Beiträge von LogoSol

    Ich persönlich kenne keinen einzigen der sowas hat :idea:

    Zählt das "SMA Energy Meter EMETER 20" dazu bzw. könnte er die Kommunikation der benötigten Daten leisten?
    Den habe ich nämlich installiert, und der ist ins Heimnetzwerk integriert über das er auch mit dem SMA Tripower kommuniziert. Das SMA-Portal kann dessen Daten ebenfalls auslesen (wobei ich nicht weiß, ob direkt oder über den Tripower), also die Verbindung zum Internet klappt damit wohl.


    Der Zweiwegezähler selber hat keine Verbindung zum Internet.

    Das sind also im ungünstigsten Fall 13.000€ Gewinn, im besten Fall (20% Eigenverbrauch und 22.000kW Ernte) 30.000€ Eigenverbrauch + 17600*0,9ct EEG = 31.000€, Gesamteinnahmen als 61.000€ bei 18.000€+3000€ (Versicherung + Reparatur) Ausgaben => Gewinn 40.000€.

    Das macht im ungünstigsten Fall 650,- €, und im günstigsten Fall 2000,- € Gewinn - im Jahr. Der ist auch noch zu versteuern, unter dem Strich bleibt also noch etwas weniger übrig.
    Wir reden hier also allenfalls von relativ kleinen Nebeneinkünften, von einem echten Einkommen, gar einem auskömmlichen, kann man hier sicher nicht reden. Dabei darf vor allem in dem ungünstigsten Fall auch wirklich kein nennenswerter Schaden auftreten der den Gewinn auffrisst und Verluste produziert, sonst stuft das Finanzamt die PV-Anlage womöglich als "Liebhaberei" ein und das war es dann mit dem Gewerbe und der steuerlichen Absetzbarkeit der Investition/Ausgaben. Das würde die Anlage letztlich sogar zu einem reinen Verlustgeschäft machen.


    Wobei ich dazu ins Forum fragen möchte, ob so ein Fall schon mal bekannt wurde oder ob die Finanzämter bei (vorwiegend kleinen) PV-Anlagen nachsichtiger sind, schon alleine wegen der nur geringen möglichen Renditen.

    Ich verfolge diese Diskussion mit großem Interesse, zumal ich mich selber erst so allmählich in die verschiedenen Aspekte der PV einarbeite - ein wirklich recht komplexes Thema.

    An dieser Komplexität ist allerdings vornehmlich der Gesetzgeber schuld, der sich alle Mühe gab, sehr unübersichtliche Rahmenbedingungen, Regelungen und Vorschriften für PV-Anlagen und deren Betreiber zu entwerfen. Es war für mich eine rechte Mühe und ein ziemlich steiniger Weg, bis ich endlich die Module auf dem Dach hatte und die erste kWh ins Netz ging.


    Die EEG-Umlage darf man aber ohne weiteres als einen Geburtsfehler der PV-Gesetzgebung bezeichnen, vor allem aber darin die Befreiung von der EEG-Umlage für "stromintensive" Betriebe. Dem Wesen nach bezahlen die Subventionen für die ´bedürftigen´ Industriebetriebe immer die Bürger und Verbraucher, da sie aus Steuermitteln bezahlt werden. Seien es seinerzeit die Forschungsreaktoren für die Atomindustrie, seien es die Milliarden für die heimische Kohle, seien es die Ewigkeitskosten, die für den Atommüll noch nicht mal im Ansatz kalkulierbar sind, seien es die "Abwrackprämien", die mal zur Unterstützung des Automobilabsatzes gezahlt wurden oder aktuell die Zuschüsse für E-Autos.

    Bei der PV hat man sich diesen Umweg gespart, der Stromkunde sollte seinen Obulus für den Ausbau der PV direkt selber über die Stromrechnung bezahlen. Wobei, wie gesagt, Großverbraucher davon ausgenommen sind (was sie wohl nicht unbedingt animiert, Strom zu sparen, um nicht aus diesem Gratis-System wieder raus zu fallen).


    Ob das jetzt ungerechter ist, als wenn die Subventionen aus den Steuerabgaben finanziert würden?
    Auf eine gewisse Weise ja, denn so zahlen die EEG-Umlage auch Menschen, die gar keine Steuern zahlen, also z.B. Hartz-4-Empfänger (die nur dann einen kleinen Stromkostenzuschuss bekommen, wenn für Warmwasser oder Heizung Strom gebraucht wird) oder Menschen mit kleiner Rente.


    Würde das System gerechter, wenn die PV-Betreiber keinen Gewinn mit ihrer PV-Anlage erzielen würden, also bestenfalls plus/minus Null über die Laufzeit der Anlage raus kämen?

    Das glaube ich nicht, denn schon alleine um Reserven für Reparaturen/Wartungen zu haben, müssen Einnahmen erzielt werden können, sonst wird das Risiko zu groß. Außerdem steht am Anfang erst mal die Investition, die muss erst mal wieder erwirtschaftet werden. Dabei sind Amortisationszeiträume von 10 Jahren und mehr schon heftig. In der Industrie gelten Zeiträume ab 5 Jahren als unwirtschaftlich, die übliche Erwartung (auch der Kreditgeber) liegt deutlich darunter.


    Und war die Stromrechnung in der Zeit vor PV gerechter oder sozialer?
    Gewiss nicht! Auch damals bekamen Bedürftige der Strom nicht billiger oder gar umsonst.
    Und wer hat das Geld eingesackt? Die Großkonzerne. Und wie ist deren Eigentümerstruktur? Z.B. EON und RWE: Die gehören zu rund 80% "institutionellen Anlegern", davon sind nur rund 25-30% deutsche institutionelle Anleger. Mit anderen Worten, würden die Einnahmen aus der Stromrechnung der "Oma mit der kleinen Rente" wohl zu einem erheblichen Teil in die Börsen von Reichen fließen.


    Ist es dann nicht besser, wenn das Geld in die Taschen von einigen Millionen privater PV-Betreiber (die eigentlich nur einen vergleichsweise kleinen Gewinn über die Laufzeit der Anlagen erwirtschaften können) fließen würde?
    Ich würde sagen, das ist auf jeden Fall besser. So bleibt das Geld im Land und wandert nicht womöglich auf irgendwelche Übersee-Konten*. Steuern werden auch davon bezahlt*, ein Teil geht also auch wieder an die Allgemeinheit zurück (was man nicht von jedem Großkonzern sagen kann).
    In den Konsum wird sicher auch ein großer Teil davon gehen, kommt also der heimischen Wirtschaft zugute.


    *)
    ich gehe mal davon aus, dass PV-Anlagen-Betreiber alle ehrliche und redliche Menschen sind :thumbup:.


    Gerechtigkeit kann über sozialen Ausgleich geschaffen werden, überhaupt dadurch, dass man verhindert, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet. Und wenn man bedenkt, dass die Klimakatastrophe per se extrem ungerecht ist, das sie die Ärmsten der Armen in der Welt am schlimmsten trifft, dann kann man sagen, dass PV an sich eine gerechte Sache ist, egal, wie wir sie finanzieren. Wir sind immer noch eines der reichsten Länder der Erde.


    Hier noch zwei Links zur Eigentümerstruktur von RWE und EON:
    https://www.group.rwe/investor…aktien/aktionaersstruktur

    https://www.eon.com/de/investo…e/aktionaersstruktur.html

    Der durchschnittliche Strompreis für den Endkunde in Frankreich liegt bei 15Cent/kWh! Und da kommt man dann auch nicht dran vorbei.


    Ich stimme Dir zu, dass das mit Endlagerproblemen erkauft wird. Aber der Fakt bleibt trotzdem erst einmal im Raum.

    Bitte nicht vergessen, dass Frankreich eine Atommacht ist, also über Atombomben verfügt. Bei Atommächten darf man den Betrieb von Atomkraftwerken nebst Wiederaufbereitung mit Fug und Recht als eine Art Subventionierung der Atombomben betrachten, da sie auf diese Weise autark das Material für ihre Atombomben gewinnen können.

    Zur sozialen Schieflage:
    Natürlich bezahlen diejenigen, die keine PV-Anlage besitzen über ihre Stromrechnung die Vergütung mit, die die PV-Anlagen-Besitzer für den eingespeisten Strom bekommen.
    Wenn ich mal in dem Zusammenhang die Utopie formulieren darf, dass PV dereinst die fossilen Stromerzeuger und Atom vom Markt verdrängt haben, dann würde zum großen Teil PV als Stromlieferant übrig bleiben. Womöglich wäre der Strom dann billiger als heute, aber kosten würde er immer noch etwas. Auch die PV-Technik liefert den Strom nicht ´für lau´.
    Also bezahlen muss der Kunde den Strom immer, und da wäre es doch klasse, wenn dieser Strom praktisch ohne Umwelt- und Klimaschäden produziert werden würde. Diese utopisch gedachte Situation wäre definitiv besser als die jetzige.


    Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, sollte der soziale Ausgleich besser so hergestellt werden, dass Bedürftige die EEG-Umlage erlassen bekommen, bzw. überhaupt einen Rabatt auf den Strompreis als Unterstützung. In so einem System ließe ich gerne mit mir über eine entsprechend geringere Vergütung reden als mein Beitrag zu so einem "Sozialtarif".

    Geht ziemlich hoch her hier. Da fängt mir schon an, der Kopf zu rauchen. Da will ich mal versuchen, mir ein wenig Ordnung zu schaffen. Wenn ich alles richtig verstanden habe:


    Da ist zum einen (immer noch) der "Deckel". Wer mit seiner Anlage auch nur einen Tag zu spät dran ist, wenn der Deckel zuklappt, der bekommt für den ins Netz eingespeisten Strom keine Vergütung mehr.


    Da sind die Altanlagen, die nach 20 Jahren aus der Vergütung raus fallen, weil es keine Nachfolgeregelung für die Vergütung des eingespeisten Strom gibt (wofür die Politik immerhin 20 Jahre Zeit hatte).


    Da ist der ins Netz eingespeiste Strom, für den ich derzeit ca. 10 ct bekomme, und da sind die ca. 30 ct, die ich bezahlen muss, wenn ich zu den Zeiten, wenn die Anlage nichts oder zu wenig produziert, den Strom sozusagen ´zurück´ kaufe.


    Da ist die Sonne mit ihrer gigantischen Menge an abgestrahlter Energie, mit der alleine unsere Erde jeden Tag einfach so beschenkt wird. Und da sind die PV-Module, die diese Energie in Strom umwandeln, der für alle nur denkbaren Zwecke eingesetzt werden kann.
    Dabei ist (meiner Meinung nach) die PV-Technik - zusammen mit der Windenergie - die sauberst denkbare Form der Stromerzeugung die ich kenne. Nachhaltig, langlebig, vorbildlich CO2-arm, und hinsichtlich des Flächenverbrauchs und des Stadt- und Landschaftsbildes die mit Abstand unkritischste Technik überhaupt (noch vor der Windenergie), da mit den Dächern bereits versiegelte Flächen effektiv genutzt werden können, die ansonsten nutzlos brach liegen.


    Da sollte doch der nüchternste Geist ins Schwärmen kommen, und jeder, absolut jeder, Entscheidungsträger müsste doch nach kurzem Nachdenken zum Schluss kommen: "Das isses!!!". Einfacher und effizienter geht es doch gar nicht!


    Da der eingespeiste Strom eine Ware, ein Wirtschaftsgut ist, sollte in einer Marktwirtschaft auch kein Zweifel darüber bestehen, dass der Einspeiser dafür eine Vergütung bekommt. Ich rede von einer Vergütung, nicht von einer Subvention.

    Es befremdet mich, wenn ausgewiesene Vertreter eines neoliberalen Markt-Denkens, die sogar mit dem gefräßigsten Raubtier-Kapitalismus, der brachialsten Raffke-Mentalität, und überhaupt der Umverteilung von "Unten" nach "Oben" per "Du" sind, mir wie selbstverständlich bescheidene Zurückhaltung auferlegen und mich zum spendablen Philanthropen definieren wollen, indem sie mich per Gesetz nötigen, die Ware "Strom" am Markt zu verschenken.


    Ich bin sehr gerne bereit, mich am Aufbau einer philanthropischen Gesellschaft, einer Gesellschaft des respektierenden Miteinanders, tatkräftig zu beteiligen. Aber so geht das nicht!


    Jede kWh aus PV-Modulen ist in mehrfacher Hinsicht wertvoll, denn es sollte auch der unbestreitbare große Nutzen mit bedacht werden, den diese Technik für den Klimaschutz bringt. Insofern sollte die Vergütung sogar über dem liegen, was für die klima-killende kWh aus Kohlekraftwerken (oder der hochgefährlichen Müll für die Ewigkeit produzierenden kWh aus Atomkraft) bezahlt wird.

    Wenn man es so betrachtet, wird aus der "Subvention" für den PV-Strom regelrecht eine Investition in die Zukunft, auch hier sei gesagt, in die lebenswerte Zukunft unserer Kinder und Enkel (und nicht nur unserer).


    Sorry für das Pathos, aber die Diskussion über den "Deckel" ist für mich, auf mittlere und lange Sicht betrachtet, von einer wirklich fundamentalen Tragweite und Konsequenz.
    Was auch immer für eine Regelung kommt, muss sie so gestaltet sein, dass der Ausbau der PV-Stromerzeugung weiter zügig und zielstrebig voran geht.




    Zur Käuflichkeit der Politik:
    Pauschal möchte ich diesen Vorwurf nicht erheben, außerdem wäre das die Unterstellung einer Straftat (wobei die Grauzonen verdächtig breit ´ausgestaltet´ wurden). Aber so ganz ohne gewisse "Unterstützungen" sind gewiss die vielen bemerkenswert langfristigen Versorgungsverträge, die nicht wenige Kommunen mit den großen Energieversorgern abgeschlossen haben und von denen diese so bemerkenswert gut profitieren, bestimmt nicht zustande gekommen.


    Zur Lobbyarbeit der Automobilindustrie:
    Ich erinnere mich noch sehr gut an den "Dieselgipfel" in Berlin als die Software-Manipulationen der großen Automobilkonzerne aufgedeckt wurden. In den USA wanderten Manager dafür in den Knast und die Kunden bekamen Abermillionen Dollar an Entschädigung. In Deutschland wurde dieser offensichtliche Betrug nicht im Ansatz geahndet und das breite Grinsen im Gesicht, mit dem die Automobil-Bosse seinerzeit das Treffen bei der Kanzlerin verließen, ließ bei mir Zweifel aufkommen, bei wem die "Richtlinienkompetenz" faktisch lag und womöglich immer noch liegt.

    Fragt sich halt, warum dem Kleinanlagenbetreiber - z.B. Dir und mir - über Subventionen einen Rendite zugeschoben werden soll, die anschließend die Allgemeinheit im Strompreis über die EEG-Umlage tragen muss?

    Warum? Vielleicht, weil die Aufgabe, eine klimaneutrale, zukunftsorientierte und umweltfreundliche Stromerzeugung vom Staat an die Privatmenschen "delegiert" wurde. An den individuellen privaten Investor/Bauherren.

    Stromerzeugung und Stromversorgung gehören für mich eigentlich in den Bereich der Daseinsfürsorge, wie z.B. auch die Versorgung mit Trinkwasser und der ÖPNV. Gehört also eigentlich in die öffentliche Hand, wie es weiland die "Stadtwerke" machten (und an einigen Orten immer noch bzw. wieder machen), die als kommunale Betriebe von der Bürgerschaft kontrolliert werden. Die könnten auch unsere Dächer alle pachten und mit PV vollmachen. Dann wäre die Pacht die Einnahme.


    So ist es aber nicht. Muss es auch nicht zwingend sein. Ich produziere gerne Strom und speise davon das ein, was ich nicht selber verbrauche. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen, auch und gerade auf der wirtschaftlichen Seite. Großkraftwerke sind wirtschaftlich deutlich schneller abgeschrieben als unsere privaten PV-Anlagen. Und wenn es mal bei den Einnahmen "klemmt", dann betteln die Konzerne bei der öffentlichen Hand schnell um Unterstützungen und Subventionen. Und drohen mit der "Arbeitsplatz-Keule", dann geht der Geldhahn meistens schnell auf, je größer der Konzern, desto schneller geht das meistens.


    Dabei hätten wir PV-Anlagen-Betreiber auch eine nicht zu unterschätzende "Macht". Was würde eigentlich passieren, wenn an einem schönen Sommertag Mittags, wenn die Sonne am höchsten steht und richtig viel Strom eingespeist wird, alle PV-Anlagen-Betreiber auf die Idee kämen, ihre Wechselrichter alle gleichzeitig abzuschalten? Ob das Netz das aushalten würde?

    Du suggerierst, dass es ohne Deckel keine Steuerungsmoeglichkeit gibt und der Ausbau nicht planbar sei.

    So wie ich es formuliert hatte: "Für die allermeisten, die eine PV-Anlage errichtet haben, und noch mehr für die allermeisten, die die Errichtung einer PV-Anlage beabsichtigen und planen, ist der "Deckel" auf eine gewisse Weise existentiell" war es in der Tat missverständlich. "Existentiell" habe ich hier in dem Sinn gemeint, dass der Deckel über "ich baue eine PV" oder "ich baue keine PV" entscheidet, wenn jemand, der den eingespeisten Strom nicht verschenken möchte, sieht, dass seine Anlage in die Gefahr läuft, dass der Deckel sich vor der Inbetriebnahme schließt und er keine Vergütung mehr bekommt (erst recht für alle diejenigen, die erst die Idee bekommen, eine PV-Anlage zu bauen, nachdem der Deckel sich geschlossen hat).


    Ich hätte korrekter formulieren sollen: "Für die allermeisten, die eine PV-Anlage errichtet haben, und noch mehr für die allermeisten, die die Errichtung einer PV-Anlage beabsichtigen und planen, ist die Abschaffung des "Deckels" auf eine gewisse Weise existentiell."


    Wenn schon der Aufbau der PV-Stromerzeugung praktisch vollständig in die privaten Hände gegeben wurden (weil eben die Dächer praktisch alle in Privatbesitz sind), dann sollte es für den Bauherrn, der sein Geld investiert, Modelle geben eine gewisse Rendite zu erzielen, die über über die ideelle Rendite, etwas gutes für den Umweltschutz und das Klima zu tun und weniger Strom teuer einkaufen zu müssen hinaus geht. Also eine materielle Vergütung für den eingespeisten Strom.


    Wenn dereinst die großen Stromkonzerne alle zu Wohltätern der Menschheit und Helden des Umweltschutzes mutiert sind, ja dann will ich auch nicht so sein und meinen erzeugten Strom gerne verschenken. Bis dahin gebe ich ihn aber nur gegen einen kleinen Obulus ab. Ich muss auch von etwas leben und meine Gehaltskategorie gehört durchaus in jene, in der man stetig rechnen muss.

    52-Gigawatt-Deckel

    Weil es uns betrifft regen wir uns auf,

    für andere ist es nur ein Spiel!

    Für die allermeisten, die eine PV-Anlage errichtet haben, und noch mehr für die allermeisten, die die Errichtung einer PV-Anlage beabsichtigen und planen, ist der "Deckel" auf eine gewisse Weise existentiell. Denn von der Möglichkeit, mit der PV-Anlage nicht nur beim Stromeinkauf zu sparen, sondern auch für den Verkauf von Strom (Strom ist eine Ware!) in einem gewissen und planbaren Umfang Einnahmen zu erzielen, hängt für die allermeisten die Entscheidung pro oder contra PV ab. Wer gar dafür einen Kredit aufnehmen muss, wird ohne Einnahmen und eine Rendite gewiss keine PV-Anlage bauen.


    Betroffen, auch ohne sich dessen gewahr zu sein, sind aber im Prinzip alle, ist die ganze Gesellschaft, das ganze Land. Denn wenn der Ausbau der PV stockt oder gar zum Erliegen kommt (wie aktuell bei WKA), dann scheitert damit die Umgestaltung der Energiewirtschaft, dann gibt es keine Chance mehr auf eine CO2-freie (mindestens -arme) Zukunft, und damit geht gleich die ganze Zukunft perdu.

    Welche Technik erlaubt sonst das direkte Anzapfen der gewaltigen Energiemengen (besonders in unseren Breiten), die die Sonne tagaus, tagein auf uns einstrahlt? Und das langlebig zuverlässig, vergleichsweise preiswert und Ressourcen- und Flächen-schonend (vor allem, wenn mit den Dachflächen freie, ansonsten ungenutzte und bereits versiegelte Flächen überbaut werden).


    Der weitere Ausbau der PV-Technik (nebst effizienten und sinnvollen Speichertechniken) ist also in aller Interesse und sollte das zentrale Projekt des Energie-Wandels schlechthin sein. Die Abschaffung des Deckels sollte also eine reine Formsache sein.

    Wer das als "Spiel" begreift (also unter den Regierenden), der hat seinen Job verfehlt. Es wäre auch ein böses Spiel.


    Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen:
    Auch wenn ich mit Kritik an der Politik und der Regierung nicht spare, möchte ich doch nicht den Eindruck erwecken, mich an einem allgemeinen "Politiker-Bashing" zu weiden und/oder dieses anheizen zu wollen.
    Tatsächlich gibt es in allen Parteien und Fraktionen ehrenwerte, aufrichtige, engagierte Leute, denen das Allgemeinwohl durchaus mehr am Herzen liegt als der Eigennutz bzw. die Partialinteressen ihrer politischen Richtung (sicher in der einen Partei mehr als in der anderen - eine bestimmte Partei/Fraktion möchte ich von dieser Einschätzung aber ausdrücklich ausnehmen).

    Es gilt, diese heraus zu finden, sich gezielt an diese zu wenden und diese zu unterstützen (die können auch oft nicht so wie sie wollten). Aus den hier zitierten Antworten aus der Politik lese ich aber viel Fraktionsdisziplin heraus, so vage, wie sei meist formuliert sind. Der "Deckel" scheint etwas von einem "heißen Eisen" zu haben, und kaum jemand aus der Koalition traut sich wohl derzeit, sich dazu zu sehr aus dem Fenster zu legen, wenn überhaupt.

    Ich fasse es nicht!
    Da klopft die Klimakatastrophe an die Tür, nein, sie steht schon mit mehr als einem Fuß in der Wohnung und droht, das ganze Haus zum Einsturz zu bringen, und von dem Hasenfüßen der SPD muss man lesen:

    "In welche Richtung dort bzgl. des 52-GW-Deckels entschieden wird, kann die SPD-Bundestagsfraktion nicht sagen."


    Jedem denkenden Wesen, das halbwegs bei Sinnen ist, muss doch längst klar geworden sein, in welche Richtung die höchst überfällige Aufhebung des Deckels zu gehen. "Weg damit" und sonst gar nichts!
    Um die Energiewende zu schaffen und die Strom-/Energieversorgung CO2-neutral zu machen sind noch viele große Schritte zu gehen und große Herausforderungen zu bewältigen. Wer schon bei so vergleichsweise kleinen Schritten im Morast der Partei- und Koalitionsdisziplin hängen bleibt, anstatt sich leidenschaftlich und mit Nachdruck für die großzügige Öffnung des Deckels einzusetzen, wie will so jemand der Energiewende den nötigen Schub verpassen?

    "Verpassen" passt da leider in einem anderen Sinn besser: das Ziel verfehlen.


    Es geh nicht um die Zukunft einer ohnehin brüchigen und lust- und mutlosen Koalition. Es geht um die Zukunft, unsere, und die unserer Kinder und Enkel. Auf dem ganzen Planeten.