Beiträge von Energiewende01

    Und wenn man sich schon für einen nationalen planwirtschaftlichen Ökostrom Ausbau entscheidet, darf man nicht gleichzeitig einen EU Emissionshandel haben. Beides beißt sich. Der Ökostrom Ausbau in Deutschland führt zu einer geringeren Reduktion der Emissionen in den anderen EU Ländern, die dann die freiwerdenden Emissionsrechte nutzen.

    Im Artikel sage ich aber auch, dass die fehlerhafte Investition in fossile Infrastruktur erst dann problematisch ist, wenn sich der Staat dadurch unter Druck setzen lässt, diese Unternehmen mit Steuergeldern zu entschädigen oder den Emissionsredaktionspfad des Emissionshandels aufzuweichen. Diesem Druck standzuhalten ist aber einfacher als gesellschaftlich durchzusetzen, dauerhaft ineffiziente Subventionen auszuschütten.

    Ich habe im Tagesspiegel mal wieder einen Standpunkt veröffentlicht und würde mich für Euer Feedback interessieren:

    Warum nationale Ziele im Stromsektor abgeschafft gehören


    Mir ist schon klar, dass für viele die Abschaffung der EEG-Förderung von Neuanlagen ein rotes Tuch ist. Am Ende geht es aber ja darum, wie man europaweit mit möglichst wenig Aufwand möglichst schnell und viel CO2 einspart. Und da verstehe ich nicht, welchen Sinn eine nationale Einspeisevergütung angesichts des (mittlerweile funktionierenden) EU-Emissionshandels hat.

    Hier auch noch ein Zitat aus der vollständigen Studie https://static.agora-verkehrsw…rgiewende_EV-Grid_WEB.pdf

    die meine Argumentation des zweifelhaften Nutzens der Eigenverbrauchsmaximierung von Privathaushalten stützt:


    Ahnliches gilt fur stationare Speicher. Werden diese durch den Netzbetreiber errichtet und zur Optimierung des Netzbetriebes eingesetzt, konnen sie zur Minderung der Spitzenlast beitragen. Dieser Beitrag ist aus Sicht der Netzplanung allerdings nicht gleichwertig mit einer Verstarkung der Betriebsmittel im Netz. Dezentrale Speicher, die bei Endkunden installiert werden und der Erhohung des Eigenverbrauchs dienen, fuhren grundsatzlich nicht zu einer Reduktion der netzauslegungsrelevanten Falle. Ziel der Betriebsstrategie ist zumeist die wirtschaftliche Optimierung des Betreibers oder des Aggregators. Auserdem besteht haufig der Wunsch, den Verbrauch des klimafreundlichen PV-Stroms vom eigenen Dach zu erhohen und sich unabhangiger von weniger klimafreundlichem Graustrom aus dem offentlichen Netz zu machen. Die Auslastung des Netzes spielt hierbei in der Regel keine Rolle.

    Wenn man bedenkt, dass die meisten Dachflächen zu Mehrfamilienhäusern gehören oder aus Verschattungsgründen für PV nicht geeignet sind, liegt die Vermutung nahe, dass die PV-Kleinanlagen im Vergleich zur Elektromobilität vernachlässigbar sind.

    Finde ich nicht. Wo die Wohndichte hoeher ist sinkt nicht nur die nutzbare Dachflaeche pro Einwohner sondern auch die moeglichen Ladepunkte. Da hat man dann halt auch keine Doppelgarage mehr zu 2.


    PV ist dort in der Netzplanung kein Thema, sondern nur das Thema E-Mobilität.

    Und das hat sicher nichts mit den viel zu geringen Ausbaupfaden zu tun?

    Für die Gleichzeitigkeit der Ladeleistung ist ja eher die Fahrleistung ausschlaggebend. Und die steigt in einem Mehrfamilienhaus stärker an, als die Dachfläche. Und was den Ausbaupfad an PV angeht: Da wird sicherlich auf den Dachflächen noch viel passieren, aber das größte PV-Potenzial sind die Freiflächen (bislang ungenutzt bzw. Agro-PV).

    Ist das jetzt einfach nur eine Vermutung von dir oder hast du dazu eine Untersuchung (gemacht)?

    Wenn man bedenkt, dass die meisten Dachflächen zu Mehrfamilienhäusern gehören oder aus Verschattungsgründen für PV nicht geeignet sind, liegt die Vermutung nahe, dass die PV-Kleinanlagen im Vergleich zur Elektromobilität vernachlässigbar sind. Zum Ausbaubedarf des Niederspannungsnetztes gibt es hier z.B. eine Studie https://www.agora-energiewende…sbauElektromobilitaet.pdf

    Die Netzbetreiber der Großräume Nürnberg und Kiel, die relativ typisch für den Großteil der Privathaushalte sind, haben dies in Gesprächen bestätigt. PV ist dort in der Netzplanung kein Thema, sondern nur das Thema E-Mobilität.