Beiträge von GehJott

    Kurze Antwort, wenig Zeit: Nein



    Wozu solltest du einen Heizstab mit Wirkungsgrad 100% benutzen, wenn du eine Wärmepumpe mit dem vierfachen Wirkungsgrad hast? Das ist eine völlige Schnapsidee.


    P.S. Dein WR ist ziemlich viel zu groß, 15 kW reichen da selbst bei 70 weich.


    Das ist bei den Gegebenheiten hier evtl. eine unterkomplexe Antwort.
    Ich bin selbst ein großer WP-Freund, aber speziell im Sommer muss nicht unbedingt eine 13,8 kW On/Off-Heizungswärmepumpe angemacht werden, um das bisschen Warmwasser zu machen, das man dann braucht.
    Stichwort hier wäre Laufzeit der alten WP sparen.
    WW-Bereitung ist nunmal der größte Stress für eine WP, die lieber bei niedrigen Temperaturen des Heizungs-VL arbeitet.
    Obendrein wird es mit der nichtmodulierenden WP nicht möglich sein, im Sommer die Überschüsse aus der 70% Abregelung (bei 18,5 kWp kommt da schon was zusammen) abzufahren. Das kann der Heizstab perfekt, wenn er intelligent geregelt wird.
    Kurz gesagt:
    - im Winter macht die WP Heizung und WW
    - im Sommer macht der Heizstab das WW, Heizung bleibt aus
    - in der Übergangszeit (Heizung ab und zu an, PV-Erträge noch gut) macht die WP Heizung und erwärmt das WW nur auf Vorlauftemperatur, die restliche Temperaturerhöhung macht der Heizstab mit PV-Strom

    Wie bereits geschrieben ist der 400 l Speicher wahrscheinlich zu groß und erzeugt voll durchgewärmt ordentliche Bereitstellungsverluste. Heizstab so weit nach oben wie möglich um eine Schicht von heißem Wasser hinzukriegen.

    In diesem Schema ist mit "Heizstab" der in der Solewärmepumpe integrierte Heizstab gemeint.
    Dieser dient - wie bei vielen WP - zur Spitzenlastabdeckung.
    Nicht eingezeichnet ist das Umschaltventil zwischen Heizung und WW-Erwärmung. Dieses ist unbedingt notwendig, weil das Temperaturniveau des Wärmeerzeugers im Fall "WW" zu hoch für die Heizung ist und im Fall "Heizung" zu niedrig für nutzbares WW.
    Da der Wirkungsgrad einer jeden Wärmepumpe mit steigender Temperaturdifferenz zwischen Senke und Quelle sinkt, wäre es zu überprüfen, ob es sinnvoll ist, den Warmwasserspeicher (während der Heizperiode) nur auf das Temperaturniveau des Heizungswasser zu bringen und zum Zeitpunkt des WW-zapfens mit einem solartauglichen, elektronisch geregelten DLE nachzuerwärmen. Ein Vorteil dieser Lösung wäre, dass die Bereitstellungsverluste des WW-Speichers sinken, da die Temperaturdifferenz zwischen Speicherinhalt und Umgebungstemperatur kleiner ist. Diese Verluste sind proportional zur Temperaturdifferenz, also gilt z.B.:
    - zulaufendes Kaltwasser = 10 °C
    - gewünschte WW-Zapftemperatur = 43 °C
    - Temperatur Aufstellraum WW Speicher = 20 °C
    - Vorlauf Fussbodenheizung = 33 °C
    Dann ist die Temperaturdifferenz des Speicherwassers zum Aufstellraum
    33 °C - 20 °C = 13 °C wenn der Speicher nur auf Heizungs-VL vorgewärmt wird
    43 °C - 20 °C = 23 °C wenn das WW im Speicher die gewünschte Zapftemperatur hat
    Die Bereitstellungsverluste im ersten Fall sind 44% kleiner.
    Leider eignen sich elektronische DLE wegen der erheblichen Betriebsströme nicht gut zur Überschussverwertung aus einer PV-Anlage. Deshalb - und weil der Heizstab in einer WP nicht immer einfach von außerhalb ansteuerbar ist - würde ich beim o.g. Schema einen billigen Heizstab mit 3 kW im WW-Speicher vorsehen. Der kann im Sommer die PV-Überschüsse aus der 70%-Beschränkung in den WW-Speicher einlagern.
    Die Heizstabregelung, die netzverträglich auch kleinste Überschüsse mittels richtig intelligenter (Stichwort: Bresenham Algorhythmus) Strategie speicherbar macht:
    DAS wäre einer Bachelorarbeit würdig ...

    Ich sehe die Vorteile in einer supersimplen Installation: das EnergyMeter läuft plug-and-play mit SMA-Wechselrichtern an einer gemeinsamen Ethernetverkabelung und z.B. einer FritzBox als Router. Du kriegst spätestens jede Sekunde ein update über die Situation am Bilanzpunkt, bzgl. jeder Einzelphase und saldierend.
    Wozu brauchst Du an Einzelverbrauchern zusätzliche Stromzähler für ein Eigenverbrauchsmanagement (außer zum Logging)? Wenn Dir das EM am Bilanzpunkt Einspeisung meldet, dann schaltest Du die adäquaten Verbraucher oder dumploads. Die entsprechende Rückmeldung auf den Verbrauch / Bezug siehst Du dann spätestens 1s später.


    Mir drängte sich halt auf, dass SMA zu der klasse funktionierenden Kombination aus EnergyMeter und WR eine simple Box mit SpeedWire-Anschluss fehlt, die Verbraucher schaltet. Entweder als einfache Relaisbox oder als Pulspaketsteuerung für ohmsche Lasten wie Heizstab, Ölradiator oder Infrarotstrahler. Ohne die Kosten und den Prognoseschnickschnack des HomeManagers.


    Protokoll ist ja bekannt: https://www.sma.de/fileadmin/c…ER-Protokoll-TI-en-10.pdf

    Hallo Rajiva,


    wenn Du sowieso im SMA-Ecosystem bleiben willst, dann macht die Integration des EnergyMeters Sinn.
    Damit hast Du über die ohnehin verwendete Speedwire-Kommunikation die tatsächlichen Energieflüsse am Bilanzpunkt.
    Viele SMA-User haben wegen "70% weich" den bereits verbaut.


    Grüße,
    GJ

    Dem Problem bin ich schon bei der Planung begegnet:
    Der Warmwasserspeicher ist ein Hygienespeicher mit 200 l Inhalt. Das gespeicherte Wasser ist Heizungswasser, das Trinkwasser wird in einer Edelstahl-Rippenrohrwendel erwärmt.
    Neben dem hygienischen Vorteil kann man so auch ohne zusätzlichen Wärmetauscher und mit einfachen elektrischen Zonenventilen zahlreiche Anwendungsfälle für Heizung und Warmwasser realisieren.


    In meinem Fall sind die 200 l Speicherinhalt mein "PV-Akku". Bei 4,2 kJ(kg * K) Wärmekapazität von Wasser werden immehin 4,7 kWh gespeichert, wenn ich um 20 °C erwärme.
    Die können verschleißfrei und bei diesen Temperaturen (30°C Speicherinhalt) mit sehr hohem Wirkungsgrad restlos wieder entnommen werden. Für 70% Abregelung ideal, jenachdem wie normalerweise Warmwasser gemacht wird (bitte nicht im Sommer mit dem alten Öli ...) kann es auch sonst wirtschaftlich oder ökologisch sein.


    Und ja - ich weiß, dass eine Wärmepumpe wirkungsgradbesser ist. Aber die Opportunität von niedrigem Invest / baulichem Aufwand / Geräusch / Nutzungsmöglichkeit kleiner oder nur kurzfristiger Energiemengen sollte man würdigen.

    Zitat von RolandD

    Und es gibt noch eine andere Möglichkeit. Ein DLH kann das Warmwasser nach einen Speicher erwärmen.
    Ich kann also den Heizungspeicher im Sommer mit PV-Überschuss füttern und lauwarmes Wasser bei Bedarf nochmal nacherhitzen.


    Und genau DAS ist eine viel zu selten realisierte Lösung - weil man den DLH meist als Alternative zu einem Warmwasserspeicher sieht.
    Solartaugliche DLH, z.B. von Clage, gibt es für 400,- €.
    So ein Ding hilft auch gegen die Urangst "Warmwasserspeicher leer, wenn gerade unter der Dusche einshampooniert". Deshalb werden viel zu oft zu große Warmwasserspeicher mit zu großen Bereitstellungsverlusten verbaut.
    Wenn man mit Heizschwert und kleiner PV-Anlage oder in der Übergangszeit mit STA das Warmwasser nur auf 25 °C vorwärmt, dann hat man einerseit nahezu keine Bereitstellungsverluste (die Temperaturdifferenz zwischen Warmwasser im Speicher und Raumtemperatur Aufstellort ist sehr klein) und andererseits halbiert man den Energiebedarf des Durchlauferhitzers - bei maximalem Warmwasserkomfort.


    Best of both worlds ...

    Wenn man davon ausgehen kann, dass die Wärmemenge in die thermische Hülle kam, dann gibt es ja nur 3 Möglichkeiten, wie sie wieder raus kann:


    - Wärmeleitung (Konduktion):
    das sind Wärmebrücken durch Planungs- oder Ausführungsfehler (z.B. die bereits angesprochene "vergessene" Dämmung der Bodenplatte)
    - Wärmestrahlung (Radiation):
    hier strahlen zu warme Außenoberflächen der Gebäudehülle die Innenraumwärme ab (Ursache ist die "vergessene", zu dünne oder zu schlechte Wärmedämmung)
    - Stoffaustausch (Konvektion):
    hier ist die Gebäudehülle nicht dicht. Liegt meist an Ausführungsfehlern bei der Folienverarbeitung, kann sofort mit einem Blower-Door-Test verifiziert werden


    Oft gibt es Kombinationen oder kausale Verkettungen dieser 3 Möglichkeiten des Wärmetransports. So kann durch eine Folienverletzung erst der Wärmeverlust durch Konvektion eintreten und dann durch den Tauwasserausfall infolgedessen eine Mineralwolldämmung ihre Isolationseigenschaft verlieren. Die Folge wären weitere Wärmeverluste durch Konduktion und Radiation.


    Systematisch suchen, da kann man selbst (es ist DEIN Geld) bei der Ursachenforschung weit kommen.
    Im Idealfall findest Du einen Planungs-, Ausführungs- oder Materialfehler, den Du dann kostenfrei für Dich nachbessern lässt.


    Viel Glück!

    Was mir noch einfällt:


    - Überstromventil verbaut? Ausbauen oder auf den höchsten Druck einstellen
    - Dann aber auch die Einzelraumregler (evtl. bis auf das Schlafzimmer) alle abbauen
    - Unterschiedliche Raumtemperaturen nur durch peniblen hydraulischen Abgleich herstellen
    - Dann Korrektur der Heizkurve: jedes °C, das Du Vorlauftemperatur runter kannst, spart.
    - Wie wird die WW-Bereitung gemacht? Hier unnötig hohe Temperaturen wg. Legionellenangst vermeiden.
    - Gibt es eine Zirkulationsleitung? Die zugehörige Pumpe schaltuhrgesteuert nur zweimal täglich für 10 Minuten laufen lassen (morgens, bevor der erste duscht und nachmittags, bevor der erste nach Hause kommt). Spart Pumpenstrom und kühlt den Trinkwasserspeicher nicht aus.
    - Probeweise die KWL mal für einen Tag ausschalten und nur stoßlüften. Unterschied im typischen Strom-Tagesverbrauch angucken.
    - Heizstab abklemmen
    - bei einem toll gedämmten KfWxx-Haus, das nicht schnell auskühlt, kann man zusehen ob die WP nur tagsüber läuft, wenn PV-Strom verfügbar ist
    - die Spreizung des Solekreises angucken und zugehörige Pumpe evtl. justieren.

    Ich denke, dass es sich um den aktuellen Klassiker im Bauboom handelt:


    - der Bauherr kriegt großartige Versprechen präsentiert, die mit griffigen Kürzeln (KfW40 - nein, KfW40+!) untermauert werden und vom Bauherren willig "geglaubt" werden
    - Förderungen für oder Forderungen nach nutzlosem Brimborium staatlicherseits führen zu mehr Umsatz bei den betroffenen Firmen
    - gebaut wird dann nach gusto der ausführenden Firmen, oft lustlos, meist schlampig, teilweise fachlich ahnungslos. Eine unabhängige Kontrolle (von mir aus auch durch den sich kundig gemachten Bauherrn) findet nicht statt
    - beim Einzug ist die Hütte warm und man ist beschäftigt, sich über tolle Badausstattungen und Smarthomegeklimper zu freuen
    - die ersten Verbrauchsrechnungen trudeln ein und man merkt, dass man diesen Verbrauch auch für 40.000,- € weniger Invest hätte erreichen können und die Prognosen niemals erreicht werden


    Ich habe schon so viel gesehen - man kann es kaum glauben.
    Leider bestätigt sich zunehmend meine Haltung, dass man sich besser selbst um die eigenen Belange kümmert -
    die Folgen bei mir sind im Vergleich zu Freunden geradezu lächerliche Kosten für die Lebenshaltung.

    Zitat von JoGi1965

    Abgesehen vom Thermostat, der dann eingreift wenn er will, hab ich in den Heizungseinstellungen eine Zykluszeit für die Oberflächentemperatur Regelung vorgesehen. Die Zykluszeit läßt sich von 3-10 Minuten einstellen, und in diese Zeit, wird die notwendige Einschaltzeit für die zu erreichende OT gelegt. Zeitversetzt für die HK, mit einer an die ED angepassten Verschiebung, was auch eine gleichmäßigere Netzlast ergibt.


    Wenn ich das richtig verstehe, dann sind bei Dir die HK also über ein Zeitintervall von 3-10 Minuten über ihre ED leistungsgesteuert.
    Dieses Zeitintervall liegt weit oberhalb des Zeitintervalls, in dem ein elektronischer Stromzähler die Leistung aufintegriert und über die Phasen saldiert. Ich kenne dieses Intervall nicht, meine aber, mal was von einer Sekunde gelesen zu haben.


    Wenn Deine Vorgehensweise bei einem trägen Heizkörper für eine Leistungsregelung mit Sicherheit funktioniert, so hat sie doch klare abrechnungstechnische Nachteile:


    Wenn Du beispielsweise bei dem 1.250 W-Heizkörper für eine OT von 60 °C nur 1.000 W brauchst, dann habe ich es so verstanden, dass er innerhalb eines festen Zeitintervalls von 10 Minuten für 8 Minuten eingeschaltet wird und für 2 Minuten ausgeschaltet bleibt.
    Hast Du während dieses Intervalls von 10 Minuten einen PV-Überschuss von beispielsweise 500 W, dann beziehst Du aus dem Netz für 8 Minuten 750 W, entspricht 100 Wh.
    Mit einer Wellenpaketsteuerung (die btw. auch im Nulldurchgang schaltet) und einem Bresenham-Algorhythmus mit 2%iger Quantisierung der Leistung verbrauchst Du in den gesamten 10 Minuten 1.000 W. Bei 500 W PV-Überschuss ziehst Du für 10 Minuten 500 W aus dem Netz, entspricht 83 Wh.


    17% weniger Kosten für exakt die gleiche Wärmeenergie zur exakt gleichen Zeit.