Beiträge von kpr

    Mit einiger Verspätung ein paar Erläuterungen zum Vorsteuerabzug (für Stromspeicher).


    Wie so oft liegt das Problem (und die Lösung) in ganz allgemeinen Grundsätzen.
    In dem Fall derartig rudimentär, dass das nicht einmal zum Lehrstoff der Steuerfachangestellten gehört.

    Man muss sich nur mal die Frage stellen: Woraus kann eigentlich die Vorsteuer gezogen werden?


    §15 UStG gibt erstmal die rudimentäre Antwort: Aus Leistungen die der Unternehmer von einem anderen Unternehmen für sein Unternehmen bezieht.


    Klingt erst mal einfach. Bei näherer Betrachtung stellt sich die Frage: "Wann ist eine Leistung denn "Für (m)ein Unternehmen bezogen?".
    Nun... auch da kennen wir die Antwort... aus §15 UStG: Wenn sie zu mehr als 10% unternehmerisch genutzt wird.

    Klingt auch noch einfach. Wird aber schnell schwierig.
    Ich errichte eine Immobilie. EG gewerblich vermietet; 1. OG zu Wohnzwecken vermietet; 2. OG zu Wohnzwecken selbst genutzt. Und dann liegen da Rechnungen über
    - Erdarbeiten
    - Bausteine
    - Gipskartonplatten
    - TGA (Heizung, Klima, Sanitär, Elektro, Hausautomation)
    - 5 Rollen Tapete

    Und nun?
    Wie will man denn da beantworten, ob die Erdarbeiten zu 10% unternehmerisch genutzt werden?

    Ganz einfach: Hier greift die Lehre vom "Zuordnungsobjekt".


    Der Vorsteuerabzug (die unternehmerische Nutzung) ist "pro Zudordnungsobjekt" zu prüfen.


    Und damit reisst dann der Nebel rund um den Vorsteuerabzug eines Speichers schlagartig auf - und löst sich (fast) in Luft auf:

    Wird ein Speicher "zusammen" / "zeitgleich" / im Rahmen eines einheitlichen Beschaffungsvorgangs mit der übrigen Anlage gekauft, ist das zu prüfende Zuordnungsobjekt die Anlage incl. Speicher.
    Keine Frage... die Anlage wird zu mehr als 10% betrieblich genutzt.
    Der Vorsteuerabzug auf den Speicher - obwohl sicherlich von der Verwaltung nicht gewünscht / und möglicherweise nicht im Sinne des Gesetzgebers - lässt sich nicht versagen.


    Wird der Speicher nachträglich angeschafft, handelt es sich um ein eigenständiges Zuordnungobjekt - ist die Prüfung der 10% ebenfalls extrem einfach und eindeutig im Ergebnis: 0%. Der Speicher dient ausschliesslich privaten Zwecken und erfährt gar keine betriebliche Nutzung.
    Entsprechend ist in dem Fall kein Vorsteuerabzug möglich.

    Bleibt zu klären, wieviele Sekunden / Stunden / Tage denn im Zweifel "dazwischen" liegen dürfen, wenn der Speicher (rein zufällig) von Lieferant A und alles übrige von Lieferant B kommt.
    Keine Ahnung. Spätestens wenn die Anlage in Betrieb ist und dann erst der Speicher bestellt wird... ist die Messe gesungen.

    Ziemlicher bullshit.

    Da wird wieder versucht, die Realität so zu biegen, dass sie sich gut lochen und abheften lässt - und irgendwelche Anfänger es leichter haben, in Checklisten Käsekästchen anzukreuzen.


    Sämtliche Ausführungen zur Pflicht zur Ausstellung einer Rechnung und zur Frist wären richtig, wenn denn dabei USt ausgewiesen würde, die der Leistungsempfänger als Vorsteuer abziehen dürfte (sofern er über eine Rechnung i. S. §§14, 14a UStG verfügt).


    In diesen Fällen würde - ohne Rechnung nach §§14, 14a UStG - der Leistungsemfpänger tatsächlich geschädigt. Freilich hat er da einen Anspruch drauf; bzw. wenn dieser nicht erfüllt wird - entsteht ein Anspruch auf Schadenersatz.


    Greift hier jedoch alles nicht.

    Es gibt zwar inhaltliche Anforderungen an Rechnungen - aber die benötigt der Empfänger hier gerade nicht.
    Es gibt zwar Ausstellungspflichten; aber keine besonderen Formvorschriften wie eine Rechnung auszusehen hat. Demnach ist der Vertrag die Rechnung.


    Wenn - das Finanzamt - tatsächlich zu der Überzeugung kommen sollte, dass hier gegen die Ausstellungspflicht verstosse wurde..... in immerhin einem (ganzen) Fall.... der sich definitiv nicht mehr wiederholen kann...... dann wird da beim Finanzamt definil....hrrr....... gääähn....... phrrrrr
    (Sorry.. niemanden auf diesem Planeten interessiert das Thema. Schon gar nicht beim Finanzamt. Die interessieren nur Fehler, an denen man verdienen kann.)

    Zitat

    Dafür kann ich aber GWG von insgesammt 720 EUR gelten machen, z.B Fahrbares Gerüst, Kärcher etc.

    Zwar gebraucht aber mit Rechnung

    Erinnert mich an ein Kindheitserlebnis.... wo eine Seniorin im Altersheim gegen die Fahrstuhltür tritt - und die geht tatsächlich in dem Moment auf.


    Wenn hier mindestens drei GWG's zur Debatte stehen
    a) fahrbares Gerüst
    b) Kärcher

    c) etc.

    und es insgesamt nur 720 Euro sind.......,
    dann ist es nicht absurd zu glauben, dass hier ein WG evtl. auch unter 250 Euro liegt.
    In dem Fall stellt sich die Frage nach "GWG" gar nicht mehr - das WG ist immer als Aufwand zu erfassen.


    Bei der Gesamtsumme von 720 Euro ist es aber auch gut vorstellbar, dass sich ein Sachbearbeiter mangels Zeit, oder mangels Lust, oder mangels beidem - oder aber auch aufgrund sog. "höherrangiger Veranlagungsziele" sich mit dem Posten überhaupt nicht befasst.
    Das hat dann wenig mit GWG zu tun; ist schön für Dich - aber eben gefährlich für jeden, der hier mitliest und auf ein gleiches Ergebnis hofft. Der Anspruch wäre verfehlt.


    Im Bereich von 250 bis 800 Euro wären der Kärcher und das fahrbare Gerüst wohl tatsächlich als geringwertige Wirtschaftsgüter einzustufen. An der selbständigen Nutzbarkeit hätte ich keine Zweifel.
    ABER: Beides sind eigentlich schöne Beispiele, um
    a) aus einer eingeschränkten / einmaligen Verwendbarkeit für die PV
    b) aus einer ständigen Verwendbarkeit im privaten Bereich (zumindest der Kärcher)
    entweder (korrekt; aber aufwändig) über eine Nutzungsentnahme nachzudenken, oder aber
    (falsch, aber pragmatisch) an der betrieblichen Veranlassung zu zweifeln.


    Die Nutzungsentnahme führt zu einem beschissenen Ergebnis - und lässt sich kaum bekämpfen.
    Die fehlende betriebliche Veranlassung wäre zwar inhaltlich gut zu kontern - aber artet auch in Arbeit aus, wenn das FA einfach mal die Muskeln spielen lässt.


    Fazit: Ja.. ich glaube auch, dass Du in Deinem Einzelfall anhand der individuellen Verhältnisse den Gewinn um die paar Euronen gedrückt bekommst - aber an alle anderen der Hinweis, dass der Weg dorthin über brüchiges Eis führt.

    Selbstmontage:
    Ich habe meine auch selbst montiert. 2010. Auf einem Foliendach. 8 Grad. Im Zusammenhang mit der Neuerrichtung.
    Für mich ein richtig gutes Geschäft; in vielerlei Hinsicht. Die reine Ersparnis war dabei vermutlich noch das wenigste.
    Dürfte auf heutige Fälle und auf Deinen Fall in keinster Weise übertragbar sein.


    Wie immer wenn eine zusammenhängende Leistung nicht aus einer Hand kommt: Mach Dir tausend Gedanken und exotische Phantasien, wie ein Mangel (oder sonstiges Problem) genau in die Schnittstelle von Verantwortlichkeiten fällt. Darunter leidet dann immer der Bauherr. Und merke: Egal wie schlimm Du Dir die Phantasie ausmalst - in der Realität kommt es dann meist schlimmer. Wenn Du da nicht vertraglich sauber bist, kann aus der vermeintlichen Ersparnis schnell ein Groschengrab werden.



    Werkzeuge etc.:
    a) Umsatzsteuer: Die Vorsteuer ist abzugsfähig.

    b) Ertragsteuer: Schwierig. Hier müsste man ein mehrbändiges Buch über die Theorie schreiben, dass damit endet, dass es in der Praxis ganz anders kommt.... und gerade von der (Un)kenntnis, dem Pragmatismus als auch den persönlichen Zielen des Sachbearbeiters ankommt.


    Natürlich drängt sich der Verdacht auf, dass Du hier Deinen Maschinenpark auffrischst.
    Die Frage ist... wie wirkt sich das steuerlich nieder?


    Umsatzsteuer:
    Man könnte darüber nachdenken, ob der Gegenstand überhaupt zu mehr als 10% betrieblich genutzt wird.
    Da fragt man sich: 10% von was? Von welchem Zeitraum. In den drei Montagetagen? Ja.. da vermutlich zu 100%. und die Zeit danach? Ein jahr? oder auf die Nutzungsdauer lt. AfA-Tabelle abstellend?
    Der Schuss würde wohl in den ofen gehen. Vermutlich sind es weniger als 10%. Von was auch immer. Und somit dann doch kein Vorsteuerabzug.
    ABER: What the f###? Da macht sich bei anderen Betrieben auch keiner Gedanken drüber, ob der Rasenmäher nicht vielleicht nur zu 3% den betrieblichen Rasen und zu 97% den heimischen Rasen vom Geschäftsführer schneidet.

    Ein anderer Ansatz: Definitiv und anstandslos eine Zuordnung zum Betriebsvermögen. Voller Vorsteuerabzug. ABer jetzt machen wir uns Gedanken über eine unentgeltiche Wertabgabe machen - die auch versteuert werden will.
    Theoretisch denkbar. Praktisch noch nie im Ansatz erlebt. So bescheuert kann eigentlich keiner sein.


    Wenn sich hier jemand aufregen will - dann wird er wohl den Vorsteuerabzug komplett kürzen - und Du bist an der Reihe Kunststückchen auf dem Tisch vorzuführen.



    Ertragsteuer:
    Hier könnte man auch drüber nachdenken, ob nicht die gleiche 10%-Sschwelle dafür sorgt, dass notwendiges BV vorliegt.
    oder... ob Betriebsvermögen vorliegt - dann aber eine Nutzungsentnahme zu berücksichtigen ist.
    Gleiches Ergebnis wie oben: Niemand wird so bescheuert sein, sich ernsthaft damit zu beschäftigen.

    Der Betriebsausgabenabzug würde gestrichen..... und Du müsstest wieder auf die Bühne um ihn noch zu retten.

    Klüger wäre dann schon die Geräte "heimlich still und leise" einfach in den AHK der Anlage verschwinden zu lassen.
    Das ist zwar auch auf den zweiten Blick kompletter Unfug.... aber es muss auch erst jemand zweimal hinschauen.

    Hier gilt tatsächlich: Schön unauffällig... im Schutze der Dunkelheit... irgendwo verwurschteln.... und dann hoffen und beten. Versuch macht kluch.



    Zinsen:
    Wichtig zuerst: Der Anlagenbetreiber muss der Darlehensnehmer sein. Meistens scheitert es schon daran.

    Dann kommt wieder "Praxis vor Theorie". Man kann es einfach mal drauf ankommen lassen. Von "Unkenntnis" über "Irrlgaube" bis "Komplett verblödet" und "einfach keine Lust" ist alles denkbar, warum sich beim FA niemand mit dem Thema "Drittaufwand" beschäftigt.


    Danach: Jeder Sachbearbeiter ist glücklich, wenn er was zum abheften hat. Damit kann er seine Arbeit dokumentieren. Und die sind todunglücklich, wenn sie ihre Arbeit nicht dokumentieren können.
    Also: Gib dem Affen Zucker.
    Sorge dafür, dass völlig eindeutig entweder die Rechnungen der PV direkt vom Darlehenskonto bezahlt werden.

    Ansonsten kommt man schnell unter die Räder... und es wird vorgehalten, dass man
    - die steuerlich nicht wirksamen Kosten aus dem Darlehen genommen habe
    - und für die steuerlich wirksamen Aufwendungen der PV nur Eigenkapital verwendet habe.
    Die Argumentation ist bullshit... aber bei den paar Euros um die es geht, kann man nicht streiten.
    Entweder geht es im ersten Anlauf glatt - oder gar nicht.
    Also: Verwendungsnachweis.


    Und dann... ja dann ist der Rest easy: Aufteilungsrechnung. Anteiliger Ansatz der Zinsen. Da brauchts dann nicht mal eine tagesgenaue Zinsabrechnung ... da tuts dann auch
    kredit für PV = 10
    Kredit für Haus = 90
    macht 10% für PV
    Jahreszins = 100; anteiliger Zins = 10.
    (Es sei denn es ist völlig offensichtlich dass das Darlehen im Januar fürs Haus - und im Dezember für die PV in Anspruch genommen wurde. Da hilft dann aber "schätzen". Es braucht eine Doktor-Arbeit)

    Humbug.

    Zumindest kann ich nicht einen Funken Sinn darin erkennen.


    Das Ziel des Richtliniengebers ist ganz klar:
    Die Steuer soll so erhoben werden, wie wenn sich der Unternehmer zu seinen Konditionen mit Waren gleicher Art und Güte selbst versorgt = eingekauft hätte.


    Nachzulesen in wirklich allen anerkannten Kommentaren. (Anerkannte Kommentare = die, die von EuGH und BGH in deren Urteilsbegründungen zitiert werden).


    Wenn man diesen Hintergrund kennt, erschließt sich (zumindest mir) nicht, warum man vom Einkaufspreis noch etwas abziehen sollte, was den eigenen Strompreis in keinster Weise beeinflusst. Wenn ich noch das Geburtsdatum meiner Großmutter und die Quersumme aus Kaisers Geburtstag abziehen sollte, ergäbe das für mich genau so viel / wenig Sinn.)



    Der Rechtssystematik wohn eine (nur scheinbare!) Ungerechtigkeit inne:
    Die allermeisten Unternehmer können die von Ihnen bezogenen Waren - oh Wunder - zu Händlerpreisen beziehen.
    Zahlen also auf die von ihnen entnommenen Gegenstände wesentlich weniger Umsatzsteuer, als wenn Lieschen Müller sich die gleiche Ware zum Verbraucherpreis gekauft hätte.


    Das trifft beim PV-Unternehmer im Regelfall nicht zu. Der wird keine großen Preisnachlässe von seinem EVU erhalten. #Ironie aus#

    Im Gegenteil: Durch die marktüblichen, teils sehr hohen Fixkostenanteile und den typischerweise niedrigen Bedarf eines PV-Betreibers an zugekauftem Strom, bezieht er die kWh sogar zu auffallend hohen Preisen.
    Dementsprechend würde der PV-Betreiber sogar mehr USt pro KWh bezahlen - als Lieschen Müller von nebenan.


    Dem ist der BMF gerchecht geworden, indem er es akzeptiert, dass der Bezugsstrompreis nicht (nur) auf Basis der tatsächlich gekauften, sondern der tatsächlich verbrauchten (Zukauf + Direktverbrauch) Menge berechnet wird.


    Das ist dann aber schon das Ende der Modifikationen.
    Ansonsten gilt für umsatzsteuerliche Belange der Grundsatz, dass der eigene Bezugsstrompreis die Bemessungsgrundlage für die unentgeltliche Wertabgabe darstellt.

    Verstehe die Bemerkung des Vorredner nicht.
    Um die Module gehts hier ja überhaupt nicht. Sondern um die Terrassenüberdachung.

    Diese stellt entweder einen Grundstücksbestandteil oder Zubehör des Grundstücks dar - und dient somit nicht nur der PV sondern auch dem Grundstück.


    Alles andere sind nur noch Reflexe aus der (überzeugenden) Rechtsprechung des BFH.


    Genau wie der TO feststellt... es kommt ein Anteil von weniger als 10% heraus; womit auch ein anteiliger Abzug der Vorsteuer aus den Kosten der Überdachung ausgeschlossen ist.

    Um jedem Missverständnis den Raum zu nehmen:
    Natürlich nur aus den Kosten der Überdachung. Nicht aus der daraufliegenden PV. Die Vorsteuer aus Modulen, kabeln, Wechselrichtern, Montage (der PV, nicht der Überdachung) ist natürlich uneingechränkt abzugsfähig.


    Der Sachverhalt wäre übrigens anders zu bewerten, wenn freistehend eine reine Aufständerung für ein PV geschaffen würde, die
    - darunter befindlichen Menschen, Tieren oder Sachen gerade keinen Schutz vor Nässe bietet, weil die Dacheindeckuntg aus Lochblechen gestaltet ist,
    - darin befindlichen Menschen, Tieren oder Sachen mangels Außenwänden gerade keinen Schutz durch äußere Umschließung bietet;
    - mangels Zuwegung gerade NICHT als Carport tauglich ist
    - aufgrund ihrer räumlichen Anordnung abseits einer vorhandenen überdachten Terrasse gerade nicht als Terrasse nutzbar ist

    I. Umsatzsteuer

    Ja. Zuordnungsobjekt ist der Carport. Die Vorsteuer ist anteilig abzugsfähig.
    Zur Anteilsbestimmung: siehe oben.


    II. Ertragsteuer

    Radio Eriwan antwortet: Es kommt drauf an.....

    Nämlich darauf, wie Du den Sachbearbeiter und / oder seinen SGL sowie ggf. den Mitarbeiter der RB-Stelle und am langen Ende zur Not die Spruchkörper am FG oder beim BFH davon überzeugen kannst, dass die Aufwendungen reine Mehrkosten sind.


    Wir können uns hier die Diskussion sparen; bzw. meine Meinung dazu ist vollkommen unmaßgeblich.
    Deswegen verkneife ich sie mir auch. Hier gilt wirklich: Versuch macht kluch.

    Hier ist reagieren deutlich einfacher als vorher alle potentiellen Verläufe durchdenken.

    Da brauchts kpr nicht. Da reicht der BFH völlig.

    Wichtig ist eigentlich nur, dass man die Steuerarten trennt:


    I. Umsatzsteuer (nicht Einkommensteuer)


    Ob Scheune, Dachstuhl vom Wohnhaus, Carport, Wintergarten oder whatever:
    Wir haben immer den gleichen Grundfall: "Gemischt genutzte Aufwendungen". "betriebliche PV-Sphäre" meets "private Sphäre".. und das untrennbar ineinandergreifend.


    Für zwei Dinge braucht man keinen Guru, keinen BFH, kein Forum... sondern einfach nur den Blick ins Gesetz:
    a) Wenn überhaupt, ist die Vorsteuer anteilig abzugsfähig
    b) Wenn der Anteil kleiner 10% ist - ist die Vorsteuer gar nicht abzugsfähig.


    Den Guru (in Form des BFH) hat man gebraucht, um festzulegen, wie der Anteil (objektiv) zu bestimmen ist.

    Da hat der BFH an ein und demselben Tag zum Befreiungsschlag ausgeholt, und in drei unterschiedlichen Klagen die Urteilsbegründungen (fast) mit copy & paste geschrieben. Seither gibt es zum Aufteilungsmaßstab keine Fragen mehr.


    Der Anteil bestimmt sich nach dem Verhältnis der inneren und äußeren Miete / Pacht. Sofern das Objekt tatsächlich nicht vermietet wird, tritt an die Stelle der tatsächlichen Miete / Pacht (die es ja nicht gibt) die ortsübliche Miete / Pacht.


    Beispiel Dachstuhl:
    Die Vermietung eines 2-Familienhauses könnte ortsüblich 24.000 Euro / Jahr einbringen.

    Die Verpachtung der Dachfläche würde a) 2.600, b) 2.700 Euro/Jahr einbringen

    Fall a) Der Anteil würde mit 2600/26.600 unter 10% liegen. Die Vorsteuer wäre nicht abzugsfähig.
    Fall b) Der Anteil würde mit 2.700/26.700 bei 10,11% liegen. Die Vorsteuer wäre anteilig mit 10,11% abzugsfähig.


    Mir fehlen halbwegs realistische Zahlen für Dachpachten. (Vielleicht hilft mal jemand aus).
    Aber bisher war es noch immer so, dass bei Wohnraumnutzung die 10% bei weitem nicht zu erreichen sind.
    Auch ansonsten ist mir bei Carport etc. nix in Erinnerung geblieben, wo hier mal jemand drüber berichtet hat, dass er die 10% geknackt hat. (Doch.. einer... aber der hatte die jährliche Dachpacht und die monatliche Miete in seine Rechnung einbezogen).



    II. Ertragsteuer (nicht Umsatzsteuer)
    Hier gibts - meines Wissens - überhaupt nichts, außer den allgemeinen Grundsätzen und etwas erstinstanzlicher Rechtsprechung bei der genau diese Grundsätze in der Begründung niedergeschrieben wurden.


    a) AbzugsVERBOT gemischt genutzter Aufwendungen (historisch, Uraltgrundsatz)
    b) AbzugsGEBOT gemischt genutzter Aufwendungen, wenn ein OBJEKTIVER Aufteilungsmaßstab gegeben ist. (neuere Rechtsprechung; Aufweichung des Abzugsverbotes; noch keine 10 Jahre alt)


    Wenn die Suppe so heiss gegessen würde, wie sie gekocht wird... müsste man im gleichen Desaster landen, wie in der USt.
    Die Praxis sieht aber so aus, dass man eher mal schaut, welche "anteiligen" Kosten als reine "Mehraufwendungen" auf die Anlage entfallen.


    Beispiel: Dachstuhl kostet "normal" = 15.000 Euro.
    Wegen PV sind die Balken, Sparren, Dachlatten größer zu dimensionieren. Gesamtkosten nun 18.000 Euro.
    ==> Die reinen Mehrkosten iHv 3.000 sind dann den Anschaffungs- und Herstellungskosten der PV zurechnen.

    Du hast das sicherlich beantragt.

    Alles was danach folgte, war ein Büroversehen der u. U. in einem rechtsfehlerhaften Steuerverwaltungsakt endete.

    Die Abgabefristen sind im Gesetz geregelt.


    Es ist ja wunderschön und Dir von Herzen zu gönnen, wenn Du hier einen Sieg errungen hast (und die 5 Minuten Ersparnis als solchen empfindest).

    Aber eine Bitte:
    a) Entweder verzichte auf den Erfahrungsbericht
    b) Oder kennzeichne ausdrücklich, dass die Rechtslage anders aussieht.


    Der nächste glaubt an das was Du schreibst - und geht damit gegenüber dem FA in die Offensive.
    Am Ende haben wir frustrierten PV-Betreiber mehr, der sich sowohl über das (völlig korrekte) Handeln der FinVerw beschwert als auch an der Qualität dieses Forums zweifelt.