Beiträge von jdhenning

    Moin,
    die Kritik von kalle bond möchte ich so nicht stehen lassen.


    Also, klickst du einfach mal http://rredc.nrel.gov/solar/calculators/pvwatts/version1/ an, aktivierst den Radio-Button 'Europe' und wählst aus der Liste 'DEU Dusseldorf' aus. Dann auf den Button „*Start PVWatts for international sites*“ klicken. Dort klickst du auf den Button „Calculate“ (übernimmst also die Standardeinstellungen) und bekommst das Ergebnis als Tabelle. Und in dieser hast du für die Monate des Jahres die durchschnittliche Einstrahlung pro annähernd optimal ausgerichtetem Quadratmeter und Tag (daher wusste ich kleines Cleverle auch schon vor dem Kommentar von kalle bond, dass die Einstrahlung im Dezember deutlich unter dem Durchschnitt liegt). Und in der letzten Zeile haben wir den Durchschnittswert über das Jahr und da steht 2.79 kWh / m^2 / day (egal, ob das kalle bond passt oder nicht!).


    Die Panele haben eine Größe von 160x80 cm und das sind 1,28 m^2 (von mir großzügig auf 1,3 m^2 aufgerundet) und wenn man 12 Panele hat, dann haben die zusammen 15,6 m^2 und folglich fallen 43,5 kWh pro Tag und im Jahresdurchschnitt an Lichtenergie auf diese Fläche (egal, ob das kalle bond passt oder nicht!).


    Die Paneele sind mit einem Modulwirkungsgrad von 14,4% angegeben (da man mit diesem Wert nun wirklich nicht angeben kann, geh ich davon aus, dass er wohl korrekt sein wird), also können im Jahresdurschnitt 6,27 kWh elektrisch pro Tag gewonnen werden (ich hatte 6,4 kWh geschrieben; ich bitte diese Abweichung von 2% zu entschuldigen). Dann hatte ich Verluste von 20% angesetzt und mit 5 kWh pro Tag weiter gerechnet. Ich habe keine Ahnung, was kalle bond an diesem Ansatz nicht passt.


    Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit hatte ich noch einmal einen Abschlag von 33% gemacht (wenn die Sonne scheint, aber die Batterie voll ist und kein Verbraucher eingeschaltet ist, kann man die Energie nicht verwerten) und ich habe nicht einmal mit steigenden Energiepreisen kalkuliert, sondern den Kleinkundenpreis von 2013 für die nächsten 20 Jahre angesetzt.


    Thema Batterie: Batterien zu einem Euro pro Ah bei 12 Volt findet man nicht, wenn da 'Solar' drauf stehen soll. Man muss schon nach Gabelstapler-Batterien vom Typ OPzS (oder ähnlich) suchen, die manchmal auch als Traktionsbatterien firmieren. Wenn man mal bei Hoppecke oder Sonnenschein in die Internetseiten geht, dann wird man heraus finden, dass OPzS-Batterien mit 1.500 Zyklen bei 80% DoD angegeben sind. Wenn man den Wechselrichter/USV so einstellt, dass bei 25% DoD aufs Netz umgeschaltet wird, dann entspricht das 6.000 Zyklen dieser Tiefe und das entspricht einer Lebensdauer von über 16 Jahren. Cruso schrieb (meiner Meinung nach korrekt), dass man die Batterie eigentlich überhaupt nicht bräuchte. Und kalle bond schrieb, die Batterien wären der absolute Schwachpunkt des Vorschlags und ein Batteriewechsel würde bei weitem nicht reichen.


    Und jetzt lehne ich mich mal weit aus dem Fenster: kalle bond, komm' doch einfach mal mit Fakten rüber (nicht persönliche Meinungen, sondern richtig belastbare Fakten), weshalb meine Überschlagsrechnung (!) denn grottenschlecht und falsch sein soll und dann können sich alle Leser hier im Forum ihre eigene Meinung bilden, wer von uns beiden keine Ahnung hat.


    Und komm uns bitte nicht mit dem fehlenden Untergestell. In einem früheren Posting hatte ich schon geschrieben, dass sich Guerilla-Photovoltaik nur bei Do-It-Yourself lohnt. So habe ich mal in Spanien eine nette Kleinanlage gesehen, wo der Eigentümer die Aufständerung mit Feldsteinen gemauert hat. Kostenpunkt: drei Sack Zement und ein Sonntag für vier Panele (viel Spaß und Rotwein waren auch dabei)!


    Und die Montagekosten kannst du auch weg lassen, denn erstens macht es Spaß, so eine Anlage zu bauen und zweitens wird man jeden Monat mit fast 20 Euro belohnt, die man nicht fürs EVU ausgeben musste (Netzbezug 27 Cent minus eigener Preis 10,8 Cent = Ersparnis 16,2 Cent; 4 kWh Eigenproduktion erzeugt eine tägliche Ersparnis von 64,8 Cent oder 19,71 Euro pro Monat).Man belohnt sich also selbst und nicht den Solateur oder den Berater (tut mir ja leid für dich, ist aber so).

    kalle bond schrieb:

    Zitat

    Ein Fehler liegt schon mal beim Durchschnitt. In den Wintermonaten bekommt man keine 5 kWh pro Tag aus der Anlage, jedenfalls an vielen Tagen nicht. Und bei 2.4 kWh Batteriekapazität hast du vielleicht 1.2 kWh Nutzkapazität.


    Wenn es einen Fehler beim Durchschnitt gibt, dann wirst du dich bei PVWatts beschweren müssen.
    Ich habe nie behauptet, dass man in den Wintermonaten 5 kWh aus der Anlage bekommen könnte.
    Wenn man den Angaben der Hersteller glauben schenken darf, dann sind 80% DoD bei OPzS absolut in Ordnung.


    kalle bond schrieb:

    Zitat

    Nach seiner (falschen) Rechnung soll es aber eine Dauerlösung (Eigenstrom) sein und keine USV.
    Sobald diese Mini Batterie richtig belastet wird, knickt sie ganz schnell ein, gerade in dieser Jahreszeit, wo sie gar nicht richtig geladen wird. Es können also nur "kleine" Verbraucher sein, die hier angeschlossen werden.


    Wahrscheinlich wird man als Forumsinventar irgendwann betriebsblind. Deshalb für dich noch mal ausdrücklich: Es handelt sich um eine Notstromversorgung, deren Batterien solar aufgeladen werden. Und der Notfall tritt jedesmal ein, wenn die Sonne scheint und die Batterie hinreichend voll ist! Noch deutlicher kann ich nicht.


    Cruso schrieb:

    Zitat

    Der Schwachpunkt wird die kleine Batterie sein - wie schon einige hier geschrieben haben.


    Siehe Kommentar an kalle bond.


    Cruso schrieb:

    Zitat

    Die Batterie wäre dann auch nur sehr klein oder nicht notwendig.


    Die Batterie dient als Tiefpassfilter und ist absolut notwendig. Man will ja schließlich nicht, dass 2.000 mal die Stunde zwischen Panel und Netz umgeschaltet wird.


    Cruso schrieb:

    Zitat

    Angenommen die Module könnten gerade 800 Watt liefern und es liegt nur eine 50 Watt Last an, stellt sich der mppt auf die 50 Watt ein, geht jetzt die Last hoch, z.B. auf 480 Watt braucht das Ding eine gewisse Zeit sich auf die neue Last einzustellen.


    Genau deshalb haben wir ja die Batterie!
    Fall 1: Wenig Energie nachgefragt und Batterie nicht voll => alles geht in die Batterie.
    Fall 2: Sprung in der Nachfrage und Batterie hinreichend geladen => Batterie liefert Energie, bis der Tracker wieder den MPP gefunden hat.
    Mehr soll die Batterie eigentlich gar nicht machen, aber wenn man sie schon hat, dann kann man sie doch auch für eine UPS benutzen (in vielen Ländern ein gigantischer zusätzlicher Nutzeffekt bei geringem Mehrpreis!). Von daher ist die kalkulierte Batterie eigentlich deutlich zu groß, denn sie erlaubt stundenlangen Batteriebetrieb!


    Cruso schrieb:

    Zitat

    Da ist also noch einiges zu entwickeln und die deutschen Hersteller verschlafen das Zeugs zurzeit komplett.


    Volle Übereinstimmung! Die deutschen Firmen hatten sich komplett auf Subventionen eingestellt und zusätzlich ein paar Lifestyle-Produkte auf den Markt gebracht (ich will hier keine südliche Insel mit Namen nennen), bei denen die kWh dann 50 Cent kostet. Ich habe im letzten Jahr immer wieder recherchiert und nicht einen einzigen Wechselrichter gefunden, der den Bedürfnissen in der dritten Welt genügt. Meiner Meinung nach ein Multi-Milliardenmarkt, aber man geht lieber pleite, bevor man in die Pampa geht.

    Moin,
    ich will noch mal auf die eigentliche Frage zurück kommen, ob man Anlagen für 1.500 Euro pro kWp bauen kann. Die unten angegebenen Preise wurden am 20.1.2014 im Internet ermittelt.



    Die Batterien haben eine Kapazität von rund 2,4 kWh und werden zu einer Batteriebank mit 24 Volt verschaltet; man hat also bei einem Stromausfall im Netz ein paar Stunden lang Strom. Die drei Solarregler arbeiten parallel auf die Batteriebank. An jeden Solarregler werden vier Paneele angeschlossen und zwar jeweils zwei in Reihe und zwei Reihen parallel; hierdurch werden Spannungen und Ströme innerhalb der zulässigen Werte gehalten (und man ist auch flexibler bei der Aufstellung und die Spannung im DC-Kreis ist deutlich kleiner als 120 Volt).


    Der Wechselrichter ist mit 1.000 Watt ein bisschen mager hat aber einen riesigen Vorteil: Er verfügt über eine Vorrangschaltung. Hat die Batterie Vorrang, wird diese bis zu einer einstellbaren Spannung entleert und dann wird automatisch (und mit einer Unterbrechung kleiner 10 ms) auf das Netz umgeschaltet. Die Umschaltspannung wird so gewählt, dass die Batterie keine vollen Zyklen machen muss, also sehr lange lebt.


    Überschlagsrechnung: Die Panele haben eine Größe von 160x80 = 1,3 m^2 also hat man insgesamt 15,6 m^2. Laut PVWatts hat man in Düsseldorf im Jahresdurchschnitt 2,79 kWh Lichtenergie pro Tag und m^2 bei normaler Ausrichtung; bei 14,4% Wirkungsgrad der Panele wären das 6,4 kWh elektrische Energie pro Tag aus den Panelen. Nach Abzug der elektrischen Verluste bleiben rund 5 kWh pro Tag übrig. Bei einer erhofften Laufzeit von 20 Jahren werden wir noch einen zweiten Satz Batterien benötigen, wir müssen also insgesamt 3.000 Euro ausgeben.


    Für 3.000 Euro bekomme ich 11.111 kWh bei 27 Cent pro kWh. Da die Anlage täglich 5 kWh abliefert sind diese 11.111 kWh nach 6 Jahren erzeugt. Da man es nicht immer schaffen wird, das volle Angebot auch abzunehmen, erhöhe ich die Zeit mal auf 8 Jahre. Die Anlage liefert also die kWh für 10,8 Cent pro kWh (20 Jahre / 8 Jahre = 2,5. 27 Cent / 2,5 = 10,8 Cent).


    Ergebnis: Anlagen für 1.500 Euro pro kWp sind nicht nur machbar, sondern zudem auch noch wirtschaftlich interessant.

    Moin,


    mit dem Anbringen des CE-Kennzeichen bestätigt ein Hersteller (oder der Importeur) dass ein Gerät sämtlichen einschlägigen technischen Vorschriften innerhalb der EU entspricht und das ist rein formaljuristisch sogar besser als eine Plakette vom TÜV. Wenn ich also ein technisches Produkt selbst importiere und da steht ein CE drauf, dann muss ich damit rechnen, dass es sich um einen 'China Export' handelt. Wenn ich mit so einem Teil den ganzen Häuserblock abfackel, dann wird keine Versicherung auch nur einen einzigen Cent zahlen, denn es war irgendwo zwischen grober Fahrlässigkeit und Vorsatz, das Gerät überhaupt in Betrieb zu nehmen. Bis zum Friedhof wird man mir alles wegpfänden, was über Hartz IV hinausgeht. Das ist als 'legale' Begründung mehr als hinreichend, zumal technische Richtlinien in einem Prozess praktisch den gleichen Status wie Gesetze haben.


    Wenn ich das Gerät allerdings innerhalb der EU kaufe und da steht ein CE-Zeichen drauf, dann habe ich als Endverbraucher meine Prüfpflicht hinreichend erfüllt und darf es in gutem Glauben benutzen. Wenn dann etwas passiert, wird die ganze Kette vom Verkäufer an bis zum Importeur oder Hersteller in die Pflicht genommen (durchaus auch international). Von daher ist es wegen der Haftung extrem wichtig, ob auf einem Gerät ein CE-Kennzeichen drauf ist oder nicht.


    Zum Thema CE-Kennzeichen und Legalität: Es handelt sich bei dem Kennzeichen um eine eingetragene Marke und aufgrund der Erklärung, dass ein Produkt konform mit den einschlägigen technischen Vorschriften ist, wird einem Hersteller erlaubt, dieses Markenzeichen auf seinem Produkt anzubringen. Die nicht genehmigte oder die erschlichene Anbringung des CE-Kennzeichens stellt also durchaus einen Straftatbestand dar, denn es ist schlicht Betrug.


    Bei den angesprochenen Einspeisern gibt es blanke metallische Teile, die potentiell tödliche Spannung führen könnten und einen direkten Körperkontakt ermöglichen. Zwar prüft der eingebaute Wechselrichter, ob er sich nicht in einer Inselsituation befindet, bevor er Phase auf den Stecker gibt. Aber es wäre ja nicht das erste mal, dass etwa statische Entladungen Prüfkreise lahm gelegt haben. Ein einzelner Fehler könnte tödliche Gefahren verursachen und dann hat jemand sehr gute Chancen für ein Treffen mit dem Staatsanwalt. CE-abhängig, wen es trifft!


    Vor diesem Hintergrund würde ich gerne meine Frage wiederholen: Haben diese merkwürdigen Einspeisegeräte mit dem Stecker, der direkt in eine Steckdose passt, ein EC-Kennzeichen? Vielleicht sogar mit einer Nummer versehen (dann hat eine sogenannte 'benannte Stelle' die technische Prüfung durchgeführt und die kann man durchaus fragen, ob sie es wirklich war)? Die CE-Kennzeichnung ist also alles andere als überflüssig!


    Ich bleibe also vollumfänglich bei meiner Meinung: Wer im Wissen um diese Fakten solche Einspeisungsgeräte installiert oder verkauft, macht sich im Zweifelsfalle des versuchten Mordes schuldig. Sogar wenn so eine Installation ohne Stecker erfolgt (inklusive Reduzierung der Sicherungswerte), dann muss diese Arbeit von einem qualifizierten Elektriker auf eine Art durchgeführt werden, deren Sicherheit nur mit Hilfe von Werkzeugen aufgehoben werden kann. Alles andere könnte strafrechtsrelevant sein!


    Also, erst mal selber schlau machen, bevor man meckert!

    Moin,


    ich habe mir noch nie so eine Guerilla-Anlage angesehen, aber wenn es mit einem Kabel ausgestattet ist, das man in eine normale Steckdose einstecken kann, dann darf es meiner Meinung nach kein CE-Zeichen haben. Und im Normalfall steht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der EVUs, dass man nur Geräte mit dieser Kennzeichnung mit dem öffentlichen Netz verbinden darf. Wenn es einen Schadensfall gibt wird sich das EVU heraus halten wollen. Kann jemand feststellen, ob die Teile ein CE-Zeichen haben und ob das auch tatsächlich eingetragen ist?

    Moin,


    ich beschäftige mich seit ungefähr einem Jahr mit dem Thema Guerilla-Photovoltaik (Buchprojekt). Vorab die Kernpunkte:


    1. Keine Einspeisung (lieber verwerfen); sonst muss man Steuern und Abgaben zahlen und dann lohnt sich das nicht mehr.
    2. Man betreibt das Ganze als Inselanlage, wobei Teile der Insel auf das Verteilernetz umgeschaltet werden können.
    3. Damit die Umschaltung legal ist, muss sie allpolig erfolgen
    4. Rein legal betrachtet hat man dann eine unterbrechungsfreie Notstromversorgung => Anmeldung reicht
    5. Optimale Anlagenauslegung so, dass man im Sommer an der Vollversorgung kratzt
    6. Abgesehen von den Arbeiten auf dem Dach und dem 230-Volt-Anschluss muss man alles selbst machen.
    7. Die Belohnung ist Strom für weniger als 17 Cent die kWh aus der eigenen Anlage.


    Da man keine Energie verkauft, sondern nur am Fremdbezug einspart, ist die Lösung steuerfrei und Abgaben sind auch nicht zu zahlen. Die EVUs werden es nicht lieben aber nach aktueller Rechtslage können sie nichts dagegen machen.
    Das einzige "technische" Problem ist, dass ich bisher keine Netzumschalter finden konnte, die preisgünstig und legal sind.


    Sonnige Grüße

    Moin,


    ich habe 10 Jahre in Spanien gelebt und weiß, wie es normalerweise läuft: Man ignoriert die Gesetze, so gut es geht, und hofft, dass man nicht erwischt wird. Und wenn jemand meint (und sei es ein Konkurrent, der es genauso macht), man habe genug herum gekaspert, dann kommen die drakonischen Strafen. Ich bin ziemlich sicher, dass dieses Gesetz letztlich sogar in Spanien verfassungswidrig ist. Aber bis man sich bis zum Verfassungsgericht durchgeklagt hat, sind 10 Jahre oder mehr vergangen. Und die EU soll eingreifen? Mit welchen Befugnissen denn?


    In Bezug auf den richterlichen Beschluss habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Das Recht, in die Wohnung zu kommen, hat der Inspektor vom Energieministerium sowieso schon. Der richerliche Beschluss ist lediglich die Anweisung an die Nationalpolizei, dieses Recht auch durchzusetzen. Und du glaubst doch wohl nicht, dass in der Zwischenzeit jemand mit Solarpaneelen unterm Arm vom Grundstück 'runter gelassen wird. Und mit der Insellösung kommt man auch nicht weiter, denn im Gesetz heisst es ausdrücklich, dass der Anschlusszwang gilt, wenn es im Haus / in der Wohnung / auf dem Grundstück einen Stromanschluss gilt. Sogar demontierte und eingelagerte Paneele sollen mitgezählt werden! Das ist der aktuelle Stand des Gesetzes und nicht das Ergebnis meiner Phantasie.


    Und eine kleine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen. In der Zeit von 1999 bis 2009 stiegt der Preis für die Energieverteilung von 3 Cent pro kWh (nach meiner Erfahrung war der Service auch nicht mehr wert) auf 6 Cent (deutsches Preisniveau), wobei die Kosten für die Erzeugung konstant blieben. Zusätzlich gibt es seither ein jährliches Minus von 4 Milliarden Euro bei der Energieverteilung. Die 3 Cent Zuwachs ergeben umgerechnet auf den Gesamtverbrauch etwa 8 Milliarden Euro. Irgendwie sieht das so aus, als ob sich da jemand 12 Milliarden im Jahr in die Tasche steckt und die Besitzer von Photovoltaikanlagen jetzt dafür gerade stehen sollen.

    Ich habe ein wenig in englischen und spanischen Zeitungen herumgesucht und bin über zwei 'nette' Details gestolpert, die bisher nicht angesprochen wurden und die nicht ganz unwichtig sind.


    Die Solarinspektoren vom Ministerium haben das Recht, jedes Grundstück und jede Wohnung ohne Vorankündigung zu inspizieren. Lässt man den nicht rein, kommt er umgehend mit einer richterlichen Verfügung (bekommt er automatisch und sofort) und ein paar Herren der Policia Nacional zurück. Lässt man die nicht rein, wird die Tür eingetreten.


    Es wurde mehrfach von der Maximalstrafe gesprochen, was aber viel schlimmer ist, es gibt eine Minimalstrafe in Höhe von 2 Millinen Euro (ausdrücklich: ich habe mich nicht verschrieben)! Bei dieser Summe wird man davon ausgehen müssen, dass nicht nur bei Ausländern, sondern auch bei Spaniern, akute Fluchtgefahr besteht. Wird also auch nur ein kleines Solarpaneel gefunden, das nicht angemeldet wurde (sogar wenn es nicht angeschlossen ist!), geht es demnach direkt bis zur Verhandlung in den Knast.


    Der Besitz illegaler Solarpaneele wird also in Spanien wie ein Kapitalverbrechen behandelt werden! Wenn man dann noch einrechnet, dass Desertec zu Fall gebracht wurde, weil Spanien die Durchleitungsrechte für die HGÜ-Leitungen verweigerte, sollte einem klar sein, was dort hinter den Kulissen abgeht. Wenn man den Artikeln einiger großer Zeitungen glauben darf, schauen Italien und Griechenland schon sehr gespannt auf Spanien (warum denn bloß?).