Beiträge von sisterb

    Hallo,


    nachdem ich jetzt eine ganze Weile mitgelesen habe, wollte ich auch mal eine Idee loswerden.


    EEG sagt folgendes:
    §16 (3)c) Es gibt Geld für Strom "der nicht von Dritten verbraucht wird, die unmittelbar an ein Netz des Anlagenbetreibers angeschlossen sind, das kein Netz für die allgemeine Versorgung ist" und
    §33 (2): " Die Vergütungen verringern sich für Strom aus Anlagen nach Absatz 1 Nr. 1 bis einschließlich einer installierten Leistung von 30 Kilowatt auf 25,01 Cent pro Kilowattstunde, soweit die Anlagenbetreiberin, der Anlagenbetreiber oder Dritte den Strom in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage selbst verbrauchen und dies nachweisen."


    Was ist nun, wenn ich als Anlagenbetreiber ein Netz betreiben will und meinen Nachbarn mit Strom beliefern möchte (EON nimmt bei uns schon >20ct NETTO! pro kwh, von den Zahlen lohnt es sich auf jeden Fall). Ich bin nun wirklich kein Jurist, und mit Stromrecht kenne ich mich auch nicht aus. Grundsätzlich sehe ich aber 2 Aspekte, den technischen und den juristischen.


    Technisch: Ich habe verstanden, wie Eigenverbrauch geschaltet und gezählt wird (zwei Zähler in Reihe, Solarstrom vorne rein, eigener Strom zwischen den Zählern verbraucht, Stromversorger hinten dran und Eigenverbrauch ist die Differenz aus den Zählern). Aber wie würde das denn laufen, wenn ich meinen Nachbarn mit meinem Sonnenstrom beliefern wollte? Von der Logik her müsste er an die gleiche Stelle wie mein Eigenverbrauch geschaltet werden (und sinnvollerweise setze ich einen extra Zähler, damit ich seinen Verbrauch messen und mit ihm abrechnen kann). Dazu müsste er aber seinen Stromanschluß beim Stromversorger aufgeben, oder? Sonst würde man ja einen "Kreis" schalten ( 1: Stromversorger - 2: mein Hausanschluß - 3: meine Brücke zum Nachbarn - 4: Hausanschluß des Nachbarn - zurück zum Stromversorger 1). Selbst wenn man die richtigen Phasen zusammenschaltet, kann ich mir nicht vorstellen dass so was zulässig ist.


    Juristisch: Darf ich überhaupt so ein Netz für meinen Nachbarn betreiben? Nebenbei spart mein Nachbar die Anschlußgebühr. Es läuft ja dann alles über meinen Hausanschluß. Ein Vermieter macht sowas ja genauso, z.B. bei Wasser. Bei Strom ist es zwar unüblich - aber ist es nicht trotzdem erlaubt?
    Kennt jemand die dazugehörigen Gesetze?


    Kennt sich vielleicht jemand mit so was aus, oder hat so was am Laufen oder geplant? Bin gespannt auf Eure Meinungen.


    PS: Für die ganzen Überlegungen sollte es sogar egal sein, ob meine Anlage die Strommenge für mich und meinen Nachbarn per Saldo liefern kann, oder ob ich meinem Nachbarn noch ein bißchen Strom aus dem öffentlichen Netz "zukaufe". Der tageszeitabhängige Verlauf (nachts hole ich mir ja Strom zurück :P ) ist ja bei normalem Eigenverbrauch auch egal.

    Zitat von Sonnenhorst

    Man sollte auch einmal darüber nachdenken, dass das EEG keinen Inflationausgleich vorsieht (Potenzieller Nachteil für alle, die nur über EK finanzieren).


    Hat man bei der erwähnten Staatsanleihe auch nicht, falls das die Alternative wäre. :shock: Allerdings hat man doch einen gewissen Inflationsausgleich, weil man den Strom auch selbst zu einem festen Preis verbrauchen kann - man ist also weniger von der Inflation betroffen!


    Aber mal eine ganz andere Betrachtungsweise: Wenn man zu Anfang viel abschreibt, spart man zu Anfang Steuern. Diese Summe kann angelegt werden, um die späteren hohen Steuersätze zu kompensieren. Ob sich das lohnt kann man rechnen, der Effekt sollte aber insgesamt marginal sein - da dürfte der Fehler aus der Abschätzung des Steuersatzes in 15 Jahren größer sein.


    Es sollte übrigens nicht vergessen werden, dass der Spitzensteuersatz nicht für das gesamte Einkommen gilt. Wenn man beispielhaft die Situation in 15 Jahren, mit und ohne Solaranlage vergleicht: Durch das zusätzliche Einkommen aus der Solaranlage zahlt man für das Geld, was man sonst so kriegt, keine höheren Steuern, sondern exakt die gleichen. Man zahlt nur einen hohen Steuersatz ("Grenzsteuersatz") auf die "zusätzlichen" Solareinnahmen.


    Ich betrachte da auch das Risiko. Und da geht meine Argumentation aktuell so (ich möchte bald so ca. 30-40kwp bauen):
    Ich weiß, welches Einkommen ich im letzten Jahr hatte. Jetzt Anfang Juni läßt sich auch relativ sicher für 2009 eine Vorhersage treffen. Das heißt, ich kann meine Anlage schon zum Teil mit Hilfe der gut vorhersagbaren Steuerrückzahlung auf die mögliche Abschreibung JETZT abzahlen. Ob ich in 10 oder 15 Jahren noch ein vergleichbares Einkommen habe wie jetzt, kann ich dagegen nicht sagen. Wenn es nur noch sehr wenig ist, würde mir die Abschreibung fast keinen Steuereffekt mehr bringen, dann habe ich mit der frühen Abschreibung also sowieso richtig gehandelt.
    Habe ich dagegen viel Einkommen, dann zahle ich einen hohen Steuersatz. Dann habe ich zwar nicht mehr viel zum Abschreiben, aber bei dem hohen hohen Einkommen tut mir das auch nicht weh. Dazu kommt, dass ich ja in der Zwischenzeit Kreditzinsen gespart habe, bzw. das Geld wie oben beschrieben zwischenzeitlich anders anlegen konnte. Also ist es selbst in dem Fall nicht so dramatisch, wie die rein mathematische Differenz der Grenzsteuersätze nahelegen könnte.

    Bei SMA gibt es ein Excel-Sheet zum Runterladen für die Kabelauslegung, da kann man sich die Verluste ausrechnen.


    Man verliert ja nicht immer die vollen x Watt, da die Anlage nicht nur zwischen Vollast und Ausgeschaltet wechselt, sondern sie häufig auch in Teillast läuft - und dann sind die Kabelverluste eben geringer!


    Wie gesagt, das SMA Tool rechnet einen Jahresverlust aus, den kann man dann in einer normalen Zinsrechnung den 130€ gegenüberstellen.

    Ich habe die gleiche Frage für einen Neubau. Z.B. wie wäre es bei einer Anlage auf zwei Dächern, von denen ein Dach optimale Ausrichtung hat, und das andere fast flach Ost/West liegt, insgesamt aber >30kwp.


    Kriegt man das eventuell über einen separaten Zähler für die WR des schlechteren Daches geregelt?


    Oder etwas warten und das zweite als "separate" Anlage betreiben? Bekomme ich dann für beide Anlagen voll die 43ct?