Beiträge von Sonnenhorst

    Lieber henrymaske,


    ich habe schon vor mehr als sieben Jahren meine erste Anlage gebaut und weiß, wovon ich rede. Im übrigen habe ich alle anderen Fragen hier im Forum bereits mehrfach sehr ausführlich beantwortet. Zu Deinem Zinsvergleich kann ich nur schreiben, dass z. B. Pfandbriefe mit 20 Jahren Laufzeit (übrigens täglich verfügbares Geld) momentan zw. 4 und 6 % bringen. Kreditfinanzierung funktioniert aber kaum, weil es dafür keine PV-Förderdarlehen der KFW gibt.


    Zum Arbeitsaufwand (z. B. im Vergleich zu einem Pfandbrief) anbei mal einige Stichworte:


    - Prüfung der Statik,
    - Abschluss div. Verträge (Grundbucheintragung, ggfs. Kreditvertrag),
    - intensive Korrespondenz mit dem Finanzamt (vor der Installation und laufend),
    - Versicherung der Anlage,
    - Überwachung der Anlage,
    - ggfs. regelm. Reinigung.


    Ich sage ja nicht, dass diese Punkte gegen die Anschaffung einer PV-Anlage spricht (sonst würde ich mich nicht schon seit 7 Jahren dafür interessieren bzw. darin investieren). Sie sind aber einzukalkulieren - nicht mehr und nicht weniger.


    Allerdings habe ich bislang noch nicht auf Flachdächern gebaut - daher suche ich jetzt Solarteure, die darauf spezialisiert sind.

    Zitat von henrymaske

    Hallo Otten,

    so wie Du dachte ich auch erst, das sich eine Anlage nicht rechnet.



    wo bitte bekommst Du 4 % Zinsen :shock:


    Für Anlagen mit vergleichbarem Risiko bekommt man auf den Kapitalmärkten momentan deutlich mehr als 4 % (obgleich in den letzten Monaten die Risikoaufschläge gefallen sind).



    Zitat

    Zinsen steigen :shock:
    WR tauschen - peanuts :!:
    Anlage reinigen - selber machen :!:


    Diese Faktoren sind da und können nicht einfach so zur Seite gewischt werden (obgleich ein beliebtes Vorgehen der Vertriebler). Steigt in den nächsten Jahren die Inflation, wird die festgelegte Vergütung der PV-Anlagenbetreiber entwertet => die reale Rendite fällt.


    Ferner ist mit einer PV-Anlage im Unterschied zu passiven Geldanlagen Arbeit verbunden, die man einpreisen muss. Auch deshalb bleibe ich bei meinem hier schon oft gegebenen Rat, von jeder PV-Investition die Finger zu lassen, die nicht mind. 10 % Rendite abwirft (10 % sind momentan problemlos erreichbar. Wird dieser Wert bei einem PV-Projekt nicht erreicht, ist in der Regel etwas faul).


    Zitat

    dann mußt Du Dein Geld der Bank geben und bekommst dafür 0, nochwas oder 1, irgendwas Zinsen
    :cry:


    ... und wieder der irreführende Vergleich einer PV-Anlage mit einem mit höchster Sicherheit (Staatsgarantie), absoluter Bequemlichkeit und ständiger Verfügbarkeit ausgestatten Anlageform (die übrigens vor einem Jahr noch rd. 5 % abgeworfen hat).



    Eigennutzung geht natürlich nur, wenn die Anlage auch auf dem eigenen Dach installiert ist. Das gilt für die meisten größeren Anlagen nicht. Daher kann man dieses Argument unter Renditegesichtspunkten mehr oder weniger außer Acht lassen.

    Das ist das Ergebnis dessen, was hier im Board schon lange diskutiert wird: Die (zu) hohen EEG-Subventionen haben der Branche in Deutschland das Geldverdienen zu leicht gemacht. Innovationen oder Effizienzsteigerungen waren lange überhaupt nicht erforderlich, um dicke Margen zu erzielen - und jetzt wo sie dringend erforderlich wären, fehlt der verwöhnten und mittlerweile schwerfälligen Branche die nötige Flexibilität dazu...



    [i]"Studie: Deutsche Solarindustrie von USA und China überrundet
    (AFP) – Vor 7 Stunden


    Frankfurt/Berlin — Die deutsche Solarindustrie steht einer Studie zufolge zunehmend im Schatten ihrer Konkurrenten aus den USA und China........


    http://www.google.com/hostedne…LynbhcbR0hjRWsGv6W1rAi2Uw

    Zitat von Casanunda

    Ich stimme Eckart zu! Man weiss eben nicht, wie sich der Finanzmarkt entwickeln wird. Das EEG garantiert Dir die Konditionen für 20 Jahre.
    Und solange uns das EEG geschenkt wurde, sollte man die Chance nutzen.


    Leider ist es momentan so, dass die PV-Branche die aufkommende Jahresendhektik in Form von satten Preisaufschlägen zu nutzen versucht. Viele Angebote, die hier im Forum vorgestellt werden, lassen den Betreibern keine vernünftige Rendite und stellen somit auch keine Chance da. PV lohnt sich auch bei dem jetzigen EEG nur, wenn die Solarteure faire Preise anbieten. Wenn das nicht der Fall ist: Finger weg!

    Beide Angebote sind um Längen zu teuer. Da zudem die Lage des Daches nur semi-optimal ist, wird es so laufen wie es Tradition in der PV-Branche ist: Der Solarteu(e)r macht die dicke Marge und das schnelle Geld und der Anlagenbetreiber muss sehen, dass er in 20 Jahren auf eine einigermaßen vernünftige Rendite kommt ...


    Da hilft nur eins: Mehr Angebote einholen, knallhart nachverhandeln - und wenn die Herren stur bleiben, einfach gar nicht bauen. Bei Photovoltaik gilt die gleiche Regel wie bei jeder anderen Geldanlage: Besser gar nicht als zu teuer kaufen.