Beiträge von Dipol

    Als das Schmunzeln nachlassen hat, musste ich das alte Thema reanimieren.

    Das berechnet man je nach Situation mit dem kugelblitzverfahren oder mit dem winkelverfahren.

    Das Blitzkugel- wie auch das Schutzwinkelverfahren ist mir geläufig, aber wo finde ich etwas zum Kugelblitzverfahren? 8)

    hihi mein solateur verlegt das auch alles in einem rohr.. bisher hats funktioniert..

    Und dann ballert da oder in der Nähe der Blitz rein, das Signal springt über, der WR Schrott und die Versicherung zahlt, da das kaum kontrolliert wird.

    Blitz- und Überspannungsschutz erfordert ein Gesamtkonzept und lässt sich nicht auf diesen vergleichsweise nebensächlichen Aspekt verkürzen.

    • Wirkungsvoller Schutz gegen seltene Direkteinschläge erfordert, dass die vor dem Einschlag abgefangen werden. Das setzt nach dem Blitzkugelverfahren installierte getrennte Fangeinrichtungen und auch die Einhaltung nach IEC 62305-3 zu berechnender Trennungsabstände gegen die Schutzvorrichtungen voraus. Trotzdem bleiben Restrisiken, weil - Blitz ist nicht gleich Blitz - insbesondere stromschwache LEMPs noch durchschlüpfen können.
    • Wirkungsvoller Schutz gegen schon häufigere induktive Blitzstromeinkopplungen aus Naheinschlägen setzt voraus, dass Schleifen durch kleine Abstände vermieden und eingekoppelte Potentiale durch energetisch koordinierten Überspannungsschutz beherrscht werden.
    • Da in der Energiewende Dachvollbelegung Priorität hat, fallen dem gegen Transienten wirkungsvolle Trennungsabstand zumeist zum Opfer. Blitze, die es mehrere Kilometer von den Wolken durch Luft (km = 1) als vergleichsweise guten Isolator zu PV- oder Antennenanlagen geschafft haben, lassen sich durch 1 mm PVC (km = 20) von Kabelmänteln oder Trennstegen in Kabelkanälen nicht nachhaltig minimieren.

    Konventionell direkt geerdete Antennen, deren Erdungsleiter zumeist auch normativ zulässige Blitzeinleiter durchs Haus darstellen, entlasten als ungewollte Fangeinrichtungen die PV-Anlagen nur unwesentlich. Mit jeder neu installierten PV-Anlage, deren Leitungen mit Näherungen durchs Gebäude geführt werden sind früher einmal angebrachte Empfehlungen Erdungsleiter von Dachantennen wie Ableitungen von Blitzschutzsystem außen abzuführen, sinnfreier.

    Hätte vielleicht dazu schreiben sollen das die Solarpaneele an meinen Zaun befestigt werden, also keine Dachlösung.

    Nichts gegen einen zusätzlichen Stützerder an von Gebäuden abgesetzten PV-Anlagen. Aber auch dann müssen ALLE Erder miteinander und dem Schutzpotentialausgleich des Gebäudes verbunden sein. Bei Gebäuden mit einem Fundamenterder ist zudem als Material Edelstahl, Werkstoffnummer 1.4571 (V4A), oder Kupfer gefordert, siehe den Normenoldie DIN VDE 0151:1986-06.


    Gestern endete eine vierteilige Vortragsreihe des VDE zu Balkonanlagen, die auch interessierten Laien offenstand.


    Eben fällt mir ein Link in der "Bauchbinde" auf:



    Das Thema stammt von 2013! Schon vor 9 Jahren alles wie gehabt, einschließlich dem normwidrigen Tiefenerder ohne Verbindung zum Schutzpotentialausgleich als Regelleistung von einem vorgeblichen Profi. :thumbdown:

    Ich hätte auch dazu mal eine Frage, weil ich auch derzeit am suchen bin wie ich die Erdung vornehmen soll. Ich habe eine normale ALU- Montageschiene und die JaSolar 405 sollen drauf.

    Nicht sehr originell die Frage, wurde sie doch schon gefühlt hunderte Male gestellt, allerdings nicht von jedem normfreien Experten auch richtig beantwortet. ;(


    Verweise auf NAV § 13 und wer für Installationen an Elektroanlagen, wozu Erdung und Potentialausgleich gehören, nach NAV § 13 arbeitsberechtigt ist, verpuffen hier noch mehr als in anderen Foren.


    Wie auf Gebäuden ohne Blitzschutzsystem eine normativ nur empfohlene Funktionserdung der Tragschienen normkonform ausgeführt werden soll, ist im Beiblatt 5 der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) aber auch in Bild 9.29.1 des von jedermann downloadbaren DEHN Blitzplaners dargestellt.


    Zitat von Crusha

    Reicht es auch einfach die Erdung irgendwo an die Schiene zu befestigen und per Erdungstab zu verbinden?

    Nein, denn separate Erder sind gefährlich und - auch wenn es in vielen Beiträgen fälschlich als solcher so bezeichnet wird - KEIN Potentialausgleich sondern dessen Gegenteil.


    Siehe Blitzplaner Kapitel 5.5.6 Vermaschung von Erdungsanlagen.

    Auch das wird im gelinkten Artikel doch empfohlen 🤷‍♂️

    Für mich immer wieder aufs neue erstaunlich, wie viele Leser des Artikels von Björn Hemmann aus dem Jahre 2011 nicht bemerken, dass Ihnen über gleichlautende Untertitel "Welche Empfehlungen leiten sich daraus ab?" 4 (in Worten: VIER!) miteinander inkompatible Lösungen angepriesen werden. :thumbdown:


    Mit Ausnahme der erst später wirksam gewordenen Verpflichtung auch auf Gebäuden ohne Blitzschutzsystem Elektro- und PV-Anlagen mit SPDs nach DIN VDE 0100-443 und -534 schützen zu müssen, zeichnet das um 3 Jahre ältere PDF Merkblatt für PV-Installateure aus, dass es frei von persönlichen Vorlieben mit den in Deutschland gültigen Normen DIN VDE 0100-712 und dem Beiblatt 5 der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) auch übereinstimmt.

    Weil PA-Leitungen eigentlich immer in mind. 10mm² ausgeführt werden sollten, um evtl. Überspannungen auch zuverlässig ableiten zu können.

    Da zu vermuten ist, dass an deinen Steckdosen kein einziger Schutzpotentialausgleichsleiter (PE) diesen Querschnitt aufweist, solltest du aufklären welche Art von PA-Leitungen du eigentlich meinst.


    Eine Norm in welcher eigentlich immer steht ist mir ebenso unbekannt wie eine in der durch ein übliches sollte schlankere Querschnitte für Funktionserdungsleiter oder Schutz-Potentialausgleichsleiter mit u. a. 1,5 mm² Cu unzulässig wären.


    Wenn E DIN E VDE 0100-712:2022-10 in der jetzigen Entwurfsform in Kraft tritt, wird der Querschnitt für die bislang in beiden relevanten Normen als Funktionserdung bezeichnete Verbindung von den Traggestellen zur Haupterdungsklemme (ex. PAS und ex. HES) im Geltungsbereich von DIN VDE von 6 auf 4 mm² Cu reduziert.

    Zitat von KannNixRichtig

    Ist auch ein Überspannungsschutz Typ 1 intergriert sollten es sogar mind. 16mm² sein.

    Da der Aufpreis jetzt nicht so gravierend ist, würde ich zur 16mm²-Variante greifen.

    Dass für SPD 1 Blitzstromableiter ein Leiterquerschnitt von 16 mm² Cu gefordert ist, hat mit dem Querschnitt von Funktionserdungs- oder sonstigen Schutzleitern normativ keinerlei Zusammenhang.

    Zitat von KannNixRichtig

    Das Thema äußerer Blitzschutz klammern wir hier besser mal aus ;)

    Sonst müsstest du ja begründen, welchen Vorteil bei einem seltenen Direkteinschlag eine Querschnittsvergrößerung auf 10 mm² Cu (für den es ebenso wie 16 oder 25 mm² Alu keine zertifizierten Verbinder gibt!) hätte, zumal auch 16 mm² Cu mit zertifizierten Verbindern die PV-Leitungen nur unwesentlich von Teilblitzströmen entlasten würde. ;)

    Der Autor dieses Artikels hat in den 90er-Jahren die handlichen Kleinhuis Leitfäden als würdige Vorgänger der DEHN Blitzplaner heraus gebracht. Als Fan von Dipl. Ing. Klaus Schulte empfehle ich auf das Datum der Veröffentlichung zu sehen, 22 Jahre alte Publikationen sind lesenswert können aber auch in die Irre führen.


    Ich fand den in Schutzpotentialausgleich umgetauften Begriff Hauptpotentialausgleich durchaus passend, aber das Bild mit diesem Namen ist durch die beiden letzten Ausgaben der DIN VDE 0100-410 überholt und von einer Erdungsschiene, welche mit einer Schraube zwei Leiter klemmt, rate ich ab.

    Moin,


    also ich habe für mich persönlich abgespeichert: 6mm² CU massiver Draht ist für PA ohne Blitzschutz ausreichend.

    So allgemein pauschal formuliert ist eine Grätsche fällig. :)


    Potentialausgleich ist nicht gleich Potentialausgleich. Es gibt auch PA-Anwendungen, für die schlankere Querschnitte von 2,5 mm² Cu (geschützt) und 4 mm² (ungeschützt) zulässig sind aber - siehe DIN VDE 0100-540, "543.1.1" Mindestquerschnitte" - auch Schutzleiter mit 25 mm² Cu und 35 mm² Alu. Die werden von der Tabelle 6 der DIN EN 50310 (VDE 0800-2-310) sogar noch bis 300 mm² getoppt und hinter dem Begriff Blitzschutzpotentialausgleich steckt stets ein Mindestquerschnitt von 16 mm² Cu, 25 mm² Al oder 50 mm Stahl.


    Wo Elektroanlagen im Altbestand durch PV-Anlagen zur Erzeugungsanlage mutieren ist auch ohne LPS fehlender Überspannungsschutz nachzurüsten und wenn im Vorzählerbereich ein Kombiableiter gesetzt wird, muss der mit 16 mm² Cu zusätzlich mit der Haupterdungsklemme (ex. HES) verbunden werden. Und Schutzleiterströme < 10 mA bedingen stärkere Querschnitte wie im Beitrag zuvor von Huawei gefordert.


    DasMoritz bezieht sich vermutlich auf die Funktionserdung der Modulgestelle nach DIN VDE 0100-712 und dem Beiblatt 5 von DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-), die gewohnheitsmäßig wieder unisono als Potentialausgleich bezeichnet wird. Dafür ist 6 mm² Cu wie oft erwähnt empfohlen und ebenso mit LPS, sofern die Trennungsabstände nach IEC 62305 ausreichen, was bei Dachvollbelegung gewöhnlich nicht möglich ist und dann nach Blitzschutznormen 16 mm² Cu bedingt.

    Potentialausgleich kann ich nach Normkonformität aber nicht nach dem Grad seiner Sauberkeit unterscheiden.

    Vielen Dank für den Hinweis. Dann werden wir normenkonformen Potentialausgleich anbieten. Ich bin kein Elektromeister also kann ich das nicht vollends bewerten.

    Das klingt schon mal anders als der ursprünglich erweckte Eindruck, dass Florians-Jünger über besondere Qualifikation für den Vertrieb und Montage von PV-Anlagen verfügen würden, obwohl sie nur für das Löschen vorliegt. 8)

    Zitat von gitrisolar

    Wir werden den Anschluss der Anlagen natürlich durch einen Elektrikermeister machen lassen, der im Installateursverzeichnis eingetragen ist. Laut IHK ist Photovoltaik "kein Gewerbe der HwO bei reiner Montage und ohne Eingriff in die Dachunter- bzw. Fassadenkonstruktion bei Aufdachsystemen".

    Danke meinerseits für diesen Hinweis, ich werde den mit der Meinung meiner Handwerkskammer abgleichen. Wozu 16 mm² Querschnitt gut sein soll, bleibt wohl offen?


    Es darf vermutet werden, dass die beiden schon genannten Regelwerke nicht zum Rüstzeug gehören.