Beiträge von hfrik

    Habe es noch einmal nachgeschaut.

    Selbst in den mir bekannten Simulationen zu 100% EE inklusive Umstellung auf Elektroauto + Wärmepumpe + Flexibilisierung der Lasten + 55GW Batteriespeicherleistung kommen die "fossilen Kraftwerke - im Sinne von Diesel oder Gasturbine -

    auf 700- 1100Bh im Jahr im Durchschnitt.

    Ich kann gerne Simulationsdaten zur Verfügung stellen wenn Du magst.

    NEin die 50BH kommen auch aus den Dauerlinien der Windenerieerzugung in grossen Netzen, die zeigen dass es mit geringer Wahrscheinlichkeit kurze aber recht tiefe Einbrüche im Output geben kann. Diese kann man mit mehr Batteriespeicher (55GW) oder mit mehr flexiblen Generatoren abdecken. Die 500-1500 Bh bekommt man mit einem leichten "Überbau" der EE, oder mit etwas Leitungen in die NAchbarschaft weg, wo die noch auftreten.

    In den meisten Modellen fehlen halt in der Modellierung die "ehda" Notstromdiesel, die im Invest nichts oder fast nichts kosten, aber jederzeit einspeisen können - diese sind dann oft billiger als selten genutzte Batteriereserven, wenn man kurz mal viel Leistung zusätzlich braucht.

    Bei Entso-e E-highways 2050 bleiben da 72GW thermische Generation übrig in gesamt Europa, bei knapp 900GW wind und 700GW solar (Technik Stand 2012) sowie 180 GW Biomasse. Die Biomasse wird dabei auf die höheren Vollaststunden kommen gegenüber der sonstigen thermischen Kapazität. (Wobei mit den sinkenden Kosten bei Wind und Solar diese Kapazitäten heute kleiner herauskommen könnten, bei einem stärkeren Ausbau von Wind und Solar)

    Ja, die sind entsprechend sauber, da braucht je keiner mit Addblue sparen im stationären Betrieb.

    Es ist nicht so dass Öl billig und gut ist, es macht nur keinen Sinn für 50 Bh im Jahr ein Gasnetz vorzuhalten, und dafür von den Turbinen keine Notstromfunktion als Zweitnutzen zu bekommen. Öl kann man leicht ohne Netz speichern, und da der Generator dann auch bei Stromausfall (-> Gasnetzausfall) zuverlässsig läuft ist er eben als Notstromerzeuger für alle Arten kritischer Infrastruktur und empfindlicher Fertigungsanlagen sinnvoll und erzeugt so einen Zweitnutzen, den die Gastubine nicht hat, und die Installationskosten ganz oder zu einem großen Teil finanziert.

    Die Containerdiesel die wir in unseren Projekten so verbauen lassen kosten 150€/kW bei 20% Überlastbarkeit. Da hält keine Gasturbine mit, und die Dinger stehen mit etwa 20GW in D (Netzgekoppelt) "sowiso" rum - das um etliche GW zu erhöhen kostet abzüglich Nutzen als Notstromversorgung ein Appel und ein Ei.

    Das bessere ist der Feind des Guten gilt hier. So man reserven haben will ist Öltank + Notstromdiesel die bessere Lösung als Gasnetz+Gasturbine.

    Also wenn der Gasverbrauch im Endkundenverteilnetz auf 1/3 zurückgeht zahlt der duchschnittliche Gaskunde allein 360€ /JAhr heutige Preise an Grundgebühr. Womit Gas wirtschaftlich tot ist und schneller verscheindet als man zusehen kann. So wie Bildröhren auch auf einmal weg waren.

    Ansonsten wird immer wieder unterschätzt wie kurz und selten Dunkelflautenw erden wenn die Netze grösser werden. Soo viel LEitsung braucht es da nicht, wenn man wirklich die bereits Installierten Kapazitäten nutzt.

    Im Übrigen kann mit dem alten Heizöltank eines Krankenhauses auch ein 10-fach überdimensienierter Notstromdiesel wochenlang laufen. Der hat einen höheren oder wenigstens gleich hohen Wirkungsgrad wie eine einfache Gasturbine, und ist deutlich billiger. Und versogt dann auch in Notfällen das Krankenhaus zuverlässig mit Strom. Das Krankenhaus heizen kann man dann mit Wärmepumpe.

    Aber solche Lösungen sind zu einfach in dieser Republik.

    (Auf unsere Nachbarn ist kein Verlass bla bla bla)

    Das ist aber kein bla bla sondern schlicht Tatsache. Wenn alle Länder Europas 100% Erneuerbare haben (und davon der Großteil volatil ist weil Wasserkraft ist ohnehin schon praktisch überall ausgereizt) dann kann ich noch so viele Netze in alle Richtungen bauen, wenn dort kein Erzeuger dranhängt der exportieren kann (sondern im Gegenteil, die ebenfalls über diese Netze importieren wollen) bringt es nichts. Es braucht die gesicherte Leistung.


    Ob man dafür jetzt Erdgas oder LNG oder Diesel oder sonstwas verwendet halte ich da eher für nebensächlich und da wird sich in den nächsten Jahrzehnten wohl auch noch einiges tun. Nachdem die Gaskraftwerke aber jetzt schon existieren und das Pipelinenetz jetzt schon existiert und man es theoretisch auch für P2G verwenden kann, ist es irgendwie naheliegend vorerst das zu nutzen.

    Auch wenn es nicht in den Kopf rein will: es gibt keine weltweite Dunkelflaute. Es git auch keine Eurasische Dukleflaute. Es gibt aber heute schon ein Eurasisch-Afrikanisches Netz. Und eine Dunkelflaute im Europäischen NEtz ist bereits so selten, kurz und flach, dass die Europäischen Netzbetrieber dies nach eingehender Untersucheung meinen mit bestehenden Wasserkraftspeichern und bestehender Biomasse ausregeln zu können.

    Wie kommst Du auf die Idee dass man da noch irgendwo gesicherte Erzeugung braucht? Die brauchen wir so notwendig wie ein Fisch ein Fahrrad.

    sogar viele Biogasanlagen haben als alternative und zum Anfahren einen Flüssiggastank. für die so erzeugten KWh gibts zwar keine EEG- vergütung, aber wenn der Marktpreis stimmt und gerade nicht genügend Biogas vorhanden ist kann man dann noch nachlegen. bis so 2030 eine sinnvolle Herangehensweise, danach sollten wir weiter sein.

    Zwei Wochen halte ich für übertrieben, auf ganz Europa gerechnet wird eine Dunkelflaute nicht so lange anhalten. Aber eben vielleicht einige Tage aber da sehe ich auch nicht wie das nur mit Leitungsausbau und ohne thermische Kraftwerke funktionieren soll.


    Vor allem wenn (und das muss ja das Ziel sein) am anderen Ende der Leitung ebenfalls 100% Erneuerbare dranhängen und die eben auch nicht immer liefern können.

    Nun, dazu kann man einach gregor czischhs Doktorarbeit durchlesen, oder das Ergebnis zu E-highways 2050, 100%-EE-Szenario. Oder man sieht das Diagramm der Verfügbakeit des Windstroms bei unterschiedlich ausgedehnte rVerteilung der Anlagen an. Dann wird das deutlicher- die Minimalleistung von Wind steigt, die kleinen Leistungen werden ebeso wie die sehr grossen sehr selten und zeitlich kürzer, womit dann die Überbrückung mit SPeicherkraftwerken (bestand) biomasse, etc. der letzten kleine Lücken immer leichter wird. Wird das NEtz noch grösser als in diesen Szenarien, verschwinden die Lücken. Im Eurasisch-Afrikanisch-Australischen Netz, wie es bald gekoppelt ist, gibt es keine Dunkelflaute. Nur zu dünne Leitungen.

    Nun, der Aufwamd einen Elektriker zu besorgen, Termine zu vereinbaren, während diesen da zu sein damit der Elektriker auch rein kann, hinter der Mängelbeseitigung her sein, verbrät deutlich mehr Stunden als das Dingens einfach durchzumessen und Anzuschliessen. Die Kosten für den Elektriker kommen dann noch on top.

    Also in China sind das Freileitungen mit +/-1100kV, und entsprechend 5000A je Leiter, und ca. 5000mm² Leiterquerschnitt, was nicht so besonders dick ist. Mit EMV gibt das keine Probleme da statisches Feld, jeder Blitz produziert da mehr, jeder Farbfernseh-Röhrengerät hat da im Wohnzimmer auch mehr Feld produziert mit seiner 20kV Beschleunigungsspannung.


    Da man die WElt nicht nur mit PV, sondern auch mit Windkraft evrsogt, sowie bestehender Wasserkraft ergebensich die WErte - Nachts ist der bedarf geringer, und der Wind gleich stark, und die Wasserkraft läuft auch weiter.

    Also die chinesischen Hinterhofklitschen Siemens und ABB transportieren in China 12 GW auf 2 Drähren über 3400km. Aber diese chinesischen Firmen sind in D vermutlich noch nicht allen Leuten geläufig.

    Da man auf einem Tannenbaummast 9 solche Systeme unterbring kann man unter Einhaltung von n-1 über einen solchen MAsten 96 GW transportieren - wobei ABB und Siemens meine 12 GW je System sei bei der Leistung erst der Anfang, nicht das Ende. Es ginge also noch deutlich mehr als 96 GW je Mast. Und man würde sinnvollerweise nicht eine, sondern ein dutzend TRassen durch verschiedene Länder bauen. Verluste auf der Strecke sind a) ein designparameter (man kann die Leiterseile problemlos 100x so dick bauen wie heute und die Verluste damit auf 1% des heutigen Werts drücken). Ebenso sind die Verluste im Quadrat von der transportierten Leistung abhängig - transpotiert man nur die halbe Nennleistung, hat man nur 1/4 der prozentualen (und ein achtel der absoluten) Verluste.

    Was dazu führt, dass ein HGÜ Stromtransport von Neuseeland an das Nordkap deutlich weniger Verluste hat, als eine Umwandlung in H2 und Rückverstromung im Kraftwerk. Die Normale Transportentfernung ist aber bei 1000-2000km, da sind die Verluste um mehr als eine Zehnerpotenz kleiner als bei H2. Von den Kosten der Ausrüstung ganz zu schweigen.

    Das einzige Problem beim Netzausbau ist, dass wir den Arsch nicht hochkriegen. Andere Probleme sind nicht im geringsten erkennbar. Nur der verdammte Klebstoff auf dem Sessel...