Beiträge von Olli-jwd

    Speicher muss man wollen, ökonomisch wie ökologisch bringt er keinen Vorteil.


    Meine 26kWp Anlage erzeugt im Jahr drei mal so viel Strom, wie ich selber verbrauche. Von der Strombilanz her bin ich also mehr als autark. Ein zusätzlicher Speicher würde lediglich zusätzliche Kosten bedeuten und Energie verschwenden (Speicherverluste).


    Darum habe ich mein Dach erst einmal voll belegt. Wenn dann mal BEVs üblich sind, die auch ins Hausnetz zurückspeisen können, wäre das evtl. eine Option.


    Wenn ich mir das Grundstück so anschaue, könnte für Heizung und WW eine Erdwärmepumpe mit Ringgrabenkollektor in Frage kommen.

    Bisher hast du nur darüber gesprochen, ein zukünftiges E-Auto aus deiner PV laden zu wollen. Was ist mit deinem Haushalt? Wie sieht dein Jahreverbrauch aus? Wenn ein E-Auto pro Woche 80kWh (nur die Fahrten zur Arbeit!) benötigt, sind das pro Tag ca. 10 kWh fürs Auto. Für den Haushalt kommen dann noch einige kWh Speicherkapazität dazu, um über die Nacht zu kommen. Da müsste am Ende ein Speicher von 16-20kWh Kapazität zur Verfügung stehen um Auto und Haushalt zu versorgen.


    Dem gegenüber steht eine nutzbare Dachfläche von 60m². Über den Daumen gepeilt (1,6m² pro 325Wp Modul) bekommst du maximal 12kWp Anlage aufs Dach. Vielleicht bleibst du dann auch bei 10kWp hängen.

    An sonnigen Tagen bekommst du deinen Speicher problemlos voll und auch wieder leer, weil das E-Auto dran hängt.


    Aber wehe es gibt mal nicht so viel Sonne. Bei mir war z.B. der 23.September einer der bisher schlechtesten Tage überhaupt. (meine Anlage ist erst seit Ende April in Betrieb!) Da hatte ich einen Ertrag von 0.9 kWh/kWp. Bei einer Anlagengröße von 12kWp entspräche das 10.8kWh Ertrag. Davon zieh jetzt mal den Direktverbrauch des Haushalts ab und dann hast du schon mal eine Vorstellung, was an einem regnerischen Spätsommertag ( vom Winter reden wir jetzt noch gar nicht) noch in deinen Speicher fließt. Davon nochmal mindestens 15% Speicherverluste abziehen und die Ladeverluste des E-Autos nicht vergessen. Du wirst dein Auto viel seltener aus deinem Speicher laden können, als du denkst.


    Ein anderer Aspekt: Dein Dach hat SW-Ausrichtung, das bedeutet deine Ertragskurve verschiebt sich in Richtung Abend. Ich weiß nicht wann du normalerweise zu Hause bist, aber in den Abendstunden kommen bei meiner Anlage (40° SW) noch einige kWh vom Dach. Evtl. könntest du dein E-Auto mehr direkt laden, als du vermutest.


    Ich würde an deiner Stelle erst einmal eine maximal große PV errichten, denn das ist das einzige, was Ertrag bringt. Wenn die dann mal ein Jahr durchgelaufen ist, kannst du dir ein realistisches Bild davon machen, was ein zusätzlicher Speicher in deinem System bringt oder eben nicht bringt.

    Die Vergütung ist in der Größe aber auch nur noch 8 ct. In diesem Monat wohlgemerkt,

    Ganz so düster sieht es dann doch nicht aus.

    Für die ersten 40kWp erhält man anteilsmäßig immer noch die höheren Vergütungen.

    Laut Bundesnetzagentur liegt die Vergütung im August 2019 bei:


    10,88 Cent bis 10kWp

    10,59 Cent 10-40 kWp

    8,41 Cent 40-100kWp


    also für z.B. 80kWp: (10*10,88+30*10,59+40*8,41)/80= 9,54 Cent/kWh


    im Oktober 2019 dann 10,58 / 10,30 / 8,18 Cent/kWh

    Ich würde mich nicht zu sehr auf relative Rendite versteifen. Was ist dir lieber: 2000€ (5%) Rendite oder 1000€ (6%)?

    Ich persönlich finde absolute Rendite irgendwie interessanter.

    Mit einer größeren Anlage, die dir die kWh über 20 Jahre günstiger erzeugt, erhöhst du Gewinn durch die Einspeisung (welcher mit die Anlagenleistung linear skaliert) und den Eigenverbrauch (der leicht mit der Anlagengröße steigt und auch nicht beliebig hoch), wie weiter oben schon erklärt wird. Bei 40kWp solltest du locker unter 5Cent/kWh produzieren können.


    Die Anlage recherisch auf relative Rendite zu optimieren, ist kaum möglich, da du deinen Eigenverbrauch nicht genau vorhersagen kannst und er außerdem zusätzlich von der Anlagenleistung abhängt.


    Darum mach es dir einfach und orientiere dich daran, was auf's Dach geht und was dich dein VNB maximal einspeisen läßt. EIn Nachbar von mir mit einem landwirtschaftlichen Betrieb ist z.B. traurig, weil unser VNB ihn nur 40 kW einspeisen läßt. PV-geeignete Dachflächen hätte er noch reichlich.

    Ein PV-Modul leistet (mindestens) seine Peakleistung, wenn Sonnenstrahlung (mit einem definierten Spektrum) mit einer Intensität von 1000W/m² senkrecht auf das Modul fällt und das Modul eine Temperatur von 25°C hat. Wie das Verhalten bei geringerer Einstrahlung ist, kannst du in der Regel in den Datenblättern der Module nachschauen.


    Bei meinen Modulen liegt die relative Leistung bei 800W/m² etwas über 100%, bei 500W/m² wieder bei 100%. Ab 400W/m² fällt es dann deutlich ab.


    Ich habe nicht verstanden was du überhaupt ausrechnen willst. Willst du wissen, wieviel eine Anlage theoretisch leisten würde, wenn es keine Bewölkung gäbe?

    Die anteilige EEG-Umlage, wie wir sie heute kennen, verstößt gegen EU-Richtlinien und wir gehen daher davon aus, dass sie in absehbarer Zeit wegfallen wird. Das ist in jedem Fall wahrscheinlicher als dass der Anteil steigt. Die EEG-Umlage selbst fällt momentan eher:

    Bundesnetzagentur: EEG-Umlage


    Das EEG muss ja wohl spätestens angefasst werden wenn der 52GW-Deckel zuklappt, denn dann fällt die Einspeisevergütung von jetzt auf gleich auf Null und vorher muß sie neu geregelt werden:


    Aus §49 EEG:


    " (5) Wenn die Summe der installierten Leistung der Solaranlagen, ... , 52 000 Megawatt überschreitet, verringern sich die anzulegenden Werte nach § 48 zum ersten Kalendertag des zweiten auf die Überschreitung folgenden Kalendermonats auf null.

    ...

    (6) Die Bundesregierung legt rechtzeitig vor Erreichung des in Absatz 5 bestimmten Ziels einen Vorschlag für eine Neugestaltung der bisherigen Regelung vor. "


    Ende Juni standen wir bei knapp 48GW. In der ersten Jahreshälfte wurden 2GW zugebaut. Geht das so weiter haben wir Ende des Jahres die 50GW erreicht und der Deckel müsste Mitte 2020 zuschnappen.

    haben nur einen Gesamtverbrauch von ca.6000 kw für Wärmepumpe und Haushaltsstrom es würde dann halt nur sehr viel mehr für 10 Cent eingespeist.

    Um den wahren Wert der 10 Cent Einspeisevergütung erkennen zu können, musst du ausrechnen wie viel dich die Erzeugung der Kilowattstunde kostet. (Anlagenkosten / Ertrag über 20Jahre)


    Bei einer kleinen und vielleicht noch überteuerten Anlage sind das leicht mehr als 10 Cent. Damit wäre Einspeisung dann defizitär. Damit kannst nur durch den Eigenverbrauch wieder in den grünen Bereich kommen. Das ist dann auch das Argument von vielen Beratern, dir eine, am Verbrauch orientierte Kleinanlage mit Speicher zu verkaufen. "Einspeisen lohnt nicht, Eigenverbrauch muß maximiert werden".


    Baust du jedoch eine große Anlage zu einem günstigen Preis (€/kWp), dann erzeugst du die kWh für deutlich weniger als 10 Cent und Einspeisung bringt plötzlich Gewinn. Das ist im Prinzip der Hintergrund für die allgemeine Empfehlung "Dach vollmachen". Es macht keinen Sinn den Stromverbrauch dabei zu berücksichtigen.

    Also die Anlage so günstig wie möglich bauen. Das ist meistens gleichbedeutend mit so groß wie möglich bauen.


    Somit bietet die große Anlage alle möglichen Vorteile:


    - Die Anlage finanziert sich allein durch die Überschußeinspeisung.

    - Die (relativ zum Verbrauch) hohe Anlagenleistung ermöglicht hohen Eigenverbrauch, auch bei schwacher Sonneneinstrahlung (Bewölkung, Winter, etc.)

    - Der hohe Stromüberschuß läßt reichlich Luft nach oben für künftige Verbraucher (BEV, Wärmepumpen für WW & Heizung)

    Stell dir mal vor, du bekommst von zwei Anbietern nahezu identische Anlagen angeboten. Welchen Anbieter wählst du aus? Denjenigen, der dir dir Anlage günstiger baut, nehme ich an.


    Nun stell dir vor, ein Anbieter mach dir zwei Alternativangebote: Eine 6,5kWp Anlage für 10.000€ und eine 13kWp-Anlage für 17000€. Welche wählst du?


    Ich habe mich seinerzeit für die Anlage mit der höheren Investitionssumme aber besserem Preis-/Leistungsverhältnis entschieden. Natürlich musste ich die Angst vor großen Zahlen überwinden. Geholfen hat mir dabei das absolute Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Sonne, sowie das relativ hohe Vertrauen in die staatliche Förderung aka Einspeisevergütung.