Beiträge von Weidemann

    Damit erhärtet sich der Verdacht, dass das "intelligente" Kostal-Schattenmanagement das Problem ist. Denn wie du schreibst, sind die Dioden offenbar in Ordnung.

    Also wieder eine Baustelle mehr beim Kostal?


    (Da lob ich mir doch ein "dummes" Schattenmanagement wie bei der Konkurrenz, das dafür zuverlässig seinen Dienst tut ;-) )

    Als erstes mal AC-Sicherung des WR ausschalten, und die Leerlaufspannungen notieren (= unabhängig von Verschmutzung usw.). Wenn es dann immer noch eine Differenz gibt, kann man durch Tausch der Strings am WR prüfen, ob es am WR liegt (aber meist ist die Spannungsmessung relativ genau, im Gegensatz z.B. zum Strom).


    Generell sind 5% Differenz bei der Spannung beachtlich. 5% von 490V, also 25V Differenz? Da können schon durchgeschaltete Bypassdioden im Spiel sein.

    Meistens hat man (bei Modulen aus der gleichen Charge/Sortierung) eher Abweichungen im Bereich von 1-2% (wenn kein Schatten usw.).

    Etwas OT: Ich baue jetzt Velux-Dachfenster ein. Wenn ich mir das mit den Modulen offenhalten will: Gibt‘s da eine Faustregel, welchen Abstand die Fenster zum Ortgang und zwischeinander haben sollten, um eine optimale PV-Modul-Belegung zu ermöglichen? Lehrrohre werden auf jeden Fall gelegt.

    In diesem Fall einfach das Dach mit Standard-Modulen planen (Raster 1,67m x 1,01m), die wirds aus jetziger Sicht immer geben. Und bei den Leerrohren nicht am Durchmesser geizen, sondern üppig legen.

    Richtig gut ist auch der bei BHKW-Infothek verlinkte Artikel von Next-Kraftwerke:

    https://www.next-kraftwerke.de…blog/der-grune-sundenbock


    Demnach müssen die Erneuerbaren mal wieder als Sündenbock herhalten, während die tatsächliche Ursache im geänderten Marktdesign für Regelleistung liegt:

    Zitat

    Rund ein Jahr später hat die Bundesnetzagentur die Spielregeln geändert und die Aktivierung von Regelenergie künstlich verbilligt. Daher ist am 14. Dezember 2018 Folgendes passiert: Die Aktivierung von Regelenergie war im Verhältnis zu den letzten Intraday-Preisen so günstig (in den Mittagsviertelstunden maximal 140 bis 240 Euro pro Megawattstunde), dass Strommarktakteure, deren Prognosen falsch waren, lieber die niedrigen Kosten für diese wertvolle Reserve in Kauf nahmen als die letzten Intraday-Preise am Spotmarkt für den betreffenden Zeitraum (>300 Euro pro Megawattstunde). Es ist schlicht und einfach durch die besagte Änderung des Marktdesigns billiger geworden, die letzte marktliche Reserve des Stromnetzes (eben die Regelenergie und abschaltbare Lasten) zu ziehen als die vorletzte (eben den Intraday-Handel an der Spotbörse). Das Bier im Kiosk ist billiger geworden als das Bier im Supermarkt. Verrückt, aber wahr.


    Und weil die Aktivierung von Regelenergie so billig geworden ist, wird sie viel aktiviert. Weil sie häufig und in großen Volumina aktiviert wird, sind die Reserven schnell erschöpft. Und wenn die Regelenergie erschöpft ist, greifen die abschaltbaren Lasten auf Seiten der Schwerindustrie. Und wenn die Schwerindustrie in Deutschland niest, eilt die FAZ mit dem Taschentuch herbei und holt den grünen Sündenbock hervor. Was hat das alles mit Prognosefehlern bei den Erneuerbaren Energien zu tun? Kurz gesagt: Gar nichts, denn die Prognosefehler gab und gibt es immer wieder – beispielsweise auch am 2. November 2017. Durch das neue Marktdesign ist das System nur nicht mehr in der Lage, mit den geänderten Prognosen so umzugehen wie zuvor. Die Bundesnetzagentur hat zwar im Schnellschuss das Marktdesign geändert, das alles leider aber noch nicht wirklich verstanden und offensichtlich auch kein Problem damit, den schwarzen Peter bei den Erneuerbaren zu sehen. Es ist ja schließlich einfacher, die Ursache des Schnupfens bei den Erneuerbaren zu suchen und munter Kohletabletten zu verschreiben, als den eigenen Kunstfehler zuzugeben.

    :danke:

    Stimmt, bei Kostal muss man tatsächlich mit allem rechnen :twisted:


    Da gibts zusätzlich ja noch das Problem mit nicht-funktionieremdem Schattenmanagement bei niedrigen Spannungen , das sollte bei >500V aber kein Problem sein.

    Und der merkwürdige Kostal-Eingangsspannungsbereich sollte hier auch kein Problem machen, solange man noch unter 720V liegt?

    Bei so viel Problemen würds mich aber nicht wundern, wenn in dem "selbstlernenden" weitere Probleme eingebaut wären...


    Wenn man den Kamin abbaut, ist zusätzlich noch zu klären, obs dann am Schattenmanagement oder an der Bypassdiode lag.

    Schöne Auswertung. Fazit:


    -an der Netzspannung kanns nicht liegen, da immer unter 235V (die auffälligen Sprünge am 18.4. sind wohl Schaltstufen des Trafos?)


    -in der Logdatei finde ich keine weiteren Auffälligkeiten


    Ich tendiere zu optimums Idee mit der defekten Bypassdiode. Die würde genau das hervorrufen. Auffällig ist aber, dass der Strom am 20.4. schon etwas früher steigt, im Vergleich zum 19.4. -> evtl. ein Wackelkontakt?

    Falls die Bypassdioden in Ordnung sind, käme noch das (dann nicht wirksame) Schattenmanagement als Übeltäter in Betracht. Das scheint aber im allgemeinen zu funktionieren, daher kann ich mir das kaum vorstellen.


    Falls du vor Ort bist, mach mal Fotos, auf denen man den Schatten sieht. Wenn es am Schatten liegt, sollte der Schatten um 13:30 die erste Zelle berühren, und sie um 13:50 vollständig bedecken (von den zwei Zellspalten, also Moduldrittel, mit der mutmaßlich defekten Bypassdiode).


    Falls es wirklich die Dioden sind, und man aufgrund der Modulkonstruktion davon ausgehen muss dass das wieder passiert, kannst du die krass verschatteten Module zusätzlich mit externen Bypassdioden absichern.