Beiträge von P.Voltologe

    Wenn das Produkt alle normativen Modulbauarttests zur Eignung und Widerstandsfähigkeit erfolgreich absolviert hat und die im Zertifikat referenzierte BOM nicht verändert wurde, dann ist das so, dass höhere Gewalt den Hersteller/Inverkehrbringer nichts mehr angeht. Falls der Hersteller beansprucht würde, wird er zunächst prüfen, ob die Module gemäß seinen Vorgaben richtig und verträglich auf dem Dach installiert/montiert worden sind. Da gab es dann in Einzelfällen schon mal Überraschungen für den Errichter.

    Es gibt spezielle Versicherungsverträge, die im Bedingungswerk hier eventuell doch noch greifen, aber das müsstest du ggf. selber abklären, falls versichert.

    Höhere Gewalt ist dein Lebensrisiko im Allgemeinen, egal wie viel Geld anfänglich eingesetzt wurde. Aber nur wenn alles richtig hergestellt und richtig verbaut und richtig verwendet wurde, kann man annehmen, dass der Schaden auf höhere Gewalt alleine zurückzuführen ist.

    Grüße

    Deine S0-Werte stellen dir die Energiemengen je Richtung (Bezug oder Einspeisung) dar. Dazu müsste man die anderen objektbezogenen Anlagenparameter kennen, um etwas über die Effizienz und Verfügbarkeit der PV-Anlage ableiten zu können.

    Taggenau könnte man beispielsweise den Istertrag unter bekannten statischen Randparametern (installierte DC-Leistung, Ausrichtung, Neigungswinkel) auf plausibilität überprüfen. Um die Effizienz zu bewerten, muss man sich mit dynamischen Parametern zusätzlich auseinandersetzen (Strahlungsaufkommen, Wetterverlauf, Verschattungseinflüsse, Verschmutzung, Temeperatur der Module, im Winter Schneebelag). Dann kann man ein anlagenspezifisches theoretisches Soll dem Ist gegenüberstellen, um zu erkennen, ob eine Inspektion sinnvoll ist. Insbesondere wenn akkumulierte Erträge dann in Einheitensgrößen eines Wechselrichters fehlen, lassen sich Rückschlüsse auf die Anlagenverfügbarkeit ziehen.

    Die herstellerseitigen Tools werten regelmäßig die bereits archivierten Werte der Wechselrichter aus. Dies können Momentanwerte der Leistung, der Betriebsstunden, des Betriebszustandes sein, aber auch zeitfolgerichtige Archive von Ereignissen oder Störmeldungen, die der Wechselrichter erkennen konnte. Sehr oft wird dies durch Grafiken (z.B. Tagesglockenkurve oder auch Profile über Monate, Jahre usw.. Eine aus meiner sicht wichtige Kenngröße ist der spezifische Ertrag der Anlage (kWh/kWp), weil damit

    Das Thema kann beliebig komplex werden, aber als Betreiber von Anlagen sollte man sich die Frage stellen, was ist für mich der wirtschaftliche Schaden den ich bereit bin zu tragen, um Fehler- oder Störzustände zeitnah zu beheben.

    Bei großen Anlagen >30kWp DC-Leistung sind die Kosten für eine sinnvolle Loggerlösung mit Alamierungsfunktion verschwindend gering.

    Nur es ist schwer bis unmöglich die Amortisation einer präventiven Maßnahme vorher zu berechnen (gemäß der Frage beim Auto, wann amortisiert sich der Airbag?).

    Ich persönlich würde immer auch bei kleinen Anlagen ein Logging der Wechselrichterdaten vornehmen, weil diese Daten beispielsweise auch helfen bei einem versicherten Schadensereignis helfen, die Historie des Betriebsverhalten unabhängig nachzuweisen. Kleinere und preislich vertretbare Lösungen schaffen auch Ansätze von Software-Werkzeugen, die die Protokolle verschiedener WR-Hersteller verstehen und deren Daten archivieren können (Stichwort SolarView). Trotzdem, mit ein paar 100€ muss man sich aber anfreunden wollen.

    Erforsche das Forum unter Datenlogger und du wirst umfänglich informiert.

    Grüße

    von Carstene: >>"Leistungseinbussen habe ich bisher keine feststellen können. wird wohl beizeiten kommen...."<<


    Das zukünftige Problem sehe ich nicht so sehr bei Ertragsminderungen, sondern dass aufgrund der kaputten Gläser und dem carbonisierten Kunststoff die Schutzklasse II nicht mehr gegeben ist.

    Du wirst Feuchteeffekte aufgrund schlechter Isolationswiderstände bekommen und wenn dann der WR später zuschaltet auch Ertragseinbußen.

    Ich würde die Stellen vor der ertragsreichen Periode austauschen.

    Grüße

    Bento, meinst Du nicht, es ist am wahrscheinlichsten, daß der Blitz die Dioden gegrillt hat und die Verschattung dann dazu geführt hat, daß in dem Modulteil dann der Strom verbraten wurde?

    Das zweite Bild weist ein Fehlerbild auf, dass ich auch ohne Überspannung an Marken-Modulen eines sehr großen, ehemaligen Hersteller aus spanischer Produktion wahrnehmen konnte. Dort waren die Zellverbinder und die Bändchen in der Zelle teilweise unzureichend verlötet und die Ströme haben diese widerstandserhöhte Strecke stärker belastet was über längere Zeit und eventuell auch noch zusätzlich dem Schatten als Zusatzlast zu diesen Verschmorrungen geführt hat und das Frontglas final bersten ließ. (vorher haben die braunen Flecken nur den Kunststoff stark beschleunigt altern lassen und teilweise carbonisiert. Danach sind ehemals Isolationsstrecken auch teilweise leitfähig). Dieser Fehler war bereits in der Produktion angelegt. Da die jetzt geschädigten Module sowieso vom Dach müssen, kann man die ja auch am Boden dezidiert untersuchen. Vielleicht bevor man entscheidet, ob dies ein versichertes Risiko ist.

    Der bereits angegebene Link zu Matthias Diehl (photovoltaikbuero.de) versucht aktuell die Ausfallmechanismen der Bypassdioden zu untersuchen und zu erklären (sehr lesenswert!), aber der überspannungsbedingte Ausfall ist etwas zufallsgetrieben, weil das Endergebnis nicht immer klar definiert ist. Es kann sowohl zu Durchlegierungen der Halbleiterstrecke kommen, die einen elektrischen Kurzschluss hinterlassen, darstellen (so als wenn die Diode normal durchgeschaltet hätte). Das kann man dann mit Thermografie sehr gut optisch sichtbar machen. Etwa die Hälfte aller von mir untersuchten Fälle waren so.

    Wenn die blitzbedingte Überstrombelastungen zum spontanen thermischen Versagen führte, dann sind oftmals die Dioden geplatzt und die Plastikteile des Diodengehäuses fallen frei in der Anschussdose umher (falls nicht vergossen). In diesem Zustand ist der "Schattenschutz" der Substrings nicht mehr gegeben.

    Empfehlung: Zunächst an dem am stärksten geschädigten Modul Ursachenforschung betreiben und dann überlegen, ob die festgestellte Verursachung in der Stringanordnung der konkreten Anlage die nachbarschaftliche Wechselwirkungen an anderen Modulen erklären kann. Eventuell auch mal die Seriennummern der betroffenen PV-Module mit vergleichen.

    Grüße