Beiträge von mwanton

    Zitat von P.Voltologe

    Allerdings man muss dann selber in Vorleistung gehen (viel Geld in die Hand nehmen, mit ungewissem Ausgang), um den Nachweis zu führen, der auch von First Solar anerkannt wird.
    Dieser Nachweis ist mit Feldmessungen der Leistung technisch nicht möglich. Eine repräsentative Stichprobe muss in einem Labor mit allen Light-Soaking Voraussetzungen müssen normativ haltbare Flashermessungen durchgeführt werden, was sehr teuer werden kann (meist werden 30 Module wegen der Statistik als Stichprobe gefordert).
    Falls es gebraucht werden sollte, Service und Garantieabwicklung ist jetzt wieder in Frankfurts/Oder bei FS selbst und nicht mehr in Bremen bei Adler Solar.
    Grüße


    FS akzeptiert nur eigene Flashermessungen und Du bekommst nur die Mitteilung ob ein Modul im Rahmen der 10-jährigen Leistungsgarantie als Garantiefall anerkannt worden ist oder nicht. Dies ist der Fall, wenn ein Modul weniger als 85,5% der Nennleistung hat. Die als Garantiefall anerkannten Module werden von FS ersetzt, die nicht anerkannten müssen auf Deine Kosten aus Frankfurt / Oder abgeholt werden oder werden von FS entsorgt.


    Zusätzlich geht Abbau, Ertragsausfall und Wiederaufbau auf Deine Kosten. Bei mir hatte FS zusätzlich damit gedroht, mir Prüfkosten von 10 EUR / Modul für die Module in Rechnung zu stellen, die nicht als Garantiefall anerkannt worden sind. Hintergrund: Ich hatte eine Stichprobe von 36 Modulen meiner knapp 100 kWp großen Anlage abbauen und flashen lassen. Davon sind 1/3 als Garantiefall anerkannt worden. Diese Quote ist laut FS aber zu "niedrig", es sollten so um die 2/3 sein. Begründung dafür: Keine. Frechheit und Arroganz ohne Ende.


    Ich habe dann aus wirtschaftlichen Gründen Abstand davon genommen, die ganze Anlage flashen zu lassen weil die Stichprobe mit den 12 ersetzten Modulen jetzt zwar besser läuft und anzunehmen ist, dass bei einer Ersatzquote von 1/3 auch die Gesamtanlage ca.10% besser laufen würde. Dazu hätte ich aber erstmal 30 - 40 k in die Hand nehmen müssen um dann vielleicht 45 k nach 10 Jahren wieder reinzuholen.


    Falls Du es dennoch machen willst: Stichtag beachten, ist das Datum, welches in der Standortregistrierung genannt ist.

    Seitens FS bin ich jetzt darüber informiert worden, dass eine Anerkennungsquote von 1/3 nicht akzeptabel sei und ich bitte nur solche Module einschicken soll, die "höchstwahrscheinlich" als Garantiefall anerkannt werden. Wenn ich das nicht machen würde und bei den noch einzuschickenden Modulen auch eine Anerkennungsquote von nur 1/3 erreicht wird, dann behält FS sich das Recht vor, mir die Abholungs- und Prüfkosten der nicht anerkannten Garantiefälle in Rechnung zu stellen.


    Auf meine Frage, was denn eine akzeptabele Quote sei, hieß es dann "in etwa 2/3" und auf meine weitere Frage, was die Basis für diese Quote sei, die sich aus den Garantiebedingungen jedenfalls nicht herleiten läßt, habe ich bislang keine Antwort bekommen.


    In diesem Zusammenhang meine ich, vor einiger Zeit mal über ein Urteil des LG Mainz gestolpert zu sein, nachdem FS von einem Betreiber ebenfalls eine Vorsortierung von Modulen im Rahmen der 10-jährigen Leistungsgarantie verlangt hat. Dies haben die Richter verneint und FS müsse durch geeignete Verfahren (Flashen) den Nachweis erbringen, dass die Module entweder unter die Garantie fallen oder eben nicht.


    Leider kann ich dieses Urteil im Netz nicht mehr finden, ich kann überhaupt kein Urteil zum Thema FS finden (enden die alle mit Vergleich?). Auch das in diesem Thread https://www.photovoltaikforum.…r-gegen-first-solar-1654/ genannte Aktenzeichen III ZR 444/13 beim BGH führt nicht weiter.


    Falls jemand ein Aktenzeichen, einen Link oder eine PDF Datei zu einem Urteil in Sachen FS hat oder weiß, wie man an so etwas heran kommt, freue ich mich über eine Rückmeldung.

    Zitat von jodl

    würde mich wundern wenn der Netzbetreiber bei einem sachmangelbedingten Generatortausch auf Flashprotokolle von FS als Beweis bestehen kann.
    Einen Sachmangel kannst du doch auch mit deinen eigenen Ertragsauswertungen nachweisen.
    Oder steht irgendwo festgelegt, wieviele Prozent die Module nachgelassen haben müssen um sie austauschen zu dürfen :?:
    Das wäre mein Ansatz für so eine Überlegung...


    Das steht natürlich nirgends explizit, aber den Versuch, mit eigenen Ertragsauswertungen weiter zu kommen, hat die EWE und die WestNetz mit Verweis auf die angehängte PDF Datei der Clearingstelle verweigert. Es muss entweder der modulscharfe Nachweis eines Defekts geführt werden (z.B. Flashliste von FS oder eines anderen Labors - letzteres ist wegen der Kosten natürlich Unfug) oder es muss eine repräsentative Stichprobe nach DIN genommen werden und in dieser Probe müssen dann 100% defekt sein - also eine Leistung unter der in der Leistungsgarantie zugesagten haben.


    Klar könnte man argumentieren, die Leistungsgarantie ist das unterste Niveau und seitens der Hersteller bewußt so gewählt, dass möglichst wenig Ansprüche durchkommen. Aber ggf. vor Gericht im Zweifel durchzusetzen, dass z.B. bereits 5% Minderleistung eines Moduls gegenüber der Nominalleistung bei gleichzeitig 5% Leistungstoleranz laut Datenblatt zu einem Sachmangel führen und zum Austausch des Moduls berechtigen halte ich für ein risikoreiches Unterfangen.

    Zitat von rudis

    Meine getauschte Anlage lief die letzten 3 Jahre relativ stabil, d.h. sie schafft etwa 95% des Ertrags der kristallinen Nachbaranlage, die etwas besser ausgerichtet ist. Errichtet ~Mitte 2009, weitgehend getauscht ~Frühling 2011.
    Degradation im Vergleich zur Neuanlage wohl um die 2,5%.


    Danke Rudis, auch Deine Zahlen deuten darauf hin, dass FS die Degradation mit den späten Typen der 2er Serie (277er und 280er) besser in den Griff bekommen hat.

    Zitat von bauer stefan

    Ich habe vier FS Anlagen zwischen 30 und 50kw aus 2009 und 2010.
    Eine 2009er Anlage ist in 2011 als LPM anerkannt und getauscht worden. Es wurden dann die 277er Module montiert.
    In 2017, also dem 6. Betriebsjahr der neuen Module, brachte diese Anlage 6% weniger als die Poly-Anlage mit gleicher Ausrichtung aus 2012 . Von den 6% geht aber die Hälfte aufs Konto der Trafowechselrichter.
    Bei der 2010er Süd- Anlage wurde zwar kein LPM-Schaden bescheinigt, aber ich habe die Anlage Ende 2014 komplett flashen lassen und gut zwei Drittel der Module neu bekommen (allerdigs schwarze 280er, also Anlagenerweiterung angemeldet). Die neuen Module bringen jetzt sehr gute Erträge, die beiden WR mit den remontierten ca. 15% weniger.
    Jetzt habe ich noch die anderen zwei 2009er Anlagen , die meiner Meinung auch mindestens 10% mehr bringen könnten. Da weiß ich auch nicht, was richtig ist. Ich würde aber keine "abgelehnten" Module wieder aufs Dach schrauben.
    Grüße, Stefan


    Danke für Deine Rückmeldung Stefan. Klingt mutmachend was Du über die ersetzten Module schreibst, möglich dass FS mit den Jahren die Leistungsstabilität der 2er Serie verbessern konnte.


    Den Ansatz, keine "abgelehnten" Module wieder zu remontieren hatte ich zunächst auch. Ist aber schwierig was die EEG Vergütung angeht da diese Module im Sinne des EEG und der Clearingstelle nicht als defekt anzusehen sind und somit auch nicht ausgetauscht werden dürfen. Klar, was der Netzbetreiber nicht weiß ..., aber das Risiko würde ich nicht eingehen wollen.

    Zitat von Janinamalin

    Du einigst Dich mit dem Garantiegeber (auf Basis der Stichprobenergebnisse) auf einen (etwas höheren) niedrigen fünfstelligen Betrag als Kompensation für den Verzicht auf den ganzen Aufwand.


    Ich kenne natürlich die Rahmenbedingungen nicht,
    aber meine Freizeit hat einen hohen Wert, aber vielleicht hast Du genug davon,
    der Garantiegeber hat vielleicht viel zu tun und wenig Lust auf Aufwand.


    Prinzipiell ein sehr guter und mir sehr sympatischer Ansatz, ist mit Frist Solar aber nicht zu machen. Ich sprach neulich in diesem Zusammenhang mit einem RA, der berichtete, dass FS selbst bei großen MWp Parks und nachdem bereits die Hälfte der Module geflasht war, darauf bestanden hat, auch die andere Hälfte flashen zu lassen wenn dafür Garantieansprüche geltend gemacht werden sollen. Kein Deal möglich, von daher hat jodl recht wenn er schreibt "Träum weiter", wenngleich ich das anders formuliert hätte.

    Zitat von Jonnycash

    Ich würde ne Kennlinienmessung machen und die schlechten Strings runterwerfen


    Ja, damit könnte man zumindest gute von schlechten Strings unterscheiden. Problem ist aber, dass bis zu 6 Substrings auf dem Dach mit Strangkoppelsteckern zu einem Hauptstring zusammengeschaltet sind und zusätzlich die Hauptstrings an den GAK´s und im Stringplan nicht beschriftet sind.


    Okay, mit einigem Aufwand (Rückbestromung und Luminiszenz oder eventuell Thermogrrafie) könnte man die Hauptstränge auf dem Dach identifizieren, aber es bleibt das Problem der 6 Substrings in einem Hauptstring.

    Ich betreibe 2 Anlagen mit FS Modulen der 2er Serie aus den Jahren 2008 und 2009. Beide Anlagen haben im letzten - zugegeben nicht besonders guten - Jahr 2017 einmal knapp über und einmal knapp unter 800 kWh/kWp Ertrag gebracht während die Erträge in den ersten vollen Betriebsjahren deutlich über 900 kWh/kWp lagen.


    Da ich mit den jetzigen Erträgen nicht zufrieden bin und davon auszugehen ist, dass die Erträge in den kommenden 10 bzw. 11 Jahren mit EEG-Vergütung weiter fallen werden, habe ich bei einer der Anlagen eine Stichprobe von 36 Modulen abbauen und bei First Solar im Rahmen der 10-jährigen Leistungsgarantie flashen lassen. Ergebnis: 12 der Module sind als Garantiefall (weniger als 85,5% der Nennleistung) anerkannt und von FS durch neue 277er Module aus 2011 ersetzt worden, die anderen 24 Module lagen beim Flashen oberhalb der 85,5% der Nennleistung.


    Die Stichprobe habe ich jetzt wieder aufbauen lassen und der WR läuft aktuell hochgerechnet ca. 10% besser als vor der Aktion.


    Jetzt überlege ich, ob es sinnvoll ist, beide Anlagen (knapp 100 und gut 70 kWp) komplett abbauen, flashen und wiederaufbauen zu lassen, was einen mittleren 5-stelligen Betrag kosten würde und - wenn alles gut läuft - vielleicht einen oberen 5-stelligen Betrag an Mehrertrag bringen kann.


    Frage: Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dem Abbau, Flashen und Wiederaufbau von First Solar Modulen der 2er Serie? Insbesondere interessiert mich, ob die ersetzten Module "leistungsstabiler" sind als diejenigen, die zunächst montiert worden sind (da sind insbesondere in den ersten 2 -3 Betriebsjahren starke Ertragsrückgänge zu verzeichnen).

    Es ist "nur" eine Vereinbarung zum Messstellenbetrieb abgeschlossen worden, in der der ehemalige Betreiber die SH-Netz mit dem Messstellenbetrieb beauftragt. Und in dieser ist eine Kündigung zum Ende eines Kalenderjahrs mit einer 2-monatigen Kündigungsfrist vereinbart.


    Grundsätzlich kann man in D den Messstellenbetreiber frei wählen, hier ist seinerzeit die SH-Netz beauftragt worden.