Beiträge von Ulenspiegel

    Sorry, alkoholbedingter Lapsus. :-)


    Natürlich Brennstoffzellenreaktion im Winter.


    "Dir ist schon klar, dass die H2-Einlagerung in das LOHC im Sommer viel Wärme freisetzt (exotherm) während für das Heraustreiben des H2 im Winter dann zusätzliche Wärme (c. 300°C) für den endothermen Prozess benötigt wird?"


    Ist es wirklich viel Energie? Bitte nicht Temperatur eines kleinen Reaktors mit Energie gleichsetzen. Und Brennstoffzellenreaktion ist im 60% Bereich, du hast 40% Thermische Energie die du zum Heizen und Dehydrieren verwendest....

    Es wäre auch sinnvoll, mehr über LOHCs nachzudenken, in großen Gebäuden wird im Sommer der Wasserstoff erzeugt und zum hydrieren genommen, im Winter wird wärmegeführt die Elektrolyse in derselben Anlage durchgeführt.

    In einer lang andauerenden "kalten Dunkelflaute" über 20 Tage wird Deutschland rund 40TWh elektrischer Energie brauchen. In den vorhandenen Gaspeichern (>200 TWh) kann man das Problemlos einspeichern. Deutsche Pumpspeicherkraftwerke haben 0,04TWh. Was es braucht sind zusätzliche Elektrolyseure um den Wasserstoff zu erzeugen und einzuspeichern (auch ein paar Änderungen) und zusätzliche Möglichkeiten zur Rückverstromung. Sicher hat Norwegen, wenn die Infos stimmen, 84 TWh an Speichermöglichkeiten, aber eben nicht als Pumpspeicher sondern als Stauseen (knapp 2 GW nur Pumpleistung), Es bräuchte einen erhebliche zusätzliche Leistungserzeugung vor Ort (in Norwegen) und Netzausbau. Also ich bin mir nicht sicher was da auf Dauer die bessere Lösung ist (Stromnetze bauen und EE Überkapazitäten bis es raucht, oder eben H2 Speichermöglichkeiten mit Rückverstromung). Die einen Studien sagen so, die anderen so. Keine Diskussion besteht in der Frage das die Stromdirektnutzung immer technisch sinnvoller (Wirkungsgrad) sein dürfte als der umweg über H2. Aber die zeitlichen und örtlichen Zusammenhänge kann man auch nicht ganz außen Vorlassen.


    Es ist ja nicht so das Deutschland plötzlich völlig ALLEINE auf dem H2 "Trip" ist und der Rest der Welt nicht. Für mich Indizen genug das man das nicht ignorieren sollte was im H2 Bereich passiert.


    PS: H2 im PKW ist quatsch.

    Norwegen kann bei Importen einfach seine Wasserkraftwerke abstellen, es braucht nicht mehr Pumpleistung, es braucht auf lange Sicht mehr Turbinenleistung, da 32 GW den Eigenbedarf von 17 GW abdecken müssen und nur der Rest von ca. 16 GW Exportfähig ist....

    Die DENA-Studie geht von einem sehr hohen Bedarf an P2X aus, den sieht man in anderen Studien nicht. Die Frage ist also, warum willst du die DENA-Studie als Startpunkt nehmen, nicht eine andere?


    Die Hauptbereiche, in denen zwischen den Studien große Unterschied auftreten, sind zum einen der Verkehr, also wie weit kann elektrifiziert werden, wie weit muss P2X eingesetzt werden. Der andere Bereich ist Raumwärme, hier kann man große Unterschiede sehen, je nach Bau- und Renovierungsrate.


    Auf der Erzeugungsseite ist die DENA-Studie eher pessimistisch. Mit folgenden Annahmen, die noch nicht einmal extrem sind, kommt man auf mehr:


    300 GW PV (300 TWh/a)

    80 GW offshore Wind (350 TWh/a)

    200 GW onshore Wind (600 TWh/a)


    Biomasse habe ich gar nicht aufgeführt, da diese in die Chemie gehen soll.


    Ich persönlich habe nichts gegen einen Import von grüner Energie oder chemischen Verbindungen aus P2X, allerdings würde ich das auf 30% des Bedarf begrenzen.

    Könnte es sein, dass dir der Unterschied zwischen physikalischen Flüssen und Kontrakten nicht klar ist?

    Dass du einen Journalisten zitierst, der auch in dem Bereich strauchelt, deutet darauf hin.


    Kleiner Hinweis: Frankreich exportiert Atomstrom über Süddeutschland, da die Übertragungskapazität zur Verfügung steht, der Strom wird aber nicht in Deutschland verbraucht....

    Solange der Wärmebedarf des Hauses nicht sinnvoll gesenkt wird, führt ein massiver Einbau von WPs mit kleiner AZ bei uns zu der gleichen Situation wie in Frankreich die Elektroheizungen, du bekommst einen sehr deutlichen Winterpeak, den kann man dann mit Gaskraftwerken beheben

    Wie klein ist denn deiner Meinung nach die mögliche durchschnittliche JAZ im Bestandsbau? Mit modernen Luft-WP sollte da über 3,5 möglich sein. Das würde den Gasverbrauch selbst an den ganz kalten Tagen massiv verringern.

    Ich habe keine Problem mit der Aussage im engeren wissenschaftlichen Sinne. Du kannst im Bestand sehr hohe AZ erreichen, gerade wenn WW nicht den hohen Anteil am Bedarf ausmacht wie im Neubau.


    Es muss Wärmeverteilung gut gehen und der Dämmstandard ausreichen sein. Sieh dir den Link von Hfrik an, allerdings ist auch in der Studie das Ergebnis, dass das Problem sich aus mehreren Beiträgen zusammmensetzt, die sinnvoll berücksichtigt werden müssen. Mein Problem in der Praxis ist, dass die meisten Hausbesitzer keine Ahnung haben, die meisten Handwerker auch mit einer Optimierung überfordert sind. Im Neubau können sie das von WP-Herstellern rechnen lassen, im Bestand geht das wesentlich schlechter.


    "Das würde den Gasverbrauch selbst an den ganz kalten Tagen massiv verringern."


    Die Aussage ist ein wenig tricky, da in einer Dunkelflaute tiefe Temperaturen mit geringem RE-Beitrag zusammenfallen, viele WPs mit dann geringer AZ treiben den Bedarf an elektrischer Energie stark nach oben.


    Wenn du 400 TWh Wärme in drei Monaten mit AZ 3.5 bereitstellen musst, welche elektrische Dauerleistung ergibt das?

    (Situation in der Dunkelflaute wäre schlimmer.)

    Kleine AZ ist für mich unter 3. Man kann natütlich argumentieren, dass WW nicht den Einfluss hat wie im Neubau, aber das ändert die Situation nicht wirklich.


    Und du rennst bei mir offene Türen ein, dass mit sinnvoller Sanierung WP möglich sind, dazu braucht es allerdings einen Plan und Planer, du etrapoliertst von deiner Situation ein wenig optimistisch auf die Allgemeinheit.


    Weiterer Punkt, der in meiner direkten Umgebung dazu kommt, ist die Tatsache, dass dei Bestandbauten MFH sind, dort LWP vielleicht nicht so der Hit sind, Hier würde ich ganz klar Alternativen wie Sole (Sonde) WP oder fernwärme vorziehen...

    Der "volkswirtschaftliche" Grund für Gasheizung ist wohl in erster Linie der, dass es deutlich mehr Leute gibt, die Gasheizungen im Bestand einbauen können als WPs, außerdem brauchst du bei massiver Umstellung auf WPs deutlich mehr kompetente Planer.


    Solange der Wärmebedarf des Hauses nicht sinnvoll gesenkt wird, führt ein massiver Einbau von WPs mit kleiner AZ bei uns zu der gleichen Situation wie in Frankreich die Elektroheizungen, du bekommst einen sehr deutlichen Winterpeak, den kann man dann mit Gaskraftwerken beheben :-)


    Ich bin da nicht ganz so optimistsich wie du, habe aber kein Problem mich zu irren. :-)