Beiträge von Sonnenhorst

    Umsetzung des Projekts zieht sich hin, da bei der halböffentlichen Einrichtung zu viele Leute mitreden. Nun gut, vielleicht wirkt sich die Verzögerung ja auch günstig auf den Preis aus. Was dürfte denn aktuell - 1 Monat nach dem hier geposteten Angebot - ein guter Preis für eine 30 KWp-Anlage Eging/SMA incl. Montage (ohne AC-Seite) sein?

    Zitat von daniel625


    aufwendig ist die zählerkaskade nicht, auch nicht beides zusammen
    für die einspeisung gibt es 9-11 ct
    was für eine steuerliche seite ?


    mfg. db


    Naja, die Zählerkaskade (bei 2x Eigenverbrauch) erzeugt natürlich Extrakosten. Ob die die Wirtschaftlichkeit stören oder nicht, hängt sicher auch von den jeweiligen Erwartungen ab.


    Für die Einspeisung gibt's beim BHKW nur den EEX-Baseload (zur Zeit 4,3 Cents) - alle anderen Beträge (KWK-Bonus) bekomme ich ohnehin (also auch, wenn ich den Strom selbst verbrauche, was natürlich anzustreben ist, wenn sich das BHKW rentieren soll).


    Bei der steuerlichen Seite stört am meisten die Bewertung der Wärme als Eigenverbrauch. Dadurch werden Steuern fällig auf etwas, was man ansonsten zu geringen Kosten aus der Heizung bekommt. Da das ein großes Ärgernis u. a. für viele Landwirte ist, die mit Biogas betriebene BHKWs haben, ist hier der abzuwarten, ob die letzten sehr ungünstigen Gerichtsentscheidungen wieder aufgehoben werden. Auf jeden Fall sollte jede/r, der privat ein BHKW betreiben will, sich vorher sehr genau über die steuerlichen Folgen informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden!

    Wenn Eigenverbrauch sowohl von der PV als auch vom BHKW geplant ist, benötigt man m. E. eine aufwändige Zählerkaskade. Die Kosten dafür verderben jede Wirtschaftlichkeitsrechnung.


    Darüber hinaus ist es beim BHKW im Privathaushalt so, dass sich die Einspeisung nicht lohnt (gibt 4,3 Cents) und dass man nur schwer einen hohen Eigenverbrauch hinbekommt, weil ein Privathaushalt keine hohe Grundlast und keinen gleichmäßigen Stromverbrauch hat - und dann ist da noch die steuerliche Seite des BHKWs: Viel Spaß dabei!

    Naja, ich berate momentan ein Unternehmen, das bislang einen konventionellen Strombezug von 700.000 KWH hatte. Ab nächstes Jahr wird es trotz Wachstum den Strombezug auf 300.000 KWH reduzieren und den Großteil des Strombedarfs selbst produzieren. Der Eigenverbrauch wird dann zu 20 % über PV und zu 80 % über KWK gedeckt.


    Der durch die Umlagen steigende Strompreis macht zwar den PV-Eigenverbrauch interessanter, aber noch sehr viel stärker erhöht der steigende Strompreis die Rentabilität von KWK-Anlagen.


    Da ich mit dieser Vorgehensweise nicht alleine stehe, ist es für mich absehbar, dass die Basis für die Strom-Umlagen und damit auch für die EEG-Umlage schwindet. Somit wird ein rein rechnerischer Effekt dafür sorgen, dass die Umlagen den Strompreis in den nächsten Jahren massiv erhöhen - wenn die Politik am Umlagesystem nichts verändert.

    @ Südostdach


    Hast Du eigentlich verstanden, worum es in diesem Thread geht? Es geht hier nicht um Pro oder Contra Photovoltaik (daher bitte das ganze Arsenal an Totschlagargumenten zu Hause lassen), sondern allein um die Frage, was passiert, wenn das EEG-Gesetz sein Ziel - eine dezentrale Stromversorgung - mehr und mehr erreicht. Je mehr Leute sich aus dem konventionellen Strombezug ausklinken (was ja erwünscht ist), desto weniger Haushalte werden die EEG-Umlage tragen müssen. D. h., dass sich die EEG-Umlage für die verbliebenen Zahler explosionsartig erhöhen wird, wenn man am System nichts ändert. Um eine grundlegende Veränderung des EEG-Mechanismus wird man daher nicht umhinkommen - und ich wiederhole noch einmal: Das hat nichts(!) mit der Frage zu tun, ob man für oder gegen Photovoltaik bzw. für oder gegen das EEG ist!

    Dieser Thread trifft voll ins Schwarze. Das Abkoppeln großer Strombezieher aus dem System - und damit die dezentrale Energieversorgung - wird sich mit den Strompreiserhöhungen massiv beschleunigen. Der große Treiber dabei wird m. E. die KWK werden. Diese ist durch die gestiegenen Strompreise bei gleichzeitig stabilen oder sogar fallenden Gaspreisen enorm rentabel geworden und hat einen riesigen Wachstumsschub vor sich. Mittlerweile werden sogar für Einfamilienhäuser geeignete Geräte angeboten. Diese stehen zwar noch am Anfang, werden noch nicht in großen Stückzahlen hergestellt und sind daher im Vergleich zu größeren BHKWs noch zu teuer, aber das wird sich in 2-3 Jahren gegeben haben. Der Kombination von PV und KWK gehört dann die Zukunft. Damit wird man den benötigten Strom auch im Einfamilienhaus fast komplett selbst erzeugen können. Böse wird es dann für diejenigen werden, die weiter auf Strombezug aus dem konventionellen System angewiesen sind.


    Daher ist meine Prognose, dass die EEG-Umlage irgendwann aus Steuermitteln bezahlt werden wird (also auch von uns dezentralen Stromerzeugern).


    Nicht ausschließen sollte man ferner, dass die dezentrale Stromerzeugung irgendwann mit Steuern belegt wird, um die Systemflüchtlinge angemessen an den Kosten zu beteiligen. Einige Länder in Europa haben ja schon gezeigt, dass man die EEG-Gewinnler auch noch nachträglich abkassieren kann.


    Gut, da warte ich dann bis November (oder auch Januar), wenn ich die Anlage dann für unter 1.000,- EUR Netto/KWp bekomme.