Beiträge von pv-buero

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    Ok, aber bringst Du dann auch rein fototechnisch aufgrund der Ausmaße 19 Module auf ein Bild drauf, das ganze
    aussagekräftig?


    Wenn man einen ganzen Strang aufnimmt, sieht man natürlich von den einzelnen Zellen nicht mehr viel. Kurzgeschlossene Bypassdioden lassen sich damit aber noch gut ausfindig machen.
    Wenn man mehr Details sehen will muss man dann allerdings näher ran.
    Leider habe ich im NIR Bereich noch keine wirklich große Auswahl an lichtstarken Objektiven finden können, so dass hier dann immer ein Standortwechsel nötig ist. Je näher man rankommt, desto mehr Details kann man erkennen.


    Gruß pvbuero

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    hast di auch First Solar Module so untersucht? Ist das übrhaupt bei Dünnschicht möglich?


    First Solar Module emittieren bei einer anderen Wellenlänge. Grundsätzlich ist es aber auch möglich.
    Problematisch ist es allerdings wenn mehrere Stränge auf dem Dach parallel geschaltet wurden. Die Stromaufteilung ist sehr unsymetrisch, daher sollte man das lieber lassen...
    Das Bild zeigt die EL-Aufnahme eines First Solar Moduls im Labor. Das Modul hat einen Glasschaden auf der Rückseite.

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    Für welchen Spannungsbereich ist das Netzteil auf der 230 Volt Seite geeignet?


    Die Idee war dass das Netzteil an jedem 230V Anschluß betrieben werden kann. Daher kann es die 1000V und die 5A auch nie gleichzeitig. Die Leistung wurde auf 3,3kW begrenzt. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass man bereits mit 3A Rückstrom gut hinkommt. Im Zweifel muss man die Belichtungszeit etwas verlängern.
    Für die Rückstromthermographie reichen die 3A ebenfalls um eine Temperaturdifferenz zwischen rückbestromten und nicht rückbestromten Modulen so um die 2K hinzubekommen. Die meisten Kameras lösen mit 50mK auf, so dass man den Unterschied deutlich sehen kann.


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    Wieviele Module max. kannst Du gleichzeitig mit einer Aufnahme aussagekräftig untersuchen?


    Das Gerät hat eine frei einstellbare Gleichspannung zwischen 0 und 1000V, so dass Solarmodulstränge mit bis zu 19 Solarmodulen mit 72 Stck 5“ Zellen und bis zu 22 Solarmodulen mit 60 Stck 6“ Zellen in Serie damit rückbestromt werden können.
    Das gilt für winterliche Temperaturen so um die 0°C. Wenn's wärmer wird nimmt die Gegenspannung ab, so dass man auch längere Stränge bestromen kann.


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    Würdest Du dies als Dienstleistung oder gegen Leihgebühr plus Kaution anbieten?


    Wir sind noch in einer sehr frühen Phase und möchten nun erstmal ein Gefühl dafür bekommen ob sich außer uns selbst auch noch andere für die Untersuchungsmethode begeistern können. Im Moment haben wir ein Gerät, dass wir regelmäßig verleihen. Die EL Kamera kann momentan nicht ausgeliehen werden. Da braucht man auch ein wenig Erfahrung und Anleitung um gute Ergebnisse hinzubekommen. Wer bereits eine Thermographiekamera besitzt und damit umgehen kann, sollte aber auch mit dieser Kombination bereits einige Fehler finden können...


    Wenn sich genügend Leute dafür interessieren könnte ich mir vorstellen mal ein kleines Seminar hier im Rhein Main Gebiet zu machen, wo man sich die Sache mal live ansehen kann.
    Das müsste dann aber eine Nachtsession werden :wink:


    Gruß pvbuero

    Hallo zusammen,


    ich möchte an dieser Stelle gerne mal auf eine Untersuchungsmethode aufmerksam machen, die ich jetzt seit ca. einem Jahr erprobe und inzwischen anwende und die sicherlich für einige Solarteure und Gutachter unter Euch auch interessant sein dürfte.
    Die Elektrolumineszenzuntersuchung von ganzen Modulsträngen. Entgegen der Behauptung einiger "Experten" ist es nämlich sehr wohl möglich Elektrolumineszenzuntersuchungen auch außerhalb des absolut dunklen Labors durchzuführen. Angeregt durch ein Projekt an der FH in Münster bin ich sogar zu einer äußerst preiswerten Messmethode gelangt. Der "Astroumbau" einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera. Im Gegensatz zu teuren Spezialkameras in der Preisklasse ab 15.000.-€ kann man hier mit einem relativ moderaten Kostenaufwand schon sehr detailreiche Aufnahmen hinbekommen. Der einzige Nachteil: Man benötigt ein Stativ, Belichtungszeiten von bis zu 30s und natürlich absolute Dunklelheit. Die Untersuchung ist daher eigentlich mehr etwas für die dunklen Wintermonate. Für die Rückbestromung habe ich gemeinsam mit einem befreundeten Ing. Büro ein Netzteil entwickelt, dass genau auf die Bedürfnisse der Photovoltaik zugeschnitten ist.



    Die Untersuchungen laufen in aller Regel so ab, dass man auffällige Stränge (zu niedrige Leerlaufspannungen oder verbeulte Kennlinien) zunächst herausfiltert. Dann nimmt man sich diese Stränge gezielt vor, bestromt sie rückwärts und macht ein paar Aufnahmen. Die Ergebnisse könnt Ihr unter anderem in den Artikeln in unserem Blog sehen.

    Hallo,


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    so ein paar Fragen zum Thema PV Module.
    Bsp. ein Modul 1000 Watt Angabe. 15% eff.Leistung. Heißt das 150 Watt/p??


    Bei den Standard Test Bedingungen STC (1000W/m²; 25°C und AM= 1,5) bringt ein Solarmodul mit einer Leistung von 150Wp eben genau diese elektrische Leistung.


    Der Ertrag von einer Photovoltaikanlage ist natürlich von vielen Faktoren abhängig (Standort, Ausrichtung, Dachneigung, Verschattungsgrad ...)
    Hier kann man eine Ertragssimulation für den betrachteten Standort durchführen.


    schau Dich hier mal um. Da dürften die meisten Deiner Fragen beantwortet werden.


    Gruß pvbuero

    Schatten ist nicht gleich Schatten, hier gibt es viele Details, die die Waage mehr in die eine oder andere Richtung schieben können, ob eine Anlage Sinn macht oder nicht. Da der Sonnenstand und damit der Schattenwurf zu jeder Minute und an jedem anderen Tag ein anderer ist, übersteigt das schnell unser Vorstellungsvermögen und man verschätzt sich mittels Bauchgefühl zum Thema Minderertrag leider sehr schnell. Entscheidend sind die Uhrzeiten und Jahreszeiten des Schattenwurfs, der Weg der Schattenwanderung, ob die Module je nach Schattenverlauf hochkant oder quer montiert sind, wie groß die Stringlängen sind, wieviel Bypassdioden in den Modulen verschaltet sind, welchen Spannungsbereich die Wechselrichter haben und vor allem, ob sie dazu in der Lage sind, schattenverursachte Teilmaxima ("Beulen" in der Kennlinie) vom absoluten Maximum zu unterscheiden, Stichwort Global Peak. In den folgenden Fachartikeln erhalten PV-Betreiber einen Anleitungsfaden, worauf geachtet werden muss. Hier werden die Ergebnisse von Experimentreihen gezeigt, sowie die elektrotechnischen Hintergründe und Vorgänge bei Teilverschattung erklärt. Vielleicht wird dann manche ihrer Fragestellungen schon klarer. Tipp: Fangen Sie beim Lesen mit dem untersten Artikel, bzw. den Ergebnissen der Experimentreihen (Teilverschattung bei Solarmodulen - Messungen) an, das macht am deutlichsten, warum es so wichtig ist, genau zu schauen, wo man Module hinbaut, warum es Sinn macht, die Anordnung (hochkant oder quer) vom Schattenverlauf abhängig zu machen und welche Planungsfehler vermieden werden sollten.
    http://www.photovoltaikbuero.d…28/tagid/126/Default.aspx


    gutes Gelingen

    pvplaner 2010,


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    Sind da auf den Fotos Zellbrüche zu erkennen?


    ich habe in dem Webalbum die einzelnen Fehler getaggt. Das erkennt man aber leider nur wenn man bei google angemeldet ist, wie ich gerade bemerke.
    Zur Frage: Ja, da sind auch einige partielle Zellabrisse und Mikrorisse zu erkennen.

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    wie sieht die Kosten/Nutzen Betrachtung aus?


    Die Beantwortung der Farge zu Kosten/Nutzen überlasse ich gerne den Kaufleuten.
    Im Vergleich zu einer Kennlinienmessung dürften die Kosten allerdings geringer ausfallen, da die Untersuchung weitestgehend unabhängig vom Wetter ist. Es muss lediglich dunkel sein.


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    Wenn ja, muss man nicht damit rechnen, dass diese häufig auftreten und wirtschaftlich vertretbar sind?


    Sicher wird nicht jeder Haarriss sofort zu einer Leistungsminderung führen. Ein partieller Zellabriss hingegen begrenz meist ein Drittel des ganzen Modules auf den Reststrom, den die defekte Zelle noch liefern kann (je nach Anzahl der Bypassdioden). Da kann es schon ein Leistungsgarantiefall sein.


    Gruß pvbuero

    Hallo,


    die Stromstärke ist unterschiedlich. Bei den Sunpowermodulen hat 1A ausgereicht.
    Bei anderen bis zu 3,5A. Manchmal sieht man allerdings bei kleineren Stromstärken mehr als bei größeren.
    Die Kamera die ich nutze ist eine umgebaute digitale Siegelreflexkamera mit ausgebautem Infrarotfilter.


    Gruß pvbuero