Beiträge von Bastel

    Wegen der Norddach-Belegung lies mal hier: Norddach genauso effizient wie Süddach, wenn dadurch 70-%-Regel ausgehebelt wird


    Fazit: mit einer moderaten zusätzlichen Norddach-Belegung im Bereich 10...20 % bezogen auf das Süddach lässt sich die 70-%-Regel praktisch aushebeln. Die zusätzlichen Module auf Nord sind dann praktisch genauso effizient wie die auf Süd. Vorteil ist, dass dadurch die Anlagengröße insgesamt steigt ohne Einbußen beim spezifischen Ertrag. Die Mehrkosten je kWp sind sogar günstig, wenn Gerüst und Solarteur sowieso schon da sind.

    Zwei Wechselrichter fast dauerhaft parallel zu betreiben, wo einer ausreichen würde, ist auch etwas sonderbar. Dabei addieren sich natürlich die Eigenverbräuche, wie du schon errechnet hast.


    Das typische, oft empfohlene Szenario sieht eher so aus:

    • Den kleinen WR mit geringem Eigenverbrauch für alle Grundlast-Verbraucher verwenden, im Dauerbetrieb
    • Einen zusätzlichen großen nur phasenweise dazunehmen, zum Beispiel für die Kaffeemaschine, die Bohrmaschine oder den Rasenmäher mal für eine halbe Stunde tagsüber.

    Wenn wie bei dir Grundlastverbraucher vorhanden sind, für die der Kleine nicht ausreicht, dann ist der Kleine im Prinzip überflüssig, und das Konzept passt nicht für dich.

    Tatsache ist, die zusätzlichen Module (z.b. plus 10 Prozent kWp) bringen effektiv auch (im Idealfall) plus 10 Prozent Ertrag, OBWOHL sie auf Nord liegen. Das ist doch der springende Punkt. Das heißt auch mehr Eigenverbrauch, mehr Einspeisung, bessere Amortisation, weil 10 % mehr Anlagenleistung in der Regel weniger als 10 % Aufpreis bedeuten.

    Bei meinen 45° NNW Modulen habe ich noch nie mehr als circa 40 % der Peakleistung gesehen, weil die Sonne immer sehr schräg einfällt. Zudem ist der Peak von Nord (wegen nicht exakter Nord-Süd-Ausrichtung) gegenüber dem Peak von Süd zeitlich versetzt. Der Extremfall ist ja auch eine Ost-West-Anlage, wo man genau diesen Zusammenhang ausnutzt und 50/50 baut, ohne jemals in die Abregelung zu laufen, jedenfalls ab einer gewissen Dachneigung.

    Ganz genau - und die paar Module auf dem Norddach, die dafür nötig sind, langweilen sich auch nicht. Stattdessen bringen sie wenigstens 50 % des Ertrags verglichen mit der Südseite, die gleichzeitig niemals gedrosselt werden muss. Dadurch steigt sogar "virtuell" der Ertrag auf der Nordseite - ein Effekt, der bei der Planung von Norddächern vermutlich noch nie so berücksichtigt wurde.


    Nehmen wir an, dass 10 % zusätzliche Module Auf der Nordseite ausreichen, um die Kappung der Südseite im Sommer zuverlässig zu verhindern. Dann schaut die Rechnung so aus:


    • Südseite 10 kWp, sagen wir 9000 kWh mit Kappung
    • Nordseite 1 kWp, sagen wir 450 kWh
    • Zzgl. vermiedener Kappung: 9000 kWh * 5 % = 450 kWh.

    Im Ergebnis sind die Norddachmodule bilanziell GENAUSO effizient wie die auf der Südseite. Wer hätte das gedacht!?

    Der Groschen ist so laut gefallen, dass ich daraus mal einen einen Thread gemacht habe:


    Norddach genauso effizient wie Süddach, wenn dadurch 70-%-Regel ausgehebelt wird

    Vorbereitung für "Beratungsgespräch" und die Planung meiner PV-Anlage


    Direkt mal ausgelagert, weil die meisten diesen Effekt wohl noch nie so betrachtet haben. Sind einige Module auf der Nordseite (Satteldach 45° zum Beispiel) am Ende durch die 70-Prozent-Regel genauso effizient wie die Südseite, bilanziell gesehen?


    Nehmen wir an, dass 10 % zusätzliche Module auf der Nordseite ausreichen, um die Kappung der Südseite im Sommer zuverlässig zu verhindern. Dann schaut die Rechnung so aus:

    • Südseite 10 kWp, sagen wir 9000 kWh mit Kappung
    • Nordseite 1 kWp, sagen wir 450 kWh
    • Zzgl. vermiedener Kappung: 9000 kWh * 5 % = 450 kWh.

    Im Ergebnis sind die Norddachmodule bilanziell GENAUSO effizient wie die auf der Südseite. Wer hätte das gedacht!?


    Bin gespannt auf eure Meinungen 👌


    PS: Nennen wir das Ganze doch "virtuelle Dachvergrößerung" 😉