Beiträge von pv-buero

    Hallo,


    ich möchte mal eine persönliche Meinung zu dem ganzen Speicherthema äußern und zur Diskussion stellen:


    Ich finde die neuen technischen Lösungen grundsätzlich spannend. Ich bin allerdings sehr skeptisch ob man das Speicherproblem durch Millionen kleiner Akkusysteme wird lösen können, die allesamt (oder doch zu einem großen Teil) von technischen Laien betrieben werden.
    Einer der größten Vorteile netzgekoppelter Photovoltaikanlagen ist deren Einfachheit. Selbst Menschen die kein großes technisches Verständnis haben können einen Stromzähler ablesen und so wenigstens rudimentär die Funktion ihrer PV-Anlage kontrollieren. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie auch dazu in der Lage wären ein komplexes Speicher- und Energiemanagement System zunächst mal zu durchschauen und dann auch noch dessen Funktion zu kontrollieren. Schon bei den einfachen PV-Anlagen werden viele Fehler gemacht. Ich möchte nicht wissen wie viele Fehler man bei der Einrichtung und dem Betrieb eines Energiemanagement Systems machen kann. Ich glaube daher, dass das Thema Speichern von Energie wieder ein Thema für Stadtwerke und Netzbetreiber werden wird, so sehr ich auch die technischen Spielereien, die derzeit diskutiert und erprobt werden liebe.
    Außerdem glaube ich, dass man erst dann einen Grund zum Speichern von Strom hat, wenn man zunächst die Wärmesenken im Haus genutzt hat. Sprich: Überschüssigen Strom kann man auch mit einer Wärmepumpe bzw. einem banalen Heizstab in Wärme verwandeln und die Energie im Warmwasserspeicher speichern. Erst wenn diese Abnehmer auch noch alle versorgt sind und dann immer noch Solarstrom übrig ist, muss der Solarstrom gespeichert werden.
    Ich glaube bis dahin ist es noch ein gutes Stück Weg.


    Gruß pvbuero

    Hallo,


    am Besten man prüft zunächst mal wie viele Module man mindestens benötigt um die kleinste MPP Spannung Udcmin des WR noch zu erreichen.
    Beim SMA Tripower 8000TL liegt diese Spannung bei 330V und man benötigt daher mindestens 15 Module in Serie (bei 60 Zellern mit 6" Zellen). Von den 35 Modulen blieben dann noch 20 übrig. Jetzt schaut man auf die Anzahl der Module, die man maximal an einen Strang schalten darf um die Maximalspannung von 1000V nicht zu überschreiten. Das wären in diesem Fall 24 Module. Es würde also klappen...
    Dann schaut man auf die Ströme:
    Ein Eingang der Tripower 8000TL kann 15 A, der andere kann 10 A. Die Module mit 6" Zellen haben so um die 8-9A. Das haut also auch hin.
    Bleibt noch ein Blick auf die Leistung: 8,4kWp/8kW = 1,05. Der Solargenerator ist also um 5% überdimensioniert gegenüber dem Solargenerator. Das ist zunächst noch kein echtes Problem. Nun kommt inzwischen aber noch die Anforderung der Netzbetreiber hinzu, dass der Wechselrichter im Bedarfsfall noch 5% Blindstrom liefern können sollte. Damit wäre die Wirkleistung, die er noch einspeisen kann schon 10% kleiner als die Peakleistung des Solargenerators.
    Das ist normalerweise auch noch kein großes Drama, führt aber zu einer kleinen Ertragseinbuße.
    Wie die Zusammenhänge zwischen Wechselrichterleistung und Solargeneratorpeakleistung genau sind, kann man hier nachlesen...


    Die Alternative wäre z.B. auf den Tripower 9000 TL zu gehen. Das ist aber eine rein ökonomische Abwägung. Technisch geht der 8000TL auch.


    Gruß pvbuero

    Hallo,


    ich zitiere mich nochmal selbst:

    Zitat

    dass man entweder zwei Wechselrichter verwendet (für jede Dachseite einen) oder einen Wechselrichter mit 2 getrennten MPP Reglern,


    und ergänze in Übereinstimmung mit den anderen Antworten, dass die Lösung mit einem Wechselrichter, der 2 getrennte MPP Regler hat, die ökonomisch bessere Lösung ist.


    Gruß pvbuero

    Hallo,


    das wichtigste ist, dass man entweder zwei Wechselrichter verwendet (für jede Dachseite einen) oder einen Wechselrichter mit 2 getrennten MPP Reglern, damit jede Dachseite getrennt geregelt werden kann.
    Außerdem sollte man schauen, ob Teile des Daches gelegentlich verschattet werden. Dann muss der Wechselrichter dazu in der Lage sein damit umzugehen. Bei SMA läuft das z.B. unter dem Stichwort "Global Peak". Bei der Auslegung der Modulstränge sollte man außerdem darauf achten, dass immer genügend unverschattete Module im Strang sind, damit der Wechselrichter auch vernünftig regeln kann.


    Vielleicht ist die ein oder andere Information aus unserem Blog zum Thema Anlagenplanung noch hilfreich.


    Gruß
    pvbuero

    Hallo,


    die GbR muss den Strom für's ganze Haus einkaufen. Die Weiterverteilung an die einzelnen Nutzer muss dann mit privaten Zählern für die interne Abrechnung erfolgen. Nach außen (gegenüber Netzbetreiber und Stromlieferant) gibt es nur die GbR, die einen Teil ihres Stromverbrauches selbst erzeugt. Da fällt dann auch keine EEG Umlage an. Man muss für die gesamte GbR eine Mischkalkulation machen und jeder zahlt den gleichen Strompreis (der sich aus einem Solarstromanteil, einem Restbezugsstromanteil abzüglich der Einnahmen aus der Überschusseinspeisung zusammensetzt).


    Wenn jeder der GbR Teilnehmer seinen beglaubigten Zähler behalten und direkt mit seinem Stromlieferanten abrechnen will, funktioniert die Sache so nicht.


    Gruß pvbuero

    Zitat

    An Leute die ich gut leiden kann, würde ich das nicht verleihen.


    Als "nicht Fachmann" sollte man damit ohnehin nicht hantieren.
    In den meisten Fällen kann man mit MC Steckern anschließen. Dann ist die Sache nicht gefährlicher als eine Messung zum Beispiel mit dem Benning PV-1. Bei den Prototypen hatten wir noch Laborstecker in der Frontplatte. Die darf man natürlich nicht unter Last ziehen. In Zukunft werden auch hier MC Stecker verwendet. Das macht die Sache sicherer.


    Gruß pvbuero

    Zitat

    warum nur max 22 60 zeller?


    Der pvserve kann maximal 1000V. Die Spannung an Solarmodulen ist temperaturabhängig. Das gilt auch, wenn man über die Leerlaufspannung hinaus geht und rückspeist. Wenn's warm genug ist oder tagsüber genügend Einstrahlung da ist, kann man auch mehr Module bestromen, da dann die Gegenspannung geringer ist.
    Wenn's Nacht und kalt ist, sind es weniger.


    Gruß pvbuero

    Zitat

    Eine Frage: funktioniert Deine Methode in Verbindung mit einer Thermografiekamera grundsätzlich nur bei Dunkelheit?


    Die Rückstromthermographie kann man auch tagsüber anwenden. Am Besten bei trübem Wetter, da man dann keine störenden Reflexionen der Wolken auf den Modulen hat.
    Outdoor Elektrolumineszenz geht nur Nachts. (zumindest die low-cost Variante...)


    Gruß pvbuero

    Zitat

    Wenn sich deine Methode bei FS Anlagen bewährt hättet du sicher gute Nachfrage bei Betreibern auf deren Anlagen noch LP-Gurken vermutet werden.


    Mit FS habe ich momentan noch keine Erfahrung. Wir haben lediglich mal zwei Module im Labor rückbestromt und festgestellt, dass sie ordentlich emittieren. Wenn man bei einer FS Anlage also an die einzelnen Stränge herankommt, sollte es möglich sein. Außerdem sollte man einen Blick in die Garantiebedingungen werfen. Wenn dort Rückbestromung ausdrücklich untersagt wird, sollte man es auch bleiben lassen...


    Gruß
    pvbuero