Was nun? In so einer Situation wäre es jetzt hilfreich zu wissen, dass man Panele auch direkt an die Batterie anklemmen kann (ohne zu wissen, was dann exakt passiert, sollte man das aber nie machen). Für die Grundlagen empfehle ich dir das Wiki: http://wiki.polz.info/doku.php wo sich auch ein Leitungsrechner findet (welches Kabel bei welcher Länge).


    Leider muss ich dir auch noch den Zahn ziehen, dass sich so eine Anlage auf die Schnelle sinnvoll zusammen stellen lässt. Ein paar Solarpanele zu kaufen und in den Container zu packen, ist nicht das große Problem, aber bitte darauf achten, dass die Vmp bei rund 18 Volt liegt. Spezielle Kabel brauchst du auch nicht, denn bei einer Inselanlage dieser Größe kommst du nur auf ungefährliche Spannungen. Passendes Kabel bekommst du also in jeder Autowerkstatt. Aber ohne viel Ahnung bekommst du zeitlich keine sinnvolle Anlage mehr konfiguriert. Daher mein Tipp: Kaufe Standardware, um eine oder zwei Kleinanlagen zu bauen. Das kostet dich anfangs rund 15-20% mehr, aber du hast mehr Sicherheit, denn du kannst mit ein wenig Glück aus zwei defekten Anlagen eine funktionierende machen. Wenn du später sinnvoll erweiterst, dann kommen die überflüssigen Komponenten als Ersatzteile ins Regal und der Mehrpreis spielt keine Rolle mehr.

    Zitat von DEZ Moderator

    .... es muss ja nicht immer ablehnend sein.


    Doch, muss es sein! Wenn ' Hein Petersen, Schaftreiber hinterm Deich' so einen Artikel schreibt, dann kann man vieles durchgehen lassen, wenn aber jemand als Spezialist dargestellt wird, dann sollten die Aussagen zumindest stimmig und richtig sein. Es gibt gute Artikel, die sich mit den Vor- und Nachteilen alternativer Energien auseinander setzen. Der verlinkte Artikel gehört allerdings nicht in diese Kategorie und das ist nicht die Schuld vom Photovoltaik-Forum.


    Wenn man alleine mal die Begründung nimmt, warum dezentrale PV unsozial sei und diese dann auf Kern- oder Braunkohlekraftwerke anwendet, dann stellt man fest, dass diese Energieerzeugung nicht nur unsozial sondern sogar asozial ist. Schon aus dem Grund, weil die Gewinne nicht an 3% der Bevölkerung gehen, sondern an 0,03 Promille; und die tragen noch nicht einmal ein Risiko, denn das lässt man bei der Bevölkerung.

    Da hast du recht, doch wenn man die Kosten der Anlage ncht berücksichtigt (BTW, dann wären ja Batterien die besten Geldverdiener, die man sich denken kann), dann hat man einen Unterschied von Faktor 10. Wenn man die Restlaufzeit berücksichtigt, dann kommt man von 20 Jahren vielleicht auf 30 Jahre, aber dann wird es schon schwierig mit der Kalkulation (Degradation etc.), denn nach 20 Jahen ist es vorbei mmit der Einspeisevergütung und Selbstvermarktung ist angesagt. Da kann man nur passra folgen und positiv denken. :D

    Zitat von passra

    Du musst anders denken: Wenn du doppelt soviel einspeist wie du selbst beziehst, bezahlt die Einspeisevergüting deinen Strom :D


    Das ist leider etwas zu kurz gedacht. Wenn man mal grob überschlägig rechnet, dass einem jede selbst erzeugte kWh rund 10 Cent kostet, man etwa 12 Cent pro kWh für die Einspesung erhält, dann hat man einen Gewinn vor Steuern von 2 Cent. Man muss also bei 24 Cent pro kWh vom Netz mindestens 12 kWh einspesen, damit die eigene Anlage den Netzbezug bezahlt.

    Moin tomdebeck, du wirst um einen Besuch bei der für dich zuständigen Baubehörde nicht herum kommen, also auf zur Gemeinde. Wenn die Anlage nicht riesig werden soll und auch nicht das Stadt- / Landschaftsbild arg in Mitleidenschaft zieht, dann solte es eigentlich keine grösseren Probleme geben. Ohne den Zettel von denen solltest du nichts bauen.


    Dann solltest du dich über das Thema Hybridwechselrichter schlau machen (Netz und eigene Anlage arbeiten parallel). Die Grösse der Anlage in ungefähr so planen, dass man im Sommer tagsüber eine Eigenversorgung hat; hierzu PVGIS suchen (Solarrechner der EU) und ein wenig spielen mit Ausrichtung und Anstellwinkel.

    Zitat von Thiotte

    Puh, ganz schön teuer, mal sehen, was mich die kWh in 2 Jahren gekostet hat.


    Naja, fairerweise musst du den Preis natürlich damit vergleichen, was dich ein Genertor oder eine Erschliessung gekostet hätten. Bei den Komponentenpreisen wirst du wahrscheinlich bei 30-40 Cent pro kWh liegen. Wie wäre es, wenn du einen kurzen Erfahrungsbericht nach etwa einem Jahr Betriebsdauer bringen würdest? Ich kann mir gut vorstellen, dass einige sehr daran interessiert wären.

    Moin resuah, versuche mal, dich in Richtung Hybridwechselrichter (Schlagwort: PIP) schlau zu machen. So ein Teil kann PV-Strom mit Netzstrom mischen, sich also völlig automatisch den Gegebenheiten anpassen. Wenn man daran eine relativ kleine Batterie anschließt, dann gleicht diese die üblichen Schwankungen tagsüber aus und dass man sie abends/nachts mit Netzstrom wieder ganz voll macht, spielt wirtschaftlich eigentlich keine Rolle (die Batterie gleicht also Ertrag und Verbrauch über eine Zeit von rund 60 Minuten aus).


    Wenn du eine kleine Freiflächenanlage selbst aufbaust, dann wird der Erzeugungspreis unter 8 Cent pro kWh liegen. Wenn man eine relativ kleine Bleibatterie als Puffer benutzt, dann kann man sie so auslegen, dass man sie innerhalb von 3-4 Jahren auf 60% der Nennkappa herunter nutzt (Details hier: http://wiki.polz.info/doku.php) und so auf einen Preis von deutliche unter 10 Cent pro kWh Zwischenspeicherung kommt.


    Mit ein wenig rechnen (Anlage so ausgelegt, dass es auch für die Übergangszeiten passt), hat man also tagsüber 50% der Zeit einen Preis von 8 Cent und in der zweiten Hälfte kommen noch mal 10 Cent dazu, also 18 Cent. Das mach einen durchschnittlichen Preis von (8 + 18) / 2 = 13 Cent pro kWh tagsüber. Man wird sehr wahrscheinlich keinen Solateur finden, der einem eine Anlage entsprechend konfiguriert, also bleibt nur selber lernen.