Beiträge von patba

    Zitat von Ulenspiegel

    Du hast aber offensichtlich gut gedämmtes Haus. WW sind ca. 600 kWh/a, also 25% des Bedarfs. :-)


    Die Hülle entspricht auf dem Punkt dem KfW40-Standard.
    Wenn ich den WW-Anteil aus der EnEV-Berechnung rausrechne, liegt er bei fast 50%.
    Aber Achtung: Laut EnEV wird der WW-Heizbedarf pauschal über die Wohnfläche ermittelt, bei großen Häusern mit im Verhältnis wenigen Bewohnern stimmt das also überhaupt nicht. Bei Wenig-Duschern wie uns erst recht nicht.


    In Realität liegt der WW-Anteil bei uns (laut WP-Steuerung) bei ca. 14%, also bei ca. 300-350 kWh/a.



    Zitat

    Wenn du PV dazu nehmen möchtest, KfW-Werte zu erreichen (bei monatlicher Bilanzierung!), dann stribst du im schlecht gedämmten Haus, da dein Verbaruch für Heizung genau dann hoch ist, wenn die PV nichts leistet. WW-Bedarf ist genau so hoch wie bei dir, insgesamt wird da auch nur 1000 kWh aus der PV kommen.


    Noch einmal, PV ist dann gut, wenn WW hohen Anteil hat, also im gut gedämmten Haus. :-)


    Da hast Du einen Denkfehler (oder Du interpretierst die Daten anders als ich). Der WW-Anteil ist recht irrelevant, weil er bei groß genuger PV bei monatsweiser Bilanzierung im EnEV-Sinne ganzjährig voll von der PV getragen werden kann. Der Heizbedarf hingegen erhöht den anrechenbaren Ertrag.
    Ich verdeutliche das mal mit den Bilanzen aus unserer reellen EnEV-Rechnung. Der Übersichtlichkeit nur für Jan-April:

    Code
    Bezeichnung               Jan   Feb   Mrz   Apr
    Verbrauch Heizung [kWh]   478   368   283   130    => Summe: 1259
    Ertrag PV [kWh]           250   296   639  1268
    Anrechenbar [kWh]         250   296   283   130    => Summe: 959 (Anteil am Verbrauch: 76%)


    Der WW-Anteil des Verbrauchs liegt bei unserer EnEV-Berechnung bei ca. 110 kWh im Monat.
    Jetzt nehmen wir an, der Heizenergie-Bedarf sei doppelt so hoch.
    (Also z.B. im Jan. statt 368+110=478 jetzt 2*368+110=846)
    Dann ergeben sich folgende Werte:

    Code
    Bezeichnung               Jan   Feb   Mrz   Apr
    Verbrauch Heizung [kWh]   846   626   456   150    => Summe: 2078
    Ertrag PV [kWh]           250   296   639  1268
    Anrechenbar [kWh]         250   296   456   150    => Summe: 1152 (Anteil am Verbrauch: 55%)


    Man sieht also, gerade in der Übergangszeit (hier:März) gewinnt man im schlechter gedämmten Haus dazu. Prozentual geht der PV-Anteil natürlich runter, das ist klar.


    Patrick

    Zitat von Energiesparer51

    Man kann sich alles schönreden. Das Netz speichert nichts, so handelt es sich vielleicht um einen "Tausch" aber nicht um Speicherung. Speicherung findet z.B. bei Frequenzanhebung in rotierenden Massen rotierender Maschinen statt. Diese wird durch die Primärregelung allerdings schnell wieder ausgeglichen. Eine Spannungsanhebung drückt die zusätzliche Leistung unverzögert in Verbraucher.


    Du hast natürlich recht, ich hätte "Pufferspeicher" in Anführungszeichen setzen sollen. Der "Tauschgedanke" spielt eine große Rolle, ebenso aber, dass der PV-Ertrag zumindest ungefähr dem Tageslastverlauf folgt.
    Ganz richtig ist die Aussage, das "Netz" speichere nichts, dennoch nicht, denn die allein in D in Pumpspeicherkraftwerken zwischengespeicherte Energie liegt jährlich bei 5-6 TWh.
    Zum Vergleich: der PV-Ertrag in D in 2017 war ca. 40 TWh.
    Die monatsweise Bilanzierung ist wohl nach Einschätzung der Fachleute, die sich das ausgedacht haben, eine faire Regelung, um solche Aspekte abzubilden. Diese Option stammt ja wohlgemerkt nicht von mir, sondern steht so in der EnEV.


    Patrick

    Zitat von Ulenspiegel

    Danke! Wenn ich auf Monatsbasis bilanziere, kann ich im Sommer WW abdecken, ein wenig Heizung in der Übergangszeit, praktisch nichts im Winter. Je schlechter die thermische Hülle, desto weniger bringt Wasser anteilig.


    Praktisch nichts ist relativ.
    Wenn der monatliche (normiert errechnete) Verbrauch der WP höher ist als der (normiert errechnete) Ertrag der PV, so darfst Du den Ertrag komplett ansetzen. Eine 10 kWp-Anlage produziert auch im Dez. und Jan. 200-300 kWh, im den Übergangsmonaten schon eher 600 kWh. Bei einer 10 kWp-Anlage werden es bei einem sehr gut gedämmten KfW40-Haus locker 2000kWh/a, die anrechenbar sind. Je schlechter die Hülle, desto mehr.


    Beim Eigenverbrauch muß man (zwangsläufig) in Echtzeit rechnen (Zeitgleicher Verbrauch und Erzeugung). Im Sinne der KfW und EnEV wird aber monatsweise bilanziert. Das macht einen gewaltigen Unterschied. Die Philosophie dabei ist, dass man das Netz im Sinne der überregionalen Nutzung erneuerbarer Energien als legitimen Pufferspeicher mit einbezieht.


    Um es mit Zahlen aus der Praxis zu füttern (PV 9,69 kWp):
    Laut EnEV-Berechnung/Energieausweis braucht unsere WP 2742 kWh/a, davon werden 2086 kWh durch die PV "gedeckt" (bei monatsweiser Bilanzierung!)
    reell braucht die WP 2200-2400 kWh/a, davon werden 800-900 kWh von der PV gedeckt (also "echter" Eigenverbrauch, laut Solarlog, mit selbst erweiterter Heizungssteuerung zur Optimierung des Eigenverbrauchs)


    Patrick

    Zitat von Ulenspiegel

    "
    Das ist das Problem. Zunächst sollte geklärt werden, ob sich der Primärenergiebedarf, der sich meines Wissens nur auf Heizung/WW bezieht, durch Bilanzierung übers Jahr mit PV aufhübschen lässt. Wenn nicht, dann ist der PV-Ansatz tot (meine Wette), dann geht nur Dämmen in Verbindung mit WP.


    Es geht, und zwar per monatsweiser Bilanzierung.
    Das steht auch in den von mir oben schon zitierten technischen Mindestanforderungen der KfW.


    Zitat von patba

    Siehe technische Mindestanforderungen der KfW: https://www.kfw.de/PDF/Downloa…51_152_430_Anlage-TMA.pdf


    Ich zitiere:
    "Beim Nachweis zum KfW-Effizienzhaus kann die Regelung des § 5 EnEV zur Anrechnung von
    Strom aus erneuerbaren Energien angewendet werden. Der Systemleistungsfaktor fperf von
    Photovoltaikanlagen muss mindestens 70 % gemäß DIN V 18599-9: 2011-12 betragen."


    Weiterhin hier das wichtige aus §5 EnEV mit Hervorhebungen:
    "(1) Wird in zu errichtenden Gebäuden Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt, darf dieser Strom von dem nach § 3 Absatz 3 oder § 4 Absatz 3 berechneten Endenergiebedarf abzogen werden, soweit er
    1. im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude erzeugt wird und
    2. vorrangig in dem Gebäude unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung selbst genutzt und nur die überschüssige Energiemenge in ein öffentliches Netz eingespeist wird.
    Es darf höchstens die Strommenge nach Satz 1 angerechnet werden, die dem berechneten Strombedarf der jeweiligen Nutzung entspricht.
    (2) Der Strombedarf nach Absatz 1 Satz 2 ist nach den Berechnungsverfahren nach Anlage 1 Nummer 2 für Wohngebäude und Anlage 2 Nummer 2 oder 3 für Nichtwohngebäude als MONATSWERT zu bestimmen. Der MONATLICHE Ertrag der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien ist nach DIN V 18599-9 : 2011-12* , berichtigt durch DIN V 18599-9 Berichtigung 1 : 2013-05, zu bestimmen."


    Es darf also AUF MONATSBASIS bilanziert werden.


    Zitat von Energiesparer51


    Ich kenne einen Fall aus 2012, da wurde PV zur Einhaltung der Vorschriften verwendet. Der Ersteller des Energieausweises konnte das mit seinem Programm aber nicht abbilden. Da wurde dann irgendein Blödsinn eingetragen.


    Das wurde auch bei unserem Neubau in 2012 so gemacht und unser Energieberater konnte das mit seinem Programm problemlos abbilden. Allerdings war es bei uns keine Schönrechnung, wir hätten auch ohne PV KfW40 geschafft.


    Ich betone aber nochmal: Es muss dennoch auch die Anforderung an den Transmissionswärmeverlust (Gebäudehülle) erfüllt werden.


    Patrick

    Ich verstehe die Diskussion hier nicht ganz.


    Die verschiedenen Energiestandards sind definiert durch die Einhaltung bestimmter Kriterien.
    Diese umfassen:
    1. die Unterschreitung eines bestimmten Primärenergiebedarfs
    2. die Unterschreitung eines bestimmten Transmissionswärmeverlustes.
    und zwar müssen beide Kriterien erfüllt werden.
    D.h. es hilft also gar nichts, hier nur über die Senkung des Primärenergiebedarfs zu reden. Die Erfüllung der Auflagen zur Gebäudehülle gehören unabdingbar dazu. Ausnahmen gibt es nach meiner Kenntnis nur für denkmalgeschützte Gebäude, wo eine Dämmung nicht ohne weiteres möglich ist. Siehe technische Mindestanforderungen der KfW: https://www.kfw.de/PDF/Downloa…51_152_430_Anlage-TMA.pdf
    Aus einem älteren Haus ein KfW40-Haus zu machen wird deshalb in der Regel nicht ohne Dämm-Maßnahmen möglich sein.


    Patrick


    Das wäre ein grandioser Ertrag gewesen, von 1000-1100 kWh/kWp. Und das trotz teilweiser Verschattung und nicht optimaler Südausrichtung.
    Wie wurde der Ertrag gemessen? Anzeige des WR?
    Kannst Du 100% ausschließen, dass die mit dem alten WR gemessenen Erträge meßfehlerbehaftet waren?


    Zitat von micha1983


    Seit dem neuen WR haben wir nur noch ca. 2300-2500 kWh / Jahr.


    Was immer noch 770-840 kWh/kWp wären.
    Wenn ich in pvgis 45° Neigung und 45° Azimut rechne, komme ich OHNE Verschattung auf 2730 kWh/a (Standort in Bayern).



    Patrick

    Die Tatsache, dass Schule und Turnhalle separate Stromanschlüsse und Zähler haben, macht die Erzielung eines möglichst hohen Eigenverbrauchs komplizierter. V.a. wenn man das Schulgebäude nicht belegen will.
    Hast Du Daten zum jahrlichen Strombezug a) der Schule und b) der Halle? Am besten mit Tagesgang ;-)
    V.a. in der Halle wird das Licht der Hauptverbraucher sein. Welche Leistung fällt da an, wenn das Licht an ist? Wie viele Stunden in der Woche ist die Halle belegt?
    Wie gut ist die Tageslichtnutzung in der Halle, bzw. wie hoch ist der Kunstlichtbedarf tagsüber?


    Patrick

    Fassen wir mal zusammen.
    Der TE hat ja schon 3 Produkte verlinkt.
    1x Wärmepumpe mit 0,59 kW el./2,4 kW therm.
    1x Wärmepumpe mit 1,05 kW el./5,36 kW therm.
    1x Durchlauferhitzer mit 3 kW el./therm.
    =>Die Leistungsaufnahme der drei ist (logischerweise v.a. prinzipbedingt) sehr unterschiedlich.


    ein wesentlicher Punkt ist noch nicht genannt:
    - wie groß ist die PV-Anlage?
    - wie groß sind die erwarteten Überschüsse, bzw. würden diese vergütet werden? (z.B. 70% weich)


    Wie Du deinen Engergiebedarf ausrechnen kannst, wurde ja schon genannt.
    Nur bei der größeren WP wird 1h Laufzeit ca. 1°C Temperaturerhöhung bringen...
    Wenn genug kostenloser Strom zur Verfügung steht, könnte man über den Druchflusserhitzer nachdenken, weil er definitiv robuster und billiger ist. Im Normalfall (z.B. 10 kWp, 70% weich) werden aber die 3 kW des genannten Erhitzers nie übrigbleiben.
    Ob die genannten WP qualitativ gut sind, weiß ich nicht.


    Patrick

    Zitat von Bauherr12


    Ich werde die nächsten Tage mal mit einem Energieberater Telefonieren ob er sich unsere Berechnung und die Lage vor Ort mal ansieht.


    Um nochmal meinen Post etwas weiter oben (der letzte auf S. 3) herauszugraben:
    Sprich den Energieberater unbedingt darauf an, mit welchem Betrag bei Eurer Passivhausberechnung die sog. "internen Gewinne", also Abwärme von Personen, Geräten, ... angesetzt sind. Die spielen in der Passivhaus-Praxis eine wichtige Rolle!
    Ihr habt eine riesen Bude mit 170 m² Wohnfläche, seid im Moment nur zu zweit, beide berufstätig und damit vermutlich ganztags außer Haus. Euer Bedarf an Haushaltsstrom ist nur 1749 kWh/Jahr. Das ist sehr wenig für ein so großes Haus.


    ==> Ihr habt im Moment schlichtweg sehr niedrige "interne Gewinne". Ich glaube stark, dass das in der Berechnung anders abgebildet ist. Dazu kommen noch Faktoren wie Bauaustrocknung im ersten Winter.


    Ich würde zuerst mal Eure zukünftige Lebenssituation abschätzen (Nachwuchs, wer ist wie lang daheim, ...) und den nächsten Winter abwarten. Erst basierend auf diesen Erkenntnissen sollte man über eine Änderung des Heizkonzeptes nachdenken.


    Patrick