Beiträge von P.Voltologe

    Wenn gewünscht, kann ich gerne mitmachen bei den Fällen, die ich die letzten 5 Jahre so vor der Flinte hatte und mal die typischen Suchkriterien und Bestandsdaten (zu früher) überprüfen.

    Bitte um Instruktion wo und wie ich einsteigen soll, ob es einen Wunschplan gibt, nach dem vorgegangen oder rückgemeldet werden soll.

    Grüße

    Würde die Erkennung für serielle Störlichtbögen innerhalb der Firmware des WR angesprochen haben, so wird dafür ganz bestimmt ein Ereignis gelogged. Ich vermute, dass die Anlage nicht richtig im SE-Monitoring eingebunden ist oder aber die Vertrautheit mit den Diagnosemöglichkeiten nicht gegeben ist.

    Es wäre aber eine sehr gute Chance gegeben, dem genauen Zeitpunkt (damit den Wetter-/Strahlverhältnissen) und der Entstehungshistorie dieses Fehlerzustandes sehr nahe zu kommen und dadurch mehr Erkenntnisse zu gewinnen. Auf jeden Fall würde ich die gesamte Woche vor Eintritt des Ausfalls in voller Datenauflösung aus dem Portal erst einmal sichern bzw. sichern lassen (z.B. fubly).

    Stenis zum Zusammenhang: Bis Gewährleistungsende ist der Errichterbetrieb beim Sicherstellen eines anfänglichen betriebssicheren Zustandes der Anlage mit im Boot, danach steht der Betreiber zunächst alleine in der Verantwortung. Diese Verantwortung kann er - weil die meisten Betreiber Laien sind - über einen Wartungsvertrag an einen Fachmann delegieren.

    Zunächst ist innerhalb der Steckverbindung ein stark erhöhter Kontaktwiderstand entstanden, der dann zu der Erwärmung und der thermisch bedingten Verformung des Isolationskunststoffes geführt.

    Wenn du das Geld zunächst in die Hand nehmen möchtest, um einen Nachweis zu führen, dann kann man anhand der markierten Position im Steckerteilinneren feststellen, ob hier die Kabelanschlussseite korrekt ausgeführt wurde oder durch Feuchte im Steckkontakt Korrosion eingetreten ist.

    Dies sollte durch eine materialtechnische Untersuchung in einem Labor (z.B. SGS Fresenius) durchgeführt werden. Wenn dort die Kontaktfläche freigelegt wurde kann auch bewertet werden, ob ggf. ein serieller Störlichtbogen gezündet wurde und Metall aufgeschmolzen wurde. Tendenz ist aus meiner Praxis bei >80% aller Fälle ein Ausführungs- oder Anwendungsfehler des Produkts und relativ selten Material oder Konstruktionsfehler (Hersteller).

    Wenn die Anlage weitere gleichartigen Steckverbinder ausgeführt haben sollte, dann ist es ratsam den Stringverlauf mit allen Steckerverbindungen bei guten Strahlungsverhältnissen thermografieren zu lassen, um potentiell weitere Schwachpunkt vorzeitig zu isolieren und ggf. prophylaktisch Material fachgerecht zu ersetzen.

    Ob du allerdings etwas vom dem eingesetzten Geld zurückbekommst ist von sehr vielen Unbekannten abhängig. Falls die Ursache eindeutig zu bestimmen sein sollte und der Errichterbetrieb wäre verantwortlich für festgestellte Ausführungsfehler, dann kommt es auch noch darauf an, ob ein tatsächlicher Schaden eingetreten ist und ob er dann dafür die Haftung gemäß AGBs übernehmen muss. Sofern die Steckverbindung kostenlos ersetzt wurde, kann eventuell kein finanzieller Nachteil eingetreten sein. Bei einem technischen Fehler, der sich im Betrieb plötzlich und unvorhergesehen ausgewirkt hat und in dessen Folge Ertragsverlust entsteht ist nach meiner Erfahrung die PV-Versicherung für den "Folgeschaden" (gemäß deren Bedingungen zu Bagatellgrenzen) zuständig. Ob die Versicherung dann Regressmöglichkeiten aufgrund der Fehlerursache hat, sollte deine Sorge primär nicht sein. Eventuell beteiligt sich die Versicherung ja doch noch an der Ursachenermittlung, falls die Symptomatik dort einem Schadeningenieur und nicht dem Sachbearbeiter in der Regulierungsabteilung vorgetragen wird..

    Grüße

    PS: um den Beitrag von tks mit dem "unternehmerischen Risiko" mit einzubeziehen: Nach Ablauf der Gewährleistungszeiten bis du als Betreiber der Anlage für die Betriebssicherheit verantwortlich. Diese Verantwortung kannst du durch Wartungsverträge delegieren. Bei dem im Bild dokumentierten Ereignis liegt ein Sicherheitsrisiko vor.

    Wenn das Produkt alle normativen Modulbauarttests zur Eignung und Widerstandsfähigkeit erfolgreich absolviert hat und die im Zertifikat referenzierte BOM nicht verändert wurde, dann ist das so, dass höhere Gewalt den Hersteller/Inverkehrbringer nichts mehr angeht. Falls der Hersteller beansprucht würde, wird er zunächst prüfen, ob die Module gemäß seinen Vorgaben richtig und verträglich auf dem Dach installiert/montiert worden sind. Da gab es dann in Einzelfällen schon mal Überraschungen für den Errichter.

    Es gibt spezielle Versicherungsverträge, die im Bedingungswerk hier eventuell doch noch greifen, aber das müsstest du ggf. selber abklären, falls versichert.

    Höhere Gewalt ist dein Lebensrisiko im Allgemeinen, egal wie viel Geld anfänglich eingesetzt wurde. Aber nur wenn alles richtig hergestellt und richtig verbaut und richtig verwendet wurde, kann man annehmen, dass der Schaden auf höhere Gewalt alleine zurückzuführen ist.

    Grüße