Beiträge von Sonnenhorst

    Die NY Times schreibt heute über den "Free Fall" der PV-Modulpreise. Allein seit Anfang April sind die Weltmarktpreise demnach um rd. 30 % gefallen. Deshalb poste ich hier ja schon seit Wochen, dass man sich nicht mehr auf Preise weit über 3.000,- EUR pro KWp einlassen darf - die Märkte haben längst den Boden für wesentlich bessere Preise bereitet.



    Wenn ich 900 KWH pro KWp bei Angebot 4 unterstelle, komme ich auf 6,84 % Rendite vor Steuern. Warum sollte man sich dafür den Stress antun und eine Fotovoltaikanlage bauen?

    Zitat von Greenhorn

    Ich habe meine Anlage mal mit einem Kreditrechner durchgerechnet.
    Investitionssumme bei einer 12kw Anlage 3500,-€/kw
    Ertrag 900kw/kwp
    ermittelt werden soll der Zinssatz bei der Investitionssumme von 3500€ und einer "Tilgung" (also den jährlichen Einnahmen) über 20 Jahre


    (...)


    , ich kalkuliere bei mir jedoch nur mit 900kw, der Rest ist Idealismus...



    Bei Deinen Kennziffern komme ich auf eine Rendite von 6,73 %. Das ist für eine unternehmerische Beteiligung (und darum handelt es sich hier, das übersehen viele) viel zu wenig und somit tatsächlich "Idealismus". Bitte bedenke aber, dass diejenigen, die Dir diese Anlage für 3.500,- EUR pro KWp verkaufen, Deinen Idealismus nicht teilen und Renditen von 20 % und mehr einsacken ...

    Hier schreiben einige "Ich habe zu 100% Fremdfinanziert. Ich rechne auch mit 10 Jahren bis "schuldenfrei".".


    Ich finde diese Statements erstaunlich. Denn das geht nur bei günstigen Einkaufskonditionen an zugleich sehr guten Standorten.


    Ein Beispiel, wann es funktioniert:


    - Fremdfinanzierung über KFW mit bester Bonität: 3,15 % nominal
    - Gesamtkosten: 3.100,- EUR pro KWp (komplett, alle Kosten)
    - Erträge: 1.000 KWH/KWp


    Bei diesen Kennzahlen hätte man nach 10 Jahren die Schulden komplett getilgt und könnte ab Jahr 11 die Erträge auf das eigene Konto fließen lassen.


    An Standorten mit "nur" 950 KWH/KWp benötigt man schon Gesamtkosten unter 3.000,- EUR, um nach 10 Jahren abbezahlt zu haben und bei 850 KWH/KWp dürfen nur noch Gesamtkosten von 2.650,- EUR/KWp anfallen, um das Ziel zu erreichen.

    Wie immer weise ich an dieser Stelle auf die Rendite hin. Deine Angebote lassen Gesamtkapitalrenditen zwischen 5,5 und 7 % vor Steuern erwarten. Da ich davon ausgehe, dass Du Steuern zahlst, liegt die Nachsteuerrendite entsprechend niedriger. Wenn Du allerdings zu 90 % fremdfinanzieren willst und dafür einen Zinssatz von bis zu 5 % erwartest, wird das Ganze zu einem Nullsummenspiel - man könnte das Ganze dann auch ein schönes Hobby nennen ... zum Wohle der Fotovoltaikindustrie.


    Fazit: Entweder brauchst Du einen Standort mit deutlich höheren Erträgen oder günstigere Einkaufspreise.

    "bei so ner Größe, kämen mir nur die Bosch oder die Solon Module drauf"


    Bei Bosch denke ich auch so, aber hins. Solon scheint hier noch nicht angekommen zu sein, welch gewaltige Probleme das Unternehmen gerade drücken. Ob die in 1, 2 oder 5 Jahren noch für irgendwelche Garantien geradestehen können, ist m. e. mehr als ungewiss. Da ist z. B. Yingli um Längen solider aufgestellt ...


    Im übrigen sollte First Solar bei einer Anlage dieser Größenordnung noch einmal deutlich günstiger liegen und somit auch die mit Abstand beste Rendite bieten. Außerdem sind die Qualität der Module, die Erträge pro KWp und die Solidität des Unternehmens nicht zu bemängeln (ist halt nur die Frage, ob man dies CdTe auf dem Dach haben möchte oder nicht).

    Die Eigentümer einer Reihenhaussiedlung (6 Wohneinheiten) möchten ihr sehr geeignetes Dach vermieten. Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob sich das lohnt. Wahrscheinlich muss ich 6 Verträge machen, 6-mal Grundbucheintragungen vornehmen usw. usw. . Gibt es weitere Fallstricke, auf die ich achten muss? Wer hat Erfahrung damit?

    Die Rendite dieses Scheins sollte man einfach einmal mit den Renditen anderer Genussscheine vergleichen - da wird man feststellen, dass die meisten Genüsse zur Zeit deutlich höhere Verzinsungen aufweisen als 6,75 %. Dies übrigens auch zu Recht, denn in den letzten zwei Jahren sind im Zuge der Finanzkrise schon einige Genüsse notleidend geworden.

    Von mir keine technische Bewertung, sondern eine wirtschaftliche. Wenn Du die Anlage mit diesen Kennziffern baust, kommst Du - wenn in den nächsten 20 Jahren alles glatt läuft - auf rd. 4,8 % Rendite vor Steuern. Du musst Dir also darüber im klaren sein, dass das für Dich nur eine Spaßveranstaltung sein kann und kaum zum Geldverdienen taugt.


    3.880,- EUR pro kWp??? Hast Du einfach nur Spaß an Solaranlagen oder willst Du auch Geld damit verdienen? Mit dem Einkaufspreis wird das jedenfalls nix ...