Beiträge von Paulchen

    Hallo,


    deine Angaben zur Abschreibung hier im Text und in der AVEÜR stimmen in der Jahresabschreibung nicht überein.


    Wenn du - wie in der AVEÜR eingetragen - die Anlage zum 10.04.2019 in Betrieb genommen hast, dann steht dir 2019 nur für den Zeitraum von 9 Monaten die Abschreibung zu. Das sind also dann nicht die oben stehenden 492,50 €, sondern 369,38 €.


    Dieser Betrag steht zwar als Abschreibung in deiner AVEÜR, aber dort hast du (wenn ich alles richtig deute) einen Fehler beim Buchwert zu Beginn des Gewinnermittlungszeitraums (GEZR) gemacht:

    Du hast hier schon die Abschreibung abgezogen, obwohl sie doch erst im Laufe des Jahres 2019 wirksam wird.


    Richtig ist:

    Zu Beginn des GEZR beträgt der Wert deiner Anlage 9.850 €.

    Davon abgezogen werden 2019 die 1.970 € SoAbschreibung und die Jahresabschreibung von 369,38 €.

    Verbleiben am Ende 7.510,62 €.


    So sieht das in meiner AfA-Tabelle aus:


    Zu den Einnahmen:


    1.

    Eine normale Umsatzsteuerrückzahlung hat nichts mit dem Investitionsabzugsbetrag zu tun, sondern stellt eine Einnahme dar, die in Zeile 17 der EÜR eingetragen werden muss!

    2.

    Die Abrechnung des Netzbetreibers kommt meist erst im Folgejahr des Buchungszeitraums, bei dir also 2020, und enthält oft Zahlungen / Rückzahlungen, die nicht mehr zum Steuerjahr (2019). Gib also als Einnahmen nur den Betrag an, der dir tatsächlich 2019 vom Netbetreiber überwiesen wurde. Die Nach-/Rückzahlung gehört nicht dazu!

    3.

    Ich sehe bei deinen Angaben keinen Eigenverbrauch. Er muss sowohl bei den Einnahmen in der EÜR berücksichtigt werden (Anzahl der Kilowattstunden mal Einspeisevergütung netto) als auch bei der Umsatzsteuer (Anzahl der Kilowattstunden mal kWh-Nettopreis beim eigenen Stromversorger). Das solltest du auf jeden Fall ergänzen.


    Die Einnahmen kommen nach folgendem Muster in die EÜR:


    mfg

    Paulchen

    Zitat

    Bei 3.1 wird nichts eingetragen.

    Das ist nicht korrekt!


    In dem Muster sind dort bnatürlich keine Einträge zu finden - :ironie:wahrscheinlich vorsorglich, damit Unbedarfte nicht einfach Zahl für Zahl ins eigene Formular übernehmen....


    Du wirst ja aber wohl selbst wissen, in welcher Kategorie du Einkünfte hast und wie hoch die ungefähr sind.

    Das Finanzamt will diese Auskünfte, ich vermute, wahrscheinlich um eventuelle Vorauszahlungen ansetzen zu können.


    Dies wird beim "normalen PVA-Betreiber aber niemals der Fall sein...


    mfg

    Paulchen

    In dem von ragtime verlinkten Schreiben steht zur Abschreibung von DC-Speichern:


    Zitat

    Gegenüber der früheren Veröffentlichung ermöglicht diese neuere Rechtsauslegung der Finanzverwaltung nun eine Abschreibung des Speichers mit der Photovoltaik-Anlage dann, wenn es sich um einen DC-gekoppelten Batteriespeicher handelt. Die Anschaffungskosten der Batterie werden dann der Photovoltaik-Anlage zugerechnet und sind zusammen mit der Photovoltaikanlage bis zu 20 Jahre abzuschreiben. Rüstet man später nach, verteilen sich die Batteriekosten auf den verbleibenden Abschreibungszeitraum der Photovoltaik-Anlage.



    Zu AC-Speichern heißt es:


    Zitat

    Handelt es sich dagegen um einen AC-gekoppelten Speicher, dann „stellt der Batteriespeicher ein selbstständiges Wirtschaftsgut dar“. Diene er dann „allein der Zwischenspeicherung des selbst erzeugten Stroms zur anschließenden privaten Verwendung des Stroms, ist der Batteriespeicher dem Privatvermögen zuzuordnen“, heißt es dazu in der „Hilfe für Photovoltaikanlagen“.

    Das heißt, eine Abschreibung der Anschaffungskosten ist bei AC-gekoppelten Batteriespeichern nur möglich, wenn auch eine unternehmerische Nutzung der Batterie stattfindet, wie oben bei der umsatzsteuerlichen Betrachtung beschrieben. Die Abschreibungsdauer einer Batterie sind dann zehn Jahre.

    mfg

    Paulchen

    Du kannst dem Sachbearbeiter mitteilen, dass du gegen einen Ansatz in Höhe deines Stromeinkaufspreises Einspruch einlegen wirst.

    Bei dem Einspruch kannst du sich an die Formulierung von kpr halten (einem Steuerexperten, der früher hier fast "legendäre" Beiträge zu strittigen Themen zwischen FA und Steuerpflichtigen geliefert hat).


    Für einen Fall, wo das FA ebenfalls einen zu hohen Entnahmewert veranschlage, schlug er folgenden Einspruchstext vor (wobei der erste Absatz nicht für dich passt).


    Zitat:


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    gegen o. a. Steuerbescheid wird form- und fristgerecht das Rechtsmittel des


    E I N S P R U C H


    gem. § 347 AO eingelegt.


    Zur Begründung:


    Der Steuerbescheid verletzt formales Recht.

    Die Behörde ist in dem o.a. Steuerbescheid von der eingereichten Erklärung abgewichen ohne den Steuerpflichtigen zu hören. Dem Steuerpflichtigen wurde das rechtliche Gehör verweigert.


    Der Steuerbescheid verletzt materielles Recht.

    Gegenüber der eingereichten Erklärung wird der Wert der Sachentnahme für vom Unternehmer für Zwecke außerhalb des Unternehmens entnommenen Strom mit .... angesetzt.


    Es ist unstreitig, dass die Entnahme von erzeugtem Strom durch den Unternehmer für außerbetriebliche Zwecke als Sachentnahme gewinnerhöhend zu erfassen ist.


    Unabhängig von der Ermittlung des steuerlichen Gewinns als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben gem. § 4 Abs. 3 EStG ist der Gewinn auch in diesem Fall so zu ermitteln, als wäre er durch Entnahmehandlungen des Steuerpflichtigen nicht beeinflusst worden.


    Es ist jedoch nicht Ziel der steuerlichen Gewinnermittlung, den beim Unternehmer zugeflossenen Wert der Besteuerung zu unterwerfen.


    Die Sachentnahme ist mit dem Teilwert zu bewerten.

    Aufgrund der besonderen Umstände im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage auf Basis des Vergütungsanspruchs nach EEG kommt hier nur eine Bewertung der Sachentnahme mit dem gesetzlichen Vergütungsanspruch in Betracht. Damit wird exakt der gleiche Betrag erzielt wie der, wenn der Unternehmer den Strom nicht für private Zwecke entnommen hätte.


    Eine Bewertung mit dem Marktpreis / Bezugspreis hingegen ist nicht sachgerecht, da der Unternehmer zu diesem Wert den Strom unter keinen Umständen hätte veräußern können.


    Es wird gebeten und beantragt, den o.a. Steuerbescheid entsprechend vorstehender Begründung zu berichtigen.


    Zitat Ende


    mfg

    Paulchen

    Vom Finanzamt zurückgezahlte Umsatzsteuer hat in den Umsatzsteuerformularen nichts zu suchen.


    Diese Rückzahlungen sind ausschließlich der Ertragsseite zuzuordnen, als den Einnahmen und landen nur in der EÜR in einem eigenen Feld. Da ist es egal, ob diese Einnahme aus 19%iger oder 16%iger Umsatzsteuer stammt - die Zahlung selbst ist ja nicht mehr umsatzsteuerpflichtig, hat also mit Umsatzsteuer nichts mehr zu tun. Deshalb enthält in meinem Programm auch nur die ursprüngliche Einnahmentabelle (also die zu 19 %) eine Spalte für Rückzahlungen von Umsatzsteuer durch das Finanzamt. Dort werden alle Rückzahlungen von Umsatzsteuer des FA eingetragen.


    Eine Buchführung sollte zeitnah die einzelnen Geschäftsvorfälle abbilden.

    Beispiel:

    Wenn du für den Monat Oktober 2020 eine Umsatzsteuervoranmeldung von 100 € berechnet hast und das FA bucht diese 100 € am 16. November von deinem Konto ab, dann schreibst du die Tabelle Ausgaben:

    Datum: 16.11.2020

    Buchungstext: Umsatzsteuervorauszahlung für Oktober 2020

    Konto an FA bezahlte Umsatzsteuer: 100 €


    Hast du aber für dem Monat Oktober z.B. eine Rückzahlung von 50 € durch das FA berechnet und bekommst den Betrag zum 16. November auf dein Konto, dann buchst du in der Tabelle Einnahmen (19 %):

    Datum: 16.11.2020

    Buchungstext: Rückerstattung Umsatzsteuer für Oktober 2020

    Konto Rückerstattung Umsatzsteuer durch FA: 50 €


    Was das FA bei dir für Verrechnungen vornimmt - das entzieht sich meiner Kenntnis. Wären es Verrechnungen ausschließlich von Umsatzsteuer, dann müsstest du die Spltbuchung des Finanzamtes in die zwei zugrundeliegenden Einzellposten aufdröseln und einzeln nach obigen Schema eintragen.


    mfg

    Paulchen

    Die Frage nach einer eventuellen Anpassung ist schwierig. Hier gibt es sehr unterschiedliche Vergahrensweisen durch die Netzbetreiber.

    Meiner (Bayernwerk) lässt z. B. die Abschlagszahlungen für das zweite Halbjahr einfach mit 19 % weiterlaufen und aktualisiert die Zahlen getrennt nach 19 % und 16 % Umsatzsteuer erst in der kommenden Abrechnung. Ich erfasse deshalb alle Abschlagszahlungen mit 19 % im Programm und verschiebe die genaue Zuordnung zu den beiden Steuersätzen auf die Abrechnung, die ich 2021 erhalte.


    Ich werde die Abrechnungstabelle in meinem Programm entsprechend anpassen, sodass ein Ausgleich zwischen den beiden Umsatzsteuersätzen leicht möglich ist.


    Eine Vorabversion dieser Abrechnungstabelle ("Abrechnungen für 2020...") liegt bereits auf der Downloadseite (http://www.pv-steuer.com/pages/downloads.php) im Abschnitt "Nützliche Exceltools zur Steuerberechnung".


    mfg

    Paulchen

    Zählerstände in meinem Programm Direktverbrauch-II???


    Hat mich jetzt auch der Alzheimer erwischt?

    Ich weiß nichts von Zählerständen in diesem Programm.


    Schick doch mal einen Screenshot von einer entsprechenden Seite....


    mfg

    Paulchen