Beiträge von Kollektor

    Draghi bekommt das Bundesverdienstkreuz


    Die Geldpolitik von Mario Draghi polarisierte. Nun ist der frühere EZB-Präsident von Frank-Walter Steinmeier als Garant europäischer Stabilität geehrt worden -> Zeit.de


    Zitat von Die Zeit

    Der Italiener war 2012 mit dem Satz "Was immer nötig ist" berühmt geworden, mit dem er versicherte, dass die EZB im Rahmen ihres Mandats alles tun werde, um den Euro zu retten – und damit vor allem Spekulanten an den Wertpapierbörsen die Geschäftsgrundlage entzog. Die Folge war eine ultralockere Geldpolitik; der Leitzins wurde unter Draghis Führung auf das Rekordtief von 0,0 Prozent gesenkt.


    Die üblichen Halbinformanten berichten ganz im Geiste ihrer üblichen Leser:


    Das Bundesverdienstkreuz für Draghi ist ein Affront für alle Sparer -> Focus Online


    SEINE ZINSPOLITIK KOSTET DEUTSCHE SPARER DIESES JAHR 24,51 MILLIARDEN EURO. Der Milliarden-Verbrenner wird auch noch dekoriert … -> Bild.de


    Ich schließe mich da eher der Kolumne von Thomas Fricke an: Wer den Draghi nicht ehrt ist des Euros nicht wert -> Spiegel.de


    Zitat von Thomas Fricke

    Dabei ist schon die Grundthese wackelig, wonach (allein) die EZB an Null- und Minuszinsen schuld ist. Klar, die EZB hat dazu beigetragen, neue Zinsanstiege zu verhindern. Dass die Zinsen an sich so historisch niedrig sind, hat aber nichts mit der EZB zu tun. Sonst wären sie ja nicht überall, auch in Nicht-Euro-Land, so niedrig. Da müsste man eigentlich nur mal in internationale Zinsstatistiken sehen.

    Ich verweise lediglich aus den Zinslangfristchart:

    Vielleicht hätte die EZB negative Zinsen vermeiden können, aber größer war ihr Spielraum meiner Ansicht nach nicht und hätte an anderen Stellen für Nachteile gesorgt. Und mal ganz subjektiv und ehrlich: Die meisten von uns haben sich doch über die niedrigen Kreditzinsen gefreut...8o


    Im neuen Jahr mal wieder einen Zinschart:

    2019 (30.12.) endete die Umlaufrendite mit -0,23 %, sie begann 2020 (02.01.) mit -0,20 %, aktueller Stand (10.01.) ist -0,24 % p.a.


    Im Moment kann ich weder eine echte Trendumkehr bei den Zinsen erkennen, noch ein weiteres Abgleiten in negatives Terrain. Die außenpolitische Lage hat sich speziell wegen Nahost dramatisch zugespitzt, die Aktien bewegen sich trotzdem in der Nähe eines All Time High, Gold zog stark an auf 1562 $ pro Feinunze, der Euro hält sich stabil leicht unterhalb 1,12 $, Rohöl ist sehr volatil (Brent um die 66 $/Barrel). Für mitteleuropäische Anleger kein Grund zum übereilten Handeln.


    Interessant im Nachhinein: Was aus 10.000 € in einem Jahrzehnt wurde: Börse ARD


    Ich selbst habe die maximal mögliche Sondertilgung von 10 T€ bei einem Kredit (1,06 % p.a.) mit noch 6 Jahren Restlaufzeit geleistet (nun sind es noch 5 Jahre), was besseres mit meinem Geld ist mir nicht eingefallen. Im Dezember hat mir die Debeka-Bausparkasse meine Jahressparrate bis auf den maximal möglichen Monatssparbetrag wieder zurücküberwiesen, jetzt bediene ich ihn monatlich. Die übrigen Sparpläne laufen geplant weiter. Aktuell habe ich < 5 T€ unverzinstes Geld auf dem Konto.


    Im Gegensatz zu den übrigen Zinsen hat die KfW in ihrem Programm 270 bei langen Laufzeiten kräftig zugelangt: