Beiträge von Paulchen

    H

    Soo, jetzt muss ich ja langsam die UStVA machen, habe mir auch die PV-Steuer Exceldatei gekauft und möchte da gerade alles eintragen.


    Ich Trage daher erstmal nur den bis jetzt gezahlten Betrag aus der Abschlussrechnung ein - korrekt?

    Da ich noch keine Zahlungen erhalten habe , habe ich keine Einnahmen, aber da der Zähler rückwärts läuft spare ich ja Geld..

    Da du konkret das PV-Steuerprogramm ansprichst, füge ich die spezifischen Ergänzungen dafür hinzu:


    Im Tabellenblatt "Ausgaben" trägst du die sog. Mehrwertsteuer ein, die auf der Schlussrechnung ausgewiesen ist. Beachte: Den Nettobetrag der Rechnung darfst du nicht bei den Ausgaben eintragen - er ist ja keine direkte Betriebsausgabe, sondern muss über den Zeitraum von 20 Jahren aufgeteilt als Abschreibung in der EÜR erscheinen.

    Die Nettoherstellungskosten werden dazu im Programm im Blatt "Grunddaten" im entsprechenden Feld vermerkt.


    Ich lege dir die Lektüre der Hilfstexte zu den Tabellenblättern ans Herz - dort findest du die Hinweise, wie das alles zu erledigen ist.


    Viel Erfolg

    Paulchen

    Das Tool "Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe" ist in der Tat dafür ausgelegt, den exakten Wert der ueWA nach Vorliegen aller Werte nach Ablauf des Jahres zu berechnen. Für eine Schätzung während des Jahres verwendet man, wie donnermeister1 schon geschrieben hat, plausible Werte. Dabei orientiert man sich an den Zahlen des Vorjahres: Der Gesamtverbrauch an kWh bleibt in der Regel relativ konstant. Hat man im Vorjahr noch keinen Eigenverbrauch bezogen, teilt man den Gesamtverbrauch des letzten Jahres in einen Teil Bezugsstrom und den Restanteil Eigenverbrauch. Den Anteil des EV vorsichtig schätzen - besser zu wenig als zu viel!


    Vor Abgabe der Dezember-Voranmeldung berechnet man die ueWA pro kWh neu und vergleicht das Ergebnis mit der Schätzung. Den Unterschied kann man dann mit der Dezember-VA "glattziehen". Die Differenz über die Umsatzsteuer auszugleichen bringt einem nur die erhöhte Aufmerksamkei des Sachbearbeiters und eventuelle kritische Nachfragen ein - ist also nicht ratsam!


    mfg

    Paulchen

    Du brauchst dich nicht zu sorgen. Die Finanzverwaltung achtet schon darauf, dass du nichts geschenkt bekommst. Sie schaut pinlich genau darauf, dass du nur die "Wohltaten" erhältst, die dir laut Steuergesetzen zustehen.


    Und du solltest immer genau zwischen Nettobetrag und Umsatzsteuer unterscheiden....


    Eigentlich ist das ja so:

    Einkäufe wären ja normalerweise viel billiger, wenn sich der Staat nicht auf den Preis, den der Kaufmann errechnet, einen satten Aufschlag genehmigen würde. 7 % oder gar 19 % Mehrwertsteuer (besser Umsatzsteuer genannt) lässt er draufpacken und sich ausbezahlen. Auf alles. Auch bei deiner PV-Anlage.


    Weil du mit der aber ein Gewerbe gegründet hast und mit den Erlösen aus der PV-Anlage Geld verdienst, auf den der Fiskus wieder seine Prozente draufpacken kann, darfst du dir den Aufschlag als sog. Vorsteuer von deiner zu bezahlenden Steuer abziehen. Angenehm für dich ist, dass du zu Beginn deiner gewerblichen Tätigkeit noch gar keine Umsatzsteuer bezahlen musst, deshalb bekommst du diese Vorsteuer "bar Kralle".


    Du zahlst also nur den Nettobetrag für deine PV-Anlage. Die brauchst du vor allem, um damit Geld zu verdienen. Etwas zu kaufen um damit zu verdienen nennt man "investieren", und Investitionen sind normalerweise Betriebsausgaben, die man von seinem Verdienst abziehen kann. Der Nettobetrag der Anlage - das wäre doch noch einmal ein schöner Batzen an Rückzahlung ... aber da schiebt jetzt der oberste Finanzer einen Querriegel ein: Du darfst nicht den ganzen Betrag im ersten Jahr ansetzen, sondern musst die Herstellungskosten (natürlich netto!) schön brav auf die fest vorgeschriebene Laufzeit (bei der PV-Anlage 240 Monat = 20 Jahre) verteilen. Das nennt man dann Abschreibung. Übers Jahr gerechnet, sind das, wie du richtig gerechnet hast, 5 % der Gesamtsumme.


    Damit die Wirtschaft besser brummt, gibt es seit einiger Zeit ein besonderes Leckerli, das den Unternehmern das Investieren versüßen soll: die Sonderabschreibung. 20 % können in den ersten 5 Jahren zusätzlich zu den jährlichen 5 % an Abschreibung angesetzt werden.


    Aber an der Stelle hast du dir wahrscheinlich etwas falsches vogestellt. Nach diesen 5 Jahren hast du neben deinen jährlichen 5 % - im ganzen also 25 % (ist zwar nicht ganz richtig, aber rechnen wir einfach mal so) die 20 % Sonderabschreibung "verbraten". Macht im Ganzen 45 %.


    Bleiben dir also für die restlichen 15 Jahre nur noch 55 % der Herstellungkosten. Aufgeteilt ergibt das ab nun viel kleinere Abschreibungsraten pro Jahr bis zum Ende der Laufzeit. Und nach den 20 Jahren hast du alles in allem genau deine 100 % abgeschrieben, die du zu Beginn für deine Anlage bezahlt hast. Siehst du irgendwo ein Geschenk? Ich nicht.


    Soweit meine Laterne fürs Dunkel.


    mfg

    Paulchen

    Kann mir bitte jemand nochmal erklären, wann diese "10-Tages-Regel" für das Amt gilt? Nur zum Jahreswechsel? Oder immer? Auch bei der monatlichen Voranmeldung für die Steuer, wenn ich z.B. den monatlichen Abschlag für meine EEG-Vergütung für Juli erst in der ersten Augustwoche ausgezahlt bekomme?

    Ich denke, du bringst da zwei unterschiedliche Sachverhalte durcheinander.


    1. 10-Tage-Regel


    Die 10-Tage-Regel für Einnahmen und Ausgaben besagt, dass regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die ihren Ursprung im Buchungsjahr haben, diesem Jahr ertragssteuerlich (also der Einnahmenüberschussrechnung) zuzurechnen sind, wenn Sie bis zu 10 Tage vor Beginn des Buchungsjahres oder bis zu 10 Tage nach dem Buchungsjahr angefallen sind. Es handelt sich also um die Zeitspannen von 01.01 bis 10.01. des Folgejahres und von 22.12. bis 31.12. des Vorjahres.


    Die 10-Tage-Regel gilt nur für die Ertragssteuer (also für die EÜR).

    Die Umsatzsteuer aus einer Gutschrift, die in der EÜR nach der 10-Tage-Regel im Vorjahr berücksichtigt wird, wird erst im neuen Jahr fällig.


    2. Grundsatz für die zeitliche Zuordnung von Zahlungen


    Steuerlich wirksam werden Zahlungengrundsätzlich zum Datum des Geldein- bzw. -abgangs (einzige Ausnahme siehe 1.). Der ausbezahlte Abschlag für Juli in der ersten Augustwoche wird im August gebucht und kommt in die USt-Voranmeldung für August.


    hg

    Paulchen

    Hallo Christian,


    ich habe bisher noch nicht gelesen, dass ein Verlust aus dem IAB des Vorjahres bei der GewSteuer des Folgejahres oder auch in anderen Erklärungen berücksichtigt werden müsste. Da ich mir da aber nicht sicher bin, hoffe ich, dass deine Fragen von jemandem beantwortet werden, der dazu Expertenwissen hat.


    mfg

    Paulchen

    Hallo wilkie, freut mich zu lesen 8), sowohl das mit der Bestellung als auch deine Entscheidung.


    Sofern du für die Anzahlung eine Rechnung vorliegen hast, kannst du die ausgewiesene Umsatzsteuer darauf als Vorsteuer in das Tool eintragen und in der fälligen Umsatzsteuervoranmeldung für August (abzugeben bis 10.09.2019) ausweisen. Du erhältst die bezahlte Vorsteuer nach einiger Zeit vom FA zurück.


    Den Nettobetrag der Anzahlung trägst du momentan nirgends ein, du wartest bis zur Fertigstellung der Anlage (Übergabe durch den Solarteuer) oder bis du alle Rechnungen über die Anlage vorliegen hast, dann trägst du die Herstellungskosten netto bei den Grunddaten ein. Sie dienen der Berechnung der Abschreibung.


    Solltest du nach 6 (!) Jahren (6, damit du ganz sicher nichts von der Umsatzsteuerrückerstattung zurückzahlen musst) zur KUR wechseln (sinnvoll!), brauchst du nichts zu ändern. Die Abschreibung wird nach wie vo vom Nettobetrag berechnet.


    mfg

    Paulchen