Beiträge von buergersolar

    So, nun ist die Installation fertig. So haben wir es gemacht:


    (Hausanschluss ist mit 3x50A abgesichert, Zähler mit 3x35A)

    • Im Zählerschrank im Keller haben wir zwei Netztrennschalter (je 64A) verbaut.
    • Von dort führen 2 (Erd-)Kabel je 5x 10mm² zum Carport (Kabellänge ca. 20m)
    • In der Unterverteilung im Carport gehen beide Kabel jeweils auf einen FI 40A / 0,03A.
    • An dem einen FI hängt die Drehstromsteckdose 3x16A und fünf Stromkreise 1x16A mit Steckdosen und Licht
    • An dem anderen FI ist bislang nichts angeschlossen außer ein LSS mit 3x32A. Hier kann dann später eine Wallbox angeschlossen werden.

    Ich denke, dass ich damit sehr gut fahren werde.

    Vorteile: Durch die zwei getrennten Leitungen habe ich keine Probleme mit der Selektivität, mit den Netztrennschaltern kann ich die Erdkabel ggf. spannungsfrei schalten und in Summe habe ich 5x20mm² statt wenn ich nur ein Kabel gezogen hätte mit 5x16mm².

    Nachteil: Die Wallbox wird dann nur an 5x10mm² hängen, auch wenn sonst im Carport keine Verbraucher eingeschaltet sind. Bei nur einem Kabel hätte dann die Wallbox 5x16mm² i.d.R. fast für sich alleine gehabt... Aber auch bei 10mm² halten sich die Verluste auf 20m in Grenzen. Und wenn die Wallbox nur PV-Überschüsse verwertet, kommen ja eh keine 32A zusammen.


    Jetzt habe ich nur ein Problem: Der Haben-Wollen-Faktor für ein Elektroauto ist jetzt noch größer als vorher... Hoffentlich geht bald eins unserer Verbrenner-Autos kaputt :juggle:

    Die wollen wir nämlich eigentlich noch fahren, bis sie ein (wirtschaftlicher) Totalschaden sind.

    Ich weiß nicht, ob ich den Sachverhalt so kompliziert beschrieben habe oder ich tatsächlich irgendeinen groben Denkfehler mache.


    Aber: Der Hausanschluss ist mit 50A Schmelzsicherungen abgesichert, mehr machen die Stadtwerke für ein EFH nicht ohne Wandlermessung. Der Zählerschrank ist mit einem 35A SLS abgesichert, aus meiner Sicht genügend "Abstand" zwecks Selektivität. In der Hausverteilung sind die einzelnen Stromkreise mit 16A, manche auch mit 32A abgesichert.


    Jetzt möchte ich nichts anderes machen, als zwei weitere Stromkreise mit 32A absichern. In erster Linie geht es ja um den Leitungsschutz und wenn die Leitungen 32A verkraften, dann kann ich sie ja auch mit 32A absichern.


    Selbst wenn ich eine dicke Leitung lege und die mit 64A absichern würde, wäre die Leitung ausreichend geschützt.


    Der Knackpunkt, zu dem ich auch keinerlei technische Regeln finden konnte, ist ja, dass in den Zählerschrank mehrere Einspeiser einspeisen. Ein Einspeiser ist das Stromnetz mit 35A. Andere Einspeiser sind die PV-Anlage mit ca. bis zu 22A und der Batteriespeicher mit weiteren ca. bis zu 9A.


    Grundsätzlich können erzeugungsabhängig also im Haus bis zu 3*66A verbraucht werden, ohne dass die HAK- oder die Zählervorsicherung auslösen.

    Allein aufgrund der Selektivität werde ich nun 2 separate Kabel verlegen mit jeweils 32A abgesichert. Das ist dann auch nichts anderes als die Stromkreise der Wärmepumpe oder Not-Heizstäbe, die ebenfalls mit 32A abgesichert sind.


    Natürlich bekomme ich ein Problem, wenn alle Verbraucher gleichzeitig laufen, aber das ist in jedem Haus so, behaupte ich. Kein Hausanschluss ist so ausgelegt, dass alle Endstromkreise gleichzeitig mit Volllast genutzt werden können.


    Der 64A-Automat wäre m.E. eine Grauzone gewesen. Mit zwei 32A-Automaten bin ich m.E. auf der sicheren Seite.


    Sobald ich irgendwann dann tatsächlich eine Wallbox installieren lasse, muss das sowieso ein Elektriker machen, allein wegen der Beantragung (bzw. bei 11 kW nur Anmeldung) beim Netzbetreiber. Erst einmal nutze ich ja nur Licht und etwas Kleinkram im Carport.

    Du meinst die Tabellen ab Seite 55?


    Ah, diesmal ist unter deinem Link eine pdf aufgegangen. Da kam vorher nur eine Internetseite.

    Ja, genau die Tabelle auf Seite 10 ist das, was im anderen Dokument ab Seite 55 steht.


    Sieht tatsächlich so aus, als wäre die Kurzschluss-Selektivität nur bis 20A gegeben.


    Da bereits andere 32A-Sicherungen verbaut sind (Wärmepumpe, Heizstab) und der Elektriker für den Carport auch schon eine 32A-Sicherung vorgesehen hat, gehe ich davon aus dass ich die verwenden kann.


    Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass ich NICHT die 16mm²-Leitung mit 64A Absicherung verwende, sondern mir neue Kabel besorge und zwei Leitungen lege, jeweils mit 32A abgesichert.

    Schau doch mal hier. Wenn ich das richtig lese, ist bei diesem 35A-SLS als nachfolgender LS maximal eine Größe von 20A erlaubt.

    Ich habe direkt auf der von dir verlinkten Seite nichts diesbezüglich gefunden.

    Auf der Seite ist unter Downloads jedoch dieses Handbuch, auf dem ab Seite 26 Informationen zur Selektivität stehen. Aber auch dort konnte ich nichts lesen, was deine Aussage bestätigt.

    Wenn ich z.B. an eine Renault Zoe denke, die lädt 3ph 22kW. Aber ich will ja nicht Strom aus dem Netz laden, um hinterher PV-Strom in die Hausbatterie oder ins Netz einzuspeisen. Ich will dann den PV-Strom ins Fahrzeug laden, nichts aus dem Netz ziehen und nichts einspeisen.


    Aber wie gesagt: Das E-Auto ist noch Zukunftsmusik, genauso wie die Wallbox.

    Es sind nur Annahmen, die ich zugrunde lege, um die Kabel zu dimensionieren.


    Über Sinn und Unsinn verschiedener Wallboxen, Ladestrategien etc. möchte ich hier eigentlich gar nicht diskutieren. Mir geht es nur darum, ob ein dickes oder zwei dünne Kabel.

    Dass die Wallbox von E3DC mit 22kW überdimensioniert ist, brauchen wir nicht diskutieren. Wenn es sie auch mit 11kW geben würde, würde ich sie wahrscheinlich auch mit 11kW nehmen.

    Momentan haben wir eh noch kein E-Auto, aber da wir ein E3DC-Hauskraftwerk haben, ist halt das "Haben-Wollen" für die E3DC-Wallbox schon ansatzweise vorhanden -- wenn es denn soweit ist, dass wir ein E-Auto haben. Momentan fahren wir unsere Verbrenner noch, bis dass der TÜV uns scheidet. Was laut TÜV bei beiden Autos in 2 Jahren der Fall sein soll, was ich aber auch noch nicht ganz glaube...


    Als Planstand gehe ich einfach davon aus, dass eine 22kW- und eine 11 kW-Wallbox früher oder später Einzug halten werden, und dass mindestens die 22kW-Wallbox so gesteuert ist, dass sie bevorzugt PV-Strom ins Auto lädt.

    Somit mache ich mir um die Hausanschluss-Absicherung wenig Gedanken. Und wenn bei der Beantragung der 22kW-Wallbox die Stadtwerke sagen, sie sichern den Hausanschluss doch mit 64A statt 50A ab und ich kann die Zählervorsicherung von 35A auf 50A erhöhen, dann ist mir das auch recht. Aber im Moment gehe ich von einer 35A Vorsicherung aus, so wie sie momentan verbaut ist.


    Momentan tendiere ich dazu, das 16mm²-Kabel wieder raus zu ziehen und zwei 10mm² zu ziehen, die ich beide mit 32A absichern kann. Dann habe ich keinerlei Probleme mit der Selektivität, könnte ggf. die eine Leitung umklemmen, falls es dafür mal einen separaten Tarif geben sollte (abschaltbare Last, analog Wärmepumpe) und einfacher zu verlegen wären sie auch.


    Wenn jetzt hier aus dem Forum die Rückmeldung gekommen wäre: "Häng alles auf das 16mm²-Kabel und sichere es mit 50A oder 64A ab!", dann hätte ich das gemacht. Aber da es hier offenbar kein so klares Meinungsbild gibt, gehe ich lieber auf Nummer sicher, besorge mir 2 Kabel mit 5x10mm² und sichere die mit jeweils 32A ab.

    Die 22kW-Wallbox von E3DC soll in erster Linie PV-Strom ins Auto laden. Das heißt Strom aus dem Netz = Null (siehe Screenshot anbei - in diesem Fall sollte das Auto mit 4755W geladen werden). Warum also den Hausanschluss aufbohren?! Das ist unnötig.

    Wir pendeln mit der Bahn zur Arbeit und fahren täglich 3km zum Bahnhof und zurück. Wenn mal Nachwuchs da ist, mag das anders sein, aber auch dann werden wir nicht so viele km fahren, dass wir mehr Ladeleistung als 22kW bzw. 11kW brauchen, um genug für die nächste Fahrt rein zu laden.


    Meine Frage ist eigentlich rein technischer Natur:

    Darf ich hinter der 35A Zählervorsicherung (SLS) eine Leitung einzeln mit 50A oder 64A absichern (das Mehr an Strom kommt von der PV) oder darf ich max. 35A oder 32A absichern, dann müsste ich aber zwei separate Leitungen verlegen und mit jeweils 32A absichern.

    Es geht dabei m.E. ausschließlich um die Selektivität im Überlastfall bei Dunkelheit und leerer Hausbatterie. Bei Kurzschluss macht es keinen Unterschied.