Beiträge von Marcel_K

    Hallo und vielen Dank für die weiteren Einträge!


    @ suntha: Ja, du hast natürlich vollkommen Recht, man muss einfach gewisse Annahmen machen! Aber da es in diesem Fall ausnahmsweise nicht darum geht, ein Ergebnis zu präsentieren, welches ein Auftraggeber gerne sehen möchte, sondern eher um eine halbwegs plausible Abschätzung zukünftiger Entwicklungen, will ich zumindest versuchen, möglichst realistische Annahmen zu treffen.


    @ PeterQ: Die von dir angesprochenen neuen Tätigkeitsfelder, die sich für Stadtwerke zukünftig ergeben könnten, werden wohl am Ende der Arbeit angeschnitten. Hier soll es dann eben genau um die Frage gehen: In welchen Bereichen können/müssen die Stadtwerke aktiv werden, um Absatzeinbußen etc. aus dem „klassischen“ Geschäft abfangen zu können.
    Sobald ich Ergebnisse meiner Arbeit habe, kann ich wie gesagt gerne hier darüber informieren.


    @ PV-Berlin: Ich bin zwar kein Techniker und sicher gibt es zahlreiche Mitglieder im Forum, die deine Frage besser beantworten können, aber soweit ich weiß, besteht grundsätzlich auf jeden Fall die Möglichkeit, dass Trafos Strom aus PV-Anlagen von einer niedrigeren in eine höhere Spannungsebene transformieren. So kommt es in Bayern meines Wissens nach bereits gelegentlich vor, dass PV-Strom von der Niederspannungsebene in die Mittelspannungsebene transformiert wird und sich der „klassische“ Lastfluss (von „oben nach unten“) dann umdreht.


    Sunstegen : Vielen dank für Ihre gemessenen Werte und Aussagen zum Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage!!!


    Viele Grüße


    Marcel

    Ich sehe gerade, dass während ich einen Beitrag geschrieben habe, eine weitere sehr interessante Antwort hinzugekommen ist. Da ich nun aber nur noch wenig Zeit habe, zunächst nur ganz kurz:


    @ M Reiner: Vielen Dank für ihren Link und Ihr Angebot! Ich werde auf jeden Fall spätestens Anfang nächster Woche auf Sie zurückkommen!


    Bis dahin,


    Marcel

    Hallo und vielen Dank für die bisherigen Antworten!


    Zum Beitrag von suntha:


    Quasching kenne ich, daher ohnehin keine Zweifel an der Seriosität!


    Zitat

    Aber warum fragst du nicht die stadtwerke, wissen die nicht wann und wieviel ihre Kunden verbrauchen? Schwach...


    Das werde ich in jedem Fall noch tun! Ich schreibe die Arbeit in Zusammenarbeit mit einem Beratungsunternehmen und über dieses habe ich Kontakt zu mindestens einem Stadtwerk, das auch bereit ist, Daten zur Verfügung zu stellen. Ich erhoffe mir natürlich hier praktische Daten, sowohl zum Lastverhalten verschiedener Kundengruppen als auch zum Einspeiseverhalten von PV-Anlagen, zu erhalten. Außerdem für PV-Anlagen mit Inbetriebnahme nach 01.01.2009 evlt. auch schon Daten zum Thema Eigenverbrauch.


    Zitat

    Du musst dir außerdem klarmachen das der eigenverbrauch der gefördert wird nichts anderes ist als die normale PV-Nutzung (technisch gesehen), man baut nur einen anderen Zählertyp ein, der den PV Strom misst der im Haus verbraucht wird.


    Das ist mir bewusst. Solange keine Änderung im Nutzerverhalten durch die Eigenverbrauchsregelung hervorgerufen wird, ändert sich aus "Netzsicht" praktisch nichts. Ich werde mich aber wie gesagt vor allem auf die "Vertriebssicht" konzentrieren. Und aus Sicht eines Stadtwerks ergibt sich dabei durch Eigenverbrauch von Solarstrom zunächst ja einfach folgende Situation: Eine Kunde, der ohne PV-Eigenverbrauch zuvor 4000 kWh/a bei mir gekauft hat, realisiert nun einen Eigenverbrauch von 1500 kWh/a. Diese Absatzmenge fällt bei mir weg. Unabhängig davon, ob der PV-Strom auch ohne die EEG-Eigenverbrauchsregelung physikalisch "den selben Weg" genommen hätte.


    Und die Frage, die sich dadurch nun im Rahmen meiner Bachelorarbeit ergibt, ist grundsätzlich folgende: Um welchen Betrag dürfte sich der Stromabsatz eines Stadtwerkes in Zukunft reduzieren, wenn immer mehr PV-Strom "eigenverbraucht" wird?


    Ich werde die Betrachtung der Frage wohl unterteilen in "kurzfristige Perspektive" und "mittel- bis langfristige Perspektive". Die kurzfristige Perspektive betrifft den Zeitraum bis Ende 2011. Danach kommt wohl die nächste EEG-Novelle und auch die derzeitige Eigenverbrauchsregelung soll dann auf den Prüfstand. Die kurzfristige Betrachtung beruht also auf "Stand gesetzliche Rahmenbedingungen heute". Wie die EEG-Bedingungen für PV-Strom nach der EEG-Novelle 2012 aussehen werden, ist derzeit meiner Meinung nach äußerst schwer abschätzbar (es wird heute ja z.T. bereits der komplette Ausstieg aus der Förderung gefordert).


    Danach kommt dann die langfristige Perspektive. Hier ist der entscheidende Punkt, dass für private Haushalte aller Voraussicht nach früher oder später die viel zitierte "Netzparität" herrschen wird und es sich für PV-Anlagenbetreiber dann auch ohne spezielle Eigenverbrauchsregelung aus dem EEG lohnt, Eigenverbrauch umzusetzen.
    Auch bei dieser Betrachtung soll wieder eine (grobe) Abschätzung erfolgen, deren Ergebnis die Frage beantwortet: Mit welchen Absatzeinbußen müssen Stadtwerke bis (z.B.) 2020 rechnen, wenn (z.B.) ab dem Jahr 2014 Netzparität für Privathaushalte erreicht ist?
    Diese Betrachtung dürfte unter viel größerer Unsicherheit erfolgen, als die kurzfristige Betrachtung, da eben dann genau die von sintha angesprochenen Faktoren wie "Entwicklung von Speichern und deren Kosten, auch in Verbindung mit Elektromobilität", "Entwicklung der Modulpreise, Wechselrichterpreise, etc." und noch viele weitere Dinge zum Tragen kommen. Nicht zuletzt auch die dann herrschenden gesetzlichen Rahmenbedingungen der Förderung. Denn auch die Netzparität nützt dem Anlagenbetreiber meiner Meinung nach wenig, wenn er aus seiner 5 kWp-Anlage z.B. 50 % des Jahresertrags eigenverbraucht, den Rest aber nur mit einer Vergütung von z.B. 5-6 ct/kWh in das allgemeine Netz einspeisen kann. Außer natürlich Speicher sind bis dahin entsprechend kostengünstig verfügbar…Wie gesagt, alles ziemlich schwer voraussagbar, werde wohl verschiedene Szenarien aufstellen müssen.


    Aber um mal nicht zu weit in die Ferne zu schweifen: Zunächst geht es mir wie gesagt um die kurzfristige Perspektive. Angenommen im Jahr 2011 werden in Bayern 1000 MWp PV-Leistung zugebaut, davon 700 MWp in Form von Anlagen, die grundsätzlich für Eigenverbrauch in Frage kommen (Dachanlange, bis 500 kWp). Welche Menge des darin erzeugten PV-Stroms dürfte wohl „eigenverbraucht“ werden?


    An dieser Stelle wird dann der Aufruf von neuharlingerstrom (Danke dafür!) interessant:

    Zitat von neuharlingerstrom

    Da gibt es meiner Erinnerung nach auch durchaus Anlagen mit Datenloggern die man sich konkret betrachten könnte. Diesbezüglich der Aufruf an andere mal entsprechende Links hier zu bringen. Da kann man am besten ablesen was deren Haushalt so "einspart" ....


    Denn die von suntha angesprochenen „Erzeugerlastgänge“ für PV liegen mir zwar vor, stellen jedoch, wie suntha selbst sagt, nur Mittelwerte der realen Einspeisung dar. An einem Tag im Juli wird in der ¼ h von 12.00 bis 12.15 Uhr somit immer die gleiche PV-Einspeisung angenommen.
    Die für PV typischen vergleichsweise starken Schwankungen von Tag zu Tag, ggf. auch von Stunde zu Stunde etc. werden gemittelt. Und auch wenn Statistik nicht mein Spezialgebiet ist, so bin ich recht sicher, dass eine Abschätzung der realisierbaren Eigenverbrauchsquote für einen Haushalt auf dieser Basis nicht optimal möglich ist. Reale Einspeisewerte für jede ¼ h mehrerer Jahre wären hier, denke ich, geeigneter!


    @ neuharlingerstrom: Danke auch noch für die weiteren Themen, die du mir nahegelegt hast! Dass ich selbst „wühlen“ muss, ist natürlich klar, ich mache seit zwei Wochen fast nichts anderes mehr! Aber natürlich nicht nur im Forum. Und was die Sache Input/Output betrifft: Ich persönlich hätte grundsätzlich nichts dagegen, die Arbeit hier später auch zur Verfügung zu stellen, es wird jedoch aller Voraussicht nach leider trotzdem nicht möglich sein. Und zwar aus dem oben genannten Grund: Die Arbeit schreibe ich in Zusammenarbeit mit „der Praxis“ und leider kann ich eine Bachelorarbeit, die auf internen Zahlen eines/mehrerer Stadtwerke beruht, nicht einfach im Internet frei zugänglich machen.


    Anders sieht es natürlich mit den grundsätzlichen Ergebnissen/Aussagen etc. aus. Diese kann ich natürlich gerne im Forum zur Diskussion einstellen, sofern gewünscht! Denn auch wenn ich die Arbeit aus Sicht der „klassischen“ Versorger schreibe, die standesgemäß nicht nur erfreut sein dürften, wenn ihnen durch PV ein Teil des Marktes wegzubrechen droht, so soll das Ergebnis der Arbeit keinesfalls „contra-PV“ ausfallen, sondern vielmehr Möglichkeiten aufzeigen, wie Stadtwerke sich auf regionaler Ebene am besten an der Neugestaltung der Energiewirtschaft beteiligen bzw. daran teilhaben können.


    Da der Beitrag nun aber mittlerweile die kritische Länge deutlich überschritten hat, soll’s das nun vorerst gewesen sein. Ich freue mich auf weitere Beiträge und einen interessanten Austausch!


    Viele Grüße


    Marcel

    Hallo


    Zum Hintergrund dieses Posts: Ich befinde mich derzeit in der Recherchephase zu meiner Bachelorarbeit im Rahmen des Studiengangs „Energiewirtschaft“ an der Hochschule Darmstadt. Grundsätzlich soll es hierbei um Auswirkungen und Handlungsalternativen für süddeutsche/bayerische Stadtwerke im Rahmen des starken Zubaus an PV-Anlagen (derzeit und wohl auch in Zukunft) gehen.


    Einen Schwerpunkt der Arbeit wird das Thema „PV-Eigenverbrauch“ bilden. Hierbei soll zum einen auf die derzeitig gültige Regelung im EEG mit ihrem aus Anlagenbetreibersicht starken Anreiz zum Eigenverbrauch eingegangen werden, zum anderen soll aber auch ein Ausblick in die Zeit der „Netzparität“ erfolgen, da dann ja ein Anreiz zum Eigenverbrauch auch ohne zusätzliche EEG-Vergütung bestehen wird.


    Um die Auswirkungen aus Vertriebssicht eines süddeutschen Stadtwerks beleuchten zu können, stellt sich u.a. folgende Frage: Mit welchen Absatzeinbußen muss in den nächsten Jahren gerechnet werden, wenn immer mehr PV-Anlagenbetreiber einen Teil ihres Strombedarfs selbst decken und entsprechend nicht mehr über ihr Versorgungsunternehmen beziehen?


    Natürlich hängt diese Frage von zahlreichen z.T. schwer vorhersagbaren Faktoren ab und ist bestenfalls in einer groben Größenordnung abschätzbar. Trotzdem wollte ich an dieser Stelle fragen, ob eventuell irgendwelche Quellen bekannt sind, die im Zusammenhang mit dieser Frage nutzbar sein könnten?
    Hilfreich wären z.B. Abschätzungen, welchen Anteil des Stroms einer PV-Anlage in einem Haushalt durch Eigenverbrauch genutzt werden kann, wenn gewisse Prämissen wie Anlagengröße in kWp und Stromverbrauch des Haushaltes in kWh/a gegeben sind. Mir ist natürlich bewusst, dass dies im Einzelfall sehr stark vom Nutzerverhalten der Bewohner des Haushaltes abhängt, da meine Arbeit aber die Strom-Vertriebssicht beleuchten soll, wäre ein Mittelwert über eine größere Anzahl an Haushalten für meine Zwecke in jedem Fall nützlich.


    Selbstverständlich versuche ich auch „auf eigene Faust“ mögliche Quellen zum Thema zu finden und habe auch schon einige eigene Berechnungen zum Thema Eigenverbrauch auf Basis des Standardlastprofils für Haushaltskunden aufgestellt (Näheres hierzu könnte ich natürlich bei Interesse erläutern). Trotzdem wäre für jede weitere mögliche Informationsquelle zum Thema Eigenverbrauch mehr als dankbar!


    Ich würde mich also über alle möglichen Links, Ideen, Anregungen etc. sehr freuen!


    PS: Folgendes Thema habe ich mir bereits gelesen:
    http://www.photovoltaikforum.c…ch-und-teuer--t45814.html
    Hinweise auf weitere Themen im Forum, die im Zusammenhang mit dem Thema Eigenverbrauch für mich nützlich sein könnten, sind natürlich ebenfalls gern gesehen!


    Viele Grüße


    Marcel