Beiträge von fassadenkletterer

    Hallo,


    Ich denke ein Fachmann hätte vor Ort schon ein paar Punkte die man genauer betrachten und besprechen könnte.


    1)
    Eine Bearbeitung mit dem Trennschleifer/Flex ist für die Ziegel bestimmt schonender und minimiert das Risiko für (Mikro)Rissbildung im Ziegel. Bei der Bearbeitung mit dem Hammer steigt das Risiko der Rissbildung. Das Risiko, dass der Ziegel dann irgendwann einmal bricht (z.B. bei Frost) ist bei der Hammerbearbeitung nach meiner Einschätzung größer. Mit dem Trennschleifer/Flex lassen sich die Aussparungen auch präziser herstellen, also mit eher kleineren Spalten und Ritzen.


    Wahrscheinlich steht die Bearbeitung mit Trennschleifer/Flex so auch in den Anweisungen des Gestellherstellers. Viele Installateure haben aber aus unerfindlichen Gründen keine Lust diese zu lesen.


    2)
    Kleine Spalten und Ritzen für den Einstieg von Insekten gibt es immer bei fast jedem Dach, Süddach oder Norddach, neues Dach, altes Dach, egal, ob eine Solaranlage installiert ist oder nicht (Fensteranschlüsse, Kaminanschlüsse, Gaubenanschlüsse, Dachkehlen, Ortgangziegel, usw.). Kleinere Insektennester gibt es im Laufe der Jahre fast bei jedem Ziegeldach und meistens bereitet dies auch keine größeren Probleme.


    Wenn das Unterdach ordentlich ausgeführt ist sollte auch Flugschnee im Normalfall keine Probleme bereiten, vor allem, da ja auch die Module selbst einen gewissen Schutz darstellen.


    3)
    Bedenklicher ist nach meiner Erfahrung, dass die notwendigen Abstände zwischen Dachhaken und unterem Ziegel nicht eingehalten werden. Die Dachhaken schwingen bzw. bewegen sich bei Belastung durch Wind und Schnee.
    Wenn die Dachhaken auf dem Ziegel aufliegen gibt es auch ein Risiko für Ziegelbruch.
    Um dies genauer zu beurteilen solltest Du vielleicht noch ein paar Detailfotos machen.


    Oft sagt der Gestellhersteller, dass bei mittig auf dem Sparren montierten Dachhhaken der Abstand zwischen Ziegel und Dachhaken an jeder Stelle mindestens 5mm betragen muss.
    Außermittig montierte Dachhaken schwingen und bewegen sich wegen des seitlichen Abkippens noch deutlich mehr. Hier sind also eventuell sogar größere Abstände erforderlich um eine Ziegelbelastung zu verhindern.


    4)
    Ich würde auch beim Gestellhersteller bzw. Modulhersteller anfragen oder in den Anleitungen nachlesen, ob nicht wenigstens in der untersten Modulreihe Modulabrutschsicherungen vorzusehen sind.


    Reine Klemmverbindungen können sich im Laufe der Jahre durch Setzerscheinungen und Temperaturwechsel und Dachbewegungen lösen bzw. schlechter werden. Die Wirkung der Klemmverbindungen ist sowieso schon gering und kann dann durch solche Effekte noch weiter nachlassen und ohne Sicherung zu einem Abrutschen der Module führen.


    Das angeflickte Stück Schiene ist nach meinem Eindruck auch eher ungewöhlich. Es könnte schon sein dass sich hierdurch Bewegungen ergeben können die die Wirkung der Modulklemmumg beeinträchtigen.
    Auch hier solltest Du vielleicht noch weitere Detail-Bilder für uns machen und in der Anleitung des Gestellherstellers stöbern.



    Gruß

    Zitat von ndorphin

    Einfach die anderen Geräte auch ausschalten und gucken ob es dan läuft, evtl. eingrenzen bis der schuldige gefunden ist.


    So würde ich es in einem ersten Versuch auch angehen. Und manchmal findet man eindeutig einen einzelnen Problemverursacher.


    Ich habe aber auch schon ähnliche, aber etwas kniffligere Fälle mitbekommen.


    Jedes einzelne Gerät für sich (alle anderen ausgesteckt) hat funktioniert.
    Nur die Gleichzeitigkeit von mehreren Geräten hat zu Problemen geführt...
    Und hierbei gab es dann viele Kombinationen mehrerer verschiedener Geräte die in verschiedenen Kombination funktioniert haben... nur eben niemals zu viele bzw. alle gemeinsam...


    Es war also nie ein einzelner Übeltäter auszumachen... was sehr verwirrend sein kann...
    Es war die Summe und die Gleichzeitigkeit von mehreren Übeltätern die zum Problem führten.
    Und zwar auch nur direkt im Augenblick des Umschaltens auf Notstrom.


    Mit etwas zeitlichem Abstand (einige Sekunden/Minuten) beim Zuschalten konnten nach und nach wieder alle Geräte aktiviert werden und betrieben werden, also auch tatsächlich alle gemeinsam!
    Es ging also um die Vermeidung von gleichzeitigen (sehr kurzen, aber starken) Stromspitzen (der Billig-Netzteile) im Zuschaltmoment.


    Die Lösung bestand in der Installation von Schaltern die mit Zeitverzögerung einer nach dem anderen Zuschalten...
    Etwas aufwendig, aber es funktioniert seitdem.


    Gruß

    Zitat von nasenbaer1970

    Einfach so mal die Strings tauschen is nicht (Kabellänge).
    Oder mache ich einen Denkfehler ?


    Falls die Kabellängen fix sind und zu kurz sind,
    je nach Montagesituation der Wechselrichter: Vielleicht kannst Du anstatt der Kabel einfach die Wechselrichter tauschen?


    Je nach elektrotechnischen Kenntnissen kannst Du dies vielleicht alleine machen.
    Insbesondere in der Nacht mit abgeschalteten AC- und DC-Sicherungen ist dies eigentlich gefahrlos machbar.
    Ansonsten eine Person fragen die entsprechende Kenntnisse hat.


    Tausch der Wechselrichter bzw. Tausch der AC- und DC-Anschlüsse geht sehr schnell.
    Und der Test würde Dir schon ein paar aussagekräftige Ergebnisse liefern:
    "Fehler" bleibt beim Wechselrichter bzw. wandert mit Wechselrichter mit oder eben nicht...



    Wenn Du den "Fehler" bzw. Ertragsunterschied nur an schlechten (regnerischen) Tagen feststellst, wäre es ein Indiz für einen modulseitigen Fehler der vielleicht mit Feuchtigkeit zu tun haben könnte (Isolationsfehler, undichte Stecker/Kabel, Marderbiss, Delamination, gebrochenes Modulglas). Vielleicht reagiert der Wechselrichter auch auf derartige Fehler und schaltet dann kurzzeitig ab.


    Gruß

    Hallo,


    Ich vermute leider, dass es sich lohnt hier etwas genauer hinzuschauen...


    Die notwendige Anzahl und Abstände bzw. Anordnung der Dachhaken gibt Würth in der Auslegung vor. Daran müsste sich der Installateur halten.


    Würth gibt meiner Erinnerung nach in der Montageanleitung auch vor, dass der Abstand zwischen Dachhaken und unterem Ziegel an jeder Stelle mindestens 5mm betragen muss. An die Montageanleitung von Würth sollte sich der Installateur natürlich halten. Den Abstand kann man leicht mit einer z.B. 5mm starken Schraube prüfen.
    Falls der Abstand irgendwo nur 4mm beträgt entspricht dies bereits einer Abweichung von 20%...
    Soviel Sicherheit gibt es in der Auslegung/Berechnung normalerweise eher nicht, daher ist die Einhaltung der Abstände sehr wichtig, falls es gegenüber Würth einmal zu Diskussionen kommt (bei Ziegelbruch).


    Prüfen könnte man auch, ob die Dachhaken außermittig montiert wurden.
    Die Berechnungen in der Auslegung von Würth gelten meines Wissens leider nur für mittig montierte Dachhaken.
    Gegebenenfalls sollte sich der Installateur von Würth schriftlich bestätigen lassen, dass die Auslegung auch bei außermittig montierten Dachhaken korrekt ist.


    Stelle ruhig weitere Bilder mit abgedeckten Ziegeln ein, dann könnte man noch besser etwas zur Ziegelbearbeitung und dem Hakeneinbau sagen. Das könnte spannend werden und Dir und Deinem Installateur weiterhelfen.


    Ich würde die Module nicht montieren lassen bevor die Unterkonstruktion nicht in Ordnung ist.


    Gruß

    Zitat von Gerty189

    Jeder 2te Sparren ist belegt.


    Laut Statikberechnung i.O.


    Hallo @Gerty,


    ich hege leider die Vermutung, dass die Gestell-Statik eher nicht OK sein könnte.
    Außermittig montierte Dachhaken (wie auf Deinem Bild vom 7.8.18) haben in der Regel ein deutlich anderes Bewegungsverhalten als mittig auf dem Sparren montierte Dachhaken!


    Du solltest unbedingt prüfen und Dir bestätigen lassen, ob die Systemstatik auch für außermittig auf dem Sparren montierte Dachhaken gültig ist (... dies ist oft nicht der Fall... die manchmal angegebenen Werte der Dachhaken-Datenblätter bzw. Zertifikate gelten oft nur bei mittiger Auflage) !



    Erfahrungsgemäß sind die Bewegungen vieler Dachhaken bei außermittiger Montage häufig deutlich größer als die vorgesehenen ca. 5mm Luft zwischen Dachhaken und Ziegel. Zusätzlich verstärkt wird die Kipp-Bewegung wenn auch die Konterlattung bei stärkerer Belastung noch etwas nachgibt. Die Folge ist Ziegelbruch trotz schönster Berechnungen.


    Wenn Du und Dein Solarteur/Lieferant das Thema genauer verstehen, besprechen und berücksichtigen möchtet empfehle ich zum Einstieg z.B. die Erläuterungen im pv magazine 02/2016 und 04/2016.
    Ich denke der Kauf bzw. Download der Artikel ist gut investiert wenn man etwas detaillierter in das Thema Systemstatik bzw. „Dachhakenverhalten in der Realität“ einsteigen möchte.


    Pi mal Daumen Schätzungen ("... einfach mal drauf stehen...") und unvollständige bzw. ungenaue Systemstatiken sind wenig zuverlässig und wenig nachvollziehbar (und wertlos z.B. bei Betrachtung durch einen Versicherungsgutachter im Schadensfall).
    Wenn man das reale Dachhaken-Verhalten bei außermittiger Montage kennt und bei der Auslegung berücksichtigt (vom Anbieter bestätigen lassen) ergeben sich häufig erstaunlich hohe Zahlen bezüglich der benötigten Dachhaken.


    Gruß