Beiträge von Cheook

    Schlag Dir die Li-Ionen Batterien aus dem Kopf. Es gibt da keine marktreife Lösung in diesem Segment, und die Auslegung kannst Du Dir für Deine Doktorarbeit vormerken... Für das "ökologische" Argument sprechen die übrigens nicht, da alle Batterien giftig sind. Gehe lieber auf Großserienprodukte namhafter Hersteller, da ist die Produktion sicherlich in Ordnung.


    Übrigens hast Du genug zu tun, das System sauber auszulegen, Langeweile sollte nicht aufkommen:
    1. Eine gute Abschätzung des Verbrauches (kWh pro Tag, maximale Leistung inklusive Anlaufströmen, vertretbarer Sicherheitsfaktor)
    2. Wechselrichterauslegung (z.B. Sunny Island von SMA)
    3. Auslegung der Batterien, benötigte Ah, 24 V?, Autonomiezeit 3 Tage?, maximale Entladetiefe vs. Lebensdauer (z.B. PVV-Serie von BAE)
    4. Auslegung des Ladereglers, maximale Leistung, 24 V? (z.B. Steca)
    5. Auswahl der Module, Ertrag&Ausrichtung am Standort (z.B. Bosch c-Si)
    6. Planung der Aufstellung der Module (Alu-Profilschienen) und der restlichen Komponenten (Schuppen/Hütte, Belüftung, Temperaturen)
    7. Auslegung der Sicherungen/Verkabelung (Querschnitte, Länge) mit den maximal auftretenden Strömen


    Ich schätze, jeder Punkt ist ein eigenes Kapitel wert... wenn die Anlage am Ende komplett sein soll, solltest Du Dich nicht in Kleinigkeiten verrennen. Sonst brauchst Du fast ein Jahr für die Bachelorarbeit (ich spreche aus Erfahrung :roll: )

    Es gibt verschiedene Ladeverfahren für Batterien. Hier müsstest Du mal in der Bedienungsanleitung des Ladereglers schauen.


    Das von Dir beschriebene Verhalten kann z.B. auftreten, wenn der Regler nach dem delta-U Verfahren lädt. Dann beobachtet er nämlich nicht die Höhe der Spannung ("U"), sondern die Veränderung über die Zeit ("delta").

    Eine Sache mal vorne weg: Preislich wird die PV Anlage wahrscheinlich in einem Bereich liegen, der mit einem Stromkabel aus dem Haus nicht mithalten kann.


    Du hast Dir ja schon Gedanken darüber gemacht, welche Verbraucher Du laufen lassen möchtest.
    - Braucht irgendetwas 230 V Wechselstrom? Wenn ja, brauchst Du einen (Insel-) Wechselrichter.
    - Rechne mal mit allen Komponenten und Laufzeiten aus, wieviele Wattstunden Du pro Tag brauchst. 1 Ampere x 1 Volt x 1 Stunde = 1 Wattstunde.
    - Dazu überlegst Du, wieviel Watt Du maximal zu einer beliebigen Zeit ziehst, also welche Verbraucher gleichzeitig laufen.
    - Zu den maximalen Watt kommt ein kleiner Aufschlag, da z.B. die Pumpe die ersten Sekunden nach dem Einschalten mehr Leistung zieht.


    Nun zur Auslegung des Systems:
    - Bei den angegebenen 1000 Watt maximal könnte ein 12 Volt System (Batterien und Laderegler) ausreichen. Da hier dann aber knapp 100 Ampere durchgehen, unbedingt mit einem erfahrenen Elektriker und ordentlich arbeiten!!! Kabelquerschnitte und -längen müssen sauber berechnet werden, sonst brennt Dir die Bude ab oder Du bringst jemanden um.
    - Die Wattstunden, die Du in 3 Tagen brauchst, durch 12 Volt teilen, dann hast Du die Angabe der Amperestunden, die die Batterien brauchen. Übrigens kann man Batterien nur zu 80% entladen, und Autobatterien taugen nur bedingt.
    - Zu den benötigten Wattstunden kommt noch der Wirkungsgrad des Wechselrichters und des Ladereglers, vereinfacht 15% oben drauf. Damit kannst Du gleich die Anzahl der Solarmodule bestimmen.
    - Die Solarmodule sind in Watt peak angegeben. Rechne für Deutschland mal damit, dass 1 Watt peak im Sommer durchschnittlich 3 Wattstunden pro Tag bringt, wenn die Module halbwegs vernünftig ausgerichtet sind.


    Vermutlich landest Du bei etwa 4 Kilowatt peak Modulen (ca. 30 m²), einem 1,5 kW Inselwechselrichter, einem ordentlichen Laderegler und 3000 Amperestunden in Batterien. Plus massive Kabel, Elektromaterial, Halterungen für die Module bist Du 10.000 Euro los.


    Wenn Dich der Preis nicht abschreckt und Du Deine Berechnungen gemacht hast, können wir gerne weiter diskutieren...

    http://www.photovoltaikforum.c…oltaikanlagen-t47679.html


    Das sollte den ersten Berg Fragen klären.


    Zum Thema Qualität der einzelnen Hersteller:
    - Schau auf deren Homepage, ob die nen seriösen Eindruck machen
    - Gib den Namen in die Suchfunktion dieses Forums ein
    - Schau Dir die Liste mit Referenzen des Solateurs an, der Dir die Sachen anbietet


    Alle von Dir aufgeführten Firmen sind meines Erachtens okay, sind halt einige der "Großen" am Markt. Natürlich kann man zu allen Fans und Hasser finden, ich hoffe, Du kannst soetwas rauslesen...


    Zum Thema Verträge gibt es hier eine Menge Leute, die da mehr Ahnung haben als ich.

    Aus der Excel-Tabelle wirst Du mit ein bischen Suchen (Tipp: Diagramm erstellen) den Punkt der maximalen Leistung (Maximum-Power-Point MPP) bekommen. Diese Leistung musst Du auf das Endergebnis beziehen, also die Leistung, die aus dem Gesamtsystem "hinten rauskommt". Dabei spielen auch Kabelverluste, Wirkungsgrade der Elektonik (z.B. Wechselrichter) u.s.w. eine Rolle. Deine gewünschten Werte hängen übrigens auch von der Definition ab, welches System betrachtet wird, üblicherweise geht man bis zum Zähler?!


    Ich muss Dich also enttäuschen, die Angaben alleine reichen bei weitem nicht für eine Qualitätsaussage des PV-Systems, also PR, Ya,... Das einzige, was Du eventuell prüfen kannst, ist die Differenz zwischen den "Watt Peak" Angaben im Prospekt und den tatsächlichen Messwerten, um die Qualität der Werbeabteilung zu bestimmen. Die maximale Leistung pro m² kann Dir auch noch den Wirkungsgrad der Module geben (ca. 15%?), bei der Berechnung musst Du aber Bestrahlungsstärke und Modultemperatur beachten.

    Kleine Inselanlagen in Haus oder Garten lohnen sich finanziell nicht, hier ist der Strom aus der Steckdose konkurrenzlos günstig. Solche Anlagen sollte man erst in Betracht ziehen, wenn


    a) man eine Herausforderung sucht und ein Bastler ist,


    b) immer schon PV-Module cool fand und so eins auf seinem Gartnehäuschen möchte oder


    c) der Zugang zum Stromnetz mindestens einen Kilometer entfernt ist und die Netzanbindung deutlich vierstellig (Euro) kostet.

    Zitat von Solar Amateur

    Dazu hab ich eine andere Meinung.


    Du hast Recht, wenn der Laderegler die Spannung vorgibt und den Strom aufnimmt.



    Zitat von Solar Amateur

    Was meinst du mit 2-3 Reihen ?


    Die Parallelschaltung von 2-3 Batterien bzw. 2-3 seriell verschalteten Batteriesträngen. Zur örtliche Aufstellung sind mir keine Einschränkungen bekannt (die Belüftung und Klimatisierung des Raumes mal ausgenommen).

    Vermutlich eher "unterlastet" als überlastet.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichstromsteller zeigt schematisch, wie die Spannung der Module auf die Spannung der Lampen gewandelt wird. Sollte Dein Laderegler so aufgebaut sein, wird die Spule vom kleinen Verbraucher nicht schnell genug "entladen" und das Pulsieren wird so langsam, dass es für einen Menschen wahrnehmbar ist.


    Wenn Du die Möglichkeit hast, versuche doch einmal, den Strom an den Modulen getrennt zu bestimmen. Dann kannst Du ausschließen (oder bestätigen), ob die Module sich gegenseitig stören. Ich habe damit keine Erfahrung, halte es aber für unwahrscheinlich.

    Verschiedene Module in Reihe (=String) schalten:
    Hier würde das schwächste Modul den maximal möglichen Strom bestimmen und damit zu Leistungseinbußen der anderen Module führen. Schade, aber unkritisch.


    Verschiedene Module/Strings parallel schalten:
    Der Strom würde vom String mit der höchsten Spannung fließen. Strings mit niedrigerer Spannung würden ihren Strom "nicht loswerden" und ohne Absicherung durch eine Diode auch durch "falschrum" fließenden Strom gefährdet werden. Die verschiedenen Strings am Besten an verschiedene Laderegler oder an Wechselrichter mit mehreren String-Eingängen anschließen.


    Übrigens muss der erste Wechselrichter in einem Inselsystem immer ein Inselwechselrichter sein. Erweitern kann man die Anlage später (bis zu einem gewissen Grad) mit "normalen" (also netzgeführten) Wechselrichtern. Die Homepage von SMA bietet hier einige Informationen ("Sunny Island").


    Verschiedene Batterien in Reihe schalten:
    Bei der Ladung/Entladung würde ausgerechnet die schwächste Batterie am stärksten beansprucht und dadurch zerstört werden. Nicht machen!


    Verschiedene Batterien parallel schalten:
    Die Batterien würden sich aufgrund unterschiedlicher Spannungen (die sie aufgrund der unterschiedlichen Ladezustände zwangsweise haben) gegenseitig Laden bzw. Entladen. Ob das irgendwann zum Exitus der schwächeren Batterie führt, weiß ich nicht.


    Grundsätzlich gilt bei Batterien, das man hier keine Experimente machen sollte. Die Dinger können gasen, haben giftige Inhaltsstoffe und explodieren im schlimmsten Fall. Bitte immer nur Batterien gleichen Typs/Herstellers/Modells/Kapazität/Alter zusammen verwenden und bei Parallelschaltung maximal 2-3 Reihen aufbauen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichstromsteller
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maximum_Power_Point
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pulsweitenmodulation


    Grundsätzlich können die Spannungen an Ein- und Ausgang unterschiedlich sein. D.h. die Eingangsseite stellt sich auf die Spannung des Maximum-Power-Points (MPP) ein, während die Ausgangsseite die für die Ladung benötigte Spannung bereitstellt. Welche Ladekennlinie genutzt werden, hängt von der verwendeten Elektronik ab, je aufwändiger der Mikrocontroller, desto besser die Einstellmöglichkeiten. Schau mal, ob Du über die oben angegebenen Seiten und mit Datenblättern von Herstellerseiten (Steca, Phocos, ...) schon weiter kommst...